Gut am Arbeitgeber finde ich
Diesen Abschnitt möchte ich den (leider wenigen) guten Seelen des Betriebs widmen.
Ich finde es beachtlich, wie ihr eure Offenheit, Herzlichkeit und das Wohlwollen diesem sinkenden Schiff behaltet.
Ich wünsche mir für Euch, dass ihr das immer beibehaltet und auch durchhaltet, eine hoffentlich bald bessere Perspektive für euch zu finden.
Ihr wenigen habt mir den einst vorherrschenden Spirit vorgelebt und genau darin habe ich mich bei meinem Eintritt verliebt. Das hat mich persönlich stark motiviert, das Unternehmen mit meinem know how voran zubringen. Leider haben mich die anderen Kolleg:innen deutsch spüren lassen, das ich nicht in die Schablone passe, sodass der Job nicht mehr in meine Schablone passen kann.
Ob PM, BüroOrga, HR, Schulungsteam, Controlling und auch einige TL sowohl in HD1 als auch in HD3 - ihr macht einen verdammt guten Job und ich wünsche euch alles erdenklich Gute!
Bitte passt auf euch auf und nehmt die Beiträge hier auf dieser Plattform für euch und eure persönliche Entwicklung mit.
Verbesserungsvorschläge
Liebe HDL, liebe Geschäftsführung, lieber Stab.
Einst kam ich zu einem Arbeitgeber, bei welchem ich nach längerer Krankheit wirklich das Gefühl hatte, einige gute Jahre dort verbringen zu können, persönlich und beruflich wachsen zu können und vor allem ich selbst sein zu können und meine Kompetenzen, Fähigkeiten und Motivation voranbringend auszuleben. Ich bin dankbar Über die Kolleg:innen, welche mein Potential ernstgenommen haben. Tatsächlich bin ich mittlerweile auch dankbar über die Kolleg:innen, welche mir meine Kompetenz abgesprochen haben, einfach nur, weil ich die Dinge hinterfragt habe.
Das Blatt hat sich gedreht. Aus Freude am Morgen zur Arbeit zugehen, wurde Frust und Angst. Angst vor Willkür. Angst vor tatsächlich transparenter Kommunikation, weil die drohenden Konsequenzen immens ausfallen, sollten die falschen Ohren auch nur einen Bruchteil mithören. Angst davor, Fragen zu stellen. Angst davor, von heute auf morgen ein Angebot unterhalb der Gürtellinie zu bekommen, Hauptsache man stellt für die Machenschaften der GF "keine Gefahr" (mehr) da.
Ach und die Ächtung, sobald man sich auch nur einen Zentimeter zu nah neutral beratungssuchend an den Betriebsrat wendet - um darauf einzugehen braucht es eigentlich noch eine separate Bewertung hier auf dieser Plattform. Ich könnte mittlerweile trauriger weise Bücher voller prekärer Szenarien füllen was dieses Thema betrifft.
Wie wäre es denn mit wirklich fundierten und klardefinierten Entscheidungskriterien? Und damit meine ich nicht die Kennzahlen in der Produktivität oder die Anzahl der Krankheitstage. Ich meine damit die fachliche Eignung von den Personen in ihrer jeweiligen Position. Geht es hier wirklich gerecht und fair zu? Ich weiß, dass es (nicht mehr) so ist.
Liebe HDL, du hast das wichtigste in deinem Unternehmen deutlich aus dem Blick verloren: den Menschen.
Aus einem modernen, von innen heraus wachsenden Arbeitgeber ist ein konservatives Unternehmen geworden, dem das Wohl der Arbeitnehmer:innen völlig egal ist. Für den Standort Jena meines Erachtens nach ein tödlicher, selbstzerstörerischer Kurs der da gefahren wird, weil rückschrittlich.
Einst hattest du in Jena (vor allem im studentischen Umfeld) einen sehr sehr guten Ruf - mittlerweile muss jedem ernsthaft ans Herz gelegt werden, so schnell wie möglich die Beine in die Hand zu nehmen und zu gehen.
Ich hoffe, dass auf der Tagung auf dem Rittergut auch einmal über diesen Umstand gesprochen wurde, wage es aber ganz stark zu bezweifeln.
Arbeitsatmosphäre
Es kommt auf das Team an. Wenn man mit seinen direkten Kolleg:innen Glück hat, dann ist die Atmosphäre auch gern herzlich, authentisch, angenehm.
Insgesamt hat es vor allem in den letzten Monaten stark nachgelassen, da durch intransparente Entscheidungen durch die GF eine entsprechende Konkurrenzstimmung untereinander erzeugt wurde. Auch hat man leider seit geraumer Zeit wirklich Sorge Dinge offen anzusprechen, da man (gerade in Führungspositionen) mit einer Degradierung als Konsequenz rechnen MUSS.
So hat sich der tägliche Weg zur Arbeit leider zu einem Weg voller Bauchschmerzen und Fluchtgedanken entwickelt.
Image
Habe ich anders kennengelernt und in meinen ersten Monaten bei der HDL anders erlebt als es jetzt der Fall ist.
Es ist mehr Schein als sein. ...und mal ehrlich - warum muss so getan werden, als wäre die HDL ein super krasses StartUp und warum muss die Corporate Language so aufgeblasen gelebt werden - am Ende ist die HDL ein Dienstleister und auch nur weisungsgebunden an den Mutterkonzern.
Ich würde mir wünschen, dass es zurückgeht zu dem einst tatsächlich wirklich gelebten "Du. Wir. HDL." satt dem aktuell präsenten "Du. Wir. Richtiges Mindset oder raus."
Work-Life-Balance
In der Telefonie selbst - quasi garnicht vorhanden. Dienstpläne und Verfügbarkeiten müssen ca. 3 Monate im Voraus angegeben werden und sind dann sehr starr gebunden.
Im Stabsbereich hilft das Gleitzeitmodell dabei, Beruf und Privat relativ gut zu vereinbaren, wobei die Gleitzeit und die flexible Arbeitszeit hier eher zugunsten des Arbeitgebers besteht - stets und ständig erreichbar sein, die eine Überstunde mehr oder weniger schadet doch jetzt auch nicht.
Karriere/Weiterbildung
Es zieht sich wie ein roter Faden. Wenn die Nase passt, dann gibt es Möglichkeiten gefördert zu werden.
Im HD1-Bereich gibt es immer wieder die Möglichkeit sich als TL "zu beweisen". Im HD3-Bereich kann man schonmal glänzen, wenn man unentgeltlich als Aufbauhelfer die TL auf der fachlichen Seite unterstützt.
Im Stabsbereich hat sich leider gezeigt, dass Weiterbildungen lediglich leere Versprechen sind. Selbst wenn man sich einen Pool an Weiterbildungen zusammensucht, welche alle deutlich unterhalb des genannten finanziellen Rahmens liegen, wird darin einfach schlicht nicht investiert - vielleicht liegt es auch daran, dass die entscheidenden Führungskräfte in tausenden Meetings festhängen, in welchen auf Businessdeutsch am Ende doch nichts pragmatisches Entschieden wird und sowieso erst noch eine Mail über die Inhalte der Meetings folgt um im Anschluss an diese Mail noch einmal in den Austausch zu gehen.
Völlig klar, dass das in der Prioritätensetzung deutlich über der Förderung (zu dem Zeitpunkt noch) motivierter MA steht.
Gehalt/Benefits
Führungskräfte erhalten zum teil, trotz nachweislicher fachlicher Eignung weniger Gehalt als ihre MA.
Aber hey! Wenigstens haben wir kostenlosen Kaffee und wunderbar leckeres Obst vom Obstgut Triebe im Haus.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wir trennen den Müll und ermahnen uns zum Papier sparen. Wir werden aber auch gleichzeitig belächelt und schief angeguckt, wenn wir analoge Arbeitsmaterialien nachhaltig gestalten wollen.
Sozialbewusstsein ist da - aber in einer ekelhaften menschenverachtenden Art und Weise.
Krankheitstage werden als Grundlage für Kündigungsentscheidungen herangezogen - ohne Bereitschaft zu hinterfragen, WIE es denn überhaupt zu den Krankheitstagen kommt.
Es werden Schlupflöcher im Arbeitsrecht gesucht und genutzt um schwangere Personen möglichst schnell aus dem Unternehmen rauszubekommen. Das ist ein perverser, skrupelloser Umgang mit Menschen, wo ich mich wirklich ernsthaft frage, wie die GF abends ruhig einschlafen kann.
Kollegenzusammenhalt
Kommt ganz stark auf das Team an.
"Schwarze Schafe" gibt es immer, das liegt in einem Betrieb dieser Größe irgendwo in der Natur der Sache.
Aber gerade seitdem Kolleg:innen für die Schadenregulierungs-Tätigkeit in das Unternehmen eingestellt wurden und öffentlich wurde, dass deren Konditionen deutlich besser ausfallen, als die der Bestandsmitarbeitenden, ist der allgemeine große ganze Zusammenhalt deutlich in sich zusammengefallen.
Ein von der GF hausgemachtes Problem - Lösung hierfür? Gibt es nicht.
Zusammenhalt untereinander besteht gefühlt nur noch innerhalb des direkten Teams, darüberhinaus herrscht eher ein Konkurrenzdenken und Angst, etwas falsches zu sagen, was einen den Job kosten könnte.
Umgang mit älteren Kollegen
Kann ich selbst wenig dazu sagen. Die älteren Kolleg:innen wirken auf mich recht zufrieden, oder zumindest nicht akut frustriert.
Vorgesetztenverhalten
Stark schwankend!
Fundierte Kündigungsentscheidungen innerhalb der Probezeit ist für viele leider ein Fremdbegriff. Es reicht teilweise schon aus, wenn die Gruppenleitung ein "ungutes Bauchgefühl" bzgl. eines MA hat und schon wird die Teamleitung vorangeschickt ein entsprechendes Freistellungsgespräch zu führen - oder aber auch: die Teamleitung wird völlig übergangen und die Freistellung durch die Gruppenleitung in einer einzigen Hauruck-Aktion durchgedrückt.
Passt die Nase des MA, werden sowohl auf der disziplinarischen, als auch auf der fachlichen Ebene sämtliche Hühneraugen zugedrückt. Besteht auch nur der Hauch einer Asympathie zwischen (neuem) MA und Führungskraft, so hat es der (neue) MA deutlich schwerer sich "erstmal zu beweisen".
Vorurteile, Voreingenommenheit und ein starres Weltbild sollten keine Eigenschaften von Führungskräften sein.
Arbeitsbedingungen
Die Büroausstattung ist in die Jahre gekommen, aber immer noch okay.
Im 2.OG besteht seit Jahren das Problem, dass die Büroräumlichkeiten (direkt unter dem Dach + Süd-Ost-Seite) über keine Klimatisierung verfügen, was jeden Sommer aufs neue zum Leid der Mitarbeiter:innen auffällt. Dann gibt es wieder über ein paar Wochen einen regen Austausch mit der GF darüber, dass doch Klimaanlagen nachgerüstet werden könnten (benötigte Lüftungsschächte und die Stromversorgung sind vom Vormieter der Bürofläche noch vorhanden) und dann passiert wieder nichts.
Eigentlich ist genau das sehr sinnbildlich für die Philosophie der HDL - Viel erzählen und am Ende doch nicht wirklich was tun.
Über den unfairen Umstand, dass neue MA, welche seit November ins Unternehmen geholt werden von vornherein eine mobA-Ausstattung erhalten, während Bestands-MA unter teilweise widrigen Bedingung schon seit Jahren auf ihren Privatgeräten arbeiten, möchte ich hier jetzt garnicht weiter sprechen - das haben meine Vorgänger:innen hier schon zu Genüge getan.
Kommunikation
Intransparenz, Stille-Post, HDL-Buschfunk.
Klare, nachvollziehbare Kommunikation findet nur dann wirklich statt, wenn die Nase passt. Andernfalls wird lediglich der Output offengelegt - wehe dieser wird kritisch hinterfragt. Wo würden wir denn hinkommen, wenn Führungskräfte und relevante Schnittstellenpositionen in den Prozessen vollumfänglich mitgenommen werden würden und so ihre eigenen MA aussagekräftig informieren könnten.
Gleichberechtigung
Im HD3 und HD1 Bereich hat theoretisch jeder den gleichen Stundenlohn (entsprechend der Kompetenz Neuschaden/Erstbearbeitung/Regulierung).
Im Stab sieht das schon wieder anders aus. Kolleginnen, welche erst Monate später in die Abteilung hochkamen erhielten vorgezogen eine Gehaltsanpassung, während andere Kolleg:innen diese nicht erhielten - Begründung hierfür? Gibt es nicht. Es will niemand gewesen sein, der diese Entscheidung getroffen hat - es ist ja schließlich einfacher mit dem Finger auf andere zu zeigen, als in die Selbstevaluation zu gehen.
Naja und das Thema, dass sie Sympathie von Sekunde Eins an stimmen muss, spielt hier ebenso einen entsprechend wichtigen Faktor - die Philosophie "einmal ist keinmal" kann dann durch die jeweilige Führungskraft entsprechend ausgedehnt werden, oder eben garnicht erst gelebt werden.
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle auf mein:e Vorgänger:in hier auf dieser Plattform anschließen und einen kleinen Exkurs hinsichtlich innerbetrieblicher Vetternwirtschaft vornehmen, aber eine öffentliche Kommunikation darüber widerspricht offenbar dem allgemein gelebten Mindset und ist absolut schädigend für die Außenwirkung. ;)
Interessante Aufgaben
In der Telefonie selbst ist das interessanteste tatsächlich der Smalltalk mit den Kund:innen über das Wetter, über die Urlaubsregion oder eben auch auf welche skurrilen Arten KFZ-Schäden manchmal entstehen können.
Hat man Glück und erreicht eine höhere Postion im Unternehmen, kann das Aufgabengebiet schon interessanter aussehen - hier ist dann aber nochmal der Faktor Mensch dazwischen.
Wird man gelassen und darf man sich entwicklen und ausprobieren? Das hängt dann wieder von dem Wohlwollen durch die nächsten höheren Instanzen ab. Förderung und Forderung nicht aufgrund (fachlicher) Kompetenzen, sondern auf Grundlage von Sympathie. Gibt es diese für den entsprechenden MA nicht, dann nützt auch ein mitgebrachter Abschluss nichts.