Es könnte so schön sein...
Gut am Arbeitgeber finde ich
In der Firma kann man sehr gut Erfahrung sammeln, sich ausprobieren und auch Karriere machen. Es gibt viele verschiedene Produkte und Arbeitsplätze. Die Kollegen sind sehr nett und sympathisch - dadurch hat die Arbeit immer Spaß gemacht.
Besonders die Kantine muss gelobt werden, die täglich frisches und gesundes Essen zu einem sehr günstigen Preis anbietet. Vor allem wird die vegane Menü-Option nochmals vergünstigt angeboten, was ich sehr löblich finde.
Die Parkplätze mit Tiefgarage sind im Sommer und Winter ein Segen und keine Selbstverständlichkeit.
Es gibt sowohl eine Sommer- als auch Weihnachtsfeier, die komplett von TQ gezahlt wird - zusätzlich werden vom Standort sogar noch Busse bereitgestellt.
Auch für Sport gibt es regelmäßige Kurse oder Vergünstigung.
Zu Corona-Zeiten wurden vom Betriebsarzt eigene Impfungen organisiert.
Außerdem verfügt jede Abteilung über eine kleine Küchenecke für die Pausen.
Es werden zusätzliche T-Shirts und Polohemden für die Arbeit gestellt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Kommunikation mit dem Mitarbeiter kommt zu kurz. Arbeitnehmer mit befristeten Verhältnis werden teilweise bis zwei Wochen vor Vertragsablauf nicht über ihren Verbleib oder Nicht-Verbleib informiert. Grundsätzlich wird zu wenig an den Mitarbeiter zurückgemeldet.
Die Hintergründe einer Entscheidung werden nicht mitgeteilt - es heißt oft: "Ist halt so".
Allgemeine Undurchsichtigkeit von Regelungen. Man stellt fest, dass es für viele Situationen eigentlich Vorgaben gäbe, die man nutzen könnte.
Hierarchien sind dafür da, dass Verantwortungen zugeteilt werden. Es kommt aber zu oft vor, dass die Ursache von Problemen von einem zum anderen abgeschoben werden.
Neue Mitarbeiter werden nicht gut genug eingelernt. Man stellt sie oft am Arbeitsplatz wo sie dann am besten gleich alles wissen sollen. Der anlernende Kollege erfährt erst am Morgen, dass er einen neuen Mitarbeiter einlernen muss.
Das größte Problem ist aber, dass es zu viele Firmen gibt, die bessere Konditionen bieten. Solange TQ da nicht mitzieht, werden die besten Kräfte immer wieder abwandern.
Verbesserungsvorschläge
Die Firma hat die Prozesse und das Know-How. Man müsste sie nur nutzen.
Um die Zwietracht unter den Mitarbeitern zu lösen, sollte man alle Kollegen entsprechend ihren Tätigkeiten eingruppieren und danach bezahlen - ähnlich den ERA-Gruppierungen in Tarifunternehmen. Das würde für Klarheit unter Mitarbeitern sorgen und die Unterschiede zwischen langjährigen Mitarbeitern und Neueinsteigern schließen.
Gehaltstechnisch sollte man sich wenigstens am Branchendurchschnitt orientieren. Andernfalls wird sich der Ruf weiter verschlechtern und noch weniger Leute werden sich bewerben.
Außerdem sollte die gesamte Leistungsprämie überdacht werden. Für den Mitarbeiter ist sie zu intransparent. Es sollte mindestens halbjährlich Feedback gegeben werden, um dem Arbeitnehmer eine Leistungsverbesserung zu ermöglichen. Bei den Gesprächen sollte man sich auch wirklich Zeit nehmen, die Bewertungspunkte detaillierter aufschlüsseln und das ganze nicht nur von einem einzigen Vorgesetzten abhängig machen. Krankheitstage und Elternzeit sollte keinen Einfluss auf die Prämie haben.
Belohnt langjährige Mitarbeiter mehr. Evtl. mit einer Treueprämie oder Treueprozentpunkt auf das Gehalt. Im Durchschnitt bleiben die wenigsten länger als 5 Jahre.
Zuletzt muss man die Führungskräfte in der Personalführung besser schulen. Wendet die vorhanden Prozesse/Vorschriften/Regelungen endlich an und steht dafür ein. Dann hat der Mitarbeiter Sicherheit und kann seinem Vorgesetzten wieder mehr vertrauen.
