Außen hui, innen pfui - bei der Konkurrenz besser aufgehoben!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Benefits und die grundsätzlich gute technische Ausstattung. Hier gibt es tatsächlich wenig auszusetzen. Schade nur, dass gute Benefits allein noch keinen guten Arbeitgeber ausmachen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Man könnte meinen, man arbeitet hier bei Parship 2.0. Innerhalb des Unternehmens scheint sich vieles um persönliche Beziehungen, Sympathien und die richtigen Kontakte zu drehen. Wer mit den richtigen Leuten gut gestellt ist, hat meiner Erfahrung nach deutlich bessere Karten – sei es bei interessanten Projekten, Gehaltsentwicklungen oder anderen beruflichen Möglichkeiten.
Leistung und fachliche Kompetenz rücken dabei leider häufig in den Hintergrund. Stattdessen hat man zunehmend das Gefühl, dass nicht entscheidend ist, was man kann, sondern wen man kennt.
Für mich hat das wenig mit einer fairen und leistungsorientierten Unternehmenskultur zu tun.
Verbesserungsvorschläge
Führungskräfte stärker in die Verantwortung nehmen, anstatt Probleme bei den Mitarbeitenden zu suchen. Eine ehrliche Selbstreflexion der Führungsebene wäre meiner Meinung nach ein guter Anfang.
Außerdem wäre es an der Zeit, die Unternehmenskultur grundlegend zu überdenken. Weniger Grüppchenbildung und Vetternwirtschaft, dafür mehr Transparenz, Wertschätzung und faire Entwicklungsmöglichkeiten unabhängig davon, mit wem man sich besonders gut versteht.
Leistung sollte mehr zählen als persönliche Beziehungen. Und vielleicht sollte man intern erst einmal die Werte leben, mit denen man nach außen so gerne wirbt.
Ehrlichkeit und Wertschätzung sollten schließlich keine reinen Marketingbegriffe sein!
Arbeitsatmosphäre
Wenn man nicht allzu viel Wert auf die Meinungen anderer legt und sich aus internen Angelegenheiten weitestgehend heraushält, kann man sich die Arbeitsatmosphäre durchaus angenehm gestalten. Man sollte sich allerdings nicht zu sehr in alles hineinziehen lassen und sich lieber auf seine eigenen Aufgaben konzentrieren.
Image
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen wirklich gut. Besonders auf LinkedIn versteht man es, sich als modernen, mitarbeiterorientierten Arbeitgeber darzustellen. Zwischen dieser Außendarstellung und dem, was man intern tatsächlich erlebt, liegen meiner Erfahrung nach allerdings teilweise Welten. Marketing kann das Unternehmen definitiv.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance wird in diesem Unternehmen großgeschrieben – zumindest nach außen. In der Praxis sollte man allerdings genauer hinschauen.
Es wird mit Gleitzeit und Flexibilität geworben. Was dabei gerne unerwähnt bleibt: Jede einzelne Minute der Arbeitszeit muss verbucht werden, selbst wenn man interne Aufgaben erledigt.
Dass in einem Beratungsunternehmen die Stunden auf Kundenprojekte gebucht werden müssen, ist völlig normal. Hier geht es allerdings deutlich darüber hinaus. Selbst für die kleinsten Tätigkeiten stellt sich ständig die Frage: Worauf buche ich das jetzt?
Und kommt bloß nicht auf die Idee, euch zwischendurch mal länger mit Kollegen auszutauschen. Denn am Ende des Tages müsst ihr trotzdem eure 40 Stunden vollständig verbucht haben. So aus einer 40Stunden Woche schnell eine 60Stunden Woche werden.
Es sei denn, man macht es wie manche Kollegen und bucht auch private Gespräche einfach auf Kundenprojekte. Dann lässt sich die 40-Stunden-Woche natürlich deutlich entspannter gestalten. :) Für mich hat das wenig mit der viel beworbenen Work-Life-Balance zu tun. Flexible Arbeitszeiten bringen schließlich wenig, wenn gleichzeitig jede Minute gerechtfertigt werden muss
Karriere/Weiterbildung
Fehlanzeige. Die interne Academy ist meiner Erfahrung nach nahezu die einzige Möglichkeit sich "weiterzubilden". Darüber hinaus habe ich kaum strukturierte Möglichkeiten zur individuellen Weiterentwicklung wahrgenommen. Wer sich gezielt fachlich oder beruflich weiterentwickeln möchte, sollte hier keine allzu großen Erwartungen haben. bzw. besser fern bleiben.
Gehalt/Benefits
Die Benefits sind wirklich gut, das muss man dem Unternehmen lassen. Allerdings können diese meiner Meinung nach die teilweise erheblichen Gehaltsunterschiede innerhalb derselben Position nicht ausgleichen. Meiner Erfahrung nach kommt es bei der Gehaltsentwicklung weniger darauf an, welche Leistung man tatsächlich erbringt, sondern vielmehr darauf, wie gut man mit den richtigen Personen und Führungskräften gestellt ist. Wer die richtigen Kontakte hat, scheint hier deutlich bessere Chancen zu haben.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
k.A
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist einigermaßen in Ordnung, solange man seine Gruppe gefunden und sich einen guten Bekanntenkreis über verschiedene Abteilungen hinweg aufgebaut hat bzw. von den richtigen Leuten akzeptiert wird.
