Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt ist durch den Tarifvertrag grundsätzlich in Ordnung. Außerdem arbeite ich gerne für eine Premiummarke und schätze die Fahrzeuge, die Technik und grundsätzlich auch die Möglichkeiten, die eine solche Marke bietet. Auch der Zusammenhalt im Kernteam ist definitiv positiv hervorzuheben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vor allem die aktuell fehlende Führung, mangelnde Kommunikation und fehlende Wertschätzung. Entscheidungen sind häufig nicht nachvollziehbar, Unternehmenswerte werden aus meiner Sicht nicht konsequent vorgelebt und gute Mitarbeiter dadurch zunehmend demotiviert. Besonders schade ist, dass der Standort bereits gezeigt hat, dass es mit guter und präsenter Führung deutlich besser funktionieren kann.
Verbesserungsvorschläge
Die wichtigste Maßnahme wäre, die Stelle des Serviceleiters schnellstmöglich wieder dauerhaft zu besetzen. Es kann nicht sein, dass über mehrere Tage keine verantwortliche Führungskraft vor Ort ist. Der Standort braucht wieder jemanden, der täglich ansprechbar ist, Entscheidungen trifft und Verantwortung übernimmt.
Unternehmenswerte sollten nicht nur im Intranet stehen, sondern insbesondere von Führungskräften vorgelebt werden. Mitarbeiter müssen wieder mehr Wertschätzung erfahren und entsprechend ihrer individuellen Stärken eingesetzt und entwickelt werden.
Bei der Besetzung von Führungspositionen sollte außerdem stärker auf fachliche und vor allem persönliche Führungskompetenz geachtet werden. Die günstigste oder organisatorisch einfachste Lösung ist nicht automatisch die beste. Gute Führung kostet Geld und schlechte Führung kostet am Ende Mitarbeiter, Kunden und Umsatz.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist mittlerweile leider sehr schlecht. Hauptgrund ist aus meiner Sicht die fehlende, kontinuierliche Führung. Die beste Führungskraft, die wir in den vergangenen Jahren hatten, wurde für viele Mitarbeiter völlig unverständlich und ohne erkennbaren Grund gekündigt.
Seitdem fehlt es an einer Führungskraft, die wirklich vor Ort ist, Verantwortung übernimmt, Entscheidungen trifft und dem Team Orientierung gibt. Die aktuelle Führung ist teilweise nur ein- bis zweimal pro Woche vor Ort. Im Tagesgeschäft entsteht dadurch zunehmend der Eindruck, dass der Betrieb weitgehend führungslos läuft.
Das macht sich deutlich bei der Stimmung bemerkbar: Motivation und Eigeninitiative nehmen ab, Probleme bleiben liegen und viele Mitarbeiter haben schlicht keine Lust mehr, sich über das notwendige Maß hinaus einzubringen. Eigentlich schade, denn am Team und am Potenzial des Standorts liegt es nicht. Mit einer guten und präsenten Führung könnte hier vieles deutlich besser laufen.
Image
Das Image hat aus meiner Sicht deutlich gelitten. Seitdem der frühere Kundendienstleiter nicht mehr da ist, bleiben spürbar Kunden weg und Beschwerden haben zugenommen. Hier sollte der Arbeitgeber dringend gegensteuern.
Hinzu kommt ein aus meiner Sicht für die Region teilweise zu hohes Preisniveau. Es gibt günstigere Wettbewerber, bei denen gleichzeitig auch der Service stimmt. Wenn Preis und Service nicht mehr zusammenpassen, wird es langfristig schwierig, Kunden zu halten.
Work-Life-Balance
Besonders problematisch wird es beim Thema Überstunden. Gegenüber dem aktuellen Vorgesetzten heißt es im Zweifel, die Mehrarbeit sei schließlich nicht ausdrücklich angeordnet worden. Im Arbeitsalltag wird gleichzeitig aber die klare Erwartung vermittelt, dass erst Feierabend ist, wenn das Kundenfahrzeug fertiggestellt ist.
Damit entsteht für die Mitarbeiter ein Widerspruch: Einerseits wird erwartet, dass man selbstverständlich länger bleibt, wenn es die Situation erfordert, andererseits wird im Nachhinein darauf verwiesen, dass diese Überstunden offiziell niemand beauftragt habe.
Work-Life-Balance zu predigen, passt mit einer solchen Praxis nur schwer zusammen. Wenn Mehrarbeit betrieblich erwartet wird, sollte man auch transparent und fair mit den dadurch entstehenden Überstunden umgehen.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen gibt es, allerdings häufig schon deshalb, weil der Hersteller entsprechende Mindestqualifizierungen vorgibt. Das eigentliche Problem ist die personelle Situation: Schulungen müssen teilweise neben dem laufenden Tagesgeschäft absolviert werden, wodurch der Lerneffekt entsprechend begrenzt ist.
