

EDAG Group News

EDAG CITYBOT ROLLT AN DER HOCHSCHULE FULDA
Die EDAG Engineering GmbH kündigt heute die Kooperation und enge Zusammenarbeit mit der Hochschule Fulda an. Dazu stellt EDAG der Hochschule ein Modell des EDAG CityBots als Leihgabe zur Verfügung, das Studierende nun zur Forschung und Entwicklung nutzen.
Beim EDAG CityBot handelt es sich um ein vernetztes, hochautomatisiertes Fahrzeug, das je nach Bedarf und Konfiguration unterschiedlichste Aufgaben übernimmt. Der modulare Aufbau macht das System multifunktionell nutzbar. Zu den Einsatzszenarien gehören zum Beispiel der Transport von Personen und Waren, die Stadtreinigung und die Grünanlagenpflege. Durch das Projekt Campus FreeCity, das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert wurde und im August 2024 endet, liegen bereits erste gemeinsame Forschungsergebnisse zum Konzept vor.
Enge Zusammenarbeit über mehrere Phasen
Die beiden Partner beabsichtigen, die aktuellen Forschungsergebnisse weiterzuführen. Studierende aus den beiden Fachbereichen “Angewandte Informatik” sowie “Elektrotechnik und Informationstechnik” arbeiten jetzt praxisnah am EDAG CityBot Modell aus dem Jahr 2020. Den Auftakt bilden Vorlesungen, die erste Grundlagen des EDAG CityBots vermitteln. Anschließend folgt eine Phase konkreter Projekte mit dem Fahrzeug, in denen mehrere Teams verschiedene Vorhaben umsetzen und Ergebnisse in Abschlusspräsentationen vorstellen. Das innovative Lehrkonzept bildet eine einzigartige Möglichkeit für Studierende der Hochschule Fulda an einem zukunftsweisenden Mobilitätssystem praxisnah mitzuwirken. Den Teams ist es durch unterschiedlichste Szenarien möglich, sich auszuprobieren und ein realitätsnahes Projekt für ihre berufliche Laufbahn mitzunehmen.
Dafür überlässt EDAG der Hochschule Fulda leihweise einen EDAG CityBot und liefert die technischen Dokumentationen des Fahrzeugs und seiner Software. Außerdem unterstützt EDAG bei der Einbringung aktueller Praxisaufgaben und übernimmt nach Abstimmung einzelne Seminare. Beide Partner erarbeiten die Inhalte der Seminare zusammen für einen optimalen Praxistransfer. Alles mit dem gemeinsamen Ziel: Frühzeitig junge Talente praxisnah zu fördern und gemeinsam neue Forschungsergebnisse zu erzielen.
„Wenn Wissenschaft und Wirtschaft auf diesem Wege eng zusammenrücken, stärken wir unsere Region als attraktiven Wirtschafts-, Ausbildungs- sowie Arbeitgeberstandort. Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Kooperation eine Vorreiter-Rolle einnehmen,“ erklärt Holger Merz, Geschäftsführer und Chief Financial Officer der EDAG Group. „Der gemeinsame Wissensaustausch ist für beide Seiten ein Gewinn.“
„Wir freuen uns sehr, den EDAG CityBot auf unserem Hochschulgelände rollen zu sehen. Damit bekommen wir die Möglichkeit Spitzentechnologie in die Lehre zu bringen und unseren Studierenden realitätsnahes Wissen an zukunftsweisenden Themen wie der mobilen Robotik und dem autonomen Fahren zu vermitteln,“ sagt Prof. Martin Kumm der Hochschule Fulda. „Es ist heutzutage wichtig, die Studierenden mit praxisnahen Beispielen auf die Zukunft vorzubereiten und wir sind uns sicher, dass der EDAG CityBot ein echtes Highlight im Lehrplan darstellen wird.“

DTM 2024: TECHNISCHE PARTNERSCHAFT MIT SSR PERFORMANCE GEHT WEITER
Die EDAG Group unterstützt das SSR-Team als technischer Partner bei der DTM – zum dritten Mal in Folge. Das Rennteam wird dieses Jahr von Mirko Bortolotti und Nicki Thiim im Debüt repräsentiert. Der Saisonauftakt findet vom 26. bis 28. April 2024 in der Motorsport Arena Oschersleben statt. Nach dem Erfolg im letzten Jahr geht das Team in diesem Jahr mit zwei Lamborghini Huracán GT3 EvO2 an den Start. SSR Performance beendete die DTM-Saison 2023 als Vizemeister, Lamborghini-Werksfahrer Bortolotti gewann in diesem Jahr die DTM-Vizemeisterschaft mit SSR Performance und Nicki Thiim ist zweimaliger GTE-Pro-Champion der Langstrecken-Weltmeisterschaft.
„High Performance-Fahrzeuge treiben schon immer Innovationen in der Serienentwicklung voran – sei es durch Gewichtsreduzierung, Einsatz neuer Materialien oder Hybridisierung. Zukünftige Technologien werden oft zuerst im Motorsport erprobt, insbesondere in den Bereichen Gewicht, Leistung und Aerodynamik", erklärt Harald Keller, COO der EDAG Engineering GmbH. „Wir freuen uns, mit SSR Performance einen langjährigen Partner zu haben, mit dem wir uns stets weiterentwickeln und Erfolge feiern können.“
Die EDAG Group erweitert in diesem Jahr ihre Kompetenzen im Bereich der Fahrdynamiksimulation. Im Mai dieses Jahres eröffnet die Unternehmensgruppe das EDAG Zero Prototype Lab in Wolfsburg, ein Simulationszentrum, um Fahrzeuge, ihre Funktionen und ihre Fahrdynamik in realistischen Fahrsituationen umfassend zu testen. Die EDAG Group setzt dabei auf die neusten technologischen Entwicklungen und wird nicht nur für den Motorsport, sondern darüber hinaus auch für die Gesamtfahrzeugentwicklung das Zero Prototype Lab nutzen.
„Auch in diesem Jahr freuen wir uns, wieder mit der EDAG Group zusammen an den Start gehen zu können“, sagt Stefan Schlund, Geschäftsführer der SSR Performance GmbH. „Unsere Zusammenarbeit hat gezeigt, dass wir uns auf EDAG als technischen Partner verlassen können und gemeinsam die besten Ergebnisse erzielen.“

MOTORRADENTWICKLUNG DER EDAG GROUP & BAIER MOTORS GMBH
Die EDAG Group, global führender, unabhängiger Engineering-Dienstleister und Baier Motors GmbH haben ein Motorradkonzept für den Markt in Afrika entwickelt, das anders als die dort bereits verfügbaren Vergleichsprodukte der Mittelklasse in Sachen Robustheit, Zuverlässigkeit und Produkteigenschaften alle Anforderungen der Kunden erfüllt. Der nächste Projektschritt besteht darin, die Konzeptentwicklung des neuen Modells abzuschließen und den Prototypen in die Serie zu überführen. Außerdem sucht Baier Motors nach weiteren Investoren.
Bei dem aktuellen Projekt setzt Baier Motors aus Schleswig-Holstein auf die Unterstützung eines Expertenteams. Die Kooperation mit der EDAG Group begann im Jahr 2022 während der ersten Planung. Auf Basis der zuvor festgelegten Anforderungen wurden gemeinsam Konzepte für das neue Motorrad und das Produktionswerk erstellt. Anschließend bauten die beiden Partner einen fahrbaren Prototyp mit elektrischem Antrieb. Die Endmontage der qualitativ hochwertigen Komponenten soll zukünftig an mehreren Standorten in Afrika stattfinden. Erste Exemplare des Motorrads sollen Kunden in zwei Jahren zur Verfügung stehen – wahlweise mit einem Verbrennungs- oder Elektroantrieb. Philipp Berchtenbreiter, Projektleiter Motorrad bei der EDAG Group erläutert die Besonderheiten des Projekts: „Mit dem Oryx_Concept haben wir ein voll funktionsfähiges Motorrad gebaut, mit dem man jetzt schon erleben kann, was die Baier Motors GmbH in zwei Jahren auf den Markt bringen wird. Das Konzeptbike ist ein erster Vorgeschmack auf eine Vielzahl anderer Fahrzeuge, die aus dem Modularen Baukasten generiert werden können. Diese Modularität ermöglicht es der Baier Motors GmbH, flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren.“
Optimale Lösung für individuelle Mobilität und mehr Nachhaltigkeit
In Afrika gibt es einen großen Bedarf an individueller Mobilität und für viele Menschen ist das eigene Motorrad das ideale Transportmittel, um Personen und Waren zu befördern. Genau dafür bietet Baier Motors in Zukunft sein neues Motorrad an. Es hat eine deutlich höhere Zuladung als der Wettbewerb und überzeugt zudem durch seine Robustheit, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit. Da auf eine langlebige, robuste Konstruktion in Kombination mit einer lokalen Supplychain und Produktion gesetzt wird, belastet es die Umwelt weniger. Mit einem günstigen, marktgerechten Einstiegspreis ist das Motorrad für Kunden auch erschwinglich. Darüber hinaus besticht es durch sein erstklassiges Design.
Moderne Vertriebsstruktur ohne eigene Geschäfte
Baier Motors verkauft sein neues Motorrad nicht selbst, sondern über freie Händler vor Ort. Der Ansatz, beim Vertrieb auf die Experten in Afrika zu vertrauen, sichert und schafft dort auch Arbeitsplätze. Für Baier Motors nimmt das einen großen Stellenwert ein. Der erste Vorvertrag diesbezüglich wurde bereits abgeschlossen - weitere sind in Abstimmung.
„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit. Bei dem Projekt haben wir nach einem Partner mit Erfahrung, fachlicher Kompetenz und Zuverlässigkeit gesucht - und diese Anforderungen in der EDAG Group erfüllt gefunden“, erklärt Torben Baier, Managing Director und Gründer der Baier Motors GmbH. „Wir planen nun die weiteren Maßnahmen, um den großen Markt zu erschließen, den es in Afrika für unser neues Motorrad gibt. Aktuell suchen wir in diesem Zusammenhang nach weiteren Investoren, die zu uns passen und die nächsten Schritte ermöglichen.“

PROJEKTBEZOGENE ZUSAMMENARBEIT MIT BOSCH ENGINEERING
Die EDAG Engineering GmbH und die Bosch Engineering GmbH haben eine Absichtserklärung über die projektbezogene Zusammenarbeit bei der Gesamtfahrzeugentwicklung unterzeichnet. Die getroffene Vereinbarung sieht vor, dass die Unternehmen ihre Kompetenzen künftig gemeinsam am Markt anbieten, um das jeweils vorhandene Know-how bestmöglich zu ergänzen. Kunden erhalten so eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte, lückenlose Gesamtfahrzeugentwicklung aus einer Hand, ohne sich um die Koordination der einzelnen Entwicklungsbereiche kümmern zu müssen.
Bosch Engineering und EDAG verbindet eine umfangreiche Erfahrung bei der Umsetzung von Gesamtfahrzeugprojekten. „Immer strengere Umwelt- und Nachhaltigkeitsanforderungen und Trends wie das Software-defined-Vehicle führen zu steigender Komplexität bei der Fahrzeugentwicklung. Indem wir unsere beiderseitigen Synergien nutzen, bringen wir mit unseren Kunden neue Fahrzeuge künftig noch schneller und kostenoptimierter auf die Straße“, sagt Dr. Johannes-Jörg Rüger, Geschäftsführer Bosch Engineering. Cosimo De Carlo, CEO der EDAG Group, erklärt: „Die gemeinsamen Kompetenzen von EDAG und Bosch Engineering werden als Beschleuniger für technologische Innovationen wirken“.
Beide Unternehmen bieten ein breites Leistungsspektrum rund um elektronische Systeme, beispielsweise bezüglich E/E-Netzwerke, Hardware- und Software-Architekturen, Feature-Entwicklung und Komponentenspezifikation, sowie Derivatentwicklung, Systemintegration, Testdurchführung und Produktions-planung. Die Entwicklungskompetenz beider Unternehmen schließt damit das gesamte Spektrum an Design- und Engineering-Leistungen von der Vorentwicklung bis zur Auslieferung kompletter Fahrzeuge und Produktionsanlagen ein. Dies umfasst unter anderem das Styling, das virtuelle Modellieren, die Elektronik- und Softwareentwicklung, den Prototypenbau, das Testen von Hardware sowie die Bereitstellung von technischen Dienstleistungen und Produktionstechniken. Validierte Simulationsverfahren, der digitale Zwilling von Produkt und Produktion sowie umfassendes Know-how in Richtung Smart-Factory sorgen für hohe Qualität, Sicherheit, Agilität und Flexibilität im Entwicklungs- und Produktionsprozess.
Die Absichtserklärung beider Unternehmen beruht auf einer langjährigen vertrauensvollen Zusammenarbeit, auf deren Basis bereits in der Vergangenheit gemeinsame Projekte in der Gesamtfahrzeugentwicklung für Automobilhersteller erfolgreich umgesetzt wurden. Mit der Vereinbarung wird diese Kooperation weiter intensiviert. Die Inhalte und der Grad der Zusammenarbeit von Bosch Engineering und EDAG richten sich dabei immer an den individuellen Vorgaben und Wünschen der Kunden. „Mit nachhaltigen Strategien, State-of-the-Art-Prozessen und -Methoden schaffen wir gemeinsam das optimale Umfeld, um die Komplexität an Aufgaben in der Gesamtfahrzeugentwicklung und der Realisierung der Smart Factory zu handhaben und eine erfolgreiche Markteinführung zu ermöglichen“, so Cosimo De Carlo und Dr. Johannes-Jörg Rüger.

EDAG ALS TOP EMPLOYER 2024 AUSGEZEICHNET
Bereits zum 16. Mal hat das unabhängige internationale Top Employer Institute die EDAG Engineering GmbH zu einem der besten Arbeitgeber in Deutschland gekürt. Insgesamt erreichte das Unternehmen einen Score von fast 80 Prozent.
Die Zertifizierung bescheinigt der EDAG Engineering GmbH ein mitarbeitenden-orientiertiertes Arbeits- und Entwicklungsumfeld und die Fähigkeit, sich einem herausfordernden Wettbewerb behaupten zu können. Gleichzeitig zeigt der Audit Möglichkeiten auf, wie das Unternehmen noch besser auf die Herausforderungen der sich wandelnden Arbeitswelt eingehen und den Beschäftigten ein modernes, auf ihre Ansprüche zugeschnittenes Umfeld bieten kann.
Für die Rahmenbedingungen und Fortschritte in den folgenden Kategorien erreichte EDAG Ergebnisse von bis zu 100 Prozent:
Moderne Arbeitsumgebung:
Dachterrassen, hauseigene Kantinen, Think Tanks und ergonomische Arbeitsplätze – beispielsweise an den Standorten München, Wolfsburg und Ingolstadt bietet das Unternehmen den Beschäftigten moderne, angenehme Arbeitsumgebungen. Ausgezeichnet wurden auch die flexiblen, standortunabhängigen Arbeitszeitmodelle (Voll-/ Teilzeit) und Remote-Möglichkeiten sowie die hybride Zusammenarbeit über interne digitale Plattformen.
Benefits:
Ob Ticket-Plus-Karte, Job-Bike oder die Möglichkeit, ein Zeitwertkonto für den früheren Renteneintritt oder ein Sabbatical einzurichten: Die EDAG Engineering GmbH bietet eine Vielzahl von Benefits, die regelmäßig an die Bedürfnisse der Beschäftigten angepasst werden und somit gezielt die Work-Life-Balance der Mitarbeitenden fördern.
Zukunftsorientierte Investitionen: Das EMV-Zentrum Europas am Standort Fulda sowie das erste Simulator-Zentrum in Wolfsburg sind nur zwei von zahlreichen Beispielen dafür, dass das Unternehmen im Einklang mit der unternehmensweiten Strategie zukunftsträchtige Investments tätigt.
Employer Value Proposition (EVP):
Die EVP ist ein Werteversprechen, an dem sich alle aktuellen und künftigen Beschäftigten und Führungskräfte orientieren können. In internen Schulungen wird den Vorgesetzten vermittelt, wie sie die Werte des Unternehmens an die Mitarbeitenden weitergeben können.
Onboarding neuer Kolleginnen und Kollegen:
Das Onboarding-Programm von der EDAG Engineering GmbH ist kein einzelnes Ereignis – es ist eine Reise. Nach der vertraglichen Zusage können die neuen Kolleginnen und Kollegen bereits vor ihrem ersten Arbeitstag eine digitale Plattform auf die Informationen aus der EDAG-Welt zugreifen. Am ersten Arbeitstag und dem Welcome Day werden sie umfassend betreut, um einen perfekten Start im Team zu erhalten. Anhand der in Feedback-Prozessen gewonnen Daten wird die Candidate Journey kontinuierlich verbessert.
Gesundheitsmanagement:
Ob Online-Trainings, Herzalter-Checks, Vorsorgeuntersuchungen, Yoga-Kurse im Office, EA-Programme (Employee Assistance) oder höhenverstellbare Schreibtische: EDAG verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der die Gesundheit von Körper und Geist der Mitarbeitenden fördert.
Als Entwicklungspartner für komplette Fahrzeuge und smarte Produktionsanlagen bietet der Entwicklungsdienstleister seinen Mitarbeitenden eine Vielfalt an Perspektiven für ihre fachliche und persönliche Weiterentwicklung. Zahlreiche innovative Projekte an internationalen und nationalen Standorten machen das Unternehmen für Einsteigende und Berufserfahrene gleichermaßen zu einem der attraktivsten Arbeitgeber.

ZERO PROTOTYPE LAB: EDAG GROUP ERÖFFNET SIMULATOR-ZENTRUM
Die EDAG Group stößt in Wolfsburg in neue Dimensionen der Fahrzeugentwicklung vor: Im neuen EDAG Zero Prototype Lab, dem ersten Fahrdynamiksimulationszentrum der Unternehmensgruppe, werden Fahrzeuge, ihre Funktionen und ihre Fahrdynamik bereits in realistischen Fahrsituationen umfassend getestet, bevor das physische Fahrzeug entsteht. Möglich macht dies eine bahnbrechende, innovative Simulationstechnik.
Im Mittelpunkt des in Europa einzigartigen Fahrdynamiksimulationszentrums, das im Mai 2024 in Wolfsburg seinen Betrieb aufnimmt, stehen drei Testplattformen zur Forschung und Entwicklung in den Bereichen Hardware, Software und Human Machine Interface (HMI).
Ein neues Fahrzeug zunächst virtuell zu fahren und seine Funktionen bereits zu testen, bevor es physisch aufgebaut wird, ermöglicht neben der Reduktion von kostenintensiven Prototypen auch kürzere Entwicklungszyklen. Möglich werden die Vorteile dieser Art der Fahrzeugentwicklung zukünftig im neuen Fahrdynamiksimulationszentrum der EDAG Engineering GmbH in Wolfsburg. „Die Transformation in der Automobilindustrie schreitet voran. Um Technologieentwickler und OEM auf ihrem Weg zu einer schnelleren, nachhaltigeren und präziseren Entwicklung zu unterstützen, haben wir den Produktentstehungsprozess revolutioniert“, sagt Harald Keller, COO der EDAG Engineering GmbH. „Das EDAG Zero Prototype Lab ist das erste Fahrdynamiksimulationszentrum seiner Art – und es steht allen Marktteilnehmern offen. Damit schlagen wir für unsere Kunden ein völlig neues Kapitel der Automotive-Technologieentwicklung auf.“
Für dieses Kapitel setzt die EDAG Group auf den neuesten Stand der Technik. Im Zero Prototype Lab befindet sich mit dem Dynamic Simulator DiM500 des Unternehmens VI-grade der größte und leistungsfähigste cabel driven Simulator für Entwicklung, Racing und Forschung mit Fokus auf Fahrdynamik, Fahrzeugbewegung und Fahrerinteraktion. Der DiM500-Fahrsimulator ermöglicht es, Fahrdynamikmanöver mit großen planaren Verschiebungen ohne „motion cueing“ nachzubilden, wodurch der Fahrer in eine virtuelle Umgebung eintauchen und ein realistisches Fahrgefühl erleben kann.
„Das schließt selbst komplexe Fahrmanöver mit ein, wie beispielsweise einen doppelten Fahrspurwechsel. Kräfte und Momente aus unterschiedlichsten Fahrsituationen werden dazu real und in Echtzeit ins Cockpit übertragen“, betont Guido Bairati, Geschäftsführer von VI-grade. Im angeschlossenen Rechenzentrum werden alle mit den nur virtuell existierenden Prototypen getesteten Szenarien dokumentiert und so für die Datenanalyse und die nächsten Entwicklungsschritte verfügbar gemacht.
