Gut am Arbeitgeber finde ich
Richtig gut fand ich meine direkte Vorgesetzte – fachlich und menschlich die beste Chefin, die ich bisher hatte. Auch in unserer kleinen Vierer-Truppe war der Zusammenhalt top: Wir haben uns gegenseitig den Rücken freigehalten, gemeinsam angepackt und konnten auch mal miteinander lachen.
Ein weiterer großer Pluspunkt war die flexible Homeoffice-Regelung. Solange die Arbeit erledigt wurde, konnte man seinen Tag vernünftig einteilen und zwischendurch auch mal eine Runde an die frische Luft gehen. Gerade weil ich häufig mehr gearbeitet habe, war diese Freiheit für mich sehr wichtig.
Dazu kommen der starke Name, die Bekanntheit und das enorme Potenzial des TÜV Rheinland. Ich war anfangs wirklich stolz wie Bolle, dort arbeiten zu dürfen. Schade ist nur, dass aus meiner Sicht viel zu wenig daraus gemacht wurde. Aber wat gut war, soll auch gut genannt werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht fand ich vor allem die fehlende Kommunikation, die mangelnde Wertschätzung und die geringe Unterstützung durch weite Teile der Führung. Wichtige Informationen wurden nicht offen geteilt, Absprachen – auch beim Gehalt – aus meiner Sicht nicht eingehalten und engagierte Kollegen bei entscheidenden Kundenterminen allein an der Kaimauer stehen gelassen.
Wer wirklich Bock hatte, Projekte anzuschieben und neues Geschäft an Land zu ziehen, bekam häufig weder die nötigen Mittel noch den Rückhalt von oben. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass gutes Selbstmarketing und eine schicke PowerPoint teilweise mehr zählten als Fachwissen, Einsatz und messbare Ergebnisse.
Weiterbildung war schwierig, Karrierewege für mich kaum nachvollziehbar und Selbstreflexion in manchen Führungsetagen eher Mangelware. Über schlechte Umsätze wurde viel geschnackt – die Leute, die daran etwas ändern wollten, wurden aber nicht ausreichend unterstützt.
Unterm Strich: ein großer Name und jede Menge Potenzial, aber zu wenig Klartext, zu wenig Anerkennung und kein verlässlicher Kurs. Die Mannschaft wollte los – doch auf der Brücke blieb es leider oft bei Flaute.
Verbesserungsvorschläge
Weniger schnacken, mehr machen und vor allem den Leuten zuhören, die direkt am Kunden arbeiten und wirklich Bock haben, etwas zu bewegen.
Offene Kommunikation, klare Entscheidungen und eine Führung auf Augenhöhe wären schon mal ein guter Anfang. Wenn Mitarbeiter neue Projekte und Geschäftsmöglichkeiten an Land ziehen, sollte die Geschäftsführung mit an Bord kommen, ihnen den Rücken stärken und die nötigen Mittel bereitstellen. Wer Leistung verlangt, muss sie außerdem anerkennen und fair bezahlen – Absprachen sollten nicht bei der nächsten steifen Brise über Bord gehen.
Auch bei Weiterbildung und Karriere braucht es einen nachvollziehbaren Kurs: Fachwissen, Einsatz und messbare Ergebnisse sollten mehr zählen als eine schicke PowerPoint und gutes Selbstmarketing. Dazu gehört auch etwas mehr Selbstreflexion in den Führungsetagen.
Der TÜV Rheinland hat einen starken Namen, engagierte Leute und jede Menge Potenzial. Also: weniger im eigenen Saft dümpeln, runter von der Brücke und näher ran an Mannschaft und Kunden. Dann könnte aus dem großen Pott auch wieder richtig Fahrt werden.
Arbeitsatmosphäre
In unserer kleinen Vierer-Truppe war die Stimmung wirklich top. Wir haben gut zusammengearbeitet, uns gegenseitig den Rücken freigehalten und konnten auch mal zusammen lachen...da gibt es nichts zu meckern.
Außerhalb unseres Teams sah die Sache leider ganz anders aus. Da herrschte eher steife Brise als ruhiges Fahrwasser. Auf Augenhöhe behandelt wurde man nicht und wichtige Themen, die einen selbst betrafen, wurden gerne mal unter Deck gehalten.
Ich war anfangs wirklich stolz wie Bolle, für den TÜV Rheinland arbeiten zu dürfen. Aber als der Vorhang oder besser gesagt der Nebel sich gelichtet hatte, blieb von der anfänglichen Begeisterung nicht mehr viel übrig. Unterm Strich kann ich heute sagen: War eine Erfahrung, aber ich bin froh, wieder von Bord zu sein.
Image
Der Name TÜV Rheinland hat ordentlich Gewicht und genau deshalb ist es schade, wie wenig der Verein aus seinem starken Image macht. Nach außen steht die Marke für Qualität, Sicherheit und Vertrauen. Intern habe ich jedoch vieles erlebt, was für mich nicht zu diesem Anspruch passt.
