Standort St. Wolfgang: Arbeitgeber mit Potential - leider wenig Verständnis für seine Mitarbeiter
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeit bei UHB ist in jeder Abteilung vielseitig, und neue Themen werden in der Regel zügig vermittelt. Anerkennung durch Vorgesetzte und Kollegen ist selten, vermutlich aufgrund des hohen Arbeitsdrucks – für regelmäßiges Feedback bleibt schlicht wenig Zeit. Der Arbeitgeber bemüht sich um faire Rahmenbedingungen und setzt diese auch konsequent um. Verantwortung und Führungsaufgaben stehen grundsätzlich allen Mitarbeitenden offen. Das Betriebsklima profitiert aus meiner Sicht stärker von gemeinsamen Mitarbeiterveranstaltungen als vom Vertrauensverhältnis zwischen Belegschaft und Führungsebene. Auf persönlicher Ebene sind die Mitarbeitenden durchweg angenehm, und häufig entsteht ein fast schon freundschaftliches Verhältnis – auch zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden.
Image
Das öffentliche Image des Unternehmens wird vor allem durch Veranstaltungen positiv transportiert. Außenstehende nehmen UHB häufig als bodenständig, innovativ und familiär wahr. Aus Mitarbeitersicht richtet sich die Wertschätzung jedoch weniger auf das Unternehmen selbst als vielmehr auf die Kolleginnen und Kollegen, mit denen die tägliche Zusammenarbeit Freude macht. Innovativ und bodenständig ist das Unternehmen vor allem innerhalb der Gesundheitsbranche – einem Markt, der im Bereich Digitalisierung im nationalen Vergleich weiterhin hinterherhinkt. Modernisierung von Produkten und internen Prozessen hat daher nur begrenzte Priorität, was für Mitarbeitende frustrierend sein kann, die mit überholten Prinzipien, Methoden und Frameworks arbeiten müssen. Das mangelnde Verständnis für strategische Entscheidungen des Unternehmens führt zusätzlich zu Unmut in der Belegschaft.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich gilt Vertrauensarbeitszeit, jedoch ohne Zeiterfassung. Es existiert eine Kernarbeitszeit, die faktisch zu einem Gleitzeitmodell führt – wirkliche Flexibilität ist nur eingeschränkt möglich, da Abweichungen schnell zu unangenehmen Rückfragen führen. Das Unternehmen wirbt mit flexiblen Arbeitszeiten und Homeoffice, in der Praxis müssen diese Vorteile jedoch individuell ausgehandelt werden. Ein rechtlicher Anspruch auf Homeoffice besteht nicht; wer von zu Hause arbeiten möchte, muss dies mit der Führung abstimmen. Die Homeoffice-Regelung ist insgesamt intransparent und uneinheitlich, zudem nicht im Arbeitsvertrag festgehalten. Viele Mitarbeitende profitieren dennoch von flexiblen Arbeitszeiten und Homeoffice, was bei jenen, denen dies nicht gewährt wird, verständlicherweise Unmut erzeugt. Kurzfristige Urlaube oder Arzttermine werden dagegen problemlos ermöglicht. Aufgebaute "Überstunden" können Selbstverantwortlich ausgeglichen werden.
Karriere/Weiterbildung
Da das Unternehmen kein Konzern ist, sind die Karrieremöglichkeiten insgesamt begrenzt. Es besteht jedoch die Möglichkeit, sich in bestimmten Fachbereichen zu spezialisieren und Verantwortung für Projekte oder Personal zu übernehmen. Eine transparente Karriereleiter existiert allerdings nicht. Weiterbildungen müssen proaktiv vom Mitarbeitenden bei der Führungskraft eingefordert werden; diese versucht zunächst, interne Schulungen zu organisieren. Externe Weiterbildungen werden nur vereinzelt ermöglicht und nicht aktiv angeboten. Stattdessen setzt das Unternehmen überwiegend auf interne Wissensweitergabe durch erfahrene Mitarbeitende, deren Kenntnisse meist stark branchen- oder produktspezifisch sind. Allgemeine, nicht produktspezialisierte Schulungsangebote sind unzureichend – insbesondere im Vergleich zu den Erwartungen mancher Führungskräfte. Hier muss man privat nachhelfen, wenn man sich breiter oder moderner weiterentwickeln möchte.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt unter dem regionalen Durchschnitt, und für eine bessere Vergütung muss man hart verhandeln. Verantwortung oder erfolgreich abgeschlossene Projekte spiegeln sich nicht automatisch im Gehalt wider, sondern werden, wenn überhaupt, über individuelle Sonderregelungen ausgeglichen. Der Arbeitgeber setzt stark auf leistungsabhängige Boni, was dazu führt, dass Mitarbeitende in vergleichbaren Rollen teils deutlich unterschiedlich verdienen. Zudem kam es zu fehlerhaften Gehaltsabrechnungen, die erst nach mehrfacher Nachfrage korrigiert wurden. Wer auf eine verlässliche und überdurchschnittliche Bezahlung Wert legt, ist hier nicht gut aufgehoben.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Soweit mir bekannt ist, wird das Firmengebäude teilweise mit der Abwärme des Rechenzentrums beheizt und bezieht Strom über die Solaranlagen auf dem Dach. Der Obstkorb stammt von einem regionalen Anbieter, und lokale Veranstaltungen werden vom Unternehmen unterstützt. Gedruckt wird sehr wenig.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der einzelnen Teams ist der Zusammenhalt kaum zu übertreffen. Zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden besteht jedoch ein deutliches Vertrauensproblem, das den Gesamtzusammenhalt schwächt. Teilweise wird in Teams über die Arbeit anderer Abteilungen gelästert, und teamübergreifender Austausch findet nur selten statt – auch wenn hier künftig Verbesserungen geplant sind.
