

LEONI Deutschland News

Kontinuität an der Konzernspitze von Leoni
CEO Klaus Rinnerberger verlängert bis Ende 2027 – Vorstand wird auf drei Personen verschlankt
Nürnberg, 21. März 2024 – Der Aufsichtsrat von Leoni setzt auf Kontinuität an der Konzernspitze. Das Kontrollgremium des globalen Lösungsanbieters für das Energie- und Datenmanagement in der Automobilbranche wird den Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Klaus Rinnerberger (60) bis Ende 2027 verlängern.
„Leoni ist auf einem guten Weg, nach der im Sommer 2023 gelungenen finanziellen Sanierung auch im operativen Bereich wieder erfolgreich zu werden. Die unter CEO Klaus Rinnerberger eingeleiteten bzw. forcierten Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und zur Gesundung des Unternehmens müssen konsequent fortgesetzt werden“, betont Friedrich Roithner, der Vorsitzende des Aufsichtsrats. „Wir sind überzeugt, dass Klaus Rinnerberger zusammen mit dem Management-Team und nicht zuletzt dank der Unterstützung der vielen engagierten Beschäftigten das Unternehmen nachhaltig profitabler machen wird. Der Aufsichtsrat freut sich daher, ihn für weitere knapp vier Jahre als Vorstandsvorsitzenden gewinnen und verpflichten zu können.“
Der Aufsichtsrat hat des Weiteren beschlossen, das Vorstandsmandat von Ingo Spengler (51) als COO zu verlängern. Sein Vertrag wird nun ebenfalls bis Ende 2027 laufen. Dr. Harald Nippel (60) wird seine Tätigkeit als Mitglied des Vorstands und CFO bis April 2026 fortführen und somit noch die Erstellung des Abschlusses für das Geschäftsjahr 2025 begleiten und verantworten. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat beschlossen, im Zuge der Unternehmensverschlankung den Vorstand von vier auf drei Personen zu verkleinern. Demgemäß wird das Vertragsverhältnis mit Dr. Ursula Biernert als Personalvorständin (CHRO) und Arbeitsdirektorin einvernehmlich nicht verlängert. Sie wird das Unternehmen im Laufe des Sommers verlassen, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen.
„Wir danken Frau Dr. Biernert ausdrücklich für ihre engagierte Arbeit in den letzten Jahren. Mit ihr gemeinsam ist es uns gelungen, die Transformation von Leoni in einer äußerst schwierigen Phase im Sinne unserer Beschäftigten konstruktiv zu gestalten“, sagt Friedrich Roithner. Die bislang im CHRO-Ressort zusammengefassten Verantwortlichkeiten gehen auf die verbliebenen Mitglieder des Vorstands über: Die Personal-Funktion verantwortet künftig CEO Klaus Rinnerberger, die anderen beiden Corporate-Bereiche, nämlich RCS (Risk, Compliance & Sustainability) und Real Estate, berichten sodann an CFO Dr. Harald Nippel.

Umzug in die „Fabrik der Zukunft“ vollendet: Leoni übergibt zentrales Grundstück an die Stadt Roth
Letzte am alten Standort Stieberstraße gefertigten Kabelmeter erhalten mit Sonderdruck einen Ehrenplatz
Roth – Ein neues Kapital in der langjährigen und gemeinsamen Erfolgsgeschichte von Leoni und der Stadt Roth beginnt: Mit der feierlichen Übergabe des alten Werkgeländes an der Stieberstraße hat die Leoni Kabel GmbH den Umzug in die „Fabrik der Zukunft“ und damit in eines der modernsten Kabelwerke Europas vollendet.
„Einerseits sind wir traurig, dass eine über 100-jährige Ära im Herzen der Stadt Roth zu Ende geht“, sagt Wolfgang Reichel, Werksleiter in Roth. „Andererseits freuen wir uns, dass der aufwändige Umzug nun endlich abgeschlossen ist und wir uns in der ,Fabrik der Zukunft‘ eingerichtet haben.“ Hier in unmittelbarer Nähe zum Main-Donau-Kanal profitiert Leoni von modernen Gebäuden mit optimal gestalteten Prozessabläufen und auch räumlich guten Entwicklungsmöglichkeiten.
