Sehr viel unausgeschöpftes Potential. Momentan wird es eher schlechter...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die einfachen Mitarbeiter sind das Herz und die Seele des Unternehmens. Schade, das gerade die weggespart werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der seelenlose Fokus auf kurzfristige Gewinne. Die schlechte Kommunikation der Managements. Die fehlende Entwicklung der Mitarbeiter.
Verbesserungsvorschläge
Besonders im Middle Management muss sich mal was ändern. Hier kann man nicht weiter einfach im Alter Weißer Mann Mindset festkleben bleiben. Es würde sicherlich helfen mal das Feedback der Mitarbeiter anzuhören und Dinge zu verbessern, die seit Jahren angesprochen werden.
Arbeitsatmosphäre
Ist besonders im letzten Jahr deutlich schlechter geworden. Kollegen wirkten deutlich mehr gestresst. Das hatt die lockere positive Zusammenarbeit leider reduziert.
Kommunikation
Kommunikation scheitert häufig daran, dass sie im Middle Management nicht nach unten weiter gegeben wird. Aktuelle Projekte und Themen anderer Abteilungen erfährt man nur, wenn man Personen aus den Abteilungen direkt anspricht. Kollaboration ist so häufig schwierig.
Townhalls in unterschiedlichen Ebenen der Firmenstruktur gibt es regelmäßig. Dort sind die Informationen jedoch häufig sehr allgemein, oder man wird vor vollendete Tatsachen gestellt wie z.B. den Abbau von 23% aller Stellen mit einem "Freiwilligenprogramm".
Kollegenzusammenhalt
Ich hatte das Privileg mit unfassbar vielen sympathischen und netten Menschen zusammen zu arbeiten. Das beste das TOMRA zu bieten hat, sind die Leute die dort arbeiten.
Work-Life-Balance
Home-Office und flexible Arbeitszeiten klingen eigentlich gut, allerdings gab es dann letztes Jahr plötzlich eine Mindestanzahl an Büro-Tagen pro Woche, die viel flexibilität zunichte gemacht hat und nicht notwendig schien. Auch die Abschaffung von Zeiterfassung hat für mich zwar funktioniert, da ich für mich selbst weiter getrackt habe, aber ich habe von anderen Kollegen gehört, die dadurch häufig unbezahlte Überstunden leisten.
Vorgesetztenverhalten
Für Manager gibt es bei TOMRA keinen Qualitätsstandard und keine Konsequenzen für Fehlverhalten. Viele Manager scheinen sich höchstens für technische Leitung zu interessieren und nicht für Personalführung. Die wenigen Ausnahmen an bemühten und engagierten Personen bestätigen leider die Regel. Auch Projektmanagent existiert in der R&D praktisch garnicht. Das merkt man sehr stark daran wie Projekte so laufen. Feedback dazu scheint fortlaufend ignoriert zu werden.
Interessante Aufgaben
Die Themenbereiche sind schon sehr interessant. Die coolen neuen Projekte bleiben häufiger mal bei Managern selbst und die einfachen Mitarbeiter kümmern sich dann eher um maintenance. Hier werden größere Verbesserungsideen häufig gestoppt statt unterstützt.
Gleichberechtigung
Mehr schein als sein. Zwar gibt es verschiedene Employee Ressource Groups, die vom upper Management gesponsert werden, aber wirkliche Maßnahmen um die Firmenkultur nachhaltig zu verbessern gibt es nicht. Viele einfache Angestellte vertreten die propagierten Firmenwerte, aber das Middle Management lebt in einer ganz anderen Welt.
So stößt es auch sauer auf, dass bei dem sogenannten "Freiwilligenprogramm" in der R&D überproportional viele Frauen ausgewählt wurden freiwillig zu gehen. Darüber hinaus habe ich so einige andere Geschichten gehört die kein gutes Licht auf das Thema Gleichberechtigung im Middle Management werfen.
Arbeitsbedingungen
Die Büro-Ausstattung ist völlig in Ordnung. In den älteren Gebäuden sind die Bürogrößen angenehm. Im Neubau hat man sich allerdings für Großraumbüros entschieden. Das soll besonders für Teams die ständig mit Kunden telefonieren müssen richtig toll funktioniert haben. Außer wichtigen Information bekommt man alles was man zum arbeiten braucht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Circular Economy und so. Einiges davon ist bestimmt Greenwashing, aber zumindest gibt es Hinweise zur Mülltrennung und meistens ein mal Iim Jahr einen Clean-Up-Day wo gemeinsam für anderthalb Stunden im Industriegebiet Müll gesammelt wird. Das macht sich gut auf social Media Die Dienstwagenflotte soll größtenteils auf E umgestellt werden und im Parkhaus kann man mit Solarstrom laden.
Gehalt/Benefits
Das Einstiegsgehalt war im soliden Mittelfeld. Dann jedoch blieb die Gehaltsentwicklung hinter der Inflation zurück. In Jahresgesprächen wurde man dan auf die Zukunft vetröstet nur um dann in der Zukunft weggekürzt zu werden. Von dem was man so hört wird die Gehaltserhöhung dieses Jahr aber sowieso eher schlechter als zuvor ausfallen. Mein Mitleid an alle, die noch da sind.
Es gibt betriblich Altersvorsorge und Berufsunfähigkeitsversicherungen. Das ist aber glaube ich bei der Betriebsgröße eh Pflicht. Ansonsten fand die Auswahl der Personen im "Freiwilligenprogramm" definitiv nicht nach Sozialkriterien statt. Das man dort Alleinernährern von mehrköpfigen Familien gesagt hat, sie sollen sich "freiwillig" melden ist beschämend.
Image
Nach außen hin wirkt die FIRMA cool und progressiv. Schließlich setzten wir uns für Recycling und eine Circular Economy ein. Besonders auf linkedIn gibt es immer tolle posts. Auch der Kununu Top Company Award wurde gerne zu Berufsmessen mitgenommen.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung gibt es nur wenn man sich selber um alles kümmert. Viele Manager scheint das so garnicht zu interessieren. Meine Weiterbildung wurde zumindest genehmigt und ich glaube ich hatte Glück, dass ich sie gerade so vor den Einsparungen bei Dienstreisen gemacht habe. Ich glaube viele Kollegen machen nie Weiterbildungen, weil die Manager dazu nicht anhalten und auch keine Hilfestellung oder Anstöße geben.