Zwischen Chaos, Druck und fehlender Führungskultur. Professionalität ist auf dem Papier auffindbar.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Produkt selbst ist gut und grundsätzlich gut vermarktbar. Mit enger Zusammenarbeit zwischen Vertrieb und Marketing und einigen kleinen Anpassungen könnten realistisch deutlich bessere Ergebnisse erzielt werden. Letztlich hängt vieles stark von der Führung ab.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vorschläge und Ideen werden kaum gehört oder umgesetzt, notwendige Investitionen fehlen. Das Unternehmen steht lange auf der Stelle, Verbesserungen sind nur langsam erkennbar. Wertvolles Potenzial im Vertrieb wird nicht genutzt, und es gibt Mitbewerber, die besser aufgestellt sind.
Verbesserungsvorschläge
Ein klarer Einarbeitungsplan für neue Vertriebsmitarbeiter, ein Mentor zur Begleitung, regelmäßige Vertriebsmeetings alle 3 Monate und eine Vorbildfunktion der Vertriebsleitung würden die Arbeitsatmosphäre und die Zusammenarbeit deutlich verbessern.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist von Misstrauen und hoher Fluktuation geprägt. Wertschätzung für geleistete Arbeit fehlt oft, Konflikte werden selten offen angesprochen. Dadurch entsteht ein Klima, in dem Mitarbeitende eher vorsichtig agieren als engagiert zusammenzuarbeiten.
Image
Image mehr als schlecht: Anrufe werden häufig direkt beendet, viele Vertriebler vor mir konnten das Gebiet nicht erfolgreich bearbeiten. Produkt ist gut, leider durch schlechte Umsetzung stark beschädigt.
Work-Life-Balance
Eine ausgewogene Work-Life-Balance ist kaum gegeben. Arbeitszeiten sind oft schwer planbar, und es wird eine hohe Flexibilität erwartet. Pausen und Erholungszeiten haben keinen hohen Stellenwert. Kurzfristige Messeeinsätze sind auszuführen.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsangebote sind unklar. Einarbeitung erfolgt nur 1 Tag, danach ist keine strukturierte Unterstützung vorhanden. Weiterbildung findet ggf. nur informell, z. B. bei Messeabenden, statt. Karriere in anderen Abteilungen ist möglich.
Gehalt/Benefits
Für Neueinsteiger meist nur Provision, kein Grundgehalt; PKW selbst zu stellen. Alteingesessene haben deutlich bessere Konditionen, was irreführend beworben wird.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umwelt- und Sozialbewusstsein ist teilweise vorhanden: papierlose Prozesse und kaum Werbematerial sind positiv. Der Einsatz sehr vieler TV-Bildschirme auf Messeständen wirkt jedoch wenig nachhaltig – hier gibt es deutliches Verbesserungspotenzial.
Kollegenzusammenhalt
Während im Innendienst ein guter Kollegenzusammenhalt besteht, fehlt dieser im Vertrieb nahezu vollständig. Durch unterschiedliche Vertragsmodelle und fehlende gemeinsame Ausrichtung entsteht kein Teamgefühl. Zusammenhalt scheint dort nicht gewünscht zu sein.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleg:innen ist respektvoll und unauffällig. Hier gibt es keine negativen Auffälligkeiten.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten ist geprägt von starkem Eigeninteresse. Vorbildfunktion wird kaum wahrgenommen, und Unterstützung für den Vertrieb findet nur eingeschränkt statt. Führung erfolgt eher verwaltend als motivierend.
Arbeitsbedingungen
Schlechte Arbeitsbedingungen: Büroeinrichtung muss selbst gestellt werden. Einarbeitung lediglich ein Tag (inkl. Autoübergabe und CRM). Danach keine strukturierte Unterstützung, Verantwortung wird weitergegeben. Die hohe Fluktuation (kaum jemand länger als vier Monate).
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist von Lästereien geprägt, sowohl über den Vertrieb als auch über die Geschäftsführung. Die Führungskraft spricht überwiegend über sich selbst, Feedback oder Austausch auf Augenhöhe finden kaum statt. Dadurch entsteht eine unangenehme und wenig professionelle Arbeitsatmosphäre.
Gleichberechtigung
Im Vertrieb herrscht keine Gleichberechtigung. Führung erfolgt fast ausschließlich über Zahlen, verbunden mit Bloßstellungen und demütigenden Situationen. Gleichzeitig werden andere Unternehmensbereiche vorbildlich dargestellt und geführt.
Interessante Aufgaben
Das Produkt und die Aufgaben sind grundsätzlich spannend. In der Praxis wird das Produkt jedoch vom Marketing oft falsch verkauft. Verbesserungsvorschläge aus dem Vertrieb werden entweder übergangen oder später übernommen und dann so dargestellt, als seien sie von der Vertriebsleitung selbst entwickelt worden.

