Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gibt viele Ansprechpartner und bei über der Hälfte davon habe ich den Eindruck dass diese auch wirklich bemüht sind und was ändern oder helfen wollen.
Das ganz langsam ein Wandel stattfindet und man altbackene Denkweisen ablegt und sich für mehr nach den Bedürfnissen der Angestellten richten muss. Progression findet statt.
Einem innerhalb der Klinik bei eigenen gesundheitlichen Befindlichkeiten schnell geholfen wird.
Ebenso bietet das Klinikum Vergünstigungen, Kurse und Veranstaltungen an, sowie Events.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das anfängliche Versprechen nicht gehalten wurden - Weiterbildung/Aufstiegsmöglichkeiten.
Das die Mühlen in der Verwaltung sehr langsam drehen und dort gefühlt die linke Hand nicht weiß was die rechte Hand macht und diese auch jeweils total unterschiedlich Entscheidungen treffen zum gleichen Thema. Ebenso dass das Personal dort teils auf veralteten rechtlichen Stand ist.
Dass es eine sehr schlechte Übersicht gibt für Produkte - wo bestellt man diese konkret z.B. mal über die Medizintechnik, mal über die Materialwirtschaft und mal brauch es gesonderte Anträge und dann fängt man wieder von vorne an obwohl die Produkte seit Jahren bekannt sind.
Die Räumlichkeiten sind in keinster Weise für das Personal ausgelegt - alles sehr provisorisch und Notlösungen.
Verbesserungsvorschläge
Dringend den Haustarif überarbeiten und auch kleinere wichtige Berufsgruppen fair bezahlen, sowie berücksichtigen und nicht nur irgendwo mit reindrücken und dann eine endlose zusätzliche Aufzählung von Tätigkeiten anhängen bei denen man selber merken sollte.. "okay.. hier stimmt was nicht bei den ganzen Sonderaufgaben und trotzdem wird es nur bezahlt wie jemand der das alles nicht macht in der selben Berufsgruppe". Hat für mich nichts mit Gleichgerechtigkeit in der Bezahlung zu tun.
Die Müllberge reduzieren. Gleiches gilt für das endlose Ausdrucken von irgendwelchen Anträgen, Patientenakten oder anderen Dingen - digital sollte auch gelebt werden und nicht nur gesprochen.
Dringend die Außenwirkung durch die Vielzahl von Rauchern verbessern, welche direkt an den Eingängen rumstehen und alles dort verschmutzen durch Kippenreste, dem Geruch von Qualm und auch einfach schlecht nach außen wirkt. Das haben mir auch Patienten oft genug berichtet, dass das unschön ist und Teil auch einfach in die Zimmer zieht die direkt darüber liegen - für jemanden der genesen will nicht schön!
Vertrauenszeit einführen auch für "normale" Mitarbeiter in Bereichen in denen das möglich ist - man sitzt teilweise wirklich stundenlang nur Zeit ab, weil es einfach Phasenweise keine passenden Fälle für einen gibt.
Hier wäre ich dafür, dass die Leute kommen und gehen dürfen wir sie möchten im Rahmen einer Kernzeit die man definiert gemeinsam und ihre Arbeit erledigt haben müssen und ggf. nochmal reinkommen müssen wenn etwas notfallmäßig ansteht. Ich wäre da sogar bereit samstags reinzukommen als Ausgleich.
Leistung sollte belohnt werden.
Es gibt Leute die machen richtig viel und andere ruhen sich auf diesen Leistungen aus bzw. werden mitgezogen.
Das fühlt sich einfach sehr ungerecht an und demotiviert zusehends.
Arbeitsatmosphäre
Sie ist schwankend. Meine direkten Vorgesetzten sind menschlich super und fachlich äußerst kompetent. Als sehr spezielles MTA/MT-Team fällt man bei jeglichen Tarifverhandlungen hinten runter und oft wissen die Personaler nicht was das Tätigkeitsfeld überhaupt beinhaltet und man rennt allem hinterher, über Monate oder gar Jahre. Schwierig sind ebenfalls die tristen und altbackenen Räumlichkeiten ohne Tageslicht oder Frischluft.
Image
Das ist 50/50. Wie in fast jeder Firma und hängt auch sehr mit den jeweiligen Departments und Personal dort ab. Was definitiv bleibt, dass man einen krisensicheren Job hat und relativ gut abgesichert ist.
Work-Life-Balance
Ist definitiv vorhanden! Und würde auch eine 4/5 verdienen, wenn da nicht ein Punkt wäre der mich sehr stört, dazu weiter unten mehr. Es gibt keine Dienste oder Schichten bei uns, keine Arbeit am Wochenende oder Feiertagen, sowie eine zum großen Teil geregelte Arbeitszeit.Es gibt ab und an ungeplante Notfälle z.B. OPs oder anhaltende Eingriffe operativ, diese sind aber überschaubar und innerhalb unseres Teams fair verteilt und abgesprochen. Einziges starkes Manko bei unserer Abteilung ist, sonst hätte ich höher bewertet, dass man seine Zeit stur absitzen muss obwohl man seine gesamte Arbeit für den Tag erledigt hat und auch absehbar nicht mehr zu erledigen ist - manchmal zieht sich sowas über 1-2 Wochen und man ist gestresst und demotiviert vom Nichtstun und dann wechselt es wieder ins komplette Gegenteil. Der Grund dafür ist dass wir ein sehr wellenartiges Patientenaufkommen haben und die Diagnostik stark von den Fällen abhängig ist sowie elektive Eingriffe stattfinden. Ebenfalls sind Arbeitszeitkonten vorhanden und man kann Termine durch Gleitzeit auch in den Vormittag oder ähnliches legen. Spontan sich freinehmen ist in unserer Abteilung ebenfalls möglich mit Rücksprache.
