Zalando möchte nur das mindeste geben und will das maximale haben.
Arbeitsatmosphäre
Führungskräfte loben nur allgemein, aber nicht individuell. Schlechte Leistungen von Mitarbeitenden, die gefühlt den ganzen Tag nur herumstehen, nichts tun oder nur schlechte Qualität abliefern, werden einfach akzeptiert. Überall sind Kameras, und es finden ständige Kontrollen statt.
Work-Life-Balance
Ich arbeite 40 Stunden pro Woche im Zweischichtsystem – teilweise bis 23:35 Uhr, jedoch ohne jeglichen Spät- oder Nachtzuschlag. Eine Zeiterfassung per Stechuhr existiert nicht; stattdessen sollen die Arbeitszeiten beim Teamleiter einsehbar sein. Auch die Pausenzeiten in der Spätschicht sind fragwürdig: Wir haben zwei Pausen – die erste dauert 25 Minuten, die zweite 10 Minuten.
Karriere/Weiterbildung
Die Möglichkeiten zur Weiterbildung sind sehr begrenzt. Man kann Ersthelfer, Brandschutzhelfer oder Sicherheitsbeauftragter werden – jedoch immer zum gleichen Gehalt, das im Vertrag festgelegt ist, also knapp über dem Mindestlohn.
Höhere Positionen soll man angeblich nur mit entsprechendem Fachwissen erhalten. Diese Aussage stimmt jedoch nicht, denn es kommt vor, dass Personen auf bestimmte Positionen befördert werden, die gerade erst von der Schule kommen und erst ein halbes Jahr im Unternehmen sind. Das ist schwer nachzuvollziehen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen haben sich massiv verschlechtert. Kontrollen in der Halle werden als Diebstahlschutz bezeichnet, doch sie wirken übertrieben: Beim Verlassen der Halle müssen regelmäßig die Schuhe ausgezogen werden. In jeder Ecke sind Kameras angebracht. Schmuck und andere hochwertige Waren müssen nach der Bearbeitung vom Teamleiter und/oder Spezialisten kontrolliert und unterschrieben werden. Zudem steht man unter konstantem Druck, eine bestimmte Stückzahl zu erreichen – andernfalls folgt ein Gespräch mit dem Teamleiter und dem Abteilungsleiter.
Kommunikation
So eine schlechte Kommunikation scheint es nur bei Zalando zu geben. Etwa 90 % der Mitarbeitenden sind ausländischer Herkunft, und viele von ihnen sprechen kaum Deutsch. Das Einzige, was man oft versteht, sind Schimpfwörter. Laut Vorgesetzten soll man Polnisch lernen, da nur wenige kein Polnisch sprechen. Da fragt man sich wirklich, ob man noch in Deutschland oder schon in Polen ist. Wichtige Informationen erhält man meist nur über Dritte – nicht direkt vom Teamleiter.
Gehalt/Benefits
Der Lohn liegt nur knapp über dem Mindestlohn – und dennoch wird das so dargestellt, als würde jedes Jahr intensiv mit der Zentrale in Berlin verhandelt, um angeblich faire Gehälter zu sichern. Mitarbeitende mit Staplerschein erhalten den gleichen Lohn wie ungelernte Kräfte, ebenso wie Fachkräfte. Weihnachts- und Urlaubsgeld gibt es erst nach einem Jahr Betriebszugehörigkeit – doch auch hier zeigt sich Zalando sehr sparsam: Nach einem Jahr erhält man lediglich 92 Euro brutto als Weihnachtsgeld.
Unabhängig davon, wie lange man im Unternehmen arbeitet, bleibt das Gehalt unverändert – es entspricht dem, was im Arbeitsvertrag steht. Eine Gewinnbeteiligung oder eine zusätzliche Vergütung für besondere Leistungen gibt es nicht – nicht einmal ein einfaches ‚Danke‘.
Interessante Aufgaben
Jeden Tag das gleiche, keine Abwechslung

