Wertschätzung als Leitbild, Austauschbarkeit als Realität – außen modern, innen planlos.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gab auch gute Zeiten. Rückblickend wurde damals möglicherweise zu viel Geld ausgegeben und man versucht heute, dies durch harte Entscheidungen wieder auszugleichen.
Homeoffice-Möglichkeiten, Obst, Kaffee, Getränke, von Mitarbeitern organisierte Events (z. B. gemeinsames Fastenbrechen oder Essen) sowie die Benefits sind positive Aspekte.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Nicht die Kündigungen sind das Problem, sondern die Art, wie mit Menschen umgegangen wird.
Was mit einem guten Gefühl als neuer Berufsabschnitt begann, entwickelte sich über die Jahre immer mehr zu einer mentalen Belastung. Die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz wurde schließlich mit einem Knall zur Realität. Gerade die Art und Weise, wie dies geschah, wird einem Unternehmen, das sich selbst gerne als wertschätzend und verantwortungsbewusst präsentiert, aus meiner Sicht nicht gerecht.
Verbesserungsvorschläge
Ein klarer Plan wäre ein guter Anfang. Entscheidungen – sowohl personell als auch fachlich – wurden häufig bereits kurze Zeit später wieder verworfen. Flexibilität ist wichtig, eine gewisse Kontinuität jedoch ebenso.
Das Unternehmen sollte verstehen, dass seine Mitarbeiter letztlich die Grundlage des Unternehmenserfolgs sind. Mit den Entwicklungen der vergangenen Jahre hat man sich hier keinen Gefallen getan.
Ich wünsche dem Unternehmen alles Gute, glaube jedoch nicht mehr daran, dass die Trendwende gelingt. Mit der Entlassungswelle, die auch mich getroffen hat, ging sehr viel Know-how dauerhaft verloren. Das lässt sich auch mit KI nicht einfach ersetzen. Der personelle Kahlschlag fand lediglich auf Mitarbeiterebene statt, während die aus meiner Sicht dringend benötigte Frischzellenkur in Führungs- und Geschäftsführungsebene weitgehend ausblieb.
Arbeitsatmosphäre
Wer Lob und Anerkennung sucht, ist bei Syncpilot falsch. Mit den Jahren wurden die Rahmenbedingungen zunehmend schlechter. Von Vertrauen und einem guten Betriebsklima konnte seit mindestens zwei Jahren keine Rede mehr sein.
Während meiner Zeit habe ich mehrere Lay-off-Wellen, Probezeitkündigungen und fristlose Kündigungen miterlebt. Die letzte Welle hat mich schließlich selbst getroffen. Während meiner Zeit kam es nach mehreren Kündigungswellen immer wieder zu arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen mit freigestellten oder bereits ausgeschiedenen Mitarbeitern. Eine wertschätzende Arbeitsatmosphäre – von der das Unternehmen selbst gerne spricht – konnte ich in den letzten Jahren nicht mehr wahrnehmen.
Kommunikation
Womöglich das größte Problem des Unternehmens. Auch hier wurde es mit den Jahren immer schlechter. Es gab zwar unternehmensweite Town Halls, doch wurden dort zunehmend weniger Neuigkeiten präsentiert. Aus Mitarbeitersicht entstand zunehmend der Eindruck, dass über kritische Themen bewusst immer weniger informiert wurde.
Zuletzt nutzte man eine Town Hall, um eine weitere Entlassungswelle für mich wenig empathisch und vom Manuskript ablesend anzukündigen und die Belegschaft mit einem riesigen Fragezeichen in den restlichen Arbeitstag zu schicken. Viele stellten ihre Kündigung erst fest, als der Zugang zu sämtlichen Arbeitstools wenige Minuten nach der Verkündung gesperrt wurde. Stil geht anders.
Kollegenzusammenhalt
Die Kollegen waren das, was Syncpilot für mich lange ausgemacht hat. Man hat sich gegenseitig unterstützt und versucht, sich zu helfen. Mitarbeiter organisierten eigene Events und gemeinsame Mittagessen, um wenigstens etwas Zusammenhalt zu schaffen. Von Unternehmensseite wurde dagegen viel versprochen, aber noch weniger gehalten.
Work-Life-Balance
Es kommt stark auf die jeweilige Abteilung an. Während in manchen Bereichen sehr flexibel mit Homeoffice umgegangen wurde, erwartete man in anderen Ressorts deutlich strengere Büropräsenz. Insgesamt ist das Unternehmen hier aber eher modern aufgestellt.
Vorgesetztenverhalten
Katastrophe. Zu Beginn meiner Tätigkeit hatte ich den Eindruck, hier auf sehr kompetente Führungskräfte zu treffen. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass dies nur bedingt der Fall war. Viele Führungskräfte sind während des schnellen Unternehmenswachstums in ihre Position gekommen.
