Gut am Arbeitgeber finde ich
Flexible Arbeitszeiten: Im Vergleich zu früher hat sich hier einiges verbessert. Vieles lässt sich heute unkompliziert mit der Führungskraft abstimmen, was den Arbeitsalltag deutlich angenehmer macht.
Die Branche und die Kolleginnen und Kollegen: Außenwerbung ist eine interessante Branche mit einem gewissen Charme. Vor allem arbeiten dort viele sympathische und engagierte Menschen, die den Arbeitsalltag maßgeblich positiv prägen.
Ordentliche Arbeitsausstattung: Die technische Ausstattung ist insgesamt solide. Sie ist sicherlich nicht überragend, aber absolut ausreichend, um vernünftig arbeiten zu können.
Firmenwagen: Die Firmenwagenregelung ist – für Mitarbeitende, die Anspruch darauf haben – durchaus attraktiv. Insbesondere die Möglichkeit der privaten Nutzung ist ein echter Pluspunkt.
30 Urlaubstage und freie Tage an Heiligabend und Silvester: 30 Urlaubstage sind ein gutes Niveau. Positiv hervorzuheben ist außerdem, dass Heiligabend und Silvester arbeitsfrei sind. Das ist keineswegs selbstverständlich und gehört aus meiner Sicht zu den echten Benefits des Unternehmens.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Gleichberechtigung und Chancengleichheit: Insbesondere im Umgang mit Frauen und Müttern habe ich während meiner Zeit im Unternehmen mehrfach Situationen erlebt, die ich als diskriminierend empfunden habe. Teilweise hatte ich sogar den Eindruck, dass dabei rechtliche Grenzen überschritten wurden. Hier besteht aus meiner Sicht dringender Handlungsbedarf.
Kommunikation: Die interne Kommunikation ist für mich der größte Schwachpunkt des Unternehmens. Viele Entscheidungen werden unzureichend erklärt, schlecht vermittelt oder ohne die Mitarbeitenden wirklich mitzunehmen. Eine moderne Unternehmenskultur lebt von Transparenz und Dialog – daran mangelt es aus meiner Sicht.
Eine klare und langfristige Strategie: Der Kurs des Unternehmens wirkt häufig wechselhaft. Was in einem Jahr noch als strategisch besonders wichtig verkauft wird, spielt im nächsten Jahr plötzlich kaum noch eine Rolle. Diese ständigen Richtungswechsel erschweren es, Vertrauen in die Unternehmensstrategie aufzubauen.
Faire und transparente Vergütung: Sowohl das Gehaltsniveau als auch die Transparenz bei Gehaltsentwicklungen entsprechen aus meiner Sicht nicht den Erwartungen an einen modernen Arbeitgeber.
Echte Entwicklungs- und Karriereperspektiven: Wer dauerhaft mehr leisten möchte als reine Dienst-nach-Vorschrift und sich fachlich oder persönlich weiterentwickeln will, findet aus meiner Sicht zu wenige Möglichkeiten. Gerade ambitionierte Mitarbeitende sollten nicht das Gefühl haben, dass ihre beste Karriereoption darin besteht, das Unternehmen zu verlassen.
Verbesserungsvorschläge
Holt euch professionelle Unterstützung für die interne Kommunikation. Ein CEO mit großen Verdiensten um das Unternehmen muss nicht automatisch der richtige Kommunikator für die heutige Zeit sein. Gerade bei einschneidenden Veränderungen braucht es eine moderne, transparente und wertschätzende Kommunikation.
Gebt den Mitarbeitenden mehr Eigenverantwortung und Vertrauen. Entscheidungen sollten dort getroffen werden, wo die Kompetenz sitzt – nicht für jede Kleinigkeit mit Freigaben aus der Zentrale.
Schafft transparente Gehaltsstrukturen und verlässliche Gehaltsentwicklungen. Zumindest ein regelmäßiger Inflationsausgleich sollte selbstverständlich sein, wenn man qualifizierte Mitarbeitende langfristig halten möchte.
