Es geht leider weiter abwärts.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Eigentlich steht das Unternehmen mit seinen Produkten, Innovationen und Menschen sehr gut da. Die Projekte sind meist auch spannend und man hat interessante Kunden. Leider alles getrübt, durch die oben erwähnten Punkte. Ich hoffe wirklich, dass sich dies bald mal ändert, da ZPS schon zu lange daran darbt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wie oben ausführlich beschrieben. Schlechte und veraltete Führung, keine adäquate und Branchenübliche Bezahlung. Kein Tarifvertrag. Ausbremsende Bürokratie und Prozesse. Zu großer "Wasserkopf". Verlust der Kernmentalität und damit Demotivierung der treibenden Mitarbeiter.
Verbesserungsvorschläge
Alle männlichen Führungskräfte ab 50 Jahren intensiv schulen, wie man sich normal und menschlich gegenüber Kollegen und Mitarbeitern verhält. Mehr bedarf es gar nicht. Subjektiv mangelt es dieser Riege an grundlegender Sozialkompetenz inkl. Selbstreflexion usw. Nur weil jemand fachlich gut ist und seit 15 Jahren tolle Arbeit leistet, heißt das bei weitem nicht, dass diese Person zur Führung geeignet ist. Besonders vor dem Hintergrund, dass jüngere Generationen sich, hoffentlich, vieles nicht mehr gefallen lassen, weniger runterschlucken und dann schneller als früher, das Unternehmen verlassen. Ferner man in der heutigen Zeit mit wechselnden Teams aus jung und alt, mit Migrationsgeschichte, ohne männlich, weiblich etc. es eines ganz anderen Stils verlangt um attraktiv und vorallem produktiv zu bleiben. Endlich vernünftige Gehälter zahlen. Einen Haustarif einführen. Die Prozesse vereinfachen. Wieder auf die Wurzeln von Zeppelin besinnen und nicht so tun wollen als wäre man Tesla, Daimler oder die NASA.
Arbeitsatmosphäre
Derzeit sehr stark geprägt von Angst und Sorge, welcher Bereich wohl als nächstes wegrationalisiert wird. Dazu die wirtschaftlich angespannte Lage. Zudem starke Unsicherheit wie es nach der Fusion weitergehen soll. Generell wird die Stimmung seit Jahren schlechter. Dazu tragen immer kompliziertere Prozesse, schlechte Führung, Bürokratie und vorallem der große Verlust der "Hands on" Mentalität, hin zu einem sich selbstverwaltenden Konzern / Großbetrieb bei. Es wird immer mehr die Kernkompetenz vergessen, nämlich spontane und individuelle Kundenlösungen zu finden, mit Menschen die wirklich Spaß und Lust daran empfinden ohne dauernd ausgebremst zu werden. Vielmehr im Fokus stehen zeitraubende Audits, Checklisten, Formulare usw. sodass man als Ingenieur mittlerweile versucht vieles zu vergeben, um mühselige interne Prozesse zu vermeiden und seine Deadlines bei den Projekten noch zu halten.
Image
Top. Das Unternehmen besitzt bei Kunden, wie bei Besuchern und Kennern der Branche sehr hohes Ansehen. Lob und Anerkennung bzw. Wertschätzung kommen diesbezüglich auch eher von außen als von innen.
Work-Life-Balance
Durschnittlich. 40h Woche, ab und an Überstunden, Homeoffice 1-2 mal die Woche, wenn man möchte. Bis auf den Außendienst hat jeder normale geregelte Arbeitszeiten, nichts besonderes. Der interne Stress nimmt nur immer weiter zu, sodass viele Kollegen entweder Dienst nach Vorschrift machen oder bei zu viel Egnagement schnell ausgelaugt sind, da dies nicht wertgeschätzt bzw. irgendwann als selbstverständlich erachtet wird. Dieses Unternehmen schafft es selbst einem Top motivierten Absolventen spätestens nach 1 Jahr die Motivation und den Willen etwas bewegen zu wollen zu nehmen.
Karriere/Weiterbildung
Wenn man die richtige Führungskraft vor sich hat werden sehr viele und sehr interessante Schulungen und Weiterbildungen angeboten. Die einem größtenteils sehr gut in seinem Arbeitsalltag helfen. Als Beispiel, bekam ich bei meinem ehemaligen Vorgesetzen knapp 6 Jahre keine Schulung genehmigt und nun innerhalb 2 Jahren bereits die vierte.
Gehalt/Benefits
Eher im unteren Durchschnitt. Durch das Fehlen eines IGM Tarifes geht einem leider ziemlich viel Geld verloren. Zudem wird sich als Maschinenbauunternehmen an einen Verdi Handelstarif nur angelehnt. Sprich, falls die Forderungen mal zu hoch sein sollten, ist man nicht daran gebunden diese auch zu übernehmen. Ferner gibt es kein. Weihnachtsgeld und auch kein Urlaubsgeld, sondern eine Erfolgsbeteiligung, auf die man jedoch, je nach wirtschaftlicher Lage, gar keinen wirklichen Einfluss als normaler Angestellter / Arbeiter hat. Parallel wird man trotzdem angehalten, irgendwie immer mehr Leistung zu bringen. Kurzgefasst Leistung soll steigen, Vergütung bleibt gleich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Auf dem Papier wird zumindest das Umweltbewusstsein sehr groß aufgehängt und es werden mehr oder weniger sinnvolle Maßnahmen ergriffen. Vogelhäuser an einer Blechfassade, die sich im Sommer auf 40-50°C erhitzt bringen nicht wirklich was, ebenso ein kürzlich gepflanster Baum, der einsam in mitten der zugepflasterten Höfe sein dasein fristet. Durch das Kernprodukt (Diesel und Gasmotoren) ist dieses Verhältnis, meiner Meinung nach, auch etwas zwiespältig. Man tendiert zwar zu einem nachhaltigen Standort mit PV Anlage usw. verpestet mit seinen Produkten jedoch an anderer Stelle wieder die Umwelt. Da sollte man sich nichts vormachen. Bezüglich Sozialbewusstsein, ist es ja ganz löblich einer Stiftung anzugehören, die viel spendet, auf der anderen Seite betreibt man jedoch Union bashing, hält den BR klein, besitzt keinen Tarifvertrag und denkt erst recht nicht daran die 40h mal zu lockern, auf 35 oder 37h, wie es bei Unternehmen dieser Größe üblich ist.
