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Elisabeth-Stiftung
Bewertung

Christliche Werte im Leitbild – Rückhalt, Führung und echte Menschlichkeit leider Fehlanzeige.

1,5
Nicht empfohlen
Ex-FührungskraftHat bis 2025 im Bereich Administration / Verwaltung bei St. Elisabeth-Stiftung in Aulendorf gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die tarifliche Bezahlung bietet eine gewisse Grundsicherheit. Auch die Möglichkeit, in einem werteorientierten Umfeld tätig zu sein, kann – je nach Bereich – motivierend wirken. Einige Kolleginnen und Kollegen engagieren sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen mit viel Herzblut, was für ein starkes berufliches Miteinander sorgen kann. Zudem gibt es vereinzelt sinnvolle Ansätze zur Weiterentwicklung – sie müssten jedoch konsequenter umgesetzt und gefördert werden.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Was besonders negativ aufgefallen ist, war die fehlende Rückendeckung durch übergeordnete Stellen – insbesondere dann, wenn Entscheidungen getroffen werden mussten oder Konflikte entstanden. Führung wurde häufig nach unten delegiert, während sich die tatsächlichen Entscheidungsträger aus der Verantwortung zogen. Mitarbeitende mit Gestaltungswillen oder klarer Haltung wurden eher als unbequem wahrgenommen denn als Ressource.

Die Kommunikation war in vielen Bereichen intransparent und reaktiv statt vorausschauend. Wichtige Informationen wurden zu spät oder gar nicht weitergegeben, was zu Unsicherheit, Unzufriedenheit und einem Gefühl von Alleinlassen führte.

Strukturelle Probleme wurden über lange Zeit hinweg ignoriert oder schöngeredet, statt sie aktiv und ehrlich anzugehen. Wer Missstände ansprach, galt schnell als „Störfaktor“. Es entstand ein Klima, in dem Stillhalten und Anpassung mehr geschätzt wurden als Fachlichkeit, Engagement oder Lösungsorientierung.

Insgesamt fehlte es an einer professionellen und reflektierten Führungskultur, an Klarheit in der Linie und an echter Wertschätzung – nicht als wohlklingende Floskel, sondern als gelebte Haltung im Alltag.

Verbesserungsvorschläge

• Führungskultur reflektieren und verändern: Offenheit für Feedback, echte Kommunikation auf Augenhöhe und Rückendeckung für Führungskräfte im operativen Bereich sind dringend nötig. Entscheidungen sollten nachvollziehbar und mit Einbezug der Mitarbeitenden getroffen werden.
• Strukturen modernisieren: Klare Zuständigkeiten, effiziente Prozesse und ein realistisches Ressourcenmanagement würden den Arbeitsalltag deutlich entlasten.
• Personalentwicklung aktiv leben: Qualifizierte Mitarbeitende sollten gezielt gefördert und nicht durch starre Strukturen oder politische Abhängigkeiten demotiviert werden.
• Werte nicht nur plakatieren, sondern leben: Die christlichen Grundsätze sollten nicht nur Leitbild sein, sondern auch im Umgang mit Mitarbeitenden, Kritik und Verantwortung sichtbar werden.
• Pflegekräfte ernst nehmen: Wer an der Basis arbeitet, hat das größte Wissen über die Realität. Diese Stimmen sollten nicht nur gehört, sondern auch einbezogen werden.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre war stark von Unsicherheit, Misstrauen und fehlender Rückendeckung geprägt. Entscheidungen wurden selten transparent kommuniziert, Kritik war unerwünscht und wurde häufig persönlich genommen. Engagement und eigene Ideen wurden zwar nach außen hin begrüßt, intern jedoch eher blockiert. Es entstand oft das Gefühl, auf sich allein gestellt zu sein – gerade in herausfordernden Situationen hätte man sich mehr Rückhalt von der Führungsebene gewünscht. Statt eines wertschätzenden Miteinanders herrschte häufig ein Klima der Resignation und Überforderung.

