Nobody's perfect. Aber perfekt ist auch langweilig und überzeugend viel ist halt: schlicht gut. Sollte man wertschätzen.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Noch nie soviel Vertrauen und damit Freiheiten gehabt, noch nie so auf Augenhöhe (sehr oft zumindest) bis ganz oben in der Chefetage gewesen.
Man wird wertgeschätzt; nicht immer finanziell, ja, aber es ist insgesamt gelungen, ein Umfeld zu schaffen, in dem man gerne arbeitet und sich entfalten kann. Und das ist mit Geld fast nicht zu bezahlen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Auch wenn wir keine 200 mehr sind, sondern wieder Richtung 600 gehen: weniger Hierarchie, vor allem Bürokratie.
Vertraut euren Leuten, es braucht keine "Genehmigungsleerläufe", nur damit eins, zwei Leute mehr ihre Freigabe erteilt haben. Nutzt, wie früher, die kurzen Wege untereinander: X ist für die Beschaffung zuständig? Dann wende dich direkt an X, nicht erst A, dann B und im schlechtesten Fall noch C.
Das spart im Endeffekt Zeit und damit Geld und sorgt für weniger Frust, weil man direkt 1:1 klären kann, was man wann wo benötigt und welche Alternativen es gibt.
Einige Projektleitungen sind da auf dem richtigen Weg, manche Accounter auch, aber es darf bitte noch mehr werden. Da waren wir schon mal besser aufgestellt.
Und strebt wieder mehr die 80, 85% Auslastung im Alltag an, statt 100%, weil nur so dauerhaft Reserven da sind, wenn es brennt, ohne die Leute zu verheizen. Das ist ebenfalls gut investiertes Geld, denn wie der Volksmund sagt: "In der Ruhe liegt die Kraft."
Hektik, Streß und Überlastung produziert nur vermeidbare Fehler.
Das ist dann auch wieder ein gewichtiger Punkt, der uns von Mitbewerbern unterscheidet und Gehaltseinbußen gegenüber dem, was andere sich dank externer Sponsoren, die dafür fachfremd mitbestimmen wollen, klar unterscheidet und die Mitarbeiter(innen) bei der Stange und Laune hält.
Verbesserungsvorschläge
Durchatmen, etwas lockerer nach einem durchaus harten Jahr werden, wieder mehr Vertrauen in sich selbst und die Mitarbeiter(innen) haben und zeigen. In die Zukunft investieren, indem man in die Mitarbeiter(innen) investiert und sich noch genauer ansehen, wer warum einen Arbeitgeberwechsel in Betracht zieht/zog, um nicht nur ggf. gegenzusteuern, sondern daraus auch Erkenntnisse zu gewinnen, wie man den Braindrain beim nächsten (mal) schon im Vorfeld für alle positiv verhindern kann.
Geld ist sicherlich nicht alles, aber es ist durchaus auch nicht unwichtig. Muß aber auch nicht immer bar sein.
Arbeitsatmosphäre
Häufige Rückmeldungen, viel Lob, fundierte Kritik, allgemein angenehm lockeres miteinander umgehen
Kommunikation
Von Oben nach Unten meist bemüht, aber nicht immer zielführend, gelegentlich eher Plattitüden und "Marketingsprech", bei dem sich nicht alle Mitarbeiter(innen) mitgenommen fühlen. Manche Probleme werden immer noch nicht in die Breite kommuniziert, um alle auf dem Laufenden zu halten oder entsprechendes Feedback zu bekommen, das über den eigenen Tellerrand hinausblicken läßt.
Kollegenzusammenhalt
Bombe. Phantastisch. Alle für einen, keiner allein. Viel Miteinander, allzeit hilfsbereit, Kollegialität im besten Sinne.
Work-Life-Balance
Gegeben, man hat viel Gestaltungsspielräume bzgl. der Arbeitszeit und dem -ort; natürlich auch immer mit Bezug zu den jeweiligen Projekten. Selbst die Kernarbeitszeit oder die beiden frei wählbaren Pflichtanwesenheitstage im Standort sind kurzfristig verschiebbar oder bei Bedarf auch mal ganz auszusetzen.