Statt Leadership erlebte ich häufig planloses Handeln, teilweise starkes Micromanagement und wenig echte Mitarbeiterführung. Kritik wurde offen geäußert, Lob hingegen kaum oder gar nicht. Schlechte Führung war aus meiner Sicht zudem mitverantwortlich für zahlreiche schnelle Trennungen während der Probezeit.
Auch die Kommunikation der Führungskräfte war stark verbesserungswürdig. Regelmäßige Feedback- oder Jahresgespräche musste man selbst einfordern und teilweise wochenlang nachverfolgen.
Interessante Aufgaben
Grundsätzlich bietet das Unternehmen spannende Kunden, Projekte und Produkte. Leider scheitert vieles an der Vermarktung dem Vertrieb sowie an der Qualität der Produkte. Zum Ende hin gab es zwar viele Pläne und ambitionierte Roadmaps, gleichzeitig waren jedoch keine Bereiche – weder Entwicklung noch Vertrieb oder Support – personell ausreichend aufgestellt, um diese realistisch umsetzen zu können.
Gleichberechtigung
Während meiner Zeit konnte ich nicht feststellen, dass Frauen schlechter behandelt wurden. Im Gegenteil gibt es im Unternehmen mehrere weibliche Head-Offs, Führungskräfte und Senior-Mitarbeiterinnen.
Umgang mit älteren Kollegen
Das Unternehmen beschäftigt überwiegend jüngere Mitarbeiter. Daher bewerte ich diesen Punkt neutral.
Arbeitsbedingungen
Die Homeoffice-Ausstattung war in Ordnung, wenn auch nichts Besonderes. Das Büro selbst war modern, klimatisiert und mit Getränken sowie Snacks gut ausgestattet. Positiv hervorzuheben war auch die Dachterrasse, die sich gut für den Austausch mit Kollegen eignete.
Unverständlich waren hingegen die regelmäßigen Umzüge ganzer Abteilungen. Gefühlt musste man jedes Jahr Stockwerk oder Büro wechseln – ohne erkennbaren Mehrwert. Das wirkte oft planlos und vermittelte den Eindruck, dass Veränderungen vor allem um ihrer selbst willen umgesetzt wurden.
Schade war zudem, dass auf der Dachterrasse später ein Alkoholverbot eingeführt wurde. Das typische Feierabendbier mit Kollegen fiel damit weg und ein weiterer kleiner Baustein der Unternehmenskultur ging verloren.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wurde in einer Town Hall eine Umweltinitiative beziehungsweise Zertifizierung vorgestellt. Danach habe ich davon jedoch nie wieder etwas gehört. Wie so oft wurde viel angekündigt, ohne später über Fortschritte oder Ergebnisse zu informieren. Transparenz gehörte aus meiner Sicht nicht zu den Stärken des Unternehmens.
Zum Sozialbewusstsein ist durch die übrigen Punkte bereits vieles gesagt. Bei mir entstand zunehmend der Eindruck, dass Mitarbeiter vor allem als austauschbare Ressourcen betrachtet wurden. Größere Lay-off-Wellen und zahlreiche Probezeitkündigungen begleiteten meine gesamte Zeit im Unternehmen. Der wiederholte Umgang mit diesen Situationen ließ bei mir erhebliche Zweifel am Führungsverständnis sowie am Umgang mit Wertschätzung und Verantwortung auf oberster Ebene aufkommen.
Gehalt/Benefits
Zum Einstieg erhielt ich mein Wunschgehalt ohne Diskussion. Danach entwickelte sich die Vergütung jedoch kaum weiter. Geworben wurde mit einer jährlichen Gehaltsanpassung, tatsächlich gab es diese lediglich einmal.
Anschließend wurden mündlich zugesagte Gehaltserhöhungen nachträglich reduziert und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, der nie eintrat. Die später eingeführten Boni fielen aus meiner Sicht weder leistungs- noch marktgerecht aus.
Benefits wie Wellpass oder der Zuschuss zum Deutschlandticket sind positiv zu erwähnen. Der jahrelange Stillstand beim Gehalt relativiert diese Vorteile jedoch deutlich.
Image
Trotz des Anspruchs, ein modernes Softwareunternehmen zu sein, ist die Sichtbarkeit der Marke aus meiner Sicht überraschend gering.
Der Unternehmensslogan "Secure. Interaction. Excellence." beschreibt einen hohen Anspruch. Nach meiner Erfahrung scheitert das Unternehmen jedoch bereits intern daran, diese Werte konsequent zu leben. Weder im Umgang mit Mitarbeitern noch bei Kommunikation und Transparenz konnte ich diese Werte über die letzten Jahre wiedererkennen. Dadurch entsteht für mich eine deutliche Diskrepanz zwischen Außenwirkung und gelebter Unternehmenskultur.
Karriere/Weiterbildung
Das Angebot ist besser als nichts. In einem dynamischen IT-Umfeld reichen jedoch vereinzelte Business-Englisch-Kurse oder interne Wissensweitergaben langfristig nicht aus. Externe Weiterbildungen und frisches Know-how wären aus meiner Sicht deutlich wichtiger gewesen.