Mit diesem Namen und der vorhandenen Expertise wäre geschäftlich so viel mehr möglich gewesen. Aber ein gutes Image allein holt noch keinen Auftrag an Land. Dafür muss man engagierten Kollegen den Rücken stärken, Chancen erkennen und auch mal gemeinsam volle Kraft vorausfahren. Stattdessen blieb vieles im Hafen liegen.
Kurz gesagt: außen ein dicker Pott, innen teilweise ohne klaren Kurs. Wirklich schade um die Marke und das enorme Potenzial.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war wirklich super! Da gibt es nichts zu meckern. Fast alle, mich eingeschlossen, durften aus dem Homeoffice arbeiten. Da ich häufig deutlich mehr als die üblichen Stunden gearbeitet habe, konnte ich mir zwischendurch aber auch mal die Freiheit nehmen, eine Runde an die frische Luft zu gehen oder private Dinge zu erledigen. Das war für mich völlig in Ordnung und hat gut funktioniert. Ohne diese Flexibilität wäre ich vermutlich schon deutlich früher von Bord gegangen.
Karriere/Weiterbildung
Beim Thema Weiterbildung war aus meiner Sicht schnell Schicht im Schacht ...kostet schließlich Geld. Statt gezielt in die Mitarbeiter zu investieren und ihnen neue Werkzeuge an die Hand zu geben, wurde lieber regelmäßig darüber geklagt, dass der Umsatz nicht stimmt. Dabei hätte an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Selbstreflexion in der Führung sicher nicht geschadet.
Auch die Karrierewege konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Mein Eindruck war: Nicht unbedingt Leistung, Fachwissen oder geschäftlicher Erfolg brachten einen weiter. Mehr Einfluss bekamen teilweise diejenigen, die für eine PowerPoint-Präsentation gefühlt zwei Tage brauchten, sich aber gut in Szene setzen konnten. Während engagierte Kollegen versuchten, Projekte und Umsatz an Land zu ziehen, kamen andere auf der Karriereleiter gemütlich an ihnen vorbeigeschippert.
Unterm Strich: Weiterbildung war schwierig und bei den Aufstiegschancen wurde aus meiner Sicht häufiger auf die falschen Pferde gesetzt. Klare, nachvollziehbare Karrierewege sehen für mich anders aus.
Gehalt/Benefits
Beim Gehalt ist aus meiner Sicht noch Luft nach oben. Ich bin damals mit weniger eingestiegen, als ich bei meinem vorherigen Arbeitgeber verdient hatte. Dabei wurde klar besprochen, dass mein Gehalt angepasst wird, wenn die Leistung stimmt.
Nachdem ich ein wirtschaftlich erfolgreiches Projekt an Land gezogen hatte, wurde das Gehalt zwar erhöht, allerdings erst nach mehreren Gesprächen und deutlich weniger als ursprünglich in Aussicht gestellt. Auch im weiteren Verlauf wurde ich bei diesem Thema mehrfach vertröstet.
Trotzdem habe ich mich weiterhin voll eingebracht und versucht, neues Geschäft zu gewinnen. Am Ende passten für mich die erwartete Leistung und die finanzielle Anerkennung einfach nicht zusammen. Mein Fazit: Wenn Leistung stimmt und Absprachen getroffen wurden, sollte eine faire Anpassung kein Dauerprojekt werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Auf dem Papier ist der TÜV beim Umwelt- und Sozialbewusstsein ordentlich unterwegs. Nachhaltigkeitsstrategie, UN Global Compact und große Ziele rund um Mensch und Umwelt...das volle Programm. Auch die großzügige Homeoffice-Regelung war positiv, weil dadurch so manche Fahrt und entsprechend Emissionen eingespart wurden.
Gleichzeitig habe ich dort eine gefühlt riesige Diesel-Dienstwagenflotte erlebt. Das passt für mich nicht so recht zu den großen Worten über Nachhaltigkeit. Da könnte man ruhig mal mehr Kurs in Richtung moderner und umweltfreundlicher Mobilität setzen.
Auch von den sozialen Ansprüchen ist bei mir im Arbeitsalltag deutlich weniger angekommen. Gerade bei Wertschätzung, Gleichbehandlung, offener Kommunikation und der Unterstützung engagierter Kollegen war noch reichlich Luft nach oben. Nach außen volle Fahrt in Sachen Verantwortung, intern teilweise Flaute. Papier ist eben geduldig... entscheidend ist, wat am Ende wirklich bei Mensch und Umwelt ankommt.
Kollegenzusammenhalt
Unter den Kollegen, die wirklich Bock hatten und etwas bewegen wollten, war der Zusammenhalt gut. Das Problem lag für mich eher darin, dass genau diese Leute von oben kaum Unterstützung bekommen haben.
Wenn ein potenzieller Kunde bei einem richtig großen Geschäft ausdrücklich die Anwesenheit der Geschäftsführung wünscht, sollte man meinen, dass alle Mann an Deck sind. Stattdessen hatte ich häufiger den Eindruck, dass die warme Bude oder der Schnack in der Kölner Kantine wichtiger waren. So lässt man engagierte Kollegen ziemlich allein auf weiter Flur stehen.
