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Attraktive Versprechen, mangelnde Transparenz und enttäuschende Führungskultur

1,7
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 für dieses Unternehmen in Berlin gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Positiv hervorheben möchte ich den starken kollegialen Zusammenhalt sowie das engagierte und menschlich unterstützende Team. Die Arbeit mit den Klient:innen war fachlich sinnvoll und abwechslungsreich. Zudem bestand grundsätzlich die Möglichkeit, eigenständig zu arbeiten und Weiterbildungen wahrzunehmen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Schlecht empfand ich insbesondere die fehlende Transparenz in Entscheidungen, einen aus meiner Sicht wenig reflektierten Führungsstil sowie die Diskrepanz zwischen vermittelten Versprechen und der tatsächlichen Umsetzung im Arbeitsalltag. Der Umgang mit Kritik wirkte nicht konstruktiv, wodurch ein Gefühl von Unsicherheit entstehen konnte. Zudem waren strukturelle Rahmenbedingungen (z. B. hohe Fallzahlen, organisatorische Abläufe und Ressourcen) teilweise nicht realistisch auf die praktische Arbeit abgestimmt.
Der Umgang im Rahmen meiner Kündigung habe ich als wenig wertschätzend erlebt, da diese per E-Mail während einer Krankmeldung und ohne vorherige persönliche Klärung erfolgte.

Verbesserungsvorschläge

Mehr Transparenz in Entscheidungsprozessen sowie eine reflektierte, wertschätzende Führungskultur würden aus meiner Sicht wesentlich zur Verbesserung beitragen. Kritik sollte als Entwicklungschance verstanden und nicht persönlich genommen werden. Zudem wäre eine realistische Arbeitsplanung (insbesondere bei Fallzahlen und Fahrtwegen) sowie eine faire und nachvollziehbare Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden wünschenswert. Wichtig erscheint mir außerdem, dass gemachte Zusagen und vermittelte Rahmenbedingungen verlässlich eingehalten werden, da dies maßgeblich zur Motivation und zum Vertrauen der Mitarbeitenden beiträgt.

Arbeitsatmosphäre

Zu Beginn wurde eine offene und wertschätzende Arbeitskultur vermittelt. Im weiteren Verlauf entstand jedoch eine spürbar angespannte Arbeitsatmosphäre, die stark vom operativ präsenten Geschäftsführer geprägt war.
Es wurde mit Vertrauen und Flexibilität geworben, tatsächlich herrschte ein hohes Maß an Kontrolle. Homeoffice musste detailliert abgestimmt werden, Tätigkeiten wurden eng nachverfolgt und selbst geplante Arbeitszeiten sollten vorab im Kalender dokumentiert werden. Wenn dieser nicht ausreichend gefüllt war, wurde nachgefragt.
Kritische Rückmeldungen führten aus meiner Wahrnehmung zu spürbarer Distanzierung durch die Geschäftsführung. Der Umgangston wirkte zeitweise herablassend. Sehr positiv war hingegen der starke kollegiale Zusammenhalt.

Image

Nach außen wurde ein modernes, wertschätzendes und flexibles Arbeitsumfeld vermittelt. Im Arbeitsalltag habe ich jedoch eine deutliche Diskrepanz zwischen Außendarstellung und gelebter Praxis wahrgenommen, insbesondere im Hinblick auf Führungskultur, Transparenz und Umgang mit Mitarbeitenden.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance war aus meiner Sicht stark von der Klientenzahl abhängig. Obwohl vertraglich eine geringere Fallzahl vorgesehen war, mussten faktisch 12 Klient:innen betreut werden, um bestimmte Zulagen zu erhalten. Dadurch entstand ein hoher Arbeitsdruck, der es erschwerte, dauerhaft qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten.
Zusätzlich führten zahlreiche Hausbesuche in ganz Berlin zu einem hohen Zeitaufwand. Wer eine bessere Work-Life-Balance erreichen wollte, musste aus meiner Sicht entweder Abstriche bei der Arbeitsqualität oder bei der eigenen Belastungsgrenze machen.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildungen waren grundsätzlich möglich und konnten eigenständig wahrgenommen werden. Eine mir konkret in Aussicht gestellte Weiterbildung wurde jedoch trotz vorheriger Zusage nicht umgesetzt, was ich als enttäuschend empfunden habe.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt wirkte auf den ersten Blick attraktiv, allerdings waren bestimmte Zulagen an hohe Klientenzahlen geknüpft, was zusätzlichen Leistungsdruck erzeugte. Fahrtkosten für dienstliche Wege mit dem privaten Fahrzeug wurden aus meiner Sicht nicht angemessen ausgeglichen. Insgesamt entstand dadurch eine Diskrepanz zwischen beworbenen Vorteilen und der tatsächlichen Umsetzung.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ein ausgeprägtes Umwelt- oder Nachhaltigkeitskonzept war für mich im Arbeitsalltag nicht erkennbar. Sozialbewusstsein zeigte sich vor allem in der inhaltlichen Arbeit mit den Klient:innen, weniger jedoch in den internen Strukturen und im Umgang mit Mitarbeitenden.

