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Vetter 
Pharma
Bewertung

Guter Ruf, starre Strukturen

2,8
Empfohlen
FührungskraftHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG in Ravensburg gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Spannende und anspruchsvolle Aufgaben, gute Aufstiegschancen, auch für Frauen. Die Bezahlung ist solide, in der Produktion sogar gut. Weiterbildungsangebote, JobRad und Zeitwertkonto sind vorhanden.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Starre Hierarchien, ausufernde Meetings und Entscheidungen, die in Gremien hängen bleiben. Kaum Zeit für strategisches Arbeiten oder Weiterbildung. Wenig Flexibilität bei Arbeitszeit, mobilem Arbeiten und Gehalt.

Verbesserungsvorschläge

Außerhalb des aseptischen Bereichs mehr Mut, Dinge einfach auszuprobieren, statt sie in Gremien zu zerreden. Meetings mit weniger Beteiligten und klaren Entscheidungen. Führungsschulungen auch für die oberen und langjährigen Führungskräfte, damit sie mit gutem Beispiel vorangehen. Ein Intranet, in dem man Informationen tatsächlich findet. Mehr Spielraum bei Arbeitszeit und mobilem Arbeiten und die Möglichkeit, gute Leistung auch finanziell zu belohnen. Zeit für Weiterbildung und strategisches Arbeiten fest einplanen. Ältere Kolleg*innen gezielt schulen und dort einsetzen, wo ihre Erfahrung am meisten bringt. Räume für Austausch auf dem Werksgelände schaffen. Die Werke besser an den Nahverkehr anbinden, etwa über Vereinbarungen mit Busunternehmen oder Park-and-ride mit der Stadt.

Arbeitsatmosphäre

Im Großraumbüro wird man ständig aus der Konzentration gerissen und springt von Thema zu Thema. Gerade wer Verantwortung für ein Team trägt, hat es dadurch schwer. Das Unternehmen tritt seriös und steril auf. Das passt zur Pharmabranche, im Alltag wirkt es auf Dauer aber eintönig, und man fühlt sich schnell wie eine Maschine, die nur Output liefern soll. Mit der modernen Arbeitswelt, die ich in anderen Unternehmen erlebt habe, hat das wenig zu tun.

Image

In der Region und in der Pharmabranche hat Vetter einen sehr guten Ruf. Von innen sieht manches weniger glänzend aus, als es von außen wirkt.

Work-Life-Balance

Gleitzeit gibt es, aber nur mit Einschränkungen. Die Kernarbeitszeiten sind lang, und mit vielen festen Terminen und der erwarteten Erreichbarkeit bleibt im Alltag wenig Spielraum. Mobiles Arbeiten ist möglich, allerdings nur innerhalb Deutschlands, und Präsenz im Werk wird spürbar bevorzugt. Ein Zeitwertkonto kann man eröffnen. Bei der Flexibilität insgesamt gibt es aber Nachholbedarf.

Karriere/Weiterbildung

Aufstieg ist bei Vetter gut möglich. Das Weiterbildungsangebot ist groß, nur fehlt im Alltag die Zeit, es zu nutzen oder Mitarbeitende dafür freizustellen.

Gehalt/Benefits

Insgesamt zahlt Vetter solide, in der Produktion sogar vergleichsweise gut. In anderen Bereichen ist noch Luft nach oben. Das Gehaltssystem ist transparent, aber starr. Führungskräfte können gute Leistung kaum honorieren, außerordentliche Gehaltserhöhungen sind schwer durchzusetzen. Auf Dauer sorgt das für Unmut, die Leistung lässt nach, und im schlimmsten Fall gehen gute Leute.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Licht und Schatten. Es wird einiges getan, oft steht man sich aber selbst im Weg. Mülltrennung gibt es praktisch nicht, und auch beim Essen in der Kantine könnte Nachhaltigkeit eine größere Rolle spielen. PV-Anlagen und Begrünung sind in Ordnung, umweltfreundliche Mobilität wird über JobRad gefördert. Für ein Unternehmen dieser Größe wäre mehr drin. Mit lokalen Busunternehmen ließe sich eine bessere Anbindung der Werke vereinbaren. Gemeinsam mit der Stadt genutzte Park-and-ride-Plätze am Stadtrand mit dichtem Takt zu den Werken würden auch Ravensburg entlasten. E-Mobilität und Carsharing könnten stärker gefördert werden. Schon eigene Parkflächen dafür nahe am Eingang wären ein deutliches Signal an die Belegschaft.