Arbeitsatmosphäre
In einigen Abteilungen herrscht ein sehr großes Misstrauen, da manche Kollegen sehr gerne beim Chef schleimen, indem sie den Spitzel spielen. Leider gilt der schwäbische Grundsatz: "Nicht geschimpft ist genug gelobt". Kurzgesagt: Man fällt dem Chef nur auf, wenn man etwas verbockt hat. Fehler werden einem sehr oft vorgehalten, um Druck zu machen und einzuschüchtern. Es sind nach manchem Beurteilungsgespräch schon Tränen geflossen.
Image
Es gibt wohl nur wenige die gut über die Firma reden. Durch die hohe Mitarbeiter-Fluktuation haben sehr viele schon mal bei TQ gearbeitet und wegen negativer Erfahrung ihren Bekannten abgeraten sich hier zu bewerben. In der Branche ist die Firma schon sehr verrucht, weshalb es sehr schwierig ist neue Fachkräfte zu bekommen.
Der Standort in Durach ist kaum bekannt. Wenn man einen Kemptner/Oberallgäuer sagt, dass man bei TQ arbeitet, wissen viele nicht wo das ist. Erst wenn man erwähnt, dass dort früher SRI war, erinnern sich die Leute an den Standort.
Work-Life-Balance
In Ordnung. Man hat 30 Tage Urlaub, der auch sehr frei geplant werden kann. Auch bei Verschiebungen des Urlaubs gibt es selten Probleme. Wer nicht schichtet, kann flexibel zwischen 5:30 und 8:00 Uhr anfangen. Grundsätzlich wird auch auf persönliche Belange Rücksicht genommen falls man früher gehen muss oder kurzfristig eine Tag frei braucht.
Gleitzeittage/Überstundenabbau sind ebenfalls möglich. Es gibt aber die ungeschriebene Regel, dass man nur einen Gleitzeittag pro Monat nehmen darf.
Bei viel Arbeit wird schon mal gefragt, ob man länger bleiben kann, aber das hielt sich alles im Rahmen und war kein Dauerzustand. Wer sowas ablehnt muss aber damit rechnen in der Jahresbeurteilung schlechter bewertet zu werden. Ergo: weniger Prämie.
Falls man seine wöchentliche Arbeitszeit reduzieren möchte, wird das mit Widerwillen aufgenommen, aber meistens doch genehmigt.
Karriere/Weiterbildung
Wer möchte kann hier gut Karriere machen. Abteilungswechsel oder Positionswechsel sind durchaus machbar. Auch Weiterbildungen werden ermöglicht, aber nicht (finanziell) gefördert.
Gehalt/Benefits
Der wohl aller schlimmste Punkt. TQ zahlt in der Branche untertariflich und auch unterdurchschnittlich. Es gibt weder Weihnachts- noch Urlaubsgeld, stattdessen eine "Leistungsprämie", bei der man sehr fadenscheinig bewertet wird. Dabei spielt auch die Anzahl der Krankheitstage oder Elternzeit eine Rolle, weshalb man das ganze eher "Anwesenheitsprämie" nenne sollte.
Persönlich habe ich auch die starke Vermutung, dass jede Abteilung einen Grenzwert vorgegeben bekommt, wie viel Prämie insgesamt ausgezahlt werden darf. Es wird nämlich oft versucht, die Bewertung nach unten zu drücken.
Mit den Gehaltserhöhungen lag TQ auch in den "fetten" Zeiten immer hinter tariflichen Erhöhungen zurück.
Das Gehalt wird stets pünktlich gezahlt - was auch eine Selbstverständlichkeit ist.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt leider viel Verpackungsmüll, das ist aber auch mehr den Lieferanten geschuldet. Mülltrennung ist etwas einseitig, da es oft nur Papier oder Restmüll gibt. Man müsste mehr Wertstoff-Inseln aufstellen.
Die Firma hat PV-Anlagen auf dem Dach installiert, wodurch der Verbrauch grüner wird. Viele Firmenwagen sind nur noch elektrisch betrieben und man setzt sich ein CO2-Ausstoßziel.
Kollegenzusammenhalt
"Leid verbindet".
Spaß beiseite. Der Zusammenhalt ist wirklich großartig. Man kann fast immer seine Kollegen um Hilfe bitten oder um etwas fragen. Dort ist man ehrlich, offen, viele haben ein offenes Ohr und lassen einen nicht ins offene Messer laufen. Auch privat sind die Kollegen sehr nett. Es herrscht eine angenehme Du-Kultur und grundsätzlich ein harmonischer Umgang. Hier bleiben auch nach einem Abgang die Freundschaften bestehen.
