Frustrierend aber abwechslungsreich
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sicherheit und Abwechslung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Fehlende Kommunikation, fehlende Wertschätzung, wenig durchdachte Konzepte
Verbesserungsvorschläge
Mehr Wertschätzung zeigen. Es wird immer noch davon ausgegangen, dass Menschen im öD bleiben. Das wird aber auf Dauer nicht passieren. Auch Beamte können die Behörde wechseln.
Es gibt viele tolle Konzepte bei der Stadt, die aber nur sehr halbherzig und schlecht durchdacht umgesetzt werden. Das frustriert mich am meisten. Ich sehe ja ständig das Potenzial, aber gute Konzepte verlaufen so oft im Sand.
Mehr Wert auf Führung legen. Führung ist das A und O. Und dann bitte auch nicht immer so Alpha Männchen in Führungspositionen setzen, sondern wirkliche Führungskompetenzen aufbauen. Nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis.
Arbeitsatmosphäre
Kommt stark auf die Abteilung an. Ich erlebe aber einige unzufriedene und/ oder unsichere Kolleg*innen. Geschuldet einer Mischung zwischen Personalmangel, fehlender Wertschätzung, fehlender Kommunikation und schlechtem Image
Kommunikation
Eher schlecht. Zum einen wir teilweise aneinander vorbei kommuniziert. Dann wird dezernatsübergreifend nur schlecht oder gar nicht kommuniziert. Andere Ämter oder Dezernate werden als "Feind" betrachtet. Von oben nach unten wird grundsätzlich nur lückenhaft, zu spät und/oder zu wenig kommuniziert. Vieles läuft über den Flurfunk. Aus Kleinigkeiten werden unnötige Geheimnisse gemacht, sodass Mitarbeiter*innen sich nicht ernstgenommen fühlen.
Kollegenzusammenhalt
Kommt wahrscheinlich auf die Abteilung an. Gibt Abteilungen mit Mobbing und Ausgrenzung. Bei mir ist es ganz okay. Richtigen Zusammenhalt gibt es nicht aber man hat jemandem zum gemeinsam Mittagessen.
Work-Life-Balance
Geht in die richtige Richtung, könnte aber besser sein. Warum muss ich zwingend dreimal die Woche ins Büro kommen, wenn ich komplett digital arbeite und keinen Kundenkontakt habe? Ich fände 2 mal Büro völlig ausreichend (und selbst das wäre für meine Arbeit wahrscheinlich unnötig). Auch die Servicezeiten sind unnötig. Es wird geworben mit flexibler Arbeitszeit zwischen 6 und 20 Uhr aber faktisch muss ich zwischen 9 und 15 Uhr erreichbar sein.
Vorgesetztenverhalten
Kommt natürlich ganz stark auf die Person an. Ich habe bei der Stadt Köln noch nie einen guten Vorgesetzten erlebt. Nett waren sie bisher alle aber von Führung hat hier kaum jemand eine Ahnung. Es gibt hier auch gefühlt nur zwei Typen. Die, die als kontrollieren müssen und die, denen alles egal ist (was einem dann als selbstständig arbeiten verkauft wird).
Wenn man hier Führungskraft wird, muss man ne zweitägige Schulung durchlaufen. Das war es. Es gibt zwar offizielle Leitlinien zur Führung, die werden aber überhaupt nicht gelebt. Liebe wahrscheinlich daran, dass die Führungskräfte ganz oben, genauso wenig Ahnung von Führung haben.
Interessante Aufgaben
Hier kann man sich echt nicht beschweren. Es gibt hier für jeden passende Aufgaben und Stellen. Die Stadt ist wahnsinnig vielfältig. Wenn einem auf einer Stelle langweilig wird, kann man sich intern was anderes suchen (noch besser wäre es, wenn so ein Wechsel auch gefördert werden würde. Momentan werden einem eher Steine in den Weg gelegt).
Gleichberechtigung
Grundsätzlich gegeben. Gerede im öD ja eher als in der freien Wirtschaft. Aber ganz oben hat man doch noch Männerklüngelei. Da werden dann unfähige Männer mitgezogen. Das ist etwas ärgerlich.
Umgang mit älteren Kollegen
Da sehe ich keinen Unterschied. Im Gegenteil, es wird viel auf das Wissen der Älteren gelegt.
Arbeitsbedingungen
Typisch öD halt. Das man nicht die allerneueste Ausstattung haben kann ist ja okay (Stichwort Steuergelder). Aber die Arbeitsbedingungen sind wirklich nicht gut. Die Gebäude sind alt und fallen teilweise auseinander. Die Teppiche schmutzig. Fahrstühle sind ständig defekt. In den Büros ist im Sommer eine unerträgliche Hitze. Bei über 30 Grad draußen, können es auch mal 38-40 Grad im Büro werden. Da helfen dann auch keine Rollos. Alles ist veraltet oder wird von den Mitarbeitern privat organisiert. Und das beste: Es sollen zukünftig alle am Desksharing teilnehmen (was ich ernsthaft gut finde), aber dafür wird überhaupt keine Büroausstattung organisiert. Zusätzlich ziehen wir in ein neues Gebäude (ohne Parkplätze). Es wird weder Trennwände geben, Lärmschutz, noch ausgestattete Teeküchen, noch Räume zum zusammensitzen. Und da sind wir ja noch lange nicht bei einer angenehmen Atmosphäre für die man ein bisschen Farbe, Bilder und Pflanzen bräuchte. Wenn man doch schon seine Mitarbeiter*innen umziehen lässt, dann sollte man es auch richtig machen. Das ist typisch Stadt Köln. Eine an sich gute Idee wird wirklich schlechtmöglichst umgesetzt. Es wird nichts zu Ende gedacht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es geht. Es wird immer noch viel zu viel Papier verschwendet. In dem Bereich sind wir aber schon viel besser aufgestellt als andere Behörden
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist in Ordnung. ÖD halt. Da kann die Stadt ja auch nicht viel dran ändern. Aber Benefits gibt es praktisch gar nicht.
Den Beamten wurde eine Sonderzahlung in Form einer leistungsorientierten Bezahlung gestrichen (sorgt zusätzlich noch zu Frust zwischen Angestellten und Beamten). Das Deutschlandticket wird nicht subventioniert, es gibt kaum Parkplätze (und die die es gibt sind teuer). Es gibt teilweise noch nicht einmal Stellplätze für Fahrräder. Die Büroausstattung ist grauenvoll (oder einfach nicht vorhanden). Das Essen wird an einigen Standorten zwar bezuschusst aber es ist trotzdem teilweise teurer, als außerhalb.
Gut ist die Betriebssportgemeinschaft und die Teilnahme an corperate benefits.
Image
Ja gut. Stadt köln halt. Einiges wird zu Unrecht kritisiert, einiges stimmt. Als Mitarbeiter*in ist man aber oft einfach genervt davon. Die Stadt kommuniziert meiner Meinung auch einfach nicht genug mit den Bürger*innen. So könnte man einigen Frust (der an Mitarbeitern ausgelassen wird und das Image verschlechtern) vermeiden
Karriere/Weiterbildung
Es gibt einen recht großen internen Weiterbildungskatalog. Vieles davon sind Weiterbildungen im Bereich soft skills. Gibt auch einige fachliche Weiterbildungen. Wenn man aber wirklich mal externe Weiterbildungen braucht, hat man Pech gehabt, denn das Geld ist nicht da.
Karriere ist eingeschränkt möglich. Beamten werden wirklich viele Steine in den Weg gelegt, um eine Laufbahngruppe nach oben zu steigen. Das machen andere Kommunen besser.