Investiert stärker in Forschung und Entwicklung. Der Ausbau von Solarpanels auf beleuchteten Werbeanlagen und andere echte Nachhaltigkeitsmaßnahmen sollten deutlich konsequenter vorangetrieben werden, anstatt sich überwiegend auf Marketingmaßnahmen zu konzentrieren.
Schafft echte Perspektiven für ambitionierte Mitarbeitende. Aktuell habe ich den Eindruck, dass gerade die leistungsstarken und entwicklungsorientierten Kolleginnen und Kollegen das Unternehmen überdurchschnittlich häufig verlassen. Das sollte nicht der Anspruch eines Unternehmens sein, das sich selbst als Marktführer versteht.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war zu meiner Zeit vor allem aufgrund des starken Kollegenzusammenhalts sehr gut. Insbesondere die Teams im Nordosten sowie in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind hervorragend eingespielt, unterstützen sich gegenseitig und ziehen auch in herausfordernden Situationen an einem Strang. Ich hatte zudem den Eindruck, dass es immer wieder gelungen ist, neue Kolleginnen und Kollegen einzustellen, die menschlich und fachlich sehr gut ins Team gepasst haben.
Gleichzeitig gab es aber auch immer wieder Unstimmigkeiten, die vor allem durch Vorgaben oder Entscheidungen aus der Kölner Zentrale entstanden sind und die Produktivität eher gehemmt als gefördert haben. Teilweise hatte ich den Eindruck, dass den Mitarbeitenden vor Ort nur wenig Eigenverantwortung zugetraut wurde. Das ging mitunter so weit, dass selbst für völlig nachvollziehbare und notwendige Kleinigkeiten – etwa die Reinigung oder Pflege von Werbeträgern – zunächst eine Freigabe aus Köln eingeholt werden musste. Ein solches Maß an Bürokratie wirkte auf mich unnötig und wenig praxisnah.
Image
Statt Kunden weiterhin überwiegend durch gut ausgebildete Mediaberater individuell zu betreuen, wird inzwischen deutlich stärker auf Masse und maximale Vertriebspräsenz gesetzt. Dazu gehören auch Vertriebspartner, deren Ruf am Markt aus meiner Sicht problematisch ist. Spricht man intern an, dass dieses Vorgehen bei Kunden teilweise negativ wahrgenommen wird, lautet die Antwort sinngemäß, dass genau diese hohe Durchdringung gewollt sei – frei nach dem Motto, so lange präsent zu sein, bis jeder irgendwann eine Werbefläche bei Ströer bucht. Für mich ist das keine nachhaltige Kundenstrategie.
Auch Entscheidungen darüber, das extremistisch rechte Medienangebote auf den Werbeträgern präsent sind, tragen aus meiner Sicht nicht zu einem positiven Unternehmensimage bei. Ebenso wirken öffentliche Aussagen des CEO, in denen beispielsweise lange Arbeitszeiten oder eine 60-Stunden-Woche als Maßstab erfolgreicher Arbeit dargestellt werden, auf mich wenig zeitgemäß. Solche Botschaften mögen in den 1990er-Jahren noch anders angekommen sein – heute passen sie aus meiner Sicht weder zu modernen Vorstellungen von Führung noch zu einer attraktiven Arbeitgebermarke.
Work-Life-Balance
Ein großer Pluspunkt des Arbeitgebers ist die Flexibilität im Arbeitsalltag. Vieles lässt sich – zumindest nach meiner Erfahrung – unkompliziert mit dem jeweiligen Teamleiter abstimmen, sei es ein früheres Abholen der Kinder, ein Arzttermin oder andere private Verpflichtungen. Allerdings war das ein langer Weg. Als ich bei Ströer angefangen habe, gab es noch starre Arbeitszeiten, sodass sich hier durchaus einiges positiv entwickelt hat.
