Der schleichende Niedergang Wie der Sparzwang sämmtliche Errungenschaften der Verwaltungsreform auffrisst
Gut am Arbeitgeber finde ich
...das jeder Wandel sicher ist.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
... das ständig neue Wutzen durchs Dorf getrieben werden und Vorgesetzte offenbar nicht auf dem Posten sind weil sie Führen können, entscheiden wollen und Haltung bewahren und artikulieren sondern weil sie nicht anecken, vordergründig fleißig sind und sich um Unauffälligkeit bemühen.
Verbesserungsvorschläge
Ich weiß, dass das keine leichte Situation ist. Bund und Länder wälzen Kosten auf die Kommunen ab und verletzen das Konnexitätsprinzip. Die Oper und diverse andere Bauprojekte laufen aus dem Ruder. Die Stadt ist pleite. Das dies aber jetzt auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird, ist unfair und vor allem nicht zielführend. Brauchen wir neun bis zehn Dezernate? Brauchen wir wirklich eine Wirtschaftsförderung? Brauchen wir ein Rautenstrauch-Joest-Museum und ein Museum für ostasiatische Kunst? Es müssen Zöpfe abgeschnitten werden, nicht Mitarbeiter gestutzt.
Arbeitsatmosphäre
Leider hat sich die Arbeitsatmosphäre dramatisch verschlechtert. Durch den Sparzwang werden nun Standards abgebaut und Verhalten von Vorgesetzten toleriert, das vorher undenkbar war. Die Karrierentwicklung im Unternehmen tendiert nunmehr gegen Null. Auf dem internen Stellenangebot des Gehobenen Dienstes waren zuletzt vier Stellen ausgeschrieben. Senior*innen wird Vertrauen entzogen und Funktionalität und Sparbemühungen rangieren tendenziell deutlich vor Fairness und Wertschätzung. Ein Jammer - leider.
Kommunikation
Die interne Kommunikation beschränkt sich auf wenige Erfolgsmeldungen und das Nötigste. Extern (Werbung) kostet offenbar Geld und wird vernachlässigt.
Kollegenzusammenhalt
Not schweißt zusammen, die Kolleg*innen rücken enger zusammen.
Work-Life-Balance
Noch ist hier kaum ein Rückschritt zu verfolgen - aber das wird zeitversetzt vermutlich passieren.
Vorgesetztenverhalten
Es ist leider zu beobachten, dass es kein Aufbegehren der Führungskräfte gibt. Der Sparzwang steht über allem. Das öffnet denjenigen die Tür, die gegenüber ihren Mitarbeitern restriktivere Gangarten einschlagen wollen. Eine Abwärtsspirale die erreichte Ziele zwar auf dem Papier belässt, defakto aber abbaut.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben gibt es immer noch, allerdings steht alles wo kein "Muss" davor steht auf dem Prüfstand. Muss vielleicht so sein, macht die Arbeit aber nicht interessanter oder besser.
Gleichberechtigung
Auch hier ist die Tendenz vermutlich aus genannten Gründen absteigend - wenngleich bis jetzt hier wenig beobachtbar ist.
Umgang mit älteren Kollegen
Hier gehts bergab. Ich beobachte den Umgang mit einer ganzen Reihe älterer Kolleg*innen und kann aus Überzeugung sagen, hier herrscht mittlerweile Zwietracht und Unglauben.
Arbeitsbedingungen
Wenn es nötig ist, dass zwei Personen wegen allgemeinen Raummangels in ein zu kleines Büro kommen, dann wird das so gemacht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das hat mittlerweile keine Priorität mehr.
Gehalt/Benefits
Alles wie es war - mal gucken was der Sparzwang hier anstellen wird.
Image
Es sind nicht die Pflichtaufgaben die das Image der Stadtverwaltung bestimmen, sondern die ganzen freiwilligen Leistungen. Diese werden aber auf Grund des Sparzwanges sukzessive herunter gefahren. Insofern leidet das Image kontinuierlich.
Karriere/Weiterbildung
Momentan liegen da alle Möglichkeiten auf Eis.

