Wertschätzung? Fehlanzeige.
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Volontariat und Vertrauen in junge Kollegen
- Kreatives Arbeiten
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Mangelnde Wertschätzung
- fehlende Führungskompetenzen und Kritikfähigkeit
- Herablassender Umgang mit Mitarbeitern
- Gehalt
- Kommunikation
Verbesserungsvorschläge
- den Mitarbeitern Wertschätzung entgegenbringen
- Kritik anhören und an den Punkten arbeiten
- Gehalt anpassen
- eine professionelle und einheitliche sowie transparente Kommunikation
- den Betriebsrat nicht als Feind ansehen
- Steuerfreibetrag anpassen, sodass Kombi aus Jobticket und Wellpass weiter möglich sind
- ein faires und respektvolles Offboarding, kein Ignorieren der Mitarbeiter, die gekündigt haben
Arbeitsatmosphäre
Wertschätzung ist leider Mangelware. Insgesamt ist die Arbeitsatmosphäre von Stress und Druck geprägt. Es werden Ziele formuliert, die schlichtweg unrealistisch wirken, was für Frust sorgt. Etliche Stellen werden nicht nachbesetzt, sodass der Stress für die verbleibenden Mitarbeiter weiter wächst. Teilweise werden Mitarbeiter gegen ihren Willen in andere Abteilungen versetzt, obwohl sie bereits seit Jahrzehnten in einer Redaktion tätig waren.
Kritik darf zwar geäußert werden, wird aber ignoriert oder abgetan. Generell wirkt der Ton oftmals herablassend.
Image
Das Image wird zunehmend schlechter. Leser und User beschweren sich schon lange, weil sie das Gefühl haben, dass die Produkte immer teurer werden, aber weniger Qualität bieten. Auch werden immer wieder reißerische Überschriften und Negativität kritisiert.
Unter den Mitarbeitern gibt es in etlichen Abteilungen großen Unmut, weil der Druck und Stress immer mehr zunimmt und Kritik nicht erwünscht zu sein scheint. In den letzten Monaten haben etliche Mitarbeiter gekündigt, auch viele, die jahrelang bei der VRM gearbeitet haben. Die Kündigungsgründe - etwa die Unzufriedenheit und der enorme Stress - werden ignoriert.
Work-Life-Balance
In den meisten Abteilungen kann man flexibel und im Home-Office arbeiten. Aber regelmäßig an Wochenenden oder Feiertagen sowie in Schichten zu arbeiten, gehört zum Arbeitsalltag dazu. Auch das Arbeiten über den Feierabend hinaus ist eine alltägliche Sache und wird zum Teil sogar erwartet, auch wenn es offiziell nicht ausgesprochen wird.
Viele Themen nimmt man zudem nach Feierabend mit nachhause. Dahingehend (etwa zum Thema mentale Belastung bei besonders anspruchsvollen Recherchen o.Ä.) hat das Unternehmen bislang wenig getan, erst dieses Jahr wurde in größerer Runde kommuniziert, welche Angebote es gibt (diese sind aber nicht von der VRM selbst).
Karriere/Weiterbildung
Für Volontäre gibt es viele Angebote. Für ausgebildete Redakteure sieht das wiederum anders aus. Es gibt zwar die Möglichkeit E-Trainings zu absolvieren, aber hierfür fehlt schlichtweg die Zeit. Teilweise werden Weiterbildungen wegen Personalmangel nicht genehmigt.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt für Redakteure liegt weit unter dem Tarif von Zeitungsredakteuren. Auch die Aussicht auf Besserung ist nicht wirklich gegeben. Es gab zwar 2025 eine Gehaltserhöhung (wobei manche Mitarbeiter diese nicht bekommen haben), aber das war die erste seit sehr vielen Jahren. Trotzdem ist das Gehalt im Vergleich zu anderen Medienhäusern unterdurchschnittlich.
Es gibt ein paar Corporate Benefits und einen Steuerfreibetrag, den man bspw. für das Jobticket nutzen kann. Doch hier gibt es einen Nachteil, von dem viele Mitarbeiter betroffen sind: Ab 2026 ist eine Kombination aus dem Jobticket und dem Wellpass (eine Art Mitgliedschaft für viele Fitnessstudios und Co.) nicht mehr möglich - aus Kostengründen. Hierbei geht es um rund 30 Cent pro Mitarbeiter.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In der Zentrale wird viel getan, in den Außenredaktionen eher weniger.
Kollegenzusammenhalt
Es kommt auf die Abteilung an, aber durch den steigenden Druck wird auch dieser weniger. Dennoch sind die netten Kollegen das, was viele im Unternehmen hält.
Umgang mit älteren Kollegen
Älterer Kollegen werden eher herablassend behandelt. Ihre Kritik wird oft abgetan, im Sinne von: Er/sie will sich nicht an die Veränderungen anpassen.
Vorgesetztenverhalten
Führungskräfte gehen vielen Konflikten aus dem Weg. Hier ist der Tenor: Es ist eben, wie es ist, wem es nicht passt, der kann gehen. An Kritikfähigkeit mangelt es meiner Meinung nach extrem. Belastungen am Arbeitsplatz werden zwar erkannt, doch dagegen wird nichts getan. Hier hieß es etwa mal in puncto Stress: "Am Stress kann man nichts ändern, wir sind eben ein tagesaktuelles Medium". Zudem ist der Umgang der Führungskräfte mit gewissen Kollegen herablassend. Besonders ältere Kollegen oder langzeiterkrankte Kollegen wurden in Gesprächen als Störfaktor ernannt.
Wenn Mitarbeiter kündigen, werden sie von der Chefredaktion bis zum Ende ihrer Tätigkeit ignoriert. An klärenden Gesprächen oder einem professionellen und respektvollem Offboarding scheint kein Interesse zu bestehen. Auch hier war in der Vergangenheit der Tenor: Jeder ist ersetzbar. Dass dabei Lokalkompetenzen verloren gehen, scheint egal.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung ist abteilungsabhängig. In den Redaktionen hat eigentlich jeder Mitarbeiter einen Laptop, ein Diensthandy und Tablet. Bei der IT ist allerdings Luft nach oben. Es gab Phasen, in denen jeden Morgen das Anmelden in dem System (Citrix) nicht funktioniert hat.
Großraumbüros haben eine eher schlechte Akustik. Die Außenredaktionen sind deutlich schlechter ausgestattet als die Zentrale in Mainz. Zum Teil gibt es in den Redaktionen nicht einmal genug Plätze für die Anzahl der Mitarbeiter.
Kommunikation
Die Kommunikation ist sehr intransparent, Entscheidungen werden von der Führungsebene erst kommuniziert, wenn sie bereits beschlossene Sache sind. Dass Mitarbeiter gegen ihren Willen versetzt werden, wird offiziell anders verkauft. Generell wirkt der Ton oftmals herablassend.
Gleichberechtigung
Es gibt erfreulicherweise viele Frauen in Führungspositionen, die Chefredaktion ist allerdings bis auf eine Person ausschließlich männlich.
Interessante Aufgaben
Abteilungsabhängig.