Auf ÖPNV angewiesen, aber Kind plötzlich krank?
"Hier ist der Schlüssel vom Poolwagen. Schönen Feierabend und gute Besserung."
Vorgesetztenverhalten
In den meisten Fällen gut; manche wirken etwas kühler/abweisender, als andere, aber wenn man sich ein wenig miteinander beschäftigt, taut das Verhältnis i.d.R. auf.
Klar, die Accounter sind in erster Linie Vertriebler, aber auch da gibt es solche und solche; eben jene, die sich zumindest bemühen, relativ nah an den eigenen Projekten und deren Entwicklung, vor allem aber bei den Mitarbeiter(innen) zu sein.
Es vergreift sich aber niemand im Ton oder wird "körperlich" und man kann sich auf ein gegebenes Wort allermeistens verlassen.
Interessante Aufgaben
Je nach Projekt und natürlich Betätigungsfeld; wem der bisherige Job keine Anreize mehr bietet, kann sich auch innerhalb der Gruppe in unterschiedlichen Bereichen umsehen. Ein bißchen Geduld gehört dazu, aber es ist durchaus mehr möglich, als bei anderen Arbeitgebern, insbesondere in der jeweiligen Branche.
Gleichberechtigung
Gefühlt alle Nationen vertreten, friedlich miteinander, was will man mehr. Überwiegend auf die beiden biologischen Geschlechter aufgeteilt, es gab aber auch schon erfolgreiche Bewerbungen von Transmenschen, die am Ende wegen heimatnäheren Alternativen, meist im öff. Dienst, leider nicht zustande kamen.
Umgang mit älteren Kollegen
Problemlos. Wir haben einige Rentner, die einfach weiter dabei sind, weil sie es wollen, gebraucht und geschätzt werden und es eben Spaß macht.
Trotz einer hohen Zahl an eher jüngeren Kollegen fühlt man sich auch als Älterer nie alt und immer dazugehörig.
Arbeitsbedingungen
Die Büros werden nach und nach umgestaltet (teils auch komplett neue Räumlichkeiten), die Ausrüstung ist sicherlich nicht immer High End mit Apfel, aber sie ist praktisch und erfüllt ihren Zweck. Wer mehr/etwas anderes benötigt, kann fragen und oft genug findet sich dann eine Möglichkeit. Insgesamt hat man aber sehr viele Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mit dem entstehenden Campus in Senden trägt man schon durchaus aus Überzeugung den Umweltschutzgedanken voran. Mit dem lockeren Umgang untereinander einschließlich Duz-Kultur und grundsätzlicher Ansprechbarkeit von jedem für jeden gibt es auch wenig echte soziale Schranken. Berufseinsteigern, auch fachfremd, gibt man eine faire Chance.
Die soziale Frage im Sinne des Klassenbewußtseins spielt glücklicherweise keine Rolle.
Gehalt/Benefits
Gehalt: für einige, zugegeben relativ wenige, sehr gut. Manche gut, viele normal bis okay, manche sicherlich auch unterbezahlt.
Benefits hat man leider im Prinzip komplett gestrichen; hier ist auf jeden Fall wieder Luft nach oben.
Image
Von einigen Unken abgesehen: gut bis fast sehr gut. Sei es intern oder bei Kunden.
Karriere/Weiterbildung
Möglich, wenn auch nicht mehr so ein Selbstläufer, wie noch vor ein paar Jahren. Hier wird von einigen Verantwortlichen und vielen Interessierten immer noch ein optimal gangbarer und fairer Weg für alle gesucht. In der Praxis bedauerlicherweise auch projekt- und teilweise accountabhängig. Die physische Nähe zur Zentrale in Dülmen und den Entscheidern dort erleichtert sicherlich auch das ein oder andere, ist aber immer noch kein muß.