Es war einmal…..
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre unterscheidet sich stark zwischen den einzelnen Bereichen und Teams. Insgesamt habe ich sie jedoch eher als schwierig und wenig positiv erlebt.
Image
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen modern und innovativ, intern zeigt sich jedoch ein deutlich anderes Bild. Teilweise wird sogar der Vergleich mit Apple gezogen. Dieser Anspruch steht aus meiner Sicht in einem erheblichen Widerspruch zur tatsächlichen Innovationskultur und internen Arbeitsweise.
Work-Life-Balance
Ein Vorteil ist die vergleichsweise große persönliche Freiheit bei der Gestaltung der eigenen Arbeit. Diese entsteht allerdings weniger durch eine bewusst gelebte Unternehmenskultur, sondern eher dadurch, dass viele Bereiche und Personen hauptsächlich auf ihre eigenen Themen fokussiert sind.
Karriere/Weiterbildung
Die Weiterbildungsmöglichkeiten waren zunächst gut. Mit zunehmendem wirtschaftlichem Druck wurden sie jedoch nahezu vollständig eingeschränkt. Kongresse, kostenpflichtige Weiterbildungen und selbst relevante SAP-Veranstaltungen waren kaum noch möglich.
Auch die Karriereentwicklung wirkt wenig leistungsorientiert. Nach meiner Wahrnehmung profitieren vor allem Mitarbeitende mit großer Nähe zur Geschäftsleitung. Andere erhalten Entwicklungsmöglichkeiten oder bessere Konditionen häufig erst, wenn sie mit einer Kündigung drohen. Dieses Vorgehen hat aus meiner Sicht wesentlich dazu beigetragen, dass zahlreiche leistungsstarke Mitarbeitende das Unternehmen verlassen haben.
Gehalt/Benefits
Die Vergütungsstrukturen sind wenig nachvollziehbar und bieten kaum echte Entwicklungsperspektiven. Selbst bei sehr guter Leistung und nachweislich geschaffenem Mehrwert bestehen nahezu keine Chancen auf einen angemessenen Gehaltssprung. Gehaltsverhandlungen wirken wie ein Basar: Erst mit einer Kündigung werden plötzlich Möglichkeiten geschaffen, die zuvor ausgeschlossen waren.
Auch Zielvereinbarungen, Zusagen und vertragliche Regelungen werden aus meiner Erfahrung nicht immer verlässlich eingehalten. Besonders enttäuschend war der Umgang mit vertraglich vereinbarten Bonuszahlungen nach dem Ausscheiden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In diesem Bereich habe ich überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Beispielsweise wird beim Fuhrpark auf Nachhaltigkeit geachtet und das Thema Umweltbewusstsein erkennbar berücksichtigt.
Kollegenzusammenhalt
In unserem direkten Bereich war der Kollegenzusammenhalt gut und von gegenseitiger Unterstützung geprägt. In anderen Bereichen habe ich die Zusammenarbeit allerdings deutlich schwieriger wahrgenommen.
Umgang mit älteren Kollegen
Mein Eindruck ist, dass ältere und insbesondere höher vergütete Mitarbeitende teilweise benachteiligt oder schrittweise aus verantwortungsvollen Aufgaben herausgenommen werden. In einigen Fällen entsteht der Eindruck, dass Arbeitsbedingungen und Aufgaben bewusst weniger attraktiv gestaltet werden.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten habe ich auf nahezu allen Ebenen als sehr schwach erlebt. Viele Führungskräfte verfügen offenbar nur über geringe tatsächliche Entscheidungsbefugnisse. Entscheidungen wirken stark politisch geprägt. Eine konsequente Förderung und Forderung der Mitarbeitenden findet kaum statt.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung für das Homeoffice ist sehr gut. Darüber hinaus sind die Arbeitsbedingungen jedoch schwierig. Die Büros sind häufig kaum besetzt, gleichzeitig entstehen geschlossene Gruppen, in die neue oder außenstehende Kollegen nur schwer hineinkommen. Standorte und Divisionen arbeiten vielfach nebeneinander oder sogar gegeneinander, anstatt gemeinsam an übergreifenden Zielen zu arbeiten.
Kommunikation
Change Management und transparente Kommunikation finden kaum statt. Entscheidungen werden häufig top-down und von einem kleinen, gleichbleibenden Personenkreis getroffen. Auch wichtige Aufgaben und Verantwortlichkeiten landen immer wieder bei denselben Personen.
Gleichberechtigung
Zu diesem Thema hatte ich nur wenige direkte Berührungspunkte. Daher ist eine fundierte Bewertung für mich nur eingeschränkt möglich.
Interessante Aufgaben
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen als innovativ. Intern werden interessante Aufgaben jedoch häufig an denselben kleinen Personenkreis vergeben. Neue Ideen und Eigeninitiative werden eher ausgebremst als gefördert. Das führt dazu, dass Mitarbeitende zunehmend resignieren, weil sie kaum Möglichkeiten erhalten, eigene Ansätze tatsächlich umzusetzen.