Schritt für Schritt haben über die vergangenen fünf Jahre insgesamt 870 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Produktion, Lager, Qualitätssicherung und Verwaltung sowie 180 Maschinen den Ortswechsel gemeistert – ohne Unterbrechung der Lieferkette an die Kunden. Aufgrund strengster Anforderungen der Automobilindustrie war der Umzug ein logistisches Meisterwerk. Jedes einzelne Produkt für jeden einzelnen Kunden erforderte für den neuen Standort ein erneutes Freigabeverfahren. So wurden allein rund 1800 Bemusterungsverfahren durchgeführt, von der einfachen Basis-Dokumentation bis zum 3000-Stunden-Test.
Die Geschichte von Leoni in der Stieberstraße reicht bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück. Das älteste Gebäude auf dem Werksgelände aus dem Jahr 1906 wurde noch bis zuletzt genutzt. Im März 2015 erwarb Leoni das neue Grundstück im Industriegebiet „An der Lände“ von der Stadt Roth, 2016 war Grundsteinlegung für die „Fabrik der Zukunft“, im Mai 2019 schließlich die finale Bauabnahme.
Die letzten Kabelmeter in der Stieberstraße wurden Ende Dezember 2023 gefertigt. Sie werden nicht verkauft, sondern Teil der Leoni Museums-Sammlung. „Dafür haben wir uns als Bedruckung einen besonderen Text ausgedacht: Goodbye Stieberstraße 5 – eine Ära geht zu Ende 11:03 – 354 – 2023“, sagt Florian Knaup, der als Fertigungsbetreuer den Extruder, an dem er seinerzeit gelernt hatte, höchstpersönlich ein letztes Mal bediente.
Die erfolgreiche Leoni-Story am Standort Roth wird nun von einem tollen Mitarbeiterteam in der „Fabrik der Zukunft“ weitergeschrieben: mit nachhaltigen Produkten für die Mobilität von morgen und effizienten Fertigungsverfahren in einem modernen Arbeitsumfeld.

Auszeichnung für Leonis Weg zum Bordnetz der Zukunft
Kitzingen – Für den wegweisenden Einsatz agiler Arbeitsmethoden bei der Entwicklung von Bordnetzsystemen mit zonaler Architektur haben die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme/vbm Leoni erneut mit dem Agil.Award ausgezeichnet.
Entwickler, Fertigungsexperten und Strategen von Leoni nutzen das agile OKR-Framework (Objectives and Key Results), um hierarchie- und bereichsübergreifend in crossfunktionalen Teams das Bordnetz neu zu denken. Die zonale Architektur ist dabei die Antwort auf die steigenden Anforderungen an das Nervensystem des Automobils angesichts Trends wie der Vernetzung oder dem Autonomen Fahren.
Prof. Dr. Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) und Mitglied der Award-Jury, würdigte Leoni bei der Preisverleihung im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München als inspirierendes Beispiel für den Einsatz einer agilen Arbeitsmethode. Die Anforderungen der Kunden würden erfolgreich einbezogen, die Agilität im gesamten Projekt zielgerichtet gestärkt.
Das agile Mindset bei Leoni umfasst Werte wie gelebtes Unternehmertum, Transparenz, Offenheit gegenüber Veränderungen, Fokus auf das Wesentliche, Respekt und Verantwortungsbewusstsein. Ein weiteres Markenzeichen ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Walter Glück, Chief Technology Officer der Leoni WSD: „Der Erfolg drückt sich nicht zuletzt in besseren und schnelleren Ergebnissen aus. So haben wir von einem großen Automobilhersteller dieses Jahr bereits einen ersten Auftrag für ein zonales Bordnetz gewonnen.“
Der Agil.Award ist eine wissenschaftlich fundierte Auszeichnung, die jedes Jahr von einer unabhängigen Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft vergeben wird. Der gemeinsam von bayme/vbm verliehene Preis ehrt Unternehmen, die agile Arbeitsmethoden erfolgreich implementiert haben und diese in der Praxis vorbildhaft leben. Leoni nutzt diese unternehmensweit bei zahlreichen Projekten.

Autonomer Truck nimmt Kurs auf die Autobahn!
München/Nürnberg – Der fahrerlose Lkw wird Schritt für Schritt Realität: Seit Januar 2022 arbeiten MAN Truck & Bus, Knorr-Bremse, Leoni, Bosch, Fernride, BTC Embedded Systems, Fraunhofer AISEC, Technische Universität München, Technische Universität Braunschweig, TÜV SÜD, Autobahn GmbH und das Würzburger Institut für Verkehrswissenschaften (WIVW GmbH) im Forschungs- und Entwicklungsprojekt ATLAS-L4 (Automatisierter Transport zwischen Logistikzentren auf Schnellstraßen im Level 4) gemeinsam daran, autonome Trucks auf die Straße zu bringen. Inhaltlich orientiert sich das Projekt am 2021 verabschiedeten Gesetz zum autonomen Fahren, das autonomes Fahren auf fest definierten Strecken unter einer technischen Aufsicht grundsätzlich ermöglicht. Nach den ersten 22 Monaten hat das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Vorhaben bereits wichtige Meilensteine erreicht.
„Mit ATLAS-L4 wird bald erstmals ein autonom fahrender Truck auf einer Autobahn in Deutschland unterwegs sein“, nennt Dr. Frederik Zohm, Vorstand für Forschung und Entwicklung bei MAN Truck & Bus, das gemeinsame Ziel der zwölf Projektpartner von ATLAS-L4. „So wollen wir zur Hub-to-Hub-Automatisierung, also zum fahrerlosen Pendeln zwischen Logistikhöfen, und damit zu mehr Sicherheit, mehr Effizienz und weniger Staus auf den Straßen beitragen – auch dem Fahrermangel kann mit Automatisierungskonzepten begegnet werden.“
Was wurde seit Projektstart erreicht?
Die bisherigen Arbeitsergebnisse präsentierten die Partner gemeinsam im Rahmen einer Projektveranstaltung am 24. Oktober in München.
So hat MAN Truck & Bus in seiner Projektverantwortlichkeit für die Gesamtsystementwicklung mittlerweile ein Prototypenfahrzeug aufgebaut. Es zeichnet sich durch Sensoren auf dem Dach, an der Front und an den Seiten der Fahrerkabine aus sowie durch verbaute Rechner im Innern. Im ersten Schritt dient es als Sensorfahrzeug zur Sammlung von Daten, bevor mit ihm die Funktionsentwicklung für das autonome Fahren unter anderem mit ersten Testfahrten auf der Autobahn mit Sicherheitsfahrer beginnt. Die ersten Kilometer hat das Fahrzeug bereits auf dem Münchner Testgelände von MAN erfolgreich zurückgelegt. Funktionalitäten und Schnittstellen standen dabei auf dem Prüfstand: Erstmals haben die Komponenten miteinander kommuniziert und erstmals haben die Sensoren eine realitätsgetreue Umfelderkennung vorgenommen.
Und auch die für die Level-4-Architektur sicherheitsrelevanten Subsysteme Bordnetz, Lenkung und redundantes Bremssystem sind konzeptioniert und bereits in ersten Musterständen erfolgreich erprobt.
Ein weiterer Meilenstein, an den das Projektteam bereits einen Haken setzen konnte: Das Control Center für die technische Aufsicht wurde im September erfolgreich in Betrieb genommen und die Verbindung zum Fahrzeug installiert. Das Web-Interface stellt nun das Fahrzeug auf einer Karte mit allen relevanten Informationen wie Geschwindigkeit und Automatisierungsstatus dar.
Des Weiteren haben MAN und das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC die projektbegleitende Risikoanalyse für das Fahrzeug erfolgreich durchgeführt. Auf dieser Grundlage wurden Cybersicherheitsmaßnahmen wie authentische und verschlüsselte Kommunikation sowie funktionale Sicherheitsmaßnahmen wie Redundanzen und Degradationskonzepte für das autonome Fahrsystem definiert. Dabei werden umfangreiche Angriffs- und Ausfallszenarien durchgespielt und entsprechende Schutzkonzepte entwickelt.
Die nächsten Schritte
Der nächste große Meilenstein ist die Premiere im öffentlichen Straßenverkehr: Voraussichtlich noch in diesem Jahr soll es für das Testfahrzeug zu ersten Fahrten auf die Autobahn gehen – natürlich ebenfalls mit einem Sicherheitsfahrer an Bord.
Alle Meilensteine tragen zum langfristigen Ziel von ATLAS-L4 bei: der Beweis, dass der Einsatz von Level-4-automatisierten und damit von fahrerlosen Fahrzeugen auf der Autobahn machbar ist. Das ist der Grundstein für künftige Serienanwendungen für eine Logistik 4.0 – ermöglicht durch das Netzwerk, das das starke Konsortium von ATLAS-L4 bietet. Das Projekt läuft bis Dezember 2024. Am Ende soll ein industrietaugliches Konzept für den Betrieb automatisierter Lkw auf der Autobahn vorliegen.
Weitere Informationen zum Projekt ATLAS-L4, den Projektpartnern und Pressekontakte der Partner stehen online zur Verfügung: www.atlas-l4.com

Leoni präsentiert die nächste Generation Ladekabel
Das Laden von Elektrofahrzeugen hängt von der elektrischen Leistung des Ladeanschlusses, der verbauten Ladetechnik im Fahrzeug und der Größe der Fahrzeugbatterie ab. Ein ausschlaggebender Faktor für kurze Ladezeiten ist das Design des Ladekabels. Leoni stellt mit seinen beiden Innovationen LEONI EcoSense® Nxt und LEONI EcoSense® Nxt+ eine neue Generation von AC-Ladeleitungen vor.
Poweroptimiertes Design
Das Produktportfolio von LEONI EcoSense® Nxt+ wurde poweroptimiert gestaltet. Die Leitungen sind auf die optimale Strombelastbarkeit für die jeweilige Applikation ausgelegt. Dadurch wird der Leitungsquerschnitt reduziert. In Summe verringert sich das Gesamtgewicht bei LEONI EcoSense® Nxt um sechs Prozent, bei LEONI EcoSense® Nxt+ um 20 Prozent. Der Durchmesser des LEONI EcoSense® Nxt Portfolios ist im Vergleich zur Vorgängergeneration im Durchschnitt um vier Prozent geringer, bei LEONI EcoSense® Nxt+ um neun Prozent.
Dank der Innovation in punkto Produktdesign und einer Optimierung der eingesetzten Werkstoffe gelingt es dem Kabelhersteller, Kosten zu optimieren. So positioniert Leoni seine Produktinnovationen mit einem noch attraktiverem Preis-Leistungsniveau auf dem Markt. Das neue Design erlaubt zudem eine optimierte Auslegung der Steuerader, wodurch die Ader vor mechanischen Belastungen besser geschützt und weniger beansprucht wird. Darüber hinaus wird ein robusteres Adermaterial für die neuen Generation verwendet. Beide Punkte wirken sich positiv auf die Biegewechselresistenz und das Handling aus.
Lieferperformance und Nachhaltigkeit
LEONI legt im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie großen Wert auf einen schonenden Ressourceneinsatz. LEONI EcoSense® Nxt und LEONI EcoSense® Nxt+ tragen dazu beispielsweise durch eine Verringerung des CO₂-Fußabdrucks bei. Ausschlaggebend hierfür sind unter anderem die aufgrund des schlankeren Designs um durchschnittlich neun Prozent erhöhte Packungsdichte sowie der konsequente Einsatz von regionalen Lieferanten für die Vormaterialien.
Mit den Ladeleitungen der nächsten Generationen LEONI EcoSense® Nxt und LEONI EcoSense® Nxt+ ist es möglich, mit nur einem Produkt drei Normen (IEC, EN, GBT) abzudecken. Diese Triple-Norm-Leitungen für das Laden von Elektrofahrzeugen können aktuell bereits in 167 Ländern zum Einsatz kommen. Für die beiden verbleibenden Märkte, Japan (PSE) und Nordamerika (UL), bietet LEONI separate Ladekabellösungen an. Die Produktpalette der beiden Portfolios deckt Leitungen zwischen 3x1,5mm²+X und 5x10mm²+X ab. Sowohl LEONI EcoSense® Nxt als auch LEONI EcoSense® Nxt+ sind ab sofort in allen gängigen Farbvarianten erhältlich.

Klaus Rinnerberger führt Leoni AG als Vorstandsvorsitzender
Nürnberg – Klaus Rinnerberger hat mit dem heutigen Tag seine Aufgaben als Vorstandsvorsitzender (CEO) der Leoni AG übernommen.
„Ich bin in der Automobilindustrie daheim und freue mich, gerade jetzt bei Leoni als CEO Verantwortung zu übernehmen“, sagt Rinnerberger. „Die finanzielle Sanierung ist auf der Zielgeraden, für das Unternehmen ist das ein Befreiungsschlag. Und der Wandel in der Branche hin zu alternativen Antrieben, Vernetzung und Autonomem Fahren ist für uns mehr Chance als Risiko.“ Die finanzielle Krise habe bei Leoni zuletzt manches überschattet. „Es gilt, in allen Bereichen unternehmerisches Denken wieder stärker zu fördern, das operative Tagesgeschäft in den Mittelpunkt zu stellen und ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Dafür stehe ich.“
Rinnerberger verfügt über langjährige Managementerfahrung in der Automobilzulieferbranche, verbunden mit einer umfangreichen Restrukturierungsexpertise. So gestaltete der 59-Jährige – durchgängig in Vorstandsfunktionen (CFO, CRO, CEO) – über Jahre das Wachstum der Magna Gruppe mit und stellte nacheinander die Kfz-Zulieferer Polytec AG und Peguform (heutige SMP) erfolgreich neu auf. Seit 2010 ist Rinnerberger Vorstand der Pierer Industrie AG.
Sein seit Mai 2021 laufendes Mandat als Aufsichtsrat der Leoni AG, dessen Vorsitz er seit Mai 2022 inne hatte, gibt der gebürtige Österreicher mit seinem Wechsel auf den Vorstandsvorsitz ab. Neue Vorsitzende des Aufsichtsrats wird Dr. Ulla Reisch, die dem Gremium seit Mai 2022 angehört. Die promovierte Juristin verfügt über ausgeprägte Restrukturierungserfahrung und ist eine erfahrene, international agierende Aufsichtsrätin. Darüber hinaus hat sie weitreichende Erfahrung aus M&A-Transaktionen.
Bereits am 3. April 2023 hatte der Aufsichtsrat der Leoni AG wie berichtet beschlossen, Rinnerberger zum zukünftigen CEO zu ernennen. Er folgt damit auf Aldo Kamper, der das Unternehmen Ende März verlassen hatte. In der Übergangsphase hatte Hans-Joachim Ziems als CRO die Funktion des Vorstandssprechers übernommen. Nach der erfolgreich auf den Weg gebrachten finanziellen Sanierung von Leoni hat Ziems das Unternehmen zu Ende Juni planmäßig wieder verlassen.

Leoni erhält Auftrag für mit Valeo entwickelte Zonen-Steuergeräte
LEONI, führender Lieferant von Bordnetz-Systemen und Leistungsverteilung, und Valeo führender Anbieter im Bereich Adas-Sensoren und verwandter funktioneller Software mit bedeutendem Elektronik-Fachwissen, bündeln ihre Stärken, um die bestmögliche Lösung für Zonen-Steuergeräte als zentrales Schlüsselelement für künftige Fahrzeug-Generationen auf den Markt zu bringen. Durch die Zusammenarbeit machen die Franken einen Schritt aus der finanziellen Krise. Die Kooperation bildete die technologische Grundlage, um mit Zonen-Steuergeräten die kürzlich angekündigte Partnerschaft zwischen der Renault-Gruppe und Valeo im Bereich des SDV (Software Defined Vehicle) zu ermöglichen.
Führende Position im Bereich der Zonen-Controller
Durch die Bündelung ihrer Expertise streben Valeo und Leoni nach einer führenden Position im Bereich der Zonen-Controller. Sie haben eine innovative und einfach integrierbare Technik geschaffen, die eine Integration von mehr Intelligenz, Funktionalität und Leistungsfähigkeit im Fahrzeug ermöglicht. Gleichzeitig wird die Systemkomplexität sowie die Menge an Verkabelung reduziert – und dadurch auch Gewicht und Kosten.
Es geht aufwärts bei Leoni: CTO Walter Glück (l.) und Vorstand Ingo Spengler freuen sich über den Liefervertrag mit Renault ab 2026.
Bild: Leoni
In der Kooperation verantwortet Leoni die Entwicklung der intelligenten Leistungsverteilung. Weitere Schwerpunkte sind der Einsatz modularer Stecksysteme mit Fokus auf automatisierter Kabelsatzfertigung, Thermomanagement sowie die Optimierung des Bauraums auf Fahrzeugebene. Damit verantwortet und optimiert Leoni die ausfallsichere Energieversorgung, die speziell für automatisierte Fahrfunktionen essenziell ist.
Valeo trägt die Gesamtverantwortung für das Projekt, entwickelt den Microcontroller- und Gateway-Anteil und übernimmt die Produktion.
Ist man bisher schon als Lieferant von kundenspezifischen Kabelsätzen bei den Automobilherstellern sehr geschätzt, erweitert Leoni nun ihr Portfolio sukzessive um innovative Komponenten und Zukunfts-Know-how. Dazu gehören neben den in Kooperation mit Valeo entwickelten Zonen-Steuergeräten auch elektronische Leistungsverteiler, die Entwicklung von zonalen Bordnetzarchitekturen und von automatisierten Produktionslinien, mit denen Teilkabelsätze für zonale Ansätze gefertigt werden können.
Im Rahmen des Leoni Tech Press Days 2023 am 6. Juli wurde der erste Serienauftrag für ein Zonen-Steuergerät bekannt gegeben.
Bild: LeoniErster Auftrag für ein Zonen-Steuergerät erhalten
Im Rahmen des Leoni Tech Press Days am 6. Juli 2023 hat Karlheinz Morgenroth, Leiter der Produktentwicklung Elektronik, den erste Serienauftrag für ein Zonen-Steuergerät bekannt gegeben. Wie Morgenroth mitteilte, wird Renault der erste Kunde für dieses Produkt sein. Der Serienstart ist für das Jahr 2026 geplant und soll in Summe mehrere Fahrzeugreihen beliefern. Der Auftrag für die beiden Zulieferer ist im Zuge der Kooperation von Renault und Valeo beim software-definierten Fahrzeug zustande gekommen, teilt Leoni weiter mit.
„Der erste Serienauftrag hinsichtlich Zonen-Steuergeräten bestätigt uns in unserem Ziel, Systemanbieter für das Bordnetz der Zukunft zu werden und eine führende Rolle in der Entwicklung und Realisierung zonaler Architekturen einzunehmen“, sagt Walter Glück, Chief Technology Officer der Bordnetzsparte von Leoni.
Bei der zonalen Architektur bilden ein oder mehrere Hochleistungsrechner das „Gehirn“ des Fahrzeugs, in dem alle wesentlichen Rechenaufgaben und Entscheidungen stattfinden. Um dieses „Gehirn“ herum werden mehrere Zonen-Controller gruppiert, die an der Peripherie lokale Aufgaben ausführen. Sie übernehmen beispielsweise die Leistungsverteilung in ihrem Bereich, sammeln alle Daten der Sensorik ein und schicken sie gebündelt und zeitlich strukturiert an die Hochleistungsrechner weiter.
Basis für software-definierte Fahrzeuge
Diese Ebene der Leistungsverteilung, Anbindung von Sensoren und Ansteuerung von Aktuatoren schafft die Basis für software-definierte Fahrzeuge (SDV). Softwarebasierte Funktionalitäten wie automatisiertes Fahren, Personalisierung und Infotainment sowie vernetzte Dienste erfordern eine Schnittstelle zur physikalischen Ebene der Fahrzeugumgebung und des Fahrzeuges selbst, die einer vorausschauenden Architektur von Bordnetz und Zonen-Steuergeräte bedarf.
Nur so können neue und aktualisierte Funktionen und Dienste als Software in einer bestehenden Fahrzeugarchitektur angeboten werden. (bec)