Umgang mit älteren Kollegen
Trotz des überwiegend jungen Teams setzt das Unternehmen bewusst auf die Expertise älterer Mitarbeitender, die in Spezialgebieten eingesetzt werden und häufig bereits seit vielen Jahren im Betrieb tätig sind.
Vorgesetztenverhalten
Leider habe ich bei mehreren Führungskräften deutliche fachliche und organisatorische Defizite wahrgenommen – sowohl in ihrer Führungsrolle als auch im inhaltlichen Know-how. Die gesamte Leitungsebene hat aus meiner Sicht den Bezug zu den Mitarbeitenden verloren und geht kaum auf individuelle Bedürfnisse ein. Zielsetzungen sind oft unrealistisch und werden entsprechend häufig verfehlt, was wenig überrascht, da professionelles Projektmanagement zwar gegenüber Kunden verkauft, intern jedoch weder konsequent noch sinnvoll umgesetzt wird. Entscheidungen werden entweder gar nicht erklärt oder ohne Beteiligung der Betroffenen strikt durchgesetzt – begründet mit dem Hinweis, dass es sonst zu keiner Lösung komme. Die Aussprache der Führung ist sehr direkt und manchmal unangemessen: in Einzelfällen kam es sogar zu Unterstellungen gegenüber Mitarbeitenden. Manchmal wäre dann doch ein Einzelgespräch mit Mitarbeitern von Vorteil. Viele Führungskräfte arbeiten am Limit und haben kaum Kapazität, sich um Anliegen ihrer Teams zu kümmern, sodass Aufgaben an Zwischeninstanzen delegiert werden müssen.
Arbeitsbedingungen
Derzeit spart das Unternehmen deutlich an den Arbeitsbedingungen – insbesondere bei Hardware, Server-Ressourcen und der Ausstattung der Arbeitsplätze. Defekte Schreibtischstühle wandern regelmäßig durchs Gebäude. Ergonomische Arbeitsplatzausstattung muss eigens durch die Führungskraft beantragt werden. Aufgrund von Platzmangel und häufigen Personalwechseln werden Arbeitsplätze immer wieder verlagert, und die Ausstattung ist von Büro zu Büro unterschiedlich. Auszubildende erhalten meist gebrauchte, teils stark abgenutzte Hardware. Einige Büros sind Großraumbereiche, deren Geräuschpegel eher an ein Callcenter erinnert. Für konzentriertes und effizientes Arbeiten blieb mir persönlich oft nur das Homeoffice. Derzeit wird ein neues Firmengebäude gebaut, was diese Probleme beheben soll.
Kommunikation
Nach eigenen Angaben folgt die Führung dem „Minimalprinzip“ in der Kommunikation. Das wirkt sich spürbar negativ auf nahezu alle Arbeitsbereiche aus. Es fehlt an Austausch sowohl zwischen den Führungskräften als auch zwischen ihnen und den Mitarbeitenden. Ein einziges jährliches, unternehmensweites Meeting soll sämtliche offenen Fragen des Jahres klären. Entscheidungen werden häufig ohne Beteiligung der Betroffenen getroffen und anschließend ohne nähere Erläuterung umgesetzt. In Teammeetings wird bewusst nur das absolut Notwendige im kleinsten Rahmen besprochen – unnötige Besprechungen gibt es hier nicht, aber oft auf Kosten der Transparenz. Neue Mitarbeitende haben Schwierigkeiten, die für ihre Arbeit nötigen Informationen zu erhalten, da Dokumentationen fehlen und Wissen fast ausschließlich über erfahrene Kollegen weitergegeben wird. Führungskräfte kümmern sich selten aktiv darum, Wissen zu vermitteln; Mitarbeitende müssen es sich in der Regel selbst einholen.
Gleichberechtigung
in der Gleichberechtigung sehe ich keine Probleme
Interessante Aufgaben
Die Aufgabenvielfalt bei UHB ist sehr hoch, sodass grundsätzlich jeder einen passenden Tätigkeitsbereich finden kann. Die Arbeitsbelastung hängt stark von der jeweiligen Verantwortung und dem Kundenbedarf ab: Phasen mit mehreren entspannten Monaten können sich abrupt mit Wochen intensiven Stresses abwechseln. Der Einfluss auf die eigenen Aufgaben ist begrenzt – einige Bereiche sind beliebt, andere werden eher ungern übernommen, und letztlich entscheidet die Führungskraft über die Verteilung. Für Auszubildende besteht hier kaum Gestaltungsspielraum. Das Unternehmen fördert zwar aktiv die Übernahme von Verantwortungsbereichen innerhalb der Software, scheitert jedoch daran, klare Karriereperspektiven für Mitarbeitende zu entwickeln. Verantwortung zu übernehmen ist einfach, eine entsprechende Anerkennung im Gehalt erfolgt jedoch selten.
Mehrfach kam es vor, dass Mitarbeitende in fachfremden Bereichen wie dem Support eingesetzt wurden.