Gut am Arbeitgeber finde ich
Nachtrag aus 2026
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich Ihre Stellungnahme mit großem Unverständnis gelesen habe. Leider bestätigt sie für mich erneut, weshalb ich meine Ausbildungszeit bei der SBK so negativ in Erinnerung habe.
Sie sprechen von Respekt, Fairness, Wertschätzung und gegenseitigem Vertrauen. Genau diese Werte habe ich während meiner Ausbildung jedoch in entscheidenden Situationen vermisst. Besonders enttäuschend finde ich, dass Sie auf keinen einzigen meiner konkret geschilderten Vorfälle eingehen, sondern stattdessen allgemein auf Ihre Unternehmenswerte und Ihr Selbstverständnis verweisen.
Sie schreiben, dass sich meine Erfahrungen nicht mit dem Selbstverständnis und den üblichen Erfahrungen innerhalb Ihrer Ausbildung decken würden. Allerdings ändert das Selbstverständnis eines Unternehmens nichts an den persönlichen Erfahrungen der Menschen, die dort gearbeitet haben. Nur weil bestimmte Verhaltensweisen nicht dem entsprechen, wofür ein Unternehmen stehen möchte, bedeutet das nicht, dass sie nicht trotzdem vorkommen können.
Besonders bemerkenswert finde ich auch Ihre Aussage, es würde Sie wundern, wenn entsprechende Gespräche während meiner Ausbildungszeit nicht stattgefunden hätten. Entscheidend ist doch nicht allein, ob Gespräche stattfinden, sondern wie diese geführt werden, wie mit den Sorgen und Schwierigkeiten eines Auszubildenden umgegangen wird und ob daraus tatsächlich Verbesserungen entstehen. Ein Gespräch ist nicht automatisch eine Unterstützung, nur weil es stattgefunden hat.
Besonders kritisch sehe ich jedoch Ihre Formulierung, eine erfolgreiche Ausbildung lebe vom „Zusammenspiel beider Seiten“.
Für mich wirkt diese Aussage im Zusammenhang mit meiner Bewertung wie eine indirekte Schuldumkehr. Es entsteht der Eindruck, als solle mir zumindest ein Teil der Verantwortung für meine negativen Erfahrungen zugeschrieben werden.
Dabei ging es in meiner Bewertung zu keinem Zeitpunkt darum, einen Schuldigen zu suchen oder gegenseitige Vorwürfe zu erheben. Ich habe konkrete Situationen aus meiner Ausbildungszeit geschildert, die ich als respektlos, verletzend und unangemessen empfunden habe.
Ein Beispiel dafür ist die von mir geschilderte Aussage der Ausbildungskoordinatorin bezüglich meiner SGB-Unterlagen. Ich hatte lediglich um Ersatz für einen beschädigten Umschlag gebeten. Die daraufhin erhaltene Antwort, ich könne mir mit dem Inhalt auch meine Wände tapezieren, empfand ich als respektlos und völlig unnötig.
Was genau hat eine solche Äußerung mit mangelndem Engagement, fehlender Offenheit oder fehlendem gegenseitigem Vertrauen meinerseits zu tun? Inwiefern lässt sich ein solcher Umgangston durch das von Ihnen angesprochene „Zusammenspiel beider Seiten“ erklären?
Auf diesen konkreten Vorfall gehen Sie in Ihrer Stellungnahme überhaupt nicht ein.
Stattdessen wird allgemein auf die gegenseitige Verantwortung während einer Ausbildung verwiesen. Das empfinde ich als besonders enttäuschend, weil dadurch der eigentliche Kern meiner Kritik aus dem Blick gerät.
Selbstverständlich gehören Eigeninitiative, Engagement und Lernbereitschaft zu einer Ausbildung. Allerdings entbindet das einen Ausbildungsbetrieb und insbesondere die für die Ausbildung verantwortlichen Personen nicht von ihrer Verantwortung, Auszubildende respektvoll zu behandeln, fachlich zu begleiten und gerade bei Schwierigkeiten angemessen zu unterstützen.
Fordern und Fördern sind zwei unterschiedliche Dinge. Wer fordert, muss auch bereit sein, zu fördern.
Nicht jede negative Erfahrung eines Auszubildenden ist eine Frage mangelnder Eigeninitiative oder fehlenden Engagements. Und nicht jede Kritik muss mit einem Hinweis auf die Verantwortung beider Seiten beantwortet werden.
