Potential vorhanden, aber viel Luft nach oben.
Verbesserungsvorschläge
- Führungskräfte in Leadership und Konfliktlösung schulen.
- Führungskräfte nach Führungsqualifikation, nicht nach Fachwissen oder Firmenzugehörigkeit (Peter-Prinzip) auswählen.
- Mehr Vielfalt bei Erfahrung, Hintergrund und Perspektiven fördern.
- Entscheidungen transparenter treffen und Kritik ernst nehmen.
- Projekte effizienter umsetzen, statt sich in Details zu verlieren.
- Work-Life-Balance für alle ermöglichen, nicht nur für Selbstbewusste.
- Nachhaltigkeit klar als Ziel verankern und konsequent leben.
Arbeitsatmosphäre
Die Grundhaltung im Unternehmen ist stark von einer „Business first – wer nicht alles für den Job gibt, ist hier falsch“-Mentalität geprägt. Work-Life-Balance wird eher belächelt, und wer Ideen wie eine 4-Tage-Woche anspricht, stößt auf Unverständnis. Führungskräfte wirken permanent beschäftigt und gehetzt, was eine angespannte Grundstimmung erzeugt. Effizienz wird von allen erwartet, gleichzeitig verliert man sich oft in endlosen Detaildiskussionen, ohne zum Wesentlichen zu kommen. Mitarbeitende, die nicht diesem „Busy-Vibe“ folgen, werden schnell als nicht passend wahrgenommen – selbst wenn sie engagiert arbeiten.
Work-Life-Balance
Für Mitarbeitende mit Selbstbewusstsein und entsprechendem Standing lässt sich eine sehr gute Work-Life-Balance erreichen. Berufseinsteiger oder weniger gefestigte Kolleginnen und Kollegen sind dagegen stärker dem hohen Leistungsdruck ausgesetzt, der aus der allgemeinen Arbeitsatmosphäre resultiert.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt einzelne umweltfreundliche Maßnahmen wie E-Autos oder eine (einmalige) Baumpflanzaktion. Ein systematischer Ansatz zu Nachhaltigkeit oder ein CSR-/ESG-Bericht ist nicht erkennbar.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt keine Entwicklungspläne oder strukturierten Karrierepfade. Mitarbeitende müssen sich ihre Positionen und Aufgaben oft selbst definieren und auf Umsetzung hoffen, ohne Rückmeldung oder gezielte Förderung. Wer Eigeninitiative zeigt und im Unternehmen als „Gestaltertyp“ akzeptiert wird, kann durchaus interessante Projekte umsetzen – diese Möglichkeit steht jedoch nicht allen gleichermaßen offen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt hängt stark von der jeweiligen Gruppe ab. Es gibt klare Grüppchenbildung, ein echtes „Gesamtteam“-Gefühl existiert nicht. Konflikte – bis hin zu Mobbing – werden nicht direkt gelöst, sondern umgangen, beispielsweise durch räumliche Trennung, ohne die Ursache anzusprechen.
Umgang mit älteren Kollegen
Das Unternehmen stellt überwiegend Berufseinsteiger ein, was jungen Talenten Chancen bietet und frischen Wind ins Team bringt. Andererseits fehlt es dadurch häufig an erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, was die Projektumsetzung erschwert und zu unnötigen Schleifen führt. Diese Personalstruktur ist aus Kostensicht nachvollziehbar, hat jedoch klare Auswirkungen auf Effizienz und Qualität der Arbeit.
Vorgesetztenverhalten
Führung zählt zu den größten Schwachstellen im Unternehmen. Es gibt keine Führungskraft, die ihre Aufgabe konsequent und professionell wahrnimmt. Teilweise wird Verantwortung vollständig an Mitarbeitende delegiert – ohne die nötige Unterstützung oder angemessene Vergütung. Konflikte werden nicht aktiv angegangen, sondern eher verwaltet. Die Geschäftsführung umgibt sich mit Ja-Sagern. Kritische Stimmen und Veränderungswille werden überhört oder hingehalten, sodass engagierte Mitarbeitende früher oder später frustriert sind und das Unternehmen verlassen.
Das Unternehmen wirkt oft orientierungslos, springt von einer Idee zur nächsten und vollzieht abrupte Richtungswechsel. Dieses ständige Nachrennen kurzfristiger Lösungen sorgt für Unsicherheit und Frustration bei den Mitarbeitenden.
Arbeitsbedingungen
Die Büroräume sind modern und gut ausgestattet.
Kommunikation
Es fehlt an klaren Prozessen für eine effektive und zielgerichtete Kommunikation. In Meetings verliert man sich häufig in Details und endlosen Monologen, wodurch Zeitpläne regelmäßig überschritten werden und konkrete Ergebnisse ausbleiben. Strategien und Unternehmensziele sind wechselhaft und oft nicht nachvollziehbar oder gar nicht vorhanden. Zahlen und Entscheidungsgrundlagen bleiben intransparent. Ein Teil der internen Kommunikation wirkt bevormundend und erinnert eher an Eltern-Kind-Ansprache als an einen professionellen Austausch unter Erwachsenen. Feedback auf Vorschläge erfolgt selten bzw. zeitlich verzögert, wodurch Eigeninitiative ins Leere läuft.
Die Feedbackprozesse sind nicht anonym, was ehrliches und offenes Feedback erschwert. Dies führt zu einer Hemmschwelle, Probleme oder Kritik klar anzusprechen. Ein vertrauensvolles Miteinander wird dadurch beeinträchtigt und behindert eine konstruktive Weiterentwicklung.
Gehalt/Benefits
Die Bezahlung wirkt nicht transparent oder fair. Langjährige Mitarbeitende genießen automatisch volles Vertrauen und oft bessere Konditionen, unabhängig von Leistung. Neuere Mitarbeitende müssen sich dagegen ständig beweisen.
Gleichberechtigung
Es gibt vereinzelt deutliche Gehaltsunterschiede, selbst bei gleicher Position und vergleichbarer Verantwortung. Abgesehen vom Geschlechterverhältnis ist die Belegschaft sehr homogen zusammengesetzt, sodass Vielfalt insgesamt kaum vorhanden ist.
Interessante Aufgaben
Das Unternehmen bewegt sich in einem spannenden, zukunftsorientierten Umfeld rund um Wasserstofftechnologien. Die Arbeit ist abwechslungsreich und bietet Einblicke in neue Themenfelder und Projekte mit Pioniercharakter.