Potenzial und gute Geschäftschancen waren aus meiner Sicht reichlich vorhanden...erkannt und genutzt wurden sie aber nicht. Gleichzeitig wurden eher diejenigen abgefeiert, die schön unter dem Radar geblieben sind und wenig zum Geschäft beigetragen haben. Anschließend wurde sich gewundert, warum der Umsatz nicht stimmt.
Wer Projekte gewinnen will, muss den Leuten an der Front den Rücken stärken und ihnen die nötigen Instrumente an die Hand geben. Genau das ist nicht passiert. Bei mir blieb deshalb am Ende der Eindruck hängen: So richtig neues Business machen wollte man offenbar gar nicht.
Umgang mit älteren Kollegen
Den Umgang mit älteren Kollegen kann ich ehrlich gesagt kaum beurteilen. Schon drei oder vier Monate nach meinem Start schien es nicht mehr wichtig zu sein, dass man sich persönlich trifft oder regelmäßig miteinander austauscht. Teamgeist und echtes Miteinander hatten aus meiner Sicht leider keinen besonders hohen Stellenwert...unabhängig vom Alter.
Es tut mir leid, so negativ über den TÜV berichten zu müssen. Aber ich möchte meine Erfahrungen auch nicht einfach unter den Teppich kehren. Wat mutt, dat mutt und dazu gehört für mich auch eine ehrliche Bewertung.
Vorgesetztenverhalten
Meine direkte Vorgesetzte war der Hammer...ohne Wenn und Aber. Ich hatte bisher noch nie eine so gute Chefin. Sie war kompetent, fair, ansprechbar und hat unserem Team den Rücken freigehalten. Dafür gibt es von mir volle Punktzahl.
Bei anderen Führungskräften sah das leider ganz anders aus. Viele hatten aus meiner Sicht wenig Ahnung vom eigentlichen Geschäft, wussten aber trotzdem immer alles besser. Das ernst zu nehmen, fiel mir zunehmend schwer. Für unser Team bedeutete das ständige Diskussionen und immer wieder: zurück auf Los.
Gleichzeitig wurden Führungskräfte für Themen abgefeiert, die weder nachhaltig noch gewinnbringend waren, während echte Leistung und vorhandenes Potenzial kaum gesehen wurden. Da kann ich nur sagen: leider auf das falsche Pferd gesetzt. Oder wie man im Norden sagt: Der Fisch fängt bekanntlich am Kopf an zu stinken.
Arbeitsbedingungen
Was soll ich dazu noch groß sagen? Wer sich die vorherigen Punkte durchliest, kann sich die Arbeitsbedingungen vermutlich schon ganz gut vorstellen. Homeoffice und die damit verbundene Flexibilität waren wirklich positiv. Bei Kommunikation, Unterstützung, Wertschätzung und Zusammenarbeit gab es aus meiner Sicht allerdings reichlich Luft nach oben. Technisch war der Arbeitsplatz in Ordnung...menschlich und organisatorisch herrschte dagegen öfter mal raue See.
Kommunikation
Kommunikation? War leider so gut wie nicht vorhanden. Wichtige Informationen kamen entweder viel zu spät, nur über Umwege oder teilweise gar nicht an...selbst dann nicht, wenn sie einen direkt betroffen haben. Statt Klartext und offenem Austausch herrschte eher Funkstille. Da wusste die eine Hand oft nicht, was die andere macht. Kurz gesagt: Viel Nebel, wenig Sicht und keiner sagt, wohin die Reise eigentlich geht.
Gleichberechtigung
Ich glaube, dazu muss ich gar nicht mehr viel sagen :-( wer sich die vorherigen Punkte durchliest, kann sich selbst ein Bild machen. Gleichbehandlung und Wertschätzung habe ich leider nicht durchgängig erlebt. Entscheidend war aus meiner Sicht weniger, was jemand tatsächlich geleistet hat, sondern eher, auf welchem Deck man saß und wie gut man sich verkaufen konnte. Auf Augenhöhe geht anders.
Interessante Aufgaben
Die interessanten Aufgaben haben wir uns als Team größtenteils selbst erarbeitet...vom TÜV selbst kam da so gut wie nichts. Wir haben potenzielle Kunden ausfindig gemacht, Kontakte aufgebaut, Termine vereinbart und immer wieder versucht, neues Geschäft an Land zu ziehen.
Wenn es dann konkret wurde und Unterstützung aus der Führungsebene nötig gewesen wäre, standen wir allerdings häufig allein an der Kaimauer. Unsere Arbeit und unser Einsatz waren dadurch leider oft für die Katz. Trotzdem haben wir es immer wieder versucht, weil wir wirklich Bock auf das Geschäft hatten und etwas bewegen wollten.
Am Ende blieb aber erneut der Eindruck: Die Mannschaft wollte loslegen, nur von der Brücke kam kein Kurs. Schade um das ganze Potenzial.