Unternehmenswerte werden nur von einem Teil der Vorgesetzten gelebt
Arbeitsatmosphäre
In abteilungs-/bereichsübergreifender Zusammenarbeir herrscht eine ziemlich harte Front und man betrachtet sich nicht als Kollegen, die an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Stattdessen ist gefühlt jeder auf sein eigenes Ansehen und das Durchsetzen seiner Interessen (und auch persönlicher Ansichten ohne Rücksicht auf Unternehmenswerte) fokussiert. Konflikte, unterschiedliche Ansichten und Interessen werden oft nicht konstruktiv besprochen, um eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. Das beeinflusst die Arbeitsatmosphäre sehr negativ.
Kommunikation
Einige, vor allem ältere Kollegen und solche, die vermutlich noch nie irgendwo anders beschäftigt waren, vergreifen sich sowohl in E-Mails als auch in Meetings gern im Ton. Das beschränkt sich nicht nur auf 1:1 Kontakte, auch in größeren Meetings, teils sogar mit Geschäftspartnern.
Die allgemeine Kommunikation bzgl. Unternehmensinformationen an die Belegschaft ist in Ordnung. Über diverse Newsletter bleibt man meist informiert, jedoch ist das Intranet sehr unübersichtlich und überladen mit Infos, sodass es schwer fällt, gezielt nach Infos zu suchen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt innerhalb des Teams ist super. Das hängt aber natürlich stark vom individuellen Team ab.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist stark abhängig vom Bereich und der Position. Im Allgemeinen ist sie als gut zu bezeichnen, da es flexible Arbeitszeiten, Home Office und 30 Urlaubstage gibt. Manche Vorgesetzte bewerten Leistung jedoch nach Überstunden/Anwesenheit, nicht nach Ergebnis, was natürlich dann negative Auswirkungen hat.
Vorgesetztenverhalten
Es gibt zwar festgelegte Unternehmenswerte und Grundsätze, nach denen die Führungskräfte agieren und führen sollen, diese werden jedoch nicht von allen gelebt und bei Bedarf auch nicht von höheren Ebenen hinterfragt, kontrolliert und im Zweifelsfall sanktioniert. Das führt zu einer extremen Spannweite zwischen top Vorgesetzten und absoluten Katastrophen. Manche Vorgesetzte sind mehr auf ihr eigenes Ansehen im Konzern konzentriert als auf die Führung und Förderung ihrer Mitarbeitenden. Das liegt teilweise an den Menschen selbst, teilweise aber auch an den Zielen/KPIs/... an denen die Führungskräfte gemessen werden und von denen ihre Boni abhängen. Das setzt teilweise falsche Anreize.
Interessante Aufgaben
Das ist abhängig vom Bereich und der Position.
Gleichberechtigung
Es wird viel nach 'Nasenfaktor' geurteilt und bevorzugt/benachteiligt. Jeder Mensch hat durch individuelle private Umstände (Kinder, Krankheit, zu pflegende Angehörige,...) andere Rahmenbedingungen, was aber die Leistung nicht unbedingt beeinträchtigt. Das wird jedoch von einigen Vorgesetzten pauschalisiert, sodass an jüngere Kollegen nur hohe Ansprüche gestellt werden, ohne darüber nachzudenken, dass auch diese private Umstände haben können, während anderen Leistung abgesprochen wird und sie des öfteren in Schubladen sortiert werden, obwohl sie gute Arbeit leisten und bei Teamkollegen anerkannt und geschätzt werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wird viel durch die Welt geflogen. Die Regenbogenflagge wird in Köln, einer der buntesten Städte der Welt, abgenommen wenn die arabischen Kollegen einfliegen. Welch Verrat an die unzähligen bunten Mitarbeitenden am Standort... Man unterschreibt das Charta der Vielfalt, aber richtig aktiv ist man trotzdem nicht. Hat wohl mehr symbolischen Charakter, dass man sagen kann, man tut etwas.
Gehalt/Benefits
An sich gibt es unzählige Benefits, jedoch sind diese nicht einheitlich im Konzern verfügbar. Da gibt es teilweise große Unterschiede zwischen Kollegen im selben Team/Bereich, 'nur' weil sie in unterschiedlichen Gesellschaften beschäftigt sind.
Gehälter sind intransparent und man wird per Vertrag zum Schweigen verpflichtet. Das Entgelttransparenzgesetz ist hier wohl notwendig.

