Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Teamgefühl unter Kolleg:innen auf derselben Ebene ist anfangs positiv und hilfsbereit. Viele geben sich sehr viel Mühe, neue Mitarbeitende zu integrieren, und helfen ihnen bei Fragen oder Unklarheiten unkompliziert weiter. Manchmal viel auch der Satz "Wir sind froh, dass ihr da seid." Aber nur hinter vorgehaltener Hand.
Auch die Möglichkeit, in Teilzeit (3 Monate bis zur Umsetzung) zu arbeiten oder Schichten selbst einzuteilen und innerhalb der Tauschgruppen zu tauschen, bringt eine gewisse Flexibilität.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Umgang mit Kritik, Individualität und Eigeninitiative ist enttäuschend. Statt Potenziale zu fördern, wird oft kleinlich bewertet, aussortiert oder ignoriert, wer nicht ins Raster passt.
Führungskräfte agieren häufig autoritär und unnahbar, wobei persönliche Vorlieben mehr Gewicht haben als Leistung. Die Kommunikation ist intransparent und lückenhaft, Entscheidungen wirken willkürlich, aus persönlichen Gründen und nicht nachvollziehbar. Als Betroffener hast du keine Chance dich zu erklären. Besonders in Teams mit Buchstaben K,L,M,N!
Wer sich hier sicher fühlen will, muss vor allem eins: möglichst unauffällig bleiben und "unter dem Radar fliegen".
Verbesserungsvorschläge
Ein erster Schritt wäre, eine echte Feedbackkultur zu etablieren – jenseits von vorformulierten Floskeln und symbolischen „Mitarbeiterbefragungen“. Führungskräfte sollten professionell geschult und auf ihre soziale Kompetenz hin überprüft werden, anstatt sich hinter ihrer Position zu verschanzen.
Transparente Kommunikation auf Augenhöhe und nachvollziehbare Entscheidungen könnten das Vertrauen nachhaltig stärken.
Auch beim Thema Fairness wäre Nachbesserung nötig: Objektive Leistungsbewertungen statt Sympathie-basierter Personalpolitik und nachvollziehbare Karriereschritte statt willkürlicher Bevorzugungen.
Nicht zuletzt: Wer Einsatz an Feiertagen verlangt, sollte diesen auch anerkennen – nicht nur mit Worten und Stunden sondern auch wieder finanziell.
Arbeitsatmosphäre
Der äußere Eindruck mag harmonisch wirken, doch intern spürt man schnell, dass viel Kontrolle und wenig Vertrauen herrscht.
Neuen Mitarbeitenden wird kaum Raum zur Entfaltung gegeben – wer zu selbstbewusst, zu engagiert oder zu unkonventionell agiert, muss mit kritischer Beobachtung und wenig Rückhalt rechnen. Parallel wird dies jedoch in internen Schulungen gefordert. Stichwort "Hospitality"!
Anpassung steht über Individualität. Wer nicht reibungslos ins System passt, hat es schwer, sich langfristig zu behaupten.
Bei (wichtigen) Bewertungen wird nur Rücksicht auf die Meinung Höhergestellter gegeben, die jedoch nur ein Urteil von Sekunden oder 2-3 Minuten geben können. Fällt dieses negativ aus, bist du angezählt. Die Meinung deiner täglichen Kollegen, die regelmäßig mit einem zusammenarbeiten, hat überhaupt kein Gewicht.
Und das ist SEHR schade und schürt Heuchelei und Misstrauen!
Image
Nach außen wird viel Wert auf einen modernen, offenen und mitarbeiterfreundlichen Auftritt gelegt – doch diese Außenwirkung steht in starkem Kontrast zum tatsächlichen Arbeitsalltag. Hochglanzkampagnen.
Interne Kommunikation suggerieren Fortschritt und Teamgeist, während intern oft das Gegenteil erlebt wird: Entscheidungsprozesse sind träge, der Umgangston ist von Hierarchien geprägt, und echtes Interesse an Feedback bleibt selten spürbar.
Wer die Realität kennt, erkennt schnell, dass der schöne Schein vor allem nach außen poliert wird. Innen wirkt vieles angestaubt, überholt und wenig konsistent mit dem vermittelten Selbstbild. Das Gefühl von Betriebsblindheit macht sich breit; besonders wenn neue Mitarbeiter bei vermeintlich repräsentativen Umfragen außen vor gelassen werden. Ein frischer Blick ist nicht gewollt. Selbst Vielflieger/Senatoren bestätigen, dass das Image von LH stark nachgelassen hat; gerade was Details/im Kleinen betrifft.
