Vom Top-Arbeitgeber zum sinkenden Schiff
Arbeitsatmosphäre
Früher herrschte ein sehr positives Arbeitsklima, in dem die Mitarbeitenden aus eigener Motivation heraus zum Fortschritt des Unternehmens beigetragen haben. Inzwischen hat sich das Umfeld gewandelt, ständiger Druck und übermäßige Kontrolle bestimmen den Alltag. Wertschätzung bleibt dabei auf der Strecke, was zwangsläufig dazu führt, dass Leistungsbereitschaft spürbar abnimmt.
Image
Das öffentliche Image von STABILO ist durchweg positiv, möglicherweise sogar übertrieben. Während Außenstehende ein sehr gutes Bild des Unternehmens haben, fällt die interne Wahrnehmung deutlich kritischer aus. Das äußere Image entspricht nicht der tatsächlichen Situation innerhalb des Unternehmens.
Work-Life-Balance
Die Anzahl der Home-Office-Tage wurde leider innerhalb eines Monats kurzfristig und dauerhaft reduziert. Auf soziale Aspekte wurde dabei seitens des Unternehmens wenig Rücksicht genommen, insbesondere für Beschäftigte mit Kindern oder einem längeren Arbeitsweg, für die flexible Arbeitsmöglichkeiten ein entscheidender Faktor bei der Jobwahl waren. Diese müssen sich nun entweder mit der veränderten Situation arrangieren oder nach Alternativen umsehen. Es steht zudem der Verdacht im Raum, dass durch diese einschneidende Maßnahme stillschweigend ein Personalabbau angestrebt wird.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es werden durchaus Maßnahmen ergriffen, jedoch liegt der Fokus dabei überwiegend auf der Außenwirkung.
Karriere/Weiterbildung
Entscheidungen basieren häufig weniger auf fachlichen Kriterien als auf persönlichen Erwägungen. Die Personalabteilung zeigt sich dabei oft wenig durchsetzungsstark und trägt somit indirekt zur Durchsetzung der Führungskräfteinteressen bei. Eine systematische Weiterentwicklung der Mitarbeitenden findet nicht statt, vielmehr erscheint sie zufällig und nicht planbar. Es existiert kein strukturiertes Entwicklungsprogramm, sodass Beschäftigte entweder auf ihrer aktuellen Position verharren oder eigenständig neue Wege suchen müssen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt innerhalb der Teams, in denen eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe stattfindet, ist gut. Für viele Beschäftigte stellt genau dieses Miteinander die letzte verbliebene Stütze im Arbeitsalltag dar.
Vorgesetztenverhalten
Zahlreiche Personalentscheidungen haben zu Unzufriedenheit innerhalb der Teams geführt. Inzwischen herrscht bei vielen Mitarbeitenden eine spürbare Verunsicherung und wenig Vertrauen, was sich auch negativ auf das Verhältnis zu den Führungskräften auswirkt. Ein offener Austausch findet kaum noch statt, und das Vertrauen in die Leitungsebene hat deutlich nachgelassen. Das Verhalten mancher Führungskräfte erweckt den Eindruck, dass eigene Interessen im Vordergrund stehen, während sowohl das Unternehmen als auch die Mitarbeitenden zunehmend in den Hintergrund rücken.
Arbeitsbedingungen
Die neuen Büroräume scheinen in ihrer Planung nicht vollständig durchdacht worden zu sein. Die Arbeitsumgebung ist oftmals laut, grell beleuchtet, stickig und unangenehm warm. Angenehmes Arbeiten ist größtenteils nur im klimatisierten Cube möglich. Im gegenüberliegenden Gebäude mit großen Fensterfronten wird das Arbeiten durch die Hitze zusätzlich erschwert. Die parallel erfolgte Einschränkung des Home-Office-Angebots trägt nicht zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor Ort bei.
Kommunikation
Wer über ein gutes Netzwerk verfügt und dem Unternehmen bereits lange angehört, erhält viele Informationen eher beiläufig. Essenzielle Inhalte werden häufig nicht systematisch kommuniziert, sodass man sich relevante Informationen eigenständig beschaffen muss.
Der offene Austausch über Herausforderungen wird lediglich dann unterstützt, wenn er eine positive Ausrichtung hat. Kritische Rückmeldungen hingegen finden kaum Gehör oder werden gezielt unterbunden.
Gehalt/Benefits
In Bezug auf das Gehalt und die Sozialleistungen gibt es grundsätzlich wenig Anlass zur Kritik, da diese als attraktiv gelten. Allerdings fehlen effektive Möglichkeiten zur finanziellen Weiterentwicklung. Die theoretisch vorgesehene Zulage zum Tarifgehalt wird nur selten gewährt und wird falsch kommuniziert. Diese Umstände führen bei vielen Mitarbeitenden, die sich über Jahre hinweg trotz guter Leistungen nicht finanziell weiterentwickeln konnten, zu Frustration. Gleichzeitig sorgt das vergleichsweise hohe Gehaltsniveau bei einigen Beschäftigten für eine Tendenz, sich mit dem absoluten Leistungsminimum zufriedenzugeben.
Gleichberechtigung
Nach außen wird regelmäßig betont, dass Gleichberechtigung bei STABILO einen hohen Stellenwert hat. Intern vermitteln jedoch informelle Aussagen ein anderes Bild. Der äußere Eindruck soll gewahrt bleiben, auch wenn in der Praxis nicht allen Mitarbeitenden die gleichen Chancen offenstehen.
Interessante Aufgaben
Je nach Arbeitsbereich variiert die Situation, insgesamt lässt sich jedoch feststellen, dass das Unternehmen an Innovationskraft und Fortschrittsorientierung verloren hat. Statt zukunftsgerichteter Entwicklungen verlässt man sich zunehmend auf vergangene Erfolge, wodurch vielfach nur noch nach Vorschrift gearbeitet wird. Neue Ideen und Veränderungsvorschläge stoßen häufig auf Widerstand, was die Attraktivität vieler Tätigkeiten deutlich mindert. Zufriedenheit bei den Mitarbeitenden entsteht jedoch vor allem durch Weiterentwicklung, neue Perspektiven und die Bereitschaft, auch mutige Schritte zu gehen.
