„Viel Kontrolle, wenig Vertrauen – Hauptsache, die Liste ist ausgefüllt.“
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt wird überaus pünktlich gezahlt – immerhin eine Sache, die hier zuverlässig funktioniert. Das sollte man durchaus positiv hervorheben, schließlich möchte man ja wissen, wofür man den ganzen organisatorischen Aufwand auf sich nimmt.
Ansonsten fällt mir leider nicht viel ein, was ich an dieser Stelle hätte lobend erwähnen können.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Eigene Mitarbeiter vor die Tür setzen, während externe Arbeitskräfte weiterhin beschäftigt werden – mehr Widerspruch in der Personalpolitik geht kaum. Wertschätzung und Loyalität gegenüber den eigenen Mitarbeitern sehen definitiv anders aus. Eine Entscheidung, die viel über die Prioritäten des Unternehmens aussagt.
Verbesserungsvorschläge
Mein Tipp an den Arbeitgeber: Auch in schwierigen Zeiten sollte man seine eigenen Mitarbeiter wertschätzen und nicht vergessen, wer das Unternehmen über Jahre mitgetragen hat. Vielleicht wäre es an der Zeit, auch einmal kritisch zu hinterfragen, ob wirklich an den richtigen Stellen die richtigen Entscheidungen getroffen werden und die richtigen Personen auf den jeweiligen Positionen sitzen.
Arbeitsatmosphäre
Leider wird es zunehmend schwieriger, sich im Unternehmen wohlzufühlen. Man hat immer mehr den Eindruck, dass Kontrolle und Vorgaben zunehmen, während Vertrauen und Eigenverantwortung weniger werden.
Auch die regelmäßig stattfindenden Dienstbesprechungen tragen aus meiner Sicht nicht unbedingt zu einer besseren Zusammenarbeit bei. Häufig bleiben konkrete Informationen oder Lösungen aus, sodass diese Termine eher wie eine unnötige Zeitverschwendung wirken. Statt klarer und effizienter Kommunikation entsteht dadurch zusätzlicher Aufwand.
Insgesamt wäre aus meiner Sicht weniger Kontrolle, mehr Vertrauen in die Mitarbeitenden und eine deutlich effizientere Gestaltung der Besprechungen wünschenswert. Das würde sicherlich auch zu einer besseren Arbeitsatmosphäre und mehr Zufriedenheit beitragen.
Image
Das Image des Arbeitgebers verliert leider zunehmend an Glanz – und das gefühlt täglich. Nach außen wird vieles schöner dargestellt, als es im Arbeitsalltag tatsächlich erlebt wird. Schade, denn ein gutes Image entsteht nicht durch Außendarstellung, sondern durch zufriedene Mitarbeitende und glaubwürdiges Handeln.
Work-Life-Balance
Was soll man zur Work-Life-Balance sagen? Montag bis Freitag arbeiten, feste Arbeitszeiten und die üblichen Verpflichtungen – viel Spielraum für eine ausgewogene Balance bleibt da nicht. Wo genau die Work-Life-Balance versteckt ist, habe ich bisher leider noch nicht herausgefunden.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind aus meiner Sicht leider kaum vorhanden. Wer sich fachlich oder persönlich weiterentwickeln möchte, sollte nicht unbedingt darauf hoffen, dass dies hier besonders gefördert wird.
Teilweise entsteht eher der Eindruck: Unfähige Menschen kleben an teuren Plätzen – und werden dort offenbar gut festgehalten. Leistung, Engagement und tatsächliche Qualifikation scheinen dabei nicht immer die entscheidenden Kriterien für Entwicklungsmöglichkeiten zu sein.
Weiterbildung wird zwar gerne erwähnt, echte Perspektiven für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung sucht man allerdings eher vergeblich. Hier wäre deutlich mehr Förderung, Transparenz und vor allem eine stärkere Orientierung an Leistung und Kompetenz wünschenswert.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist grundsätzlich vorhanden, allerdings leider nicht unter allen Mitarbeitenden. Es gibt durchaus Kollegen, auf die man sich verlassen kann und die einem den Rücken stärken. Gleichzeitig erlebt man aber auch Situationen, in denen man eher das Gefühl bekommt, von Kollegen im Stich gelassen zu werden.