Karriere/Weiterbildung
Hier würde ich gerne 0 Sterne geben. Es gibt nichts, gar nichts, in meinem Bereich mit dem man sich fortbilden kann oder aufsteigen kann - habe es mehrfach versucht und angesprochen, jedoch ohne Resonanz. Erwähnen muss man allerdings, dass etwas wie Teamleiter oder Praxisanleitung möglich wäre, jedoch nur wenn die Gegebenheiten da sind z.B. Teamgröße. Die Praxisanleitung als solche ist, meiner Meinung nach, eine Mogelpackung und den geringen Bruttobetrag nicht Wert im Verhältnis zum Aufwand.
Gehalt/Benefits
Ich empfinde es für meine spezielle Tätigkeit als deutlich zu niedrig, für eine normale MTA-Kraft jedoch angemessen - extrem hohe Verantwortlichkeit für IONM mit Echtzeitbewertung und teils entscheidend für das operative Outcome, sowie Diagnostik auf der ITS. Daher sage ich, ohne meine spezielle Tätigkeit wäre es eine 4/5. Mit meiner Tätigkeit jedoch nur eine 2.5 von 5.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das liegt an den Unmengen an Müll produziert durch den OP und ITS, weil jedes Produkt einzeln eingeschweißt ist. Ebenfalls eine Schande, wie ich finde, ist der Eingangsbereich der ZNA und Seiteneingang der ehemaligen ZNA, sowie Hintereingang der Kinderklinik. Zum einen die ganzen Zigarettenstummeln die dort rumliegen, dann dass das Personal überhaupt am Eingang der ZNA abhängt und raucht - Außenwirkung eine glatte Null. "Raucherkabinen", die fast keiner nutzt, sondern man daneben steht, oder ähnliches, direkt in der Nähe der Frischluftanlagen steht. Das merkt man wunderbar, wenn dann in die Zimmer kalter Zigarettenrauch zieht über die Belüftung im Zimmer.
Kollegenzusammenhalt
Es kommt hier sehr auf das Individuum an. Es gibt Kollegen mit denen kann man offen reden und Absprachen treffen und es gibt Kollegen bei denen man nur mit dem Kopf schütteln kann - das wird überall ähnlich sein in anderen Firmen.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich empfinde das hier 50/50. Zum einen gibt es ältere Kollegen denen neue fachliche Kompetenz fehlt, weil seit Jahren Stagnation dort stattfindet. Es gibt aber auch Kollegen die super engagiert sind und den jüngeren viel beibringen wollen und auch über ihre Erfahrungen berichten und sie vor Fehlern schützen möchten.
Vorgesetztenverhalten
Es gibt nichts negatives über meinen Klinikchef zu berichten und auch die Oberärzte sind stets auf Augenhöhe mit mir. Kritik wird sachlich und fachlich angebracht und es findet auch ein Austausch im direkten Gespräch statt bei dem man das Gefühl hat es wird zugehört und an einer Lösung gearbeitet, wenn möglich.
Arbeitsbedingungen
Hier kann ich nur 1/5 Sternen geben. Räumlichkeiten hätten eine 0 verdient, meine technische Ausstattung eine 3.5/5 wobei man hier trennen muss zwischen OP (5/5) und ambulant bzw ITS (2.5/5).
Zur Erklärung: Positiv ist, dass es höhenverstellbare Schreibtische gibt. Die Geräte im OP, mit denen ich arbeite, tadellos funktionieren und auch in gewissen Abständen aktualisiert/modernisiert werden. Die Geräte der ITS und Ambulanz dagegen sind veraltet, langsam und einfach nur energieraubend in der Bedienbarkeit. Die Räumlichkeiten haben kein Tageslicht, keine Frischluft, eine schlechte Belüftung (besonders im Sommer), sehen wie eine Gefängniszelle aus mit Sicherheitsverwahrung und sind nicht für die Anzahl an Leuten innerhalb des Raumes gedacht. Die PCs sind leider langsam und nicht für die neue Software ausgelegt.
Kommunikation
Die Kommunikation unseres Klinikchefs ist tadellos. Ebenso informiert das Klinikum selbst regelmäßig per Mail oder Intranet (LUMI) über das aktuelle Geschehen und Lage des Klinikums. Die Kommunikation interdisziplinär ist jedoch ausbaufähig, ebenso die der Personalabteilung - man bekommt meistens kein Feedback zu Anträgen oder ähnliches - nur bei gezielter Nachfrage.
Gleichberechtigung
Hier kann ich nur eine sehr subjektive Meinung geben da ich davon nicht betroffen bin als Mann. Wie das für Frauen oder Diverse wirkt kann ich nicht beurteilen - subjektiv würde ich sagen, dass Frauen (ärztliche Kollegen) sich etwas mehr beweisen und durchsetzen müssen.
Interessante Aufgaben
Die Bewertung spiegelt nur meine routinierte Sicht dar, aber die Realität wird hier für viele eine andere sein und deutlich höher bewerten - vermutlich eine 4/5. Ich bin selbst in dem Fachbereich seit über 10 Jahren tätig und daher auch etwas abgestumpft und empfinde vieles als Routine und mittlerweile unterfordernd oder langweilig und erwarte von mir selbst auch mehr als hier möglich ist. Für jemanden der hier erst seit wenigen Monaten oder gar Jahren arbeitet wird das anders sein - viele verschiedene OPs, Fälle auf der ITS und auch den ein oder anderen ambulanten Fall. Man sieht wirklich viele verschiedene Krankheitsbilder.