Besonders fragwürdig finde ich, dass ich bereits mitbekommen habe, wie ein Azubi Schulungen stellvertretend für Gesellen absolviert hat, damit diese weiter produktiv arbeiten konnten. Damit wird der eigentliche Sinn von Weiterbildung natürlich komplett verfehlt.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist durch den IG-Metall-Tarifvertrag grundsätzlich in Ordnung. Kritik gibt es allerdings bei der Einstufung bzw. Überleitung in neue Gehaltstabellen, die aus meiner Sicht nicht immer nachvollziehbar umgesetzt wird. Auch der Umgang mit Nebentätigkeiten ist sehr restriktiv. Insgesamt finanziell okay, aber mit Verbesserungspotenzial.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Als Autohaus ist das Thema Umwelt natürlich nicht ganz einfach zu bewerten. Beim Sozialbewusstsein klaffen Anspruch und Realität jedoch deutlich auseinander. Im Intranet werden regelmäßig Werte, soziale Verantwortung und ein positives Miteinander präsentiert.
Im Arbeitsalltag werden diese Werte aus meiner Sicht allerdings kaum gelebt. Teilweise werden sie sogar belächelt oder ins Lächerliche gezogen dies leider auch von Führungskräften. Dadurch verlieren solche Leitbilder bei den Mitarbeitern schnell ihre Glaubwürdigkeit.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist mit Abstand das Beste am Standort. Der Kern der Mannschaft hält zusammen, unterstützt sich gegenseitig und fängt vieles auf. Für viele ist genau dieser Zusammenhalt vermutlich der Hauptgrund, warum sie noch hier sind und sich bislang keinem anderen Arbeitgeber angeschlossen haben.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten ist aus meiner Sicht mittlerweile einer der größten Kritikpunkte. Noch vor etwa einem Dreivierteljahr war die Situation eine völlig andere: gute Stimmung im Team, gute Zahlen und eine hohe Kundenzufriedenheit. Nach der für viele Mitarbeiter bis heute nicht nachvollziehbaren Kündigung des damaligen Kundendienstleiters ging es aus meiner Wahrnehmung jedoch kontinuierlich bergab.
Der Umgang des aktuellen Vorgesetzten mit Mitarbeitern empfinde ich teilweise als respektlos und unangemessen. Es wird Druck aufgebaut, einzelne Kollegen fühlen sich schikaniert oder persönlich angegriffen. Besonders erschreckend war für mich eine Äußerung gegenüber einem Mitarbeiter mit Handicap. Vor Zeugen fiel sinngemäß die Aussage, dass man „so jemanden damals auch nicht hätte leben lassen“. Unabhängig von der vermeintlichen Absicht halte ich eine solche Äußerung einer Führungskraft für vollkommen inakzeptabel.
Auch darüber hinaus fehlt es aus meiner Sicht erheblich an Empathie und Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen. Leider vermittelt auch die übergeordnete Führung wenig Wertschätzung. So bezeichnete der neue GF die Mitarbeiter als Nichtsnütze
Arbeitsbedingungen
Solange ältere Kollegen ihre Leistung bringen, ist der Umgang in Ordnung. Problematisch wird es, sobald die geforderten Herstellervorgaben und Leistungswerte nicht mehr vollständig erreicht werden. Dann häufen sich aus meiner Wahrnehmung unangenehme Sprüche und teilweise wird sogar nahegelegt, sich einen anderen Arbeitgeber zu suchen.
Kommunikation
Die Kommunikation ist mittlerweile leider maximal schlecht. Informationen bekommt man häufig nur noch dann, wenn man zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist oder über den Flurfunk davon erfährt. Eine strukturierte und verlässliche interne Kommunikation findet kaum noch statt.
Auch das hängt aus meiner Sicht unmittelbar mit der fehlenden Führung zusammen. Noch vor einem Jahr gab es regelmäßige Meetings, klare Absprachen und zumindest eine gewisse Transparenz darüber, was im Unternehmen beziehungsweise am Standort passiert und welche Entscheidungen getroffen werden.
Davon ist heute kaum noch etwas übrig. Wichtige Informationen erreichen die Mitarbeiter teilweise verspätet, über Umwege oder gar nicht. Statt offizieller Kommunikation dominieren Gerüchte und Flurfunk. Das sorgt für Unsicherheit und trägt zusätzlich zur ohnehin schlechten Stimmung bei.
Gleichberechtigung
Von wirklicher Gleichbehandlung kann aus meiner Sicht leider keine Rede sein. Es gibt deutlich erkennbare „Lieblinge“, die anders behandelt werden. Daneben gibt es diejenigen, die sich (wie wir) möglichst aus allem heraushalten.
Besonders kritisch empfinde ich, dass Mitarbeiter, die weniger Anerkennung erfahren, auffällig häufig aus sozial schwächeren Verhältnissen stammen oder ausländische Wurzeln haben. Ob dies tatsächlich der Grund für die unterschiedliche Behandlung ist, kann ich nicht beurteilen, der Eindruck entsteht im Arbeitsalltag jedoch leider.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind größtenteils Routine und wiederholen sich entsprechend häufig. Wirklich viel Abwechslung gibt es im Tagesgeschäft nicht. Allerdings gehört das ein Stück weit zum Beruf dazu, schließlich haben wir uns diesen Beruf selbst ausgesucht.