Früher Top-Arbeitgeber mit Perspektive – heute leider Konzernmentalität und Vertrauensverlust
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich habe Zeppelin lange als sehr attraktiven Arbeitgeber erlebt - mit spannenden Aufgaben, tollem Teamgeist und einer Kultur, die auf Vertrauen, Nachhaltigkeit und Gemeinsinn basierte. Vor etwa einem Jahr hätte ich Zeppelin noch ohne Zögern als Arbeitgeber empfohlen, bei dem man sich eine langfristige Zukunft – bis hin zum Ruhestand – vorstellen konnte.
Leider hat sich das Bild in den letzten Monaten deutlich gewandelt. Die KGF hat sich spürbar vom Stiftungscharakter und den traditionellen Werten entfernt. Es herrscht zunehmend eine Konzernmentalität, wie man sie sonst eher aus DAX-Unternehmen kennt, wenn der Druck der Quartalszahlen dominiert. Interne Beraterprogramme fokussieren sich stark auf Personalabbau und Kostensenkung – ein langfristiger, zukunftsorientierter Kurs ist aktuell kaum erkennbar.
Auffällig ist die Diskrepanz zwischen dem Anspruch nach Effizienz und dem tatsächlichen Handeln im Top-Management: Auf der einen Seite werden Mitarbeiter zur Veränderung gedrängt, auf der anderen Seite werden aufwendige Jubiläumsveranstaltungen gefeiert oder persönliche Meilensteine von unserem obersten Management in großem Stil zelebriert. Solche Signale sind in der aktuellen Lage schwer nachvollziehbar.
Ebenfalls irritierend war das Auftreten in einem Townhall-Meeting zum Personalabbau in der IT, das durch eine unpassende emotionale Reaktion seitens der HR-Spitze negativ auffiel.
Statt personelle Konsequenzen im oberen Management zu ziehen, werden Verträge vorzeitig verlängert – obwohl die aktuelle Entwicklung auch und vor allem in deren Verantwortung fällt.
Fazit:
Zeppelin war einmal ein Vorzeigeunternehmen mit einem starken sozialen Kompass. Leider ist davon aktuell nicht mehr viel zu spüren. Wer Wert auf langfristige Perspektiven und eine werteorientierte Kultur legt, sollte sich genau überlegen, ob Zeppelin derzeit noch der richtige Arbeitgeber ist.
Verbesserungsvorschläge
Transparente Kommunikation über den langfristigen Plan für das Unternehmen. Es ist schlimmer nicht zu wissen und sich das schlimmste auszumalen als einfach endlich Klarheit zu haben.
Arbeitsatmosphäre
Angespannt. Viele fragen sich, wo und wann der Personalabbau noch stattfinden wird.
Image
Wird immer schlechter.
Work-Life-Balance
Das passt aus meiner Sicht ganz gut.
Karriere/Weiterbildung
In der aktuellen Situation hat das Thema keinen Fokus.
Gehalt/Benefits
Ich denke, es ist angemessen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Auf dem Papier.
Kollegenzusammenhalt
Top
Umgang mit älteren Kollegen
Aus meiner Sicht wird teilweise zu lange an älteren Kollegen festgehalten, weil sie lange dabei sind. Ich hätte einige schon vorher vor die Tür gesetzt.
Vorgesetztenverhalten
Bezogen auf die Konzernspitze, die mit zweierlei Maß misst. Für sich selbst tolle Partys und Feiern - das Fußvolk soll sparen.
Arbeitsbedingungen
Standard
Kommunikation
Katastrophal und wenig wertschätzend. Bestes Beispiel das unpassende Lachen der obersten HR Spitze im Townhall zum Personalabbau in der IT.
Gleichberechtigung
In Summe wesentlich mehr männliche Führungskräfte, zu wenig konkrete Ziele zur Frauenförderung.
Interessante Aufgaben
Dadurch, dass aktuell unklar ist, wohin es mit Zeppelin gehen soll, herrscht Stillstand. Verwaltung und wenig Weiterentwicklung.

