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Run away, don’t walk - Managementversagen mit Hochglanzfolie

1,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 bei SThree GmbH in München gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Der Kollegenzusammenhalt war das einzig wirklich Positive.

Ich hatte ein starkes Team, das auch dann noch zusammengehalten hat, als von oben gefühlt nur noch neue Brände gelegt wurden. Die operativen Mitarbeitenden haben versucht, professionell zu bleiben, sich gegenseitig zu unterstützen und zu retten, was noch zu retten war.

Dafür gibt es drei Sterne - nicht wegen SThree, sondern trotz SThree.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Das größte Problem sitzt aus meiner Sicht ganz klar im oberen Management der DACH-Region.

Was früher einmal ein starker Arbeitgeber mit Teamspirit und echter Sales-Kultur war, ist heute kaum wiederzuerkennen. Vertrauen wurde verspielt, Kultur beschädigt und Verantwortung nach unten weitergereicht. Viele Mitarbeitende haben dem Management lange vertraut, weiter geliefert und auf ehrliche Kommunikation gehofft. Am Ende standen aus meiner Sicht Entscheidungen hinter verschlossenen Türen, Kündigungen und eine Kommunikation, die mit Transparenz wenig zu tun hatte.

Besonders bitter: Auch langjährige, loyale und erfolgreiche Mitarbeitende haben inzwischen gekündigt. Wenn genau die Menschen gehen, die ein Unternehmen lange getragen haben, sollte man vielleicht nicht nur den Markt hinterfragen, sondern die eigene Führungsriege.

In der Führung wirkte es auf mich häufig so, als würden nicht Kompetenz, Haltung oder echte Führungsqualität zählen, sondern Nähe zu den richtigen Personen. Wer laut genug applaudiert, sitzt offenbar länger mit am Tisch.

Gleichzeitig inszeniert sich das Management nach außen weiterhin, als würde hier eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Manche LinkedIn-Beiträge lesen sich in diesem Kontext fast wie Satire: viel Leadership-Pathos, viel Selbstlob, wenig erkennbare Verantwortung.

Auch die Arbeitgeberkommentare hier auf kununu, in denen von einer positiven Entwicklung seit dem letzten Jahr gesprochen wird, wirken auf mich fast schon unfreiwillig komisch. Wenn im letzten Halbjahr ein erheblicher Teil der Belegschaft gehen musste, sieht manches auf dem Papier natürlich kurzfristig besser aus. Weniger Menschen, weniger Kosten, schöneres Reporting – Excel applaudiert. Nachhaltige Führung sieht für mich anders aus.

Für mich war das irgendwann Business-Kabarett: Unten versuchen Teams, den Laden zusammenzuhalten. Oben wird weiter die eigene Heldenerzählung gepflegt. Die eigentlichen Fehlentscheidungen wurden aus meiner Sicht im Management getroffen, die Konsequenzen tragen mussten aber vor allem operative Mitarbeitende.

Was bleibt, ist für mich Managementversagen mit Hochglanzfolie: nach innen Unsicherheit, Kündigungen und Vertrauensverlust – nach außen Selbstlob, LinkedIn-Pathos und Heldenpose.

Ich würde aktuell niemandem empfehlen, bei SThree anzufangen. Mein Rat an Bewerber:innen: Run away, don’t walk.

Verbesserungsvorschläge

Die Veränderung müsste ganz oben beginnen.

SThree braucht keine weiteren Hochglanz-Posts, Buzzwords oder Führungskräfte, die sich gegenseitig für Krisenverwaltung beklatschen. Es braucht echte Verantwortung, ehrliche Kommunikation, Selbstreflexion und Konsequenzen auf Managementebene.

Kurz gesagt: weniger Heldenpose, mehr Verantwortung.

Arbeitsatmosphäre

Belastend, frustrierend und irgendwann nur noch absurd.

Früher gab es Teamgefühl und Identifikation. Am Ende überwogen aus meiner Sicht Unsicherheit, Druck und der Eindruck, dass Probleme von oben nicht gelöst, sondern nach unten weitergereicht wurden.

Image

Das Image hat aus meiner Sicht massiv gelitten.

Nach außen viel Zukunft, Leadership und Erfolg. Intern habe ich vor allem Vertrauensverlust, Frust und Unsicherheit erlebt.

Die Lücke zwischen Außendarstellung und Realität war für mich enorm. Viel Hochglanz auf einem Fundament, das längst bröckelt.

Work-Life-Balance

Stark belastet durch Druck, Unsicherheit und fragwürdige Entscheidungen.

Besonders bezeichnend war die plötzliche Wiedereinführung der Büropflicht. Für operative Teams klare Vorgaben, fürs obere Management offenbar eher flexible Auslegung.

Unten Pflicht, oben Freiheit. Ein Klassiker.

Karriere/Weiterbildung

Aus meiner Sicht extrem schwach.

Für echte Weiterentwicklung wurde praktisch nichts getan. Der Fokus lag gefühlt nicht darauf, Menschen langfristig aufzubauen, sondern schnell möglichst viel Umsatz zu machen.

Anerkennung gab es für Leistung – oder für gute Selbstvermarktung nach oben. Der Mensch dahinter spielte aus meiner Sicht kaum eine Rolle.

Gehalt/Benefits

Eher unterer Durchschnitt.

Gemessen an Druck, Unsicherheit und Unternehmenskultur war das für mich nicht überzeugend. Wenn Führung, Kultur und Kommunikation schon schwach sind, sollte wenigstens die Gegenleistung stark sein. War sie aus meiner Sicht nicht.

Kollegenzusammenhalt

Der klare Pluspunkt.

Innerhalb meines Teams gab es echten Zusammenhalt, Vertrauen und Unterstützung. Viele operative Mitarbeitende haben aus meiner Sicht deutlich mehr Verantwortungsbewusstsein und Realitätssinn gezeigt als die Führungsebene.

Das Problem lag nicht bei den Teams. Das Problem lag darüber.

Umgang mit älteren Kollegen

Dazu kann ich wenig sagen, da es aus meiner Wahrnehmung kaum ältere Kolleg gab.

Vorgesetztenverhalten

Aus meiner Sicht fehlten Demut, Selbstreflexion, Verantwortung und echte Vorbildfunktion. Besonders irritierend: Genau die Personen, die aus meiner Sicht maßgeblich zur negativen Entwicklung beigetragen haben, präsentieren sich weiterhin als Lösung.

Erst fährt man die Karre gegen die Wand, dann erklärt man auf LinkedIn, wie gut man lenken kann.

Arbeitsbedingungen

Enttäuschend.

Die plötzliche Büropflicht wirkte auf mich wie Misstrauen gegenüber operativen Mitarbeitenden. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass das obere Management weiter macht, was es möchte.

Unten Präsenzpflicht, oben freie Interpretation. Unten retten, oben feiern.

Kommunikation

Für mich einer der größten Vertrauensbrüche.

Es wurde viel über Transparenz gesprochen. In der Realität hatte ich oft den Eindruck, dass Entscheidungen längst im Hintergrund getroffen waren, während Mitarbeitende nach außen noch beruhigt wurden.

Wer ehrliche Kommunikation einfordert und sich danach trotzdem hingehalten fühlt, verliert Vertrauen. Genau das ist passiert.


Umwelt-/Sozialbewusstsein

Gleichberechtigung

Interessante Aufgaben

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Arbeitgeber-Kommentar

Geschäftsführung SThree GmbH

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