Man muss aber sagen, dass das auch nur für meine Abteilung/Team gilt. In anderen Bereichen wird oft hinter dem Rücken anderer am Stuhl gesägt oder manche Kollegen betätigen sich als Spitzel.
Umgang mit älteren Kollegen
Schon im Punkt "Vorgesetztenverhalten" angesprochen. Viele ältere Kollegen aus der SRI-Zeit hätten viel Erfahrung und Wissen. Wird aber durch die Chefs nicht abgerufen oder beachtet. Oft werden die älteren schlechter bezahlt als Neueinsteiger.
Vorgesetztenverhalten
Man drückt sich allgemein vor Verantwortung. Wenn ein Chef eine missliebige Entscheidung trifft, wird der Chef darüber verantwortlich gemacht. Und umgekehrt: der eigene Chef lästert bei seinem Vorgesetzten über die eigenen Mitarbeiter. Das alles führt dazu, dass man keinem Wort Glauben schenken darf und sich auf kein Versprechen verlassen kann.
Auch menschlich furchtbar. Bei Problemen zwischen Mitarbeitern wird nicht vermittelt sondern ausgesessen. Es wird auch gerne mal angeschrien, falls etwas nicht passt und gelästert wird sowieso. Manche werden vor offener Runde erniedrigt.
Besonders schlimm ist es zwischen Vorgesetzten und ungelernten Mitarbeitern. Dort herrscht ein so rauer Umgang, dass sich schon viele nicht mehr trauen bei ihrem Chef etwas nachzufragen und dadurch natürlich noch mehr Fehler machen. Wenn dem Chef deine Nase nicht passt, ist man schon verloren.
Leider wird auch selten auf die Erfahrung und Ratschläge von langjährigen Mitarbeitern gehört, weshalb so manche "tolle" Idee eben doch krachend scheitert.
Arbeitsbedingungen
Die Produktionshallen sind modern, hell, beidseitig mit Fenstern ausgestattet und nicht zu eng. Auch die Technik ist auf einem soliden Stand. Werkzeug gibt es in ausreichenden Mengen und ist gepflegt. Hier ist man sehr gut ausgestattet. Auf Arbeitssicherheit wird grundsätzlich geachtet. Auch die Sanitär-Einrichtungen sind modern und sauber.
Allerdings ist die Südhalle nicht vernünftig klimatisiert, während in der Nordhalle bei den SMT-Linien ein großer Lärmpegel herrscht.
Im Winter wird manchmal sehr spät auf dem Firmengelände gestreut, wodurch es schon so manchen Wegeunfall gab.
Kommunikation
Ein sehr schlimmes Thema. Der Flurfunk ist die größte Informationsquelle.
Die Mitarbeiter werden (bewusst) im Dunkeln gelassen. Es gibt nur ein Jahresgespräch, das oft nicht länger als 10 Minuten geht. Diese Zeit soll reichen, um die persönliche Leistung des letzten Jahres durchzugehen? Es gibt nicht mal ein Halbjahresgespräch, in dem der Mitarbeiter Feedback bekäme, damit er sich verbessern kann. Nicht mal in meiner Probezeit wurde mir Feedback gegeben. Einarbeitungspläne werden zwar aufgestellt, aber nicht wirklich eingehalten.
Die Vorgesetzten sprechen sich nicht miteinander ab, wodurch ein Mitarbeiter gerne mal für zwei Arbeitsplätze gleichzeitig eingetragen wird.
Auch die Meeting-Kultur ist eine Katastrophe. Nicht-Ausreden-lassen, offener Streit und unnötig viele Teilnehmer. Es gab genügend Meetings (persönlich oder online), bei denen manche Personen bis auf "Hallo" und "Tschüss" kein einziges Wort beigetragen haben. Zudem führt man in den seltensten Fällen ein Meeting-Protokoll, wodurch nach einer Woche fast alles wieder vergessen wurde.
Gleichberechtigung
Als Vorgesetzte sind nur wenige Frauen vertreten; meist nur in den Bereichen wo sie überproportional vorhanden sind. Soweit ich weiß gibt es nur im Betriebsrat eine Frauenquote von 50%.
Interessante Aufgaben
Je nach Abteilung verschieden. Bei mir gab es aber eine sehr große Auswahl an verschieden Arbeiten, die auch komplex und vielschichtig waren. Dank der großen Produktpalette von TQ konnte man auch an andere Arbeitsplätze wechseln, wenn einem die aktuelle Arbeit nicht taugte.