HR und Arbeitszeugnis
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Ausstellung meines Arbeitszeugnisses dauerte rund drei Monate.
Zunächst wurde mir ein konkreter Termin genannt. Dieser verstrich ohne Zeugnis. Auf eine anschließende Nachfrage erhielt ich keine Antwort. Nachdem ich gegenüber meinem Vorgesetzten erwähnt hatte, dass das zugesagte Zeugnis weiterhin fehlte, sprach dieser das Thema bei HR an. Kurz darauf erhielt ich ein Zeugnis. Dieses war allerdings sehr schnell und schlampig erstellt und für eine komplett andere Tätigkeit ausgestellt.
Besonders irritierend war die anschließende Reaktion. Von Personen auf oberster Leitungsebene in HR wurde mir vorgehalten, warum ich mit meinem eigenen Vorgesetzten über das ausstehende Zeugnis gesprochen hätte. Gleichzeitig wurde gefragt, warum ich nicht weiter mit HR in Kontakt geblieben sei. Genau das hatte ich jedoch nachweislich getan – meine Nachfrage war lediglich unbeantwortet geblieben.
Warum eine sachliche Rückfrage beim Vorgesetzten problematisch sein sollte, nachdem eine zugesagte Frist verstrichen und eine direkte Nachfrage unbeantwortet geblieben war, erschloss sich mir nicht. Gerade auf dieser Verantwortungsebene hätte ich einen deutlich professionelleren Umgang mit einer solchen Standardsituation erwartet.
Anschließend wurde unter anderem mit begrenzten Kapazitäten für die Zeugniserstellung argumentiert. Gleichzeitig wurde mir mitgeteilt, dass man bei dringendem Bedarf eine schnellere Bearbeitung ermöglichen könne.
Besonders schwer nachvollziehbar war der Vergleich mit einem Kollegen in derselben Position, der nach mir kündigte und sein Zeugnis innerhalb von ungefähr zwei Wochen erhielt – noch bevor mein eigener Vorgang abgeschlossen war.
Auch das Offboarding verlief ähnlich unkoordiniert. Auf meine Nachfrage zum Ablauf erhielt ich keine Rückmeldung. Am Tag der Rückgabe meines Arbeitsgeräts stellte sich dann heraus, dass die IT offenbar nicht über meinen Austritt informiert worden war.
Insgesamt entstand dadurch bei mir weniger der Eindruck eines einzelnen Verzögerungsproblems als eines sehr uneinheitlich organisierten und kommunizierten Offboardingprozesses.
Verbesserungsvorschläge
Einheitliche Bearbeitungsprozesse, nachvollziehbare Priorisierung und eine Qualitätskontrolle vor Versand würden solche Situationen vermeiden.