Kollegenzusammenhalt
Je stärker der Druck und das Missmanagement von außen ist, desto mehr hält man im Team zusammen. Toxisch ist nur, dass über die Jahre jede Abteilung gegen die andere durch die Führungskräfte ausgespielt bzw. gegeneinader aufgrebracht wird. Sprich im Team herrscht meist ein sehr guter Zusammenhalt, Abteilungsübergreifend absolut Mangelhaft, da die Führungskräfte unter sich ihre Themen nicht geregelt bekommen. Dies führt dazu, dass das letzte Glied in der Kette, sprich,der Monteur, der Ingenieur, Lagerist usw. andauernd irgendwelche Kleinkriege ausfechten muss, um seine Arbeit irgendwie fertig zu bekommen, was unnötigen Stress erzeugt und an manchen Stellen so hochkocht, dass sich angeschrieen wird, sich nicht mehr gegrüßt wird usw.. Wie gesagt die Führungskräfte bekommen es nicht geregelt, sodass die Konflikte unten ausgetragen werden zwischen Personen, die eigentlich nur ihre Arbeit machen wollen
Es ist zudem erschreckend, dass die reale Wertschöpfungskette nur noch durch einzelne Schlüsselpositionen, sei es ein guter Vorarbeiter, Programmierer, Ingenieur aufrechterhalten wird und man lieber die Verwaltung (HR, Controlling etc.) weiter aufbläht.
Umgang mit älteren Kollegen
Gemischt. Wie oben erwähnt wird an Führungskräften, meist männlich und jenseits der 50, vehement festgehalten, obwohl deren Führungstil bereits vor 10 Jahren veraltet war. Auf der anderen Seite werden ältere Kollegen sehr hoch geschätzt aufgrund von Wissen und Erfahrung. Ein Problem ist jedoch die Wissensvermittlung an jüngere Kollegen. Dies wird durch die erwähnten Führungskräfte nicht wirklich initiiert und viele neue fangen immer wieder bei 0 an. Wissen muss sich mühselig erfragt werden, da manche älteren Kollegen auch alles horten und nichts weitergeben wollen. Der letzte Chef hatte, als Beispiel, eine vielzahl an relevanter Unterlagen auf Festplatte C gespeichert und diese erst auf bitten, gönnerhaft zur Verfügung gestellt.
Vorgesetztenverhalten
Unterirdisch. Ich bin seit 10 Jahren im Unternehmen und habe in 3 verschiedenen Abteilungen gearbeitet und jeder Vorgesetze hatte Probleme mit: der Impulskontrolle, besaß mangelnde Empathie, betrieb Mikromanagement, hat künstlich Stress erzeugt, schwammig formulierte Aufgaben kommuniziert, mangelnde Leistungsbereitschaft oder Fachwissen unterstellt. Ich könnte ewig so weitermachen. Es wird an toxischen Führungskräften festgehalten und man akzeptiert lieber, dass dadurch viele gute Mitarbeiter das Unternehmen verlassen bzw. bereits verlassen haben. Zudem hat man eine nichtendenwollende Hierarchie von überflüssigen Teamleitern im mittleren Management angesiedelt, wodurch Probleme zur GF gar nicht durchdringen, sondern vorher säuberlich gefiltert und schön geredet werden.
Arbeitsbedingungen
Weitestgehend ist alles sehr modern eingerichtet. Es wird auch mehr und mehr auf Ergonomie, Licht, Luft etc. geachtet. Auch die Produktionshallen sowie das Lager sind sauber und aufgeräumt. Es werden zudem Laptops, Handys sowie Tablets bereitgestellt und auch turnusmäßig getauscht bzw. erneuert.
Kommunikation
Seitens GF gibt es zwar regelmäßig Video Calls, Town Hall Meetings usw. jedoch werden dort eher Wörthülsen verkündet als konkrete Dinge. Auf Fragen wird auch eher ausweichend geantwortet. Die zuverlässigste Quelle ist immernoch der Flurfunk.
Gleichberechtigung
Tendenziell kommen nach und nach mehr Frauen auch in die technischen Bereiche, was sehr zu begrüßen ist. Ansonsten kann ich diesen Punkt, aufgrund mangelnder Einbkicke nicht beurteilen, habe jedoch persönlich nie mitbekommen, dass jemand aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe etc. schlecht oder schlechter behandelt wurde.
Interessante Aufgaben
Definitiv. Fast in jedem Bereich gibt es extrem spannende Projekte. Besonders für Technik begeisterte. Diese Begeisterung wird durch bereits erwähnte interne Bürokratie und schlechte Führung meist jedoch schnell wieder zerstört.