Beim Thema Homeoffice wurden die Möglichkeiten inzwischen jedoch drastisch eingeschränkt. Besonders problematisch ist das für Kolleginnen und Kollegen, die zu einer Zeit eingestellt wurden, als mit flexiblen Homeoffice-Regelungen aktiv geworben wurde. Nach meinem Kenntnisstand werben teilweise sogar heute noch Stellenanzeigen mit Bedingungen, die in der Praxis längst nicht mehr gelten. Das vermittelt den Eindruck, dass die Änderung eher ein Schnellschuss war.
Grundsätzlich bin ich durchaus der Meinung, dass persönliche Begegnungen für die Unternehmenskultur wichtig sind und regelmäßige Präsenz im Büro ihren Wert hat. Entscheidend ist jedoch, wie eine solche Veränderung kommuniziert wird.
Karriere/Weiterbildung
Im Einzelfall kann Ströer durchaus der richtige Arbeitgeber sein. Wer beispielsweise im Vertrieb sehr erfolgreich ist und Freude an einem leistungsorientierten Vergütungsmodell hat, kann durch attraktive Bonuszahlungen sicherlich zufrieden werden.
Wenn du jedoch jung, ambitioniert und auf der Suche nach echter persönlicher und fachlicher Weiterentwicklung bist, würde ich den Arbeitgeber nur eingeschränkt empfehlen. Möglicherweise gibt es in der Zentrale oder in einzelnen Abteilungen durchaus interessante Entwicklungsmöglichkeiten. In der Breite habe ich diese Perspektiven allerdings nicht wahrgenommen. Das Weiterentwicklungsportal wirkt auf mich – ähnlich wie viele der beworbenen Corporate Benefits – eher wie ein Instrument für das Employer Branding als wie ein Angebot mit echtem Mehrwert. Vieles ist aus meiner Sicht eher Alibi als tatsächliche Förderung der Mitarbeitenden.
Mein Eindruck ist, dass viele ambitionierte Mitarbeitende das Unternehmen früher oder später verlassen. Diejenigen, die trotz ihrer Ambitionen bleiben, tun dies häufig aufgrund ihrer Verbundenheit mit den Kolleginnen und Kollegen, ihrer Identifikation mit dem direkten Team oder aus ganz pragmatischen Gründen.
Gehalt/Benefits
Leider aus meiner Sicht eher schlecht – selbst im Vergleich zur Branche. Da Ströer aus zahlreichen übernommenen Unternehmen entstanden ist, gibt es teilweise erhebliche Unterschiede bei den Gehältern und Arbeitsbedingungen, obwohl vergleichbare Tätigkeiten ausgeübt werden.
Transparenz beim Thema Vergütung habe ich ebenfalls vermisst. Mein Eindruck war, dass die Konzernstruktur dazu führt, dass gesetzliche Transparenzpflichten häufig gar nicht greifen, weil Mitarbeitende auf verschiedene Gesellschaften verteilt sind. Das mag rechtlich zulässig sein, sorgt aber aus Sicht der Beschäftigten nicht gerade für ein Gefühl von Fairness oder Offenheit.
Auch viele der beworbenen Benefits haben mich nicht überzeugt. Vieles wirkt auf den ersten Blick attraktiv, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen aber eher als Marketing. Corporate Benefits beispielsweise bestehen überwiegend aus Rabattportalen, wie man sie auch an vielen anderen Stellen findet. Für mich sind das keine echten Zusatzleistungen, sondern überwiegend Einkaufsrabatte, von denen letztlich vor allem die teilnehmenden Anbieter profitieren.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Der Ausbau von Solarpanels auf Werbeträgern erfolgt nur sehr langsam, während selbst kleinere Wettbewerber in diesem Bereich teilweise deutlich weiter sind.