Work-Life-Balance
Es gibt theoretisch Gestaltungsspielräume, was Dienstzeiten angeht. Praktisch bleibt der Spielraum aber überschaubar.
Auch bei Teilzeitmodellen reduziert sich nur die tägliche Stundenzahl, nicht die Häufigkeit der Einsätze. Gerade in Randzeiten wie Früh- und Spätschichten ist die Belastung hoch.
Zwar gibt es private Austauschgruppen für Schichttausch – die tatsächliche Flexibilität ist dennoch begrenzt, besonders bei kurzfristigen Bedürfnissen.
Regelmäßig wird angeraten Überstunden abzubauen, doch die Anträge dafür werden dann doch abgelehnt oder sie werden willkürlich einfach im Dienstplan eingebaut. Meist bringen diese Tage einem nichts, da sie nicht zusammenhängend sind.
Karriere/Weiterbildung
Fortbildungen werden punktuell angeboten, scheinen aber nicht systematisch gefördert zu werden.
Wer Karriere machen möchte, muss sich stark anpassen und möglichst keine Wellen schlagen.
Die interne Dynamik wirkt stark politisiert – wer aneckt oder andere Meinungen äußert, steht schnell außen vor. Loyalität (besonders gegenüber Vorgesetzten) zählt mehr als Leistung oder Potenzial.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung liegt deutlich unter dem, was man für die Anforderungen, die Flexibilität und die Belastung erwarten könnte – vor allem am Standort München.
Gerade bei Schichtarbeit, Wochenenddiensten und Feiertagseinsätzen wäre eine angemessene Anerkennung wünschenswert.
Stattdessen wurde kürzlich der Feiertagsbonus gestrichen – ein Schritt, der auf viel Unverständnis im Team gestoßen ist und das Gefühl verstärkt, dass Einsatz und Engagement finanziell kaum gewürdigt werden.
Sozialleistungen sind vorhanden, aber wenig umfangreich und kaum auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Mitarbeitenden abgestimmt. Zum Glück muss man nicht auch noch für das Parken bezahlen, wenn man mit dem eigenen Auto anreist!
Wer hier langfristig bleiben möchte, muss Abstriche machen – vor allem, wenn man auf ein stabiles Einkommen angewiesen ist - oder braucht einen langen Atem, lange genug dabei zu sein um entsprechend entlohnt zu werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen wird viel Wert auf Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung gelegt. In der Realität hapert es aber definitiv an der Umsetzung.
Abläufe wirken oft wenig ressourcenschonend, Entscheidungen werden selten mit ökologischer Rücksicht getroffen.
Auch im sozialen Bereich bleibt vieles an der Oberfläche. Vielfalt und Toleranz sind zwar Teil der Außendarstellung, intern herrscht eher Gleichmacherei, Kuschen, gegenseitiges Aushorchen und an entsprechender Stelle anschwärzen als echtes Miteinander.
Kollegenzusammenhalt
Im direkten Miteinander herrscht anfangs ein unterstützender Ton. Doch im Hintergrund schwingt stets ein gewisses Maß an Vorsicht mit.
Sätze wie „Was hier besprochen wird, bleibt unter uns“ fallen auffällig oft von direkten Vorgesetzten – was nicht unbedingt Vertrauen schafft, sondern .
Intern scheint es üblich zu sein, Fehler anderer gezielt weiterzugeben, vor allem wenn es um die eigene Position geht. Wer ambitioniert ist, wird regelrecht dazu gedrängt, sich durch Loyalität nach oben zu "beweisen" – auch auf Kosten anderer. Teamgeist gerät dabei leicht ins Hintertreffen.
Umgang mit älteren Kollegen
Erfahrung zählt – manchmal mehr als alles andere.
Neue Kolleg:innen müssen sich erst ihren Platz „verdienen“, häufig in fest eingeschweißten Teams.
Generell gibt es bei der LH weder ein Mindesteinstiegsalter noch eine obere Altersgrenze. Jedes Alter ist herzlich willkommen.
Gerade in hektischen Situationen fällt auf, dass der respektvolle Umgang, der in Schulungen vermittelt und in den Vordergrund gehoben wird, schnell ins Wanken gerät - ganz gleich des Alters oder Position.
