Ihr Unternehmen?

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Wenger 
Engineering
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Potential vorhanden, aber viel Luft nach oben.

2,3
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr für dieses Unternehmen in Ulm gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

- Führungskräfte in Leadership und Konfliktlösung schulen.
- Führungskräfte nach Führungsqualifikation, nicht nach Fachwissen oder Firmenzugehörigkeit (Peter-Prinzip) auswählen.
- Mehr Vielfalt bei Erfahrung, Hintergrund und Perspektiven fördern.
- Entscheidungen transparenter treffen und Kritik ernst nehmen.
- Projekte effizienter umsetzen, statt sich in Details zu verlieren.
- Work-Life-Balance für alle ermöglichen, nicht nur für Selbstbewusste.
- Nachhaltigkeit klar als Ziel verankern und konsequent leben.

Arbeitsatmosphäre

Die Grundhaltung im Unternehmen ist stark von einer „Business first – wer nicht alles für den Job gibt, ist hier falsch“-Mentalität geprägt. Work-Life-Balance wird eher belächelt, und wer Ideen wie eine 4-Tage-Woche anspricht, stößt auf Unverständnis. Führungskräfte wirken permanent beschäftigt und gehetzt, was eine angespannte Grundstimmung erzeugt. Effizienz wird von allen erwartet, gleichzeitig verliert man sich oft in endlosen Detaildiskussionen, ohne zum Wesentlichen zu kommen. Mitarbeitende, die nicht diesem „Busy-Vibe“ folgen, werden schnell als nicht passend wahrgenommen – selbst wenn sie engagiert arbeiten.

Work-Life-Balance

Für Mitarbeitende mit Selbstbewusstsein und entsprechendem Standing lässt sich eine sehr gute Work-Life-Balance erreichen. Berufseinsteiger oder weniger gefestigte Kolleginnen und Kollegen sind dagegen stärker dem hohen Leistungsdruck ausgesetzt, der aus der allgemeinen Arbeitsatmosphäre resultiert.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Es gibt einzelne umweltfreundliche Maßnahmen wie E-Autos oder eine (einmalige) Baumpflanzaktion. Ein systematischer Ansatz zu Nachhaltigkeit oder ein CSR-/ESG-Bericht ist nicht erkennbar.

Karriere/Weiterbildung

Es gibt keine Entwicklungspläne oder strukturierten Karrierepfade. Mitarbeitende müssen sich ihre Positionen und Aufgaben oft selbst definieren und auf Umsetzung hoffen, ohne Rückmeldung oder gezielte Förderung. Wer Eigeninitiative zeigt und im Unternehmen als „Gestaltertyp“ akzeptiert wird, kann durchaus interessante Projekte umsetzen – diese Möglichkeit steht jedoch nicht allen gleichermaßen offen.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt hängt stark von der jeweiligen Gruppe ab. Es gibt klare Grüppchenbildung, ein echtes „Gesamtteam“-Gefühl existiert nicht. Konflikte – bis hin zu Mobbing – werden nicht direkt gelöst, sondern umgangen, beispielsweise durch räumliche Trennung, ohne die Ursache anzusprechen.

Umgang mit älteren Kollegen

Das Unternehmen stellt überwiegend Berufseinsteiger ein, was jungen Talenten Chancen bietet und frischen Wind ins Team bringt. Andererseits fehlt es dadurch häufig an erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, was die Projektumsetzung erschwert und zu unnötigen Schleifen führt. Diese Personalstruktur ist aus Kostensicht nachvollziehbar, hat jedoch klare Auswirkungen auf Effizienz und Qualität der Arbeit.

Vorgesetztenverhalten

Führung zählt zu den größten Schwachstellen im Unternehmen. Es gibt keine Führungskraft, die ihre Aufgabe konsequent und professionell wahrnimmt. Teilweise wird Verantwortung vollständig an Mitarbeitende delegiert – ohne die nötige Unterstützung oder angemessene Vergütung. Konflikte werden nicht aktiv angegangen, sondern eher verwaltet. Die Geschäftsführung umgibt sich mit Ja-Sagern. Kritische Stimmen und Veränderungswille werden überhört oder hingehalten, sodass engagierte Mitarbeitende früher oder später frustriert sind und das Unternehmen verlassen.

Das Unternehmen wirkt oft orientierungslos, springt von einer Idee zur nächsten und vollzieht abrupte Richtungswechsel. Dieses ständige Nachrennen kurzfristiger Lösungen sorgt für Unsicherheit und Frustration bei den Mitarbeitenden.

Arbeitsbedingungen

Die Büroräume sind modern und gut ausgestattet.

Kommunikation

Es fehlt an klaren Prozessen für eine effektive und zielgerichtete Kommunikation. In Meetings verliert man sich häufig in Details und endlosen Monologen, wodurch Zeitpläne regelmäßig überschritten werden und konkrete Ergebnisse ausbleiben. Strategien und Unternehmensziele sind wechselhaft und oft nicht nachvollziehbar oder gar nicht vorhanden. Zahlen und Entscheidungsgrundlagen bleiben intransparent. Ein Teil der internen Kommunikation wirkt bevormundend und erinnert eher an Eltern-Kind-Ansprache als an einen professionellen Austausch unter Erwachsenen. Feedback auf Vorschläge erfolgt selten bzw. zeitlich verzögert, wodurch Eigeninitiative ins Leere läuft.