Etwas überspitzt formuliert wirkt es manchmal so, als würde man das Moos, das seit 20 Jahren auf dem Dach einer Wartehalle wächst, einfach nicht entfernen und es anschließend als „begrünte Werbefläche“ vermarkten. Natürlich ist das polemisch gemeint, beschreibt aber meinen Eindruck, dass zwischen der Außendarstellung und den tatsächlich spürbaren Nachhaltigkeitsmaßnahmen noch eine erhebliche Lücke besteht.
Auch das gesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein des Unternehmens halte ich für diskussionswürdig. Während ich nachvollziehen kann, dass im Vorfeld von Wahlen aufgrund der politischen Gleichbehandlung grundsätzlich auch Werbung von zugelassenen Parteien angenommen wird, sehe ich das bei Medienangeboten oder Portalen anders. Aus meiner Sicht sollte ein Unternehmen durchaus hinterfragen, welchen publizistischen Angeboten es auf seinen Werbeträgern eine Plattform bietet.
Hier würde ich mir eine klarere Haltung und mehr Bereitschaft wünschen, im Einzelfall auch Verantwortung zu übernehmen.
Kollegenzusammenhalt
Das mit Abstand größte Plus des Unternehmens sind aus meiner Sicht die Mitarbeitenden. Ehrlich gesagt habe ich mich oft gefragt, womit das Unternehmen eine derart engagierte, hilfsbereite und zusammengeschweißte Belegschaft eigentlich verdient hat – insbesondere wenn man Gehalt, Wertschätzung und den Umgang mit den Mitarbeitenden betrachtet.
Meiner Meinung nach würde es dem Unternehmen sogar guttun, wenn mehr Beschäftigte konsequent ihre Konsequenzen ziehen und das Unternehmen verlassen würden. Gerade jüngere Kolleginnen und Kollegen tun dies inzwischen auch häufiger, was sich in einer vergleichsweise hohen Fluktuation dieser Altersgruppe widerspiegelt. Sie sind oftmals weniger bereit, problematische Rahmenbedingungen dauerhaft hinzunehmen. Ältere Kolleginnen und Kollegen bleiben dagegen häufig, weil mit zunehmendem Alter verständlicherweise die Sorge wächst, keine gleichwertige Stelle mehr zu finden oder sich beruflich sogar zu verschlechtern. Das sollte das Unternehmen jedoch nicht als Zufriedenheit missverstehen.
Umgang mit älteren Kollegen
Langjährige Mitarbeitende werden vor allem im direkten Arbeitsumfeld geschätzt. Innerhalb der Teams und durch die unmittelbaren Vorgesetzten erfährt man durchaus Anerkennung für seine Leistung und Erfahrung. Auf Konzernebene habe ich diese Wertschätzung hingegen nur sehr eingeschränkt wahrgenommen.
Besonders deutlich wird das bei Jubiläen. Die Geschenke wirken auf mich eher wie eine Form der Selbstinszenierung des Unternehmens als wie eine echte Anerkennung für die Mitarbeitenden. Ganz ehrlich: Statt eines teuren Füllers mit Ströer-Gravur wäre ein frei wählbarer Gutschein oder eine andere persönliche Aufmerksamkeit deutlich sinnvoller. Mein Füller liegt seit über zehn Jahren ungenutzt in der untersten Schublade. Nicht einmal weiterverschenken kann man ihn sinnvoll, weil natürlich groß der Unternehmensname eingraviert ist. Wertschätzung sollte sich daran orientieren, worüber sich die Mitarbeitenden tatsächlich freuen – und nicht daran, womit sich das Unternehmen selbst repräsentieren möchte.
Vorgesetztenverhalten
Sehr individuell. Es gibt durchaus gute Führungskräfte, allerdings auch viele Vorgesetzte der älteren Generation, die nie eine fundierte Führungs- oder Personalentwicklung durchlaufen haben. Häufig sind sie in ihre Position gekommen, weