Auf dem Papier moderne Agentur, in der Praxis intransparente Feedback-Kultur und kontrollierender Führungsstil
Gut am Arbeitgeber finde ich
Recht flexibel und mit Spielraum für eigene Ideen, sofern man diese gut begründen kann.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Feedback wird nicht direkt kommuniziert, sondern entweder über Dritte ausgetragen oder als öffentliche Kritik in PRs und Chats.
Verbesserungsvorschläge
Konstruktive Kritik nicht persönlich nehmen. Probleme direkt mit den Betroffenen ansprechen, statt sie schleifen zu lassen, bis es für ein klärendes Gespräch zu spät ist.
Arbeitsatmosphäre
Man fühlt sich durchgehend kontrolliert. Jedes Ticket muss mit Beschreibung getrackt werden, und es wurde angekündigt, dass darauf auch geschaut wird. Im unternehmensweiten Chat werden aus meiner Sicht regelmäßig Mitarbeitende für Kleinigkeiten öffentlich kritisiert, in einem Tonfall, den ich als passiv-aggressiv empfinde.
Work-Life-Balance
Zu den flexiblen Arbeitszeiten gibt es wenig zu sagen, die sind in Ordnung. Homeoffice wurde aus meiner Sicht aber als großes Privileg dargestellt, für das es ein besonderes Vertrauensverhältnis brauche. Das finde ich skurril, da Homeoffice in der Branche eher Standard als Ausnahme ist.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt Learning Days, an denen man sich auf eigene Faust weiterbilden soll. Theoretisch hat man Zugang zu einem Laracasts-Lifetime-Account. In der Praxis war der Kurs, den ich durcharbeiten sollte, allerdings auch ohne Bezahlung frei verfügbar.
Kollegenzusammenhalt
Die Kolleg:innen auf der gleichen Hierarchieebene sind alle korrekt und super nett. Das Miteinander untereinander war ehrlich gut.
Vorgesetztenverhalten
Hier hatte ich mein größtes Problem. In Gesprächen unter vier Augen war immer alles super und alle waren sehr nett. Im Chat und in GitHub-PRs hingegen war der Tonfall aus meiner Sicht ein komplett anderer und meiner Meinung nach sehr passiv-aggressiv. Diese Diskrepanz zwischen dem freundlichen Auftreten im direkten Gespräch und dem Tonfall in schriftlicher Form habe ich als sehr belastend empfunden.
Arbeitsbedingungen
Technikausstattung ist gut, man bekommt eigentlich alles, was man braucht. Mein MacBook war aus mir unklaren Gründen oft etwas langsam, das war aus meiner Sicht aber eher ein Software-Problem von Apple oder PhpStorm. Lizenzen für IDEs etc. werden ebenfalls gestellt.
Warum ich nur 3 Sterne gebe, ist das Office. Es ist eine Wohnung und kein richtiges Büro. Bei voller Besetzung wird es spürbar eng. Außerdem sind manche Arbeitsplätze deutlich schlechter als andere, einige sitzen mit dem Rücken zum gesamten Raum, was ich als unangenehm empfunden habe. Ich habe das zweimal angesprochen, geändert hat sich nichts. Theoretisch gibt es eine Clean-Desk-Policy, sodass man sich einen anderen Platz suchen kann, in der Praxis funktioniert das aber nicht immer. Eine undichte Balkontür hat im Winter regelmäßig stark gezogen. Auf Nachfrage wurde auf den Vermieter verwiesen.
Kommunikation
Kommunikation fühlt sich für mich wie eine Einbahnstraße an. Von der Chefetage wird Transparenz eingefordert, umgekehrt kam aus meiner Erfahrung wenig zurück, und wenn, dann teilweise zu spät. Ich hatte mehrfach das Gefühl, dadurch ins offene Messer zu laufen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist gut und kommt pünktlich. An nennenswerte weitere Benefits kann ich mich nicht erinnern.
Interessante Aufgaben
0815 E-Commerce, nichts Besonderes. Etwas paradox finde ich, dass nach Vue.js-Entwickler:innen gesucht wird, in der Praxis aber so wenig Vue wie möglich entwickelt werden soll und stattdessen lieber mit Blade, HTML und SCSS gearbeitet wird. Was man umsetzen kann, hängt zusätzlich stark vom Kundenprojekt ab. Inertia.js habe ich persönlich zum Beispiel gar nicht zu Gesicht bekommen.