Je länger man im Unternehmen ist, desto deutlicher wird allerdings, wie ausgeprägt die Grüppchenbildung ist und wie viel hinter dem Rücken anderer geredet wird.
Besonders kritisch sehe ich, dass die Fakturierung einen sehr hohen Stellenwert hat und sich die abrechenbaren Stunden auch auf Gehaltsverhandlungen auswirken können. Wenn man bei bestimmten Projektleitern nicht gut ankommt, kann das meiner Erfahrung nach zum Nachteil werden. Gerade wenn Projekte überbucht sind, entsteht der Eindruck, dass die eigenen Stunden teilweise nach Ermessen gekürzt oder nicht beim Kunden abgerechnet werden. Für die betroffenen Mitarbeitenden kann das ziemlich frustrierend sein, insbesondere wenn sie ihre Arbeit trotzdem geleistet haben und wenn das die Geundlage einer gehaltserhöhung ist.
Umgang mit älteren Kollegen
Nach außen hin scheint der Umgang mit älteren Kollegen respektvoll und wertschätzend zu sein. Schaut man allerdings etwas genauer hin, bekommt man mit, wie häufig hinter dem Rücken anderer geredet und gelästert wird. Für mich passt das leider nicht zu dem Bild von Wertschätzung und Zusammenhalt, das das Unternehmen gerne nach außen vermittelt.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten ist meiner Erfahrung nach alles andere als vorbildlich. Unabhängig vom Standort hatte ich den Eindruck, dass sich die Führungskräfte, die sich hier „Heads of“ nennen, kaum für ihre Mitarbeitenden interessieren.
Selbst wenn man das Glück hat, einer dieser Führungskräfte persönlich zu begegnen, die teilweise sogar auf derselben Etage sitzen, wird man nicht einmal gegrüßt. Stattdessen wird mit einer für mich ziemlich arrogant wirkenden Haltung einfach vorbeigelaufen.
Ansonsten bekommt man von der Führungsebene im Arbeitsalltag herzlich wenig mit. Die Verantwortlichen wirken auf mich regelrecht mitarbeiterscheu und lassen sich nur selten blicken.
Von Menschen in Führungspositionen erwarte ich nicht, dass sie täglich persönliche Gespräche mit jedem Mitarbeitenden führen. Aber ein Mindestmaß an Interesse, Wertschätzung und vor allem ein einfaches „Guten Morgen“ sollte selbstverständlich sein. Wer Führung übernehmen möchte, sollte diese auch im täglichen Umgang mit den Mitarbeitenden vorleben.
Arbeitsbedingungen
Grundsätzlich wird einem alles Notwendige für die tägliche Arbeit zur Verfügung gestellt. An der technischen Ausstattung gibt es daher wenig auszusetzen. Allerdings machen für mich gute Arbeitsbedingungen deutlich mehr aus als nur die Bereitstellung von Arbeitsmitteln. Berücksichtigt man die bereits genannten Umstände im Arbeitsalltag, kann ich diesen Bereich insgesamt leider nicht positiv bewerten.
Kommunikation
Es finden regelmäßig Stand-up-Calls statt, in denen hauptsächlich darüber gesprochen wird, wie gut alles läuft und welche Erfolge erzielt wurden. Kritische Themen oder weniger positive Entwicklungen werden hingegen kaum angesprochen. Dadurch entsteht für mich der Eindruck, dass Transparenz nur dort gelebt wird, wo es etwas Positives zu berichten gibt.
Gleichberechtigung
Innerhalb derselben Position gibt es teilweise erhebliche Gehaltsunterschiede. Meiner Erfahrung nach liegt das leider nicht unbedingt an der Leistung, Qualifikation oder Erfahrung, sondern vielmehr daran, wie gut man mit bestimmten Personen im Unternehmen gestellt ist.
Wer die richtigen Kontakte pflegt und bei den richtigen Leuten gut ankommt, scheint deutlich bessere Karten zu haben. Fachliche Leistung und tatsächlicher Einsatz sollten meiner Meinung nach mehr zählen als persönliche Beziehungen. Von einer fairen und transparenten Gehaltsstruktur kann ich aus meiner Erfahrung daher leider nicht sprechen.
Interessante Aufgaben
Interessante Aufgaben bekommt man meiner Erfahrung nach hauptsächlich dann, wenn man bei den Projektleitern gut angesehen ist und die richtigen Kontakte im Unternehmen hat. Wer nicht zum engeren Kreis gehört oder sich nicht besonders gut mit den Projektleitern versteht, bekommt häufig die Aufgaben zugeteilt, die sonst keiner machen möchte.
Dabei sollte die Verteilung von Projekten und Aufgaben meiner Meinung nach von den Fähigkeiten, Interessen und Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeitenden abhängen und nicht davon, wie gut man persönlich mit den richtigen Leuten gestellt ist.