Die Feedbackprozesse sind nicht anonym, was ehrliches und offenes Feedback erschwert. Dies führt zu einer Hemmschwelle, Probleme oder Kritik klar anzusprechen. Ein vertrauensvolles Miteinander wird dadurch beeinträchtigt und behindert eine konstruktive Weiterentwicklung.

Gehalt/Benefits

Die Bezahlung wirkt nicht transparent oder fair. Langjährige Mitarbeitende genießen automatisch volles Vertrauen und oft bessere Konditionen, unabhängig von Leistung. Neuere Mitarbeitende müssen sich dagegen ständig beweisen.

Gleichberechtigung

Es gibt vereinzelt deutliche Gehaltsunterschiede, selbst bei gleicher Position und vergleichbarer Verantwortung. Abgesehen vom Geschlechterverhältnis ist die Belegschaft sehr homogen zusammengesetzt, sodass Vielfalt insgesamt kaum vorhanden ist.

Interessante Aufgaben

Das Unternehmen bewegt sich in einem spannenden, zukunftsorientierten Umfeld rund um Wasserstofftechnologien. Die Arbeit ist abwechslungsreich und bietet Einblicke in neue Themenfelder und Projekte mit Pioniercharakter.

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Arbeitgeber-Kommentar

David WengerCEO

Liebe ehemalige Kollegin,

vielen Dank für dein ausführliches Feedback. Es ist fast ausschließlich negativ. Das finde ich sehr schade. Ich habe dich grundsätzlich als sehr positiv dem Team und der Aufgabe gegenüber in Erinnerung. Aber offenbar siehst du es fast ein Jahr nach deinem Ausscheiden anders.

Bitte lass mich auf einige deiner Kritikpunkte näher eingehen:

Für deine „Kritik“, dass man bei uns Gas geben muss und Ergebnisse gefordert sind, danke ich dir. Leute, die einfach nur ein Dach über dem Kopf suchen, passen nicht zu uns. Letzte Woche habe ich mit einer Kollegin gesprochen, die vor drei Jahren nach dem Studium zu uns gekommen ist. Heute „rockt“ sie eine große Baustelle fast im Alleingang. Darauf ist sie zu Recht sehr stolz. Es ist aber das Ergebnis von viel Engagement und dem regelmäßigen Verlassen der Komfortzone.

Dass unsere Strukturen durch das starke Wachstum der letzten Jahre nicht up to date waren, ist richtig. Seit deinem Abgang vor einem Jahr haben wir jedoch zusätzliche Führungskräfte eingestellt, sowie ein neues ERP und ein neues Gehalts- und Jobmodell eingeführt, die deine angesprochenen Themen gelöst haben. Insofern ist deine Kritik hier maximal auf die Vergangenheit bezogen. Gleiches gilt für die Zufriedenheitsumfragen: diese haben wir dieses Jahr wieder anonym durchgeführt – das Ergebnis war das gleiche wie davor.

Die Idee mit dem Nachhaltigkeitsbericht finde ich interessant, und wir haben sie auf die Liste aufgenommen. Du hättest das gerne auch in deiner Zeit bei uns schon vorschlagen können. Aber du hast natürlich Recht: außer den Elektroautos, der Baumpflanzaktion mit 500 Bäumen, den zwei Wasserstoffautos, den familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen, den kostenlosen Fortbildungsveranstaltungen für mehrere 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der ganzen Welt, der Spendenaktion für ukrainische Krankenhäuser (€30k), den tausenden Euro Spenden an gemeinnützige Zwecke, den Bahncards für Mitarbeitende, der Unterstützung für langzeitkranke MA, den Infoveranstaltungen für Studierende, den ehrenamtlichen Gastvorlesungen an Unis, der Unterstützung des Wenger-Einsteinmarathon-Teams und den hunderten Projekten im Bereich Energie- und Verkehrswende tun wir tatsächlich nicht so viel. Dass ich das nicht an die große Glocke hänge kannst du mir gerne vorwerfen. Dass du es aber nicht mitbekommen hast, glaube ich dir nicht.

Dass du dich von einer Kollegin gemobbt gefühlt hast, tut mir sehr leid. Ich hätte es aber besser gefunden, wenn du es klar angesprochen hättest, statt ein Jahr später hier Vorwürfe zu erheben. Wenn ich es gewusst hätte, hätte ich selbstverständlich reagiert. Und bei anderen Fällen von Konflikten gibt und gab es selbstverständlich Reaktionen. Dass das nicht alle mitbekommen, war und ist gewollt. Insofern finde ich deine Pauschalkritik hier nicht angebracht.

Wenn du nochmal sprechen willst, bin ich gerne dazu bereit.

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