Hin - und hergerissen
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Spannende Branche
- Events
- Büro-Ausstattung
- Kollegen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Onboarding
- Weiterentwicklung von Mitarbeitern
- Gehalts- und Jobtitelpolitik
- Auswahl von Führungskräften
- Überlastung
- Fehlende Wertschätzung
Verbesserungsvorschläge
- Mehr Mitarbeiterbefragungen, viele trauen sich offenes Feedback aus Angst vor Konsequenzen nicht zu geben.
- Gehaltstransparenz! Traut man sich auch hier transparent zu sein oder nur in Sachen Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung?
- Klarer kommunizieren und ambitionierte Kollegen gezielt fördern, welche sich entwickeln möchten. Entwicklungsgespräche mit HR anbieten. Viele Kollegen sprechen immer nur mit ihrem direkten Vorgesetzten über Ziele.
Arbeitsatmosphäre
Es herrscht im Vertrieb ein hoher, kontinuierlicher Verkaufsdruck. Die Erholungsphasen werden von Jahr zu Jahr immer kürzer, die Themendichte nimmt rasant zu. Projektverantwortung wird wenig anerkannt, es sei denn man gehört zum obersten Führungskreis - Lob und Anerkennung kriegt man wenn überhaupt für sehr hohe Deals. Dennoch sind die meisten Kollegen intrinsisch motiviert, was dazu führt, dass man viele gleichgesinnte, liebe Menschen trifft. Die hohe Fluktuation spricht trotzdem für sich.
Image
Sportfive weiß sich im Sportbusiness als einer der Top-Arbeitgeber, Hochglanzfirma auf Social Media, Vermarkter Nr.1 und Player für Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung zu positionieren. Sieht man auch hier auf kununu - es wird alles dafür getan Top-Employer genannt zu werden, Mitarbeiter zu positiven Bewertungen zu animieren, aber wirkliche Reformen habe ich seit Beginn der Pandemie nicht wahrgenommen. Es ist und bleibt die Vertriebsagentur, die man seit Jahren kennt.
Work-Life-Balance
Ich habe schon einige Kollegen gesehen, die aufgrund von Burnout und psychischen Erkrankungen krank geschrieben waren. Es gibt Programme wie die Mental Health Week, wofür im Vertrieb schlicht keine Zeit ist.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt eine Nachhaltigkeitsabteilung, die das wirklich aufrichtig lebt. Dennoch werden auch viele Verträge mit unethisch handelnden Unternehmen geschlossen, sofern es dem Gesamtergebnis hilft. Der Fehler liegt aber nicht bei Sportfive, dieses Phänomen ist im globalen Sportbusiness zu beobachten. Trikot aus recycelten Flaschen, aber Tourismusbehörden aus undemokratischen Schurkenstaaten als Sponsoren.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt einige wenige Online-Angebote im Intranet. Wirklich am Fortkommen junger Menschen ist man nicht interessiert. In meinen Augen ist die Mitarbeiterentwicklung ein einziges Alibi - klar gibt es Jahresziele und Entwicklungspläne, welche dann aber bis zum nächsten Jahr im luftleeren Raum stehen, weil es andere vertriebliche Prioritäten gibt. Bevor man Mitarbeitern mehr Gehalt gibt, verleiht man oftmals einen neuen Titel und Pseudo-Wertschätzung. Da ist Sportfive einsame Spitze - ich kenne kein Unternehmen mit so vielen "Senior Manager" und "Director"-Titeln ohne echte Verantwortung und Weisungsbefugnis. Das Konzept scheint aufzugehen.
Kollegenzusammenhalt
Teamintern meistens gut. Innerhalb der gesamten Firma wird viel missgönnt und auf sich selbst geschaut. Das ist aber die Schuld der Firma, welche Fehlverhalten nicht rügt, sofern dabei ein Deal desjenigen rausspringt, der sich nicht korrekt verhält. So wird man oftmals hintergangen, aber das gehört zum Alltag.
Vorgesetztenverhalten
Wenige, positive Ausnahmen. Viele Vorgesetzte sind in Führungspositionen, weil sie in der Vergangenheit vertrieblich hervorgestochen sind - das macht die meisten nicht zu guten Führungskräften. Aber das ist auch nicht wirklich gewünscht. Sportfive ist in erster Linie eine Vertriebsagentur, dies wird von der Geschäftsführung immer wieder klar betont.
Arbeitsbedingungen
Standortabhängig - positiv ist, dass es überall höhenverstellbare Schreibtische gibt und weitestgehend modernes Interieur gibt.
Kommunikation
Es gibt monatliche Town Halls, Jour Fixes - fast schon zu viele Meetings, die einem Arbeitszeit stehlen. Viele Meetings überschneiden sich, wo sich Führungskräfte pro Woche 4-5x wiederholen - das braucht es nicht wirklich.
Gehalt/Benefits
Viele junge top ausgebildete Mitarbeiter sind stark unterbezahlt und wissen in Hamburg/München/Berlin nicht, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Es gibt eine Hälfte, die fast schon ausgenutzt wird und die andere Hälfte, die 10+ Jahre im Unternehmen ist und auf dem Rücken vieler unterbezahlter Kollegen gutes Geld verdient.