Vorgesetztenverhalten
Führung wird hier leider häufig mit Kontrolle verwechselt. Statt Vertrauen in die Mitarbeitenden zu setzen, dominieren starre Strukturen, übertriebene Beobachtung und ein Hang zu Mikromanagement.
Mitarbeitende, die sich engagieren, mitdenken oder einfach nicht ins gängige Raster passen, haben es besonders schwer. Statt Potenziale zu erkennen und zu fördern, wird schnell aussortiert – auf eine Weise, die eher auf Anpassung als auf Vielfalt setzt. Kritik bleibt meist folgenlos oder wird als Störung des Betriebsfriedens betrachtet. Rückmeldungen laufen oft ins Leere oder führen zu unerwarteten Konsequenzen auf persönlicher Ebene.
Gerade in der Probezeit scheint eher nach Fehlern als nach Stärken gesucht zu werden. Nicht selten entsteht der Eindruck, dass Kolleg:innen ermutigt werden, Auffälligkeiten direkt nach oben weiterzugeben – was das Miteinander zusätzlich belastet. Die so propagierte „Fehlerkultur“ bleibt in der Realität oft eine Einbahnstraße: Transparenz wird gefordert, aber selten gewährt.
Pass auf bei welchem Team-Buchstaben du eingeteilt bist; Liegt er im Alphabet an Position 9-13 dann ist Vorsicht geboten: Lieber alles Schlucken als sich wehren.
Arbeitsbedingungen
Die Schichtzeiten sind herausfordernd: zwischen sehr frühen und sehr späten Diensten schwankt der Dienstplan stark. Teilzeit reduziert lediglich die Zeit am Tag; nicht wie erhofft die Anzahl an Tagen. d.h. du bist die gleiche Anzahl von Tagen da, nur mit weniger Stunden.
Individuelle Wünsche werden aufgenommen, aber besonders unbeliebte Zeiten werden oft einseitig verteilt. Oder Wünsche werden nicht immer berücksichtigt.
Technisch ist vieles noch auf einem älteren Stand, was den ohnehin hohen Druck nicht gerade erleichtert. In heißen Sommermonaten fehlt oft eine funktionierende Klimatisierung – auch in stark frequentierten Bereichen.
Es wird gewünscht, Überstunden abzubauen, doch final wird der Antrag dann doch abgelehnt.
Kommunikation
Auf kollegialer Ebene klappt der Austausch meist unkompliziert und freundlich. Doch sobald es um unangenehme Themen oder berechtigte Hinweise geht, wird lieber geschwiegen oder an höhere Stellen delegiert, ohne Rückmeldung.
Vorgesetzte dokumentieren während der Probezeit vermeintlich "kritische Punkte", die dann plötzlich im Gespräch auftauchen – oft ohne vorherige Erwähnung.
Die angekündigte Kultur der Offenheit entpuppt sich als leeres Versprechen. Rückmeldungen erfolgen spät oder gar nicht, häufig mit dem Hinweis, man habe "leider keine Zeit gefunden". Diese fehlende Transparenz sorgt für ein ständiges Gefühl der Unsicherheit: Kein Feedback bedeutet nicht automatisch, dass alles passt – im Gegenteil.
Gleichberechtigung
Vielfalt wird in offiziellen Materialien hervorgehoben, doch das gelebte Miteinander erzählt oft eine andere Geschichte.
Wer sich authentisch zeigt oder mit neuen Impulsen auffällt, bekommt selten Rückenwind. Karriere macht, wer sich möglichst unauffällig anpasst und Konflikten konsequent aus dem Weg geht. Bist du das lufthanseatische Ideal, dann musst du hoffen, dass du im richtigen Team eingeteilt bist. Wenn nicht, werden schnell persönlicher Neid, Missgunst und Bossing dir zum Verhängnis.
Persönliche Sympathie entscheidet mehr als Leistung – das sollte man wissen und sich täglich bewusst machen.
Interessante Aufgaben
Der Aufgabenbereich ist zunächst stark eingeschränkt. Check-in und Gate dominieren den Alltag während der Einarbeitungszeit.
Erst danach sind Spezialisierungen möglich, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen – wer "auffällt" oder nicht in die Linie passt, wird selten gefördert.
Es fehlt ein Rahmen, der persönliche Stärken erkennt und integriert. Vieles wirkt nach Schema F, mit wenig Raum für Individualität. Vgl. Punkt "Vorgesetztenverhalten!"