Statt sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wird teilweise zugelassen, dass Kollegen in schwierige Situationen geraten oder sich rechtfertigen müssen. Ein stärkeres Miteinander und mehr gegenseitige Unterstützung würden hier sicherlich guttun.
Insgesamt ist der Zusammenhalt also sehr unterschiedlich und hängt stark davon ab, mit wem man gerade zusammenarbeitet.
Umgang mit älteren Kollegen
Beim Umgang mit älteren Mitarbeitenden ist noch Luft nach oben. Erfahrung sollte mehr geschätzt werden – schließlich kommt Kompetenz nicht mit dem Verfallsdatum.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten ist aus meiner Sicht leider zunehmend von Kontrolle geprägt. Statt auf Vertrauen, klare Kommunikation und fachliche Kompetenz zu setzen, wird sehr viel kontrolliert und in die tägliche Arbeit eingegriffen.
Teilweise entsteht dabei der Eindruck, dass fehlende fachliche Sicherheit oder mangelnde Qualifikation durch zusätzliche Kontrollen und Vorgaben ausgeglichen werden sollen. Das schafft jedoch nicht mehr Vertrauen, sondern eher Unsicherheit und Frustration bei den Mitarbeitenden.
Wünschenswert wären mehr Führung durch Kompetenz und Vorbildfunktion, klare Entscheidungen sowie mehr Vertrauen in die Mitarbeitenden, anstatt Probleme hauptsächlich durch Kontrolle lösen zu wollen.
Kommunikation
Bei der Kommunikation scheint die Devise zu lauten: Zur richtigen Zeit am richtigen Platz sein – oder besser noch, die richtigen Connections haben. Dann klappt es erstaunlich gut mit den Informationen. Wer nicht über die passenden Kontakte verfügt, erfährt manches eben etwas später – oder gar nicht. Transparente Kommunikation sieht für mich anders aus.
Gehalt/Benefits
Beim Thema Gehalt und Benefits besteht aus meiner Sicht noch deutliches Verbesserungspotenzial. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass in diesem Bereich sehr konsequent auf Kostenersparnis geachtet wird – leider offenbar stärker als auf die Wertschätzung und langfristige Bindung der Mitarbeitenden.
Angesichts steigender Anforderungen und zunehmender Arbeitsbelastung wäre eine angemessene Vergütung sowie eine spürbare Anerkennung der geleisteten Arbeit durchaus angebracht. Wer an allen Ecken und Enden spart, sollte sich allerdings nicht wundern, wenn die Motivation irgendwann ebenfalls auf Sparflamme läuft.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wird aus meiner Sicht nicht konsequent gelebt. Teilweise entsteht der Eindruck, dass sich Mitarbeitende auf gleicher Hierarchieebene selbst gerne eine höhere Position zuschreiben. Ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe wäre hier wünschenswert – schließlich macht Eigeninterpretation noch keine Führungsposition.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich sind durchaus interessant und abwechslungsreich – eigentlich eine gute Voraussetzung für einen motivierenden Arbeitsalltag. Leider wird der Spaß daran zunehmend durch immer mehr Kontrollen, zusätzliche Listen und Dokumentationspflichten ausgebremst.
Besonders „hilfreich“ ist dabei der zusätzliche Zeitaufwand, der entsteht, um Leistungsnachweise über ein digitales Programm zu erfassen, das offenbar noch nicht ganz mit dem Arbeitsalltag vertraut gemacht wurde. Statt Arbeit zu erleichtern, sorgt die Digitalisierung hier teilweise dafür, dass man mehr Zeit mit dem Dokumentieren der Arbeit verbringt als mit der eigentlichen Arbeit.
So wird aus einer interessanten Tätigkeit schnell ein organisatorischer Hindernislauf. Weniger Kontrolle, weniger Bürokratie und ein wirklich funktionierendes, praxistaugliches Programm würden sicherlich dazu beitragen, dass die eigentlich interessanten Aufgaben auch wieder mehr Raum bekommen.