Kollegenzusammenhalt

Ich schätze viele meiner Kolleg*innen sehr. Insgesamt ist der Zusammenhalt aber eher lose. Man trifft sich meist nur, wenn beide Seiten einen beruflichen Nutzen davon haben. Auf dem Werksgelände gibt es kaum Räume für sozialen Austausch, und das scheint vom Unternehmen auch so gewollt. Die Hausordnung lässt sich jedenfalls so lesen: Wer arbeitet, ist da, wer nicht arbeitet, verlässt das Gelände.

Umgang mit älteren Kollegen

Ältere Mitarbeitende werden gut behandelt, teilweise sogar zu nachsichtig. Lässt die Leistung nach oder ist jemand überfordert, ändert sich kaum etwas, und die Stelle gilt als gesetzt, selbst wenn andere viele Aufgaben übernehmen müssen. Ich bin nicht dafür, ältere Mitarbeitende zu degradieren oder aus dem Unternehmen zu drängen. Sie sollten aber auf dem Laufenden gehalten und geschult werden. Außerdem sollte man prüfen, ob sie als Fachleute für bestimmte Themen oder an anderer Stelle im Unternehmen besser eingesetzt wären.

Vorgesetztenverhalten

Beim Thema Führung gibt es deutlichen Nachholbedarf, auch auf den oberen Ebenen. Neue und junge Führungskräfte werden mit Schulungen und Lehrgängen gefördert, langjährige Führungskräfte haben dagegen oft ein ganz anderes Führungsverständnis und einen anderen Wissensstand. Sinnvoller wäre es gewesen, oben anzufangen, damit die Führungsebene mit gutem Beispiel vorangeht. So entsteht der Eindruck, dass nur die Neuen Führung lernen müssen.

Arbeitsbedingungen

Die Spanne reicht vom komfortablen Einzelbüro bis zum improvisierten Arbeitsplatz. In der Produktion ergeben sich die Bedingungen meist aus den Anforderungen des Umfelds. In anderen Bereichen fehlt teils eine Klimaanlage oder Heizung, und einige Gebäude sind veraltet. Die IT-Ausstattung ist solide, schöpft ihre Möglichkeiten aber bei Weitem nicht aus. Positiv ist, dass laufend nachgebessert wird. Das Unternehmen wächst aber schneller, als die Infrastruktur mithalten kann.

Kommunikation

Die Meetingkultur ufert aus. Themen drehen Endlosschleifen, und der Kreis der Beteiligten wird gefühlt jede Woche größer. Neue Ideen bleiben in Gremien hängen. Informationen liegen verstreut an vielen Orten und sind schwer zu finden. Das Intranet sieht gut aus, die Navigation ist aber mühsam. Am Ende hilft nur ein gutes Netzwerk und das Wissen, wen man fragen muss. Alles soll schriftlich laufen, jede Formulierung muss so vorsichtig sein, dass sich niemand auf den Schlips getreten fühlt, und vorsichtshalber wird jeder Fachbereich informiert, damit sich keiner übergangen fühlt.

Gleichberechtigung

Die Aufstiegschancen sind zwischen Männern und Frauen aus meiner Sicht fair verteilt. Mit Wiedereinsteiger*innen habe ich selbst wenig Berührung, über die Bereiche hinweg wirkt es aber auch hier gut.

Interessante Aufgaben

Hier bin ich zufrieden: Ich habe jeden Tag spannende und anspruchsvolle Aufgaben. Allerdings sind es zu viele. Wer gut vorankommt, bekommt direkt Neues obendrauf, und für strategisches Arbeiten bleibt kaum Zeit.

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Puls

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.