Kontrolle statt Vertrauen: Mikromanagement und Fehlerkultur aus der Vergangenheit
Gut am Arbeitgeber finde ich
Parkplatz, moderne Sozialräume für die Pausen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Mikromanagement, veraltete Prozesse, keine Flexibilität, starke Kontrolle
Verbesserungsvorschläge
Toleranz fördern: Setzen Sie ein Zeichen gegen Schubladendenken (Ost/West, Herkunft, Geschlecht, Sprache) und fördern Sie einen respektvollen Umgang unter den Kolleg:innen.
Vertrauen und Sachlichkeit: Reduzieren Sie das Mikromanagement. Wechseln Sie von emotionaler Kritik zu einem sachlichen, konstruktiven Feedback. Aufgaben dürfen durchaus delegiert werden: Vertrauen VOR Kontrolle.
Digitalisierung vorantreiben: Schaffen Sie die Papierflut und die mehrfache Ablage ab. Investieren Sie in moderne, digitale Prozesse. Seien Sie offen für Veränderung.
Flexibilität: Halten Sie sich an die Gleitzeit-Regeln der Betriebsvereinbarung und schaffen Sie objektive Kriterien für das mobiles Arbeiten, die für alle gleich gelten.
Ein zeitgemäßes Arbeitsumfeld lebt von gegenseitigem Respekt und Vertrauen. Starre Kontrolle und blinder Gehorsam blockieren die Motivation und entsprechen nicht mehr der heutigen Arbeitswelt. Daher suchen vor allem die jüngeren Generationen hier alle das Weite.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im Team leidet unter dem spürbaren Misstrauen der Führungsebene. Die Fehlerkultur ist leider von Angst und Druck geprägt, statt von Offenheit. Fehler werden nicht als Chance zur Verbesserung gesehen, sondern führen zu persönlicher Kritik.
Image
Man muss wissen, dass Strabag nicht gleich Strabag ist. Der Mutterkonzern hat einen sehr guten Ruf und gilt als Top Arbeitgeber. Das mag auch so sein, jedoch kochen die Tochtergesellschaften ihr eigenes Süppchen und handeln nach eigenem Ermessen.
Work-Life-Balance
Die angepriesene Flexibilität entspricht nicht der Realität im Arbeitsalltag. Offiziell gibt es zwar Gleitzeit und eine vertraglich geregelte Kernarbeitszeit. Wer sich jedoch erlaubt, die Zeiten außerhalb der Kernzeit flexibel zu nutzen, muss mit kritischen Rückfragen und Rechtfertigungsdruck rechnen. Die gelebte Praxis weicht hier stark von den schriftlichen Vereinbarungen ab.
Im Bewerbungsprozess wird mobiles Arbeiten nach der Probezeit in Aussicht gestellt. In der Praxis ist dies jedoch auf maximal einen festen Tag pro Woche beschränkt. Selbst dieser eine Tag muss beantragt und genehmigt werden. Die Bewilligung ist dann abhängig von der Führungskraft, statt von sachlichen Kriterien ("Nasenfaktor").
Gehalt/Benefits
Bezahlung erfolgt nach dem IG Metall-Tarifvertrag
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das ist schlicht und ergreifend nicht vorhanden. Es wird alles ausgedruckt, mehrfach kopiert etc. Der Müll wird nicht getrennt. Keine Ladesäulen auf dem Parkplatz. Klimaanlage läuft bei geöffnetem Fenster.
Kollegenzusammenhalt
Ein echter, teamübergreifender Zusammenhalt findet kaum statt. Es herrscht eher die Mentalität „Gleich und Gleich gesellt sich gern“. Der Umgang untereinander ist stark von Tratsch und Lästereien geprägt.
Umgang mit älteren Kollegen
Habe nichts Negatives mitbekommen.
Vorgesetztenverhalten
Der Führungsstil ist durch starkes Mikromanagement geprägt. Entscheidungen werden bis ins kleinste Detail vorgegeben und kontrolliert. Eigener Handlungsspielraum wird im Keim erstickt. Ein konstruktives Feedback findet so gut wie nie statt. Rückmeldungen werden stattdessen häufig auf einer emotionalen Ebene statt auf sachlicher Basis kommuniziert.
Arbeitsbedingungen
Die Prozesse sind sehr veraltet. Eine echte Digitalisierung findet kaum statt. Es wird noch stark mit klassischen Papierakten gearbeitet. Zudem führt eine ausgeprägte Bürokratie dazu, dass Unmengen an Kopien angefertigt werden und eine doppelte bis dreifache Ablage gelebt wird. Das sorgt für ineffizientes Arbeiten.
Darüber hinaus ist der Standtort sehr schlecht gelegen mitten in einem Gewerbegebiet in Berlin Marzahn. Es gibt zwar eine Bushaltestelle vor der Tür, die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist jedoch (egal, von wo aus Berlin+Umland) sehr umständlich. Für die Anreise mit dem Auto wird ein Parkplatz zur Verfügung gestellt. Für die Mittagspause gibt es ein kleines Bistro um die Ecke (Fastfood) und eine Kantine im Haus (nicht vergünstigt), alles andere kann nur mit dem Auto erreicht werden.
Kommunikation
Kommuniziert werden Dinge, wenn sie bereits beschlossene Sache sind. Es finden i.d.R. keine Teammeetings oder ähnlich statt. Fehler hingegen werden bis zum Erbrechen debattiert und durchgekaut. Gewaltfreie Kommunikation ist hier ein Fremdwort.
Gleichberechtigung
In der Belegschaft wie auch in der Führungsebene wird oft sehr schnell geurteilt und in Schubladen gedacht. Sei es nach Herkunft (Ost/West), Alter, Sprachniveau, Mann/Frau-Klischees. Hier fehlt es an gelebter Offenheit und Toleranz.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich hätten Potenzial. Durch die starren Vorgaben, die veralteten Abläufe und die ständige Kontrolle geht der Spaß an der Arbeit jedoch schnell verloren. Man funktioniert nur als Ausführende/r.