Image

Das öffentliche Image der Stiftung ist stark geprägt von christlichen Werten, sozialem Engagement und einem vermeintlich mitarbeiterorientierten Leitbild. Nach außen wird viel Wert auf Menschlichkeit, Zusammenhalt und Verantwortung gelegt. Intern erlebte ich jedoch eine deutliche Diskrepanz: Entscheidungen wurden oft hierarchisch getroffen, Rückhalt fehlte, und kritische Stimmen wurden eher geduldet als gehört. Viele Kolleginnen und Kollegen teilten das Gefühl, dass die Außendarstellung nicht mit der gelebten Realität übereinstimmt. Das Image funktioniert nach außen – aber leider nicht nach innen.

Work-Life-Balance

Work-Life-Balance war in der Theorie ein Thema – in der Praxis jedoch kaum spürbar. Dienstpläne wurden oft kurzfristig geändert, private Termine waren schwer planbar, und Mehrarbeit wurde als selbstverständlich angesehen. Wer Verantwortung übernahm oder engagiert war, hatte kaum Möglichkeiten zur echten Erholung. Urlaub und freie Tage mussten regelmäßig „erkämpft“ werden, vor allem in Führungspositionen. Es fehlte eine nachhaltige Personaleinsatzplanung und ein Bewusstsein dafür, wie wichtig Regeneration für langfristige Leistungsfähigkeit ist.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildungsangebote waren grundsätzlich vorhanden, allerdings fehlte es an echter Förderung und gezielter Personalentwicklung. Wer Eigeninitiative zeigte, musste sich Fortbildungen oft selbst organisieren und mit dem Dienstplan „erkämpfen“. Karrierechancen hingen weniger von Leistung oder Qualifikation ab, sondern häufiger von persönlichem Wohlwollen der Führung. Eine strukturierte Laufbahnplanung oder transparente Entwicklungsmöglichkeiten waren nicht erkennbar. Fachliches Wachstum wurde selten aktiv begleitet – was gerade in einem sozialen Träger enttäuschend war.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt orientiert sich am AVR-Tarif, was grundsätzlich für Transparenz sorgt. In der Praxis war die Bezahlung jedoch nicht immer leistungsgerecht empfunden – besonders, wenn Engagement oder Führungsverantwortung nicht angemessen berücksichtigt wurden. Sozialleistungen wie betriebliche Altersvorsorge oder Sonderzahlungen sind vorhanden, werden aber wenig kommuniziert und teils nur auf Nachfrage verständlich erklärt. Insgesamt fehlte eine echte Wertschätzung in finanzieller Form – gerade angesichts der hohen Anforderungen und Belastungen im Pflegealltag.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Nach außen hin wird auf soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit verwiesen – insbesondere durch den kirchlich-geprägten Träger. In der praktischen Umsetzung war davon jedoch nur wenig spürbar. Umweltbewusstsein spielte im Alltag kaum eine Rolle: Es fehlten gezielte Maßnahmen zur Müllvermeidung, Energieeinsparung oder nachhaltigen Beschaffung. Auch im sozialen Bereich gab es wenig aktive Initiativen für Mitarbeitende oder das Gemeinwesen. Statt gelebter Verantwortung wirkte vieles eher pflichtbewusst verwaltet – mit großem Abstand zwischen Anspruch und Realität.

Kollegenzusammenhalt

Der Kollegenzusammenhalt war stark abhängig vom jeweiligen Team. In manchen Bereichen gab es ein gutes Miteinander, gegenseitige Unterstützung und ehrliches Interesse am Wohl der Bewohner. In anderen Teams hingegen herrschten Misstrauen, Rivalität und ein starkes Gegeneinander – oft gefördert durch unklare Zuständigkeiten und fehlende Führung. Besonders belastend war, dass engagierte Mitarbeitende schnell isoliert wurden, wenn sie Dinge hinterfragten oder Missstände ansprachen. Der Wunsch nach Teamarbeit war da – wurde aber häufig durch strukturelle Probleme und einen „jeder kämpft für sich“-Modus erstickt.