Kollegenzusammenhalt

Der Kollegenzusammenhalt war durchweg sehr positiv. Das Team war fachlich engagiert, unterstützend und menschlich zugewandt. Gerade in herausfordernden Situationen haben sich Kolleg:innen gegenseitig aufgefangen und unterstützt. Der gute Teamzusammenhalt war für mich der wichtigste stabilisierende Faktor im Arbeitsalltag.

Umgang mit älteren Kollegen

Dazu kann ich wenig sagen, da es nur wenige ältere Kolleg:innen im Team gab und ich hierzu keine ausreichenden Erfahrungen gemacht habe.

Vorgesetztenverhalten

Das Vorgesetztenverhalten empfand ich als wenig transparent und nur eingeschränkt kritikfähig. Entscheidungen wurden häufig nicht nachvollziehbar erläutert, direkte Gespräche waren schwer zu führen und konkrete Fragen wurden teilweise ausweichend beantwortet.
Kritische Rückmeldungen schienen langfristig das Verhältnis zur Führungsebene zu beeinflussen. Der Führungsstil wirkte für mich kontrollierend, obwohl nach außen mit Vertrauen und Eigenverantwortung geworben wurde.
Die Kündigung erfolgte per E-Mail während einer Krankmeldung und ohne vorherige persönliche Klärung, was ich als wenig wertschätzend empfunden habe.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen waren teilweise widersprüchlich. Obwohl flexible Arbeitsmodelle und Homeoffice beworben wurden, bestand ein hoher Abstimmungs- und Kontrollaufwand. Die räumlichen Ressourcen waren begrenzt (z. B. nur ein Besprechungsraum bei mehreren Mitarbeitenden).
Durch die berlinweit verteilten Hausbesuche entstand ein hoher logistischer Aufwand. Firmenfahrzeuge waren nur begrenzt verfügbar, während die Nutzung privater Fahrzeuge nicht angemessen ausgeglichen wurde.

Kommunikation

Die Kommunikation war aus meiner Sicht wenig transparent und häufig einseitig. Wichtige Entscheidungen wurden nicht nachvollziehbar erläutert, Rückfragen wurden teilweise ausweichend beantwortet. Kritische Themen konnten nur eingeschränkt offen besprochen werden, da Kritik aus meiner Wahrnehmung langfristig negativ aufgenommen wurde.
Auch in persönlichen Situationen fehlte es an wertschätzender Kommunikation. Auf Mitteilungen über gesundheitliche Belastung oder schwierige Lebensumstände erfolgte keine erkennbare empathische Rückmeldung.
Im Team selbst war die Kommunikation hingegen offen und unterstützend.

Gleichberechtigung

Die Gleichbehandlung von Mitarbeitenden habe ich als nicht durchgehend gegeben wahrgenommen. Familienangehörige der Geschäftsführung waren im Unternehmen tätig und erhielten aus meiner Sicht teilweise andere Rahmenbedingungen, was im Team als ungerecht empfunden wurde. Gleichzeitig entstand der Eindruck, dass persönliche Sympathien Einfluss auf den Umgang und die Arbeitsbedingungen haben konnten.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben im Bereich der Wohnungsnotfallhilfe waren grundsätzlich interessant und fachlich sinnvoll. Die Arbeit mit den Klient:innen war abwechslungsreich und bot die Möglichkeit, eigenständig zu arbeiten. Allerdings wurde der Arbeitsalltag durch strukturelle Rahmenbedingungen teilweise erschwert.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.