Manchmal wäre es aus meiner Sicht angemessener, sich mit den konkret geschilderten Situationen auseinanderzusetzen, anstatt durch allgemeine Formulierungen den Eindruck entstehen zu lassen, dass die Verantwortung für das Erlebte möglicherweise auch bei der betroffenen Person selbst liegt.
Ich hätte mir gewünscht, dass meine Kritik als das verstanden wird, was sie ist: die Schilderung meiner persönlichen Erfahrungen und nicht die Einladung zu einer gegenseitigen Schuldzuweisung.
Was ich an dieser Stelle besonders hervorheben möchte, ist meine berufliche Entwicklung nach meiner Zeit bei der SBK.
Ich habe anschließend zwei Jahre bei einer anderen Krankenkasse gearbeitet und durfte dort erleben, wie unterschiedlich Arbeitsbedingungen, Führung und der Umgang mit Mitarbeitenden tatsächlich sein können.
Während ich gegen Ende meiner Ausbildungszeit bei der SBK auf dem Weg zur Arbeit regelmäßig geweint und nur noch darauf gehofft habe, dass diese Zeit endlich vorbei ist, bin ich bei meinem darauffolgenden Arbeitgeber jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
weiter:
Ich hatte dort zwei Vorgesetzte, die ich menschlich und fachlich als außergewöhnlich erlebt habe. Menschen, die ihre Mitarbeitenden ernst nehmen, unterstützen, motivieren und sich aufrichtig für deren Wohlergehen interessieren. Für mich waren diese beiden Führungskräfte tatsächlich zwei Engel auf Erden.
Ich habe mich dort wertgeschätzt, respektiert und als Mensch wahrgenommen gefühlt. Ich hatte Freude an meiner Arbeit, habe mich als Teil eines Teams gefühlt und wusste, dass ich mich bei Schwierigkeiten an meine Vorgesetzten wenden konnte, ohne Angst vor negativen Reaktionen haben zu müssen.
Aufgrund meines Studiums und meiner beruflichen Weiterentwicklung musste ich dieses Unternehmen nun schweren Herzens verlassen. Diese Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen, gerade weil ich mein Team und meine Vorgesetzten so sehr geschätzt habe.
Und wissen Sie, was für mich der größte Unterschied zwischen diesen beiden Arbeitgebern war?
Bei der SBK habe ich geweint, weil ich zur Arbeit musste. Bei meinem späteren Arbeitgeber habe ich geweint, weil ich nicht mehr zur Arbeit kommen konnte.
Ich denke, deutlicher kann ich den Unterschied zwischen meinen persönlichen Erfahrungen bei diesen beiden Arbeitgebern kaum beschreiben.
Diese zwei Berufsjahre haben mir rückblickend noch einmal gezeigt, dass meine damaligen Erwartungen an einen respektvollen Umgang, eine unterstützende Führung und ein gesundes Arbeitsklima keineswegs unrealistisch oder überzogen waren.
Ich habe erlebt, dass es anders geht. Dass man Mitarbeitende fordern kann, ohne sie kleinzumachen. Dass man Leistungen erwarten kann, ohne Menschen das Gefühl zu geben, nicht gut genug zu sein. Und dass Führungskräfte nicht nur über Wertschätzung sprechen, sondern sie tatsächlich leben können.
Auch in wirtschaftlicher Hinsicht habe ich Unterschiede wahrgenommen. Bei meinem späteren Arbeitgeber blieb der Zusatzbeitrag während meiner zweijährigen Beschäftigung nach meinem Kenntnisstand unverändert. Natürlich hängen Beitragssätze von vielen verschiedenen Faktoren ab und lassen sich nicht unmittelbar auf die Qualität der Ausbildung oder der Führung zurückführen. Dennoch ist dies für mich ein weiterer Aspekt, der mich zum Nachdenken über die Unterschiede zwischen beiden Krankenkassen gebracht hat.
Meine ursprüngliche Bewertung entstand nicht aus einer grundsätzlichen Abneigung gegenüber Arbeit, Leistungsanforderungen oder Vorgesetzten. Ganz im Gegenteil: Meine anschließenden Berufsjahre haben mir gezeigt, wie viel Freude mir meine Arbeit machen kann, wenn das Arbeitsumfeld stimmt.
Umso enttäuschender finde ich es, dass Ihre öffentliche Stellungnahme auf meine konkreten Erfahrungen nicht wirklich eingeht.
Sie betonen, dass Sie für eine Ausbildung stehen, die sowohl fordert als auch fördert. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass ich das Fordern sehr deutlich wahrgenommen habe, während mir das Fördern gefehlt hat.
Und genau das war einer der wesentlichen Kritikpunkte meiner ursprünglichen Bewertung.
Ein Unternehmen wird nicht dadurch wertschätzend, dass es Wertschätzung in einer öffentlichen Stellungnahme hervorhebt. Es wird dadurch wertschätzend, dass die Menschen, die dort arbeiten und ausgebildet werden, diese Wertschätzung auch tatsächlich erfahren.
Wer Respekt, Fairness und gegenseitiges Vertrauen als zentrale Unternehmenswerte bezeichnet, sollte aus meiner Sicht gerade bei kritischen Rückmeldungen zeigen, dass diese Werte nicht nur auf dem Papier existieren.
Eine kritische Bewertung muss nicht automatisch bedeuten, dass jemand zu wenig Engagement gezeigt, zu wenig Offenheit mitgebracht oder seinen Teil zum Erfolg einer Ausbildung nicht beigetragen hat.
Manchmal bedeutet sie schlicht, dass ein Mensch während seiner Ausbildung Erfahrungen gemacht hat, die er niemand anderem wünschen würde.
Ich habe meine Erfahrungen geschildert, weil ich sie erlebt habe und weil ich finde, dass auch solche Perspektiven gehört werden sollten.
An meiner ursprünglichen Bewertung halte ich daher weiterhin fest. Die Erfahrungen, die ich in den darauffolgenden zwei Berufsjahren sammeln durfte, haben mich in meiner Einschätzung sogar noch bestärkt.
Ich wünsche mir, dass meine Bewertung nicht als Angriff verstanden wird, sondern als Anlass, den Umgang mit Auszubildenden und insbesondere die Unterstützung in schwierigen Situationen kritisch zu hinterfragen.
Verbesserungsvorschläge
- Berufsschüler brauchen eine andere Unterstützung, als Azubis ohne Berufsschulpflicht. Sie brauchen MEHR Unterstützung
- Wenn man krank ist, dann ist man krank. Einen psychisch dazu zu bringen krank auf die Arbeit zu gehen, weil man Angst hat, dass man dann nicht mehr gemocht wird oder über einen gelästert wird ist traurig.
Arbeitsatmosphäre
Es gibt Grüppchen. Es wird gelästert, wenn jemand "mal wieder" au ist.
Arbeitszeiten
Angebliche Gleitzeit, von der ich irgendwie nichts mitbekommen habe.
Ausbildungsvergütung
Gut, aber eigentlich zu wenig für die Aufgaben die wir in der Ausbildung schon übernehmen müssen.
Die Ausbilder
Die Führungskraft war nett. Die Ausbildungskoordinatorin war nicht so nett. Als mein SGB Umschlag gerissen ist und ich ein Neues gebraucht hatte, antwortete sie mir erst nicht. Nach einer persönlichen Erinnerung kam Folgendes mit einem frechen Ton: "Ich habe dir ein SGB und ein Rundschreiben auf den Platz deiner Patin mit Inhalt gelegt. Was du mit dem Inhalt machst ist dir überlassen. Kannst dir damit deine Wände tapezieren". RESPEKTLOS. Da kam noch mehr, aber ich habe nicht mehr die Kraft das Alles aufzuschreiben.
Spaßfaktor
Anfangs hatte ich viel Spaß, wirklich großen Spaß. Bis die Probezeit rum war. Du bekommst als Azubi, wie es Andere bereits erwähnt haben, viel zu viele Aufgaben. Du musst zum zweiten Ausbildungsjahr so weit sein, dass du einen ganzen Platz übernehmen kannst. Kannst du das noch nicht, bist du schlecht und bist du schlecht, dann wirst du nicht gemocht.
Aufgaben/Tätigkeiten
Die Aufgaben machen an sich Spaß, sind aber einfach zu viel.
Variation
Man wird in der Ausbildung ab und zu in andere Bereiche eingesetzt, da kriegt man Variation. Aber wenn du in deinem Team bist und eine Patin hast, die sich nicht für dich interessiert oder auch einfach keinen Paten hast, weil es an Mitarbeitern fehlt....dann hast du absolut keine Variation.
Respekt
Der Gebietsleiter meinte zu mir, nachdem meine Zwischenprüfungsergebnisse nicht so gut ausfielen, dass ich diese Ausbildung nicht schaffen werde. Nachdem er mich über einen gewissen Zeitraum klein- und schlechtgeredet hat und ich das weinen anfing meinte er, ich soll mit meiner Therapeutin darüber reden, ob ich die Ausbildung noch weiter machen soll, weil ich ja jetzt schon weine.