Umgang mit älteren Kollegen

Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen war stark unterschiedlich und oft abhängig vom jeweiligen Team oder Vorgesetzten. Während einige langjährige Mitarbeitende geschätzt wurden, hatten andere das Gefühl, „abgeschoben“ oder nicht mehr ernst genommen zu werden. Ihr Erfahrungswissen wurde zu selten aktiv einbezogen. Statt altersgerechter Arbeitsgestaltung oder gezielter Förderung dominierte vielfach der Eindruck, dass Flexibilität und Belastbarkeit höher gewertet wurden als Loyalität und Berufserfahrung. Ein wertschätzender, generationengerechter Umgang war leider nicht konsequent erkennbar.

Vorgesetztenverhalten

Das Vorgesetztenverhalten war geprägt von Intransparenz, fehlender Rückendeckung und mangelnder Führungskompetenz. Entscheidungen wurden oft ohne Einbindung der Mitarbeitenden getroffen, Kritik wurde als Angriff gewertet und blieb meist ohne konstruktive Reaktion. In Konfliktsituationen war kein klares Führungsverhalten erkennbar – stattdessen wurde Verantwortung nach unten delegiert oder ausgesessen. Mitarbeitende, die sich engagieren oder Missstände ansprechen wollten, stießen schnell an Grenzen. Eine wertschätzende, lösungsorientierte Zusammenarbeit auf Augenhöhe war leider kaum möglich.

Arbeitsbedingungen

Die räumlichen und technischen Voraussetzungen waren in Teilen veraltet und nicht an moderne Pflegeprozesse angepasst. Materialmangel, unklare Zuständigkeiten und fehlende Standards führten immer wieder zu vermeidbarem Stress. Arbeitsplätze waren oft nicht ergonomisch oder strukturiert gestaltet, was den Arbeitsalltag zusätzlich erschwerte. Digitalisierung wurde zwar thematisiert, aber nicht konsequent umgesetzt. Auch die personelle Besetzung war häufig unzureichend – mit direkten Folgen für Qualität, Zeitmanagement und Belastung der Mitarbeitenden. Insgesamt fehlte es an einem klaren Konzept, wie gute Pflege unter fairen Bedingungen geleistet werden kann

Kommunikation

Die interne Kommunikation war eines der größten Defizite. Informationen wurden oft nur selektiv oder sehr kurzfristig weitergegeben, was zu Unsicherheiten und unnötigem Druck im Alltag führte. Rückmeldungen auf Nachfragen blieben teilweise aus oder waren ausweichend. Transparenz, offene Gespräche auf Augenhöhe und konstruktive Feedbackkultur fehlten weitgehend. Stattdessen wurde viel „zwischen den Zeilen“ kommuniziert – was das Arbeitsklima zusätzlich belastet hat. Entscheidungen der Führungsebene wirkten oft unkoordiniert oder nicht nachvollziehbar, was zu Frustration im Team geführt hat.

Gleichberechtigung

Vielfalt wurde nach außen hin betont, intern aber kaum aktiv gelebt. Unterschiede in Herkunft, Alter oder Geschlecht führten nicht direkt zu Benachteiligung, wurden aber auch nicht als Chance verstanden. Es gab keine spürbare Diversity-Kultur oder gezielte Maßnahmen zur Förderung eines inklusiven Arbeitsumfelds. Gleichberechtigung bei Karrierechancen oder Mitgestaltungsmöglichkeiten war stark abhängig von persönlichen Beziehungen zur Führungsebene. Wer kritisch oder unbequem war, hatte deutlich schlechtere Karten – unabhängig von Qualifikation oder Engagement.

Interessante Aufgaben

Das Aufgabenfeld war grundsätzlich vielseitig und hätte viel Potenzial für Gestaltung und Entwicklung geboten – besonders im Bereich Pflegequalität, Mitarbeiterführung und Strukturaufbau. Leider wurden eigene Ideen oder Innovationsvorschläge selten ernst genommen oder umgesetzt. Wer sich weiterentwickeln wollte, stieß schnell an systemische Grenzen oder politische Hürden innerhalb der Organisation. In der Praxis blieb wenig Raum für kreative oder sinnstiftende Arbeit – zu oft wurde nur „Feuer gelöscht“, statt nachhaltig gestaltet.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.