Große Versprechungen, unpünktliches Gehalt und Unsicherheit im Alltag.
Verbesserungsvorschläge
Statt kurzfristiger Einstellungen und hoher Fluktuation sollte eine nachhaltige Personalpolitik verfolgt werden: Nur Mitarbeitende einstellen, die man langfristig halten kann und will. Dabei ist ein transparenter, aufrichtiger Umgang auf Augenhöhe unverzichtbar – von realistischen Zusagen im Vorstellungsgespräch bis hin zur alltäglichen Zusammenarbeit.
Arbeitsatmosphäre
Geprägt von Unsicherheit und starkem Druck:
Die Arbeitsatmosphäre habe ich als durchgehend negativ wahrgenommen. Im Kollegium herrschte eine ständige Unsicherheit und Angst vor Kündigungen. Kurz nach meinem Eintritt kam es zu mehreren Kündigungswellen; teils wurden Verträge in der Probezeit schlicht per Post aufgelöst. Aufgrund dieser Umstände habe ich mich während meiner gesamten Zeit im Unternehmen sehr unwohl gefühlt.
Kommunikation
Mangelnde Transparenz und Kommunikation von oben herab.
Der Informationsfluss ist stark eingeschränkt und findet weitgehend hinter verschlossenen Türen statt. Wichtige Entscheidungen werden nicht nachvollziehbar vermittelt, sondern lediglich vollendete Tatsachen verkündet. Dies zeigte sich insbesondere bei zwei großen Kündigungswellen, bei denen die Belegschaft weder frühzeitig noch transparent eingebunden oder informiert wurde.
Kollegenzusammenhalt
Zweckgemeinschaft statt echtem Teamgeist:
Es gab nur vereinzelt Personen, mit denen ein ehrlicher und vertrauensvoller Austausch möglich war. Das Verhalten vieler spiegelt vor allem die Sorge um die eigene Existenzsicherung wider: Aufgrund der derzeit schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt verharren viele im Unternehmen und passen sich an. Oberflächlicher Schein ersetzt hier den echten Zusammenhalt.
Work-Life-Balance
Home Office Möglichkeit
Vorgesetztenverhalten
Gutes Verhältnis zum direkten Vorgesetzten, aber mangelnder Respekt der Führungsebene.
Mein direkter Vorgesetzter zeigte stets Verständnis und ein sehr gutes Verhalten. Die Kritik richtet sich ausdrücklich an das höhere Management: Der Umgangston gegenüber den Mitarbeitenden ist stellenweise von Misstrauen geprägt. So wurde dem Vertrieb im Rahmen eines Meetings in sehr aggressivem und unsachlichem Ton unterstellt, im Homeoffice nicht zu arbeiten. Dass eine Woche später versucht wurde, diese Aussagen als „Missverständnis“ abzutun, wirkt unprofessionell und untergräbt das Vertrauen nachhaltig.
Interessante Aufgaben
Monotone Abläufe und mangelndes Marktverständnis:
Die täglichen Aufgaben gestalten sich sehr eintönig und bieten kaum Abwechslung. Eine wesentliche Hürde im Vertrieb ist die Preisgestaltung: Das Produkt wird am Markt als deutlich zu teuer wahrgenommen, was bei einem Großteil der Kunden der Hauptgrund für eine Absage war. Die Führungsebene verweigerte jedoch eine realistischere Einschätzung und setzte stattdessen auf ständiges Nachfassen sowie erhöhten Druck gegenüber abgelehnten Kontakten, was die Arbeit wenig erfüllend macht.
Arbeitsbedingungen
Tristes Umfeld mit spürbaren Folgen der hohen Fluktuation.
Die physische Arbeitsumgebung wirkt insgesamt eher freudlos und trist. Die hohe Fluktuation hinterlässt zudem deutliche Spuren im Büro: Durch die zahlreichen Kündigungen wurden fortlaufend immer mehr Arbeitsplätze frei, was die trübe Grundstimmung in den Räumlichkeiten zusätzlich verstärkt.
Gehalt/Benefits
Unterdurchschnittliches Gehalt und unrealistische Provisionsversprechen.
Das Gehaltsniveau liegt unter dem Marktstandard. Hinzu kommt, dass Gehaltszahlungen regelmäßig verspätet eingingen (teilweise erst am 6. des Folgemonats). Meiner Meinung nach ist eine pünktliche Gehaltszahlung selbstverständlich.
Die im Vorstellungsgespräch in Aussicht gestellten Provisionszahlungen stehen in keiner Relation zur Realität: Die Zielvorgaben sind unerreichbar – unabhängig von Einsatz, Leistung oder Fleiß. Im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen bestätigte sich, dass hier im Bewerbungsprozess bei allen Beteiligten mit denselben unerfüllbaren Zahlen geworben wurde.
Image
Fassadenwirkung nach außen, Ernüchterung im Inneren:
Nach außen hin schaffte das Unternehmen zwar eine teils positive Wahrnehmung, diese steht jedoch im starken Kontrast zur internen Realität. Aufgrund der zahlreichen internen Missstände ist mir im Kollegium kein Mitarbeiter begegnet, der sich im privaten oder beruflichen Austausch positiv über die Firma geäußert hätte. Die Diskrepanz zwischen Fremdbild und Eigenwahrnehmung ist enorm.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsangebote sind praktisch nicht vorhanden. Man spürt an jedem Punkt den Sparkurs des Unternehmens. Dass lediglich ein Sprachkurs am Feierabend angeboten wurde, greift als Entwicklungsmöglichkeit viel zu kurz und bietet keinen echten Mehrwert für den Berufsalltag.