Rette sich wer kann!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Dass es nicht mehr mein Arbeitgeber ist.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Das viel zu hohe Arbeitspensum
- Die Undankbarkeit
- Die Vorwürfe und das vehemente Misstrauen
- Die schlechte Ausstattung
- Dass meine Kompetenzen einfach nicht anerkannt wurden, ich jahrelang gegen eine Wand geredet habe und dann auch noch derjenige war, der die Konsequenzen einer Reihe schlechter Entscheidungen dann mit ausbaden durfte
- Und zuletzt: Dass einem zum Schluss immer wieder vor Augen geführt wurde, wo man seinen Platz hat: Ganz, ganz weit unten.
Verbesserungsvorschläge
Vielleicht den Mitarbeiter, der den Umsatz erwirtschaftet, wenigstens auf Augenhöhe betrachten - und nicht so herablassend und quasi als notwendiges Übel, das man eben ertragen muss. Es sind immer noch Menschen, die dort arbeiten. Und so sollte man auch miteinander umgehen. Menschlich, nicht mit der Peitsche.
Vielleicht sollte man auch ganz dringend einen Betriebsrat gründen.
Arbeitsatmosphäre
Der Alltag war zuletzt nur noch von Hektik, Wut, Angst und Stress geprägt. Zuletzt fühlte es sich nach Überwachungskultur an, in der Begriffe wie Vertrauen, Miteinander, Menschlichkeit und Wertschätzung nicht mehr Teil des Vokabulars waren.
Kollegenzusammenhalt
Neue Kollegen wurden nicht eingearbeitet und waren völlig auf sich allein gestellt. Vom alten, einst gut eingespielten Team ist nichts mehr übrig.
Work-Life-Balance
Ich war immer wieder erschüttert, in den Commits zu sehen, dass Einzelne an den Wochenenden die Nächte durchgearbeitet haben. Teils hatte ich selbst auch 12h ohne Pause gearbeitet, um es beim Kunden irgendwie noch zu richten. Und musste mich dennoch rechtfertigen, wenn ich trotz bereits in der Woche geleisteter Überstunden am Freitagabend endlich Zeit mit der Familie verbringen wollte.
Vorgesetztenverhalten
Die neue Geschäftsführung pflegt einen autokratischen Führungsstil. Zahlen gelten hier wohl als Religion. Man predigt nach außen eine "Politik der offenen Tür", bei der Mitarbeiter sich allerdings höchstens anonym trauen, Kritik zu äußern. Ich nehme an, aus Angst vor Konsequenzen. Wenn die Kritik dann kommt - und die gab es zur neuen Geschäftsführung von Beginn an reichlich -, heißt es läpsch: "Dazu rechtfertige ich mich nicht"; oder: "Wie soll ich darauf eingehen wenn das anonym ist?" Weil so oft nach dem Urheber gefragt wurde vermute ich, dass die Bitten um Kritik am Ende nur sowas wie eine "Falle" waren, um jene Mitarbeiter zu identifizeren, die unliebsam sind. Hier lebt man unter der Schuhsohle vom Chef. Wertschätzung habe ich nicht erfahren. Der neue Geschäftsführer hielt es ja nicht einmal für nötig, mich morgens zu grüßen.
Interessante Aufgaben
Die Hauptlast liegt in sehr wenigen, einzelnen Händen. Aufgaben sind eintönig und werden ungleich verteilt.
Arbeitsbedingungen
Von nicht vorhandenen Tastaturen bis zu defekten Servern ist alles dabei.
Gehalt/Benefits
Die Bezahlung ist viel zu gering und kam manchmal erst Anfang des Folgemonats. Das Gehalt steht in keinerlei Verhältnis zu dem, was einem dafür abverlangt wird. Wie der jüngste Wechsel aber auch gezeigt hat, bekommt man vielerorts mühelos deutlich mehr Gehalt und Zugeständnisse.
Image
Zuletzt wollte ich gar nicht mehr mit dem Produkt in Verbindung gebracht werden. Das war nur noch beschämend, vor allem gegenüber der Kundschaft.
Karriere/Weiterbildung
Man bekommt einen Zugang zu Udemy, aber nicht die Zeit es auch nutzen zu können. Der Aufstieg in höhere Positionen ist prinzipiell durch interne Versetzung möglich wenn die Stelle frei wird, allerdings erfährt man dann recht schnell am eigenen Leib, warum der Kollege gegangen ist. Weiterqualifikation durch Zertifizierung und anerkannte Fortbildung wird nicht angeboten.