„Damit ist das zeit- und kostenaufwendige Testen von Prototypen früher Entwicklungsphasen des Produktentstehungsprozesses überflüssig. Aufwendig betreute Teststrecken und damit verbundene Risiken, wie Ausfall oder Verzögerung durch nicht immer vorhersehbare Umgebungs- und Witterungsbedingungen, gehören somit der Vergangenheit an“, stellt Jonas Grötzinger, Senior Fachexperte Vehicle Motion fest. „Im Ergebnis verkürzt sich so die ‚time to market‘ erheblich.“ Das EDAG Zero Prototype Lab steht ab Mai 2024 allen Marktteilnehmern offen.

NEUES VERFAHREN ZUR BEFÜLLUNG VON WASSERSTOFFTANKS IN DER VAKUUMKAMMER
Die EDAG Group entwickelt ein patentgeschütztes Verfahren zur ressourcenschonenden Betankung von Wasserstofftanks. Das Verfahren beruht auf dem Einsatz von Vakuumtechnik und ermöglicht dadurch einen reduzierten und direkten Ressourceneinsatz.
Als Alternative zum elektrischen Antrieb kommt in der Automobilindustrie zunehmend auch Wasserstoff zum Einsatz. Es gibt immer mehr Pilotprojekte und Verfahrenstests, Wasserstoff einzusetzen. Eine der größten Herausforderungen dieser Technologie stellt bislang das initiale Befüllen der Tanks dar. Bei dem herkömmlichen Prozess geht viel Energie verloren, bis die nötige Reinheitsstufe für den Brennzellbetrieb erreicht ist. Das Prinzip der Vakuumkammer der EDAG Group wirkt diesem Problem entgegen: Durch den Einsatz des patentgeschützten Verfahrens lassen sich Ressourcen einsparen und gezielt einsetzen.
Die EDAG Group hat ein materialschonendes und schnelles Verfahren zur initialen Betankung entwickelt. Das Team stand dabei zunächst vor der Herausforderung, dass der übliche Typ-4-Druckbehälter zwar einem großen Innendruck standhält, jedoch nicht für ein Vakuum im Inneren geeignet ist, da damit ein hoher Außendruck einhergeht. Dadurch entsteht das Risiko, dass das Kunststoffgefäß unter dem äußeren Druck zusammenbricht.Daher verlegte die EDAG Group das gesamte System in eine Kammer. Darin wird bei verschlossenem Tank zunächst ein Vakuum erzeugt, wodurch im Tank ein Überdruck entsteht. Wenn der Tank geöffnet wird, strömt die darin enthaltene Luft aus und erzeugt ein Vakuum, in- und außerhalb des Tanks. So kann der Wasserstoff problemlos eingefüllt werden. Das Resultat ist ein zu 100 Prozent mit H2 gefüllter Behälter.
Durch dieses Verfahren wird im Gegensatz zu herkömmlichen Prozessen kein Gas verschwendet. Der Wasserstoff-Einsatz verringert sich damit um 100 Prozent; die Zeit, die das Verfahren in Anspruch nimmt, um 90 Prozent. Da es sich bei dieser Art der Befüllung um einen vollautomatisierten Prozess handelt, reduziert sich der manuelle Aufwand im Gesamtverfahren um 30 Prozent. Die gasseitige Inertisierung mit Stickstoff entfällt gänzlich und der Anlageneinsatz sinkt um 70 Prozent. Wartungskosten und Anlagenverschleiß werden somit im gesamten Prozess verringert.
Die Anlage zur Befüllung von Typ-4-Druckbehältern wurde zunächst in einer Projektskizze konzipiert. Der Aufbau der Pilot-Vakuumkammer erfolgte am EDAG-H2-Kompetenzstandort in Bremen, wo das Verfahren erfolgreich getestet wurde. Die mit Wasserstoff gefüllten Behälter lassen sich problemlos in Verbindung mit einer Brennstoffzelle verwenden.
„Wir sind sehr stolz, dieses Verfahren auf den Weg gebracht zu haben,“ sagt Marius Koch, Leiter Versuchs- und Fahrzeugbau am Standort Bremen der EDAG Group. „Diese innovative Technologie verschwendet weniger Ressourcen und es wird möglich sein, den Einsatz von Wasserstoff auf die nächste Entwicklungsstufe zu heben. Mit der mittlerweile Patent geschützten Vakuumkammer sind wir also einen großen Schritt näher an dem serienmäßigen Einsatz von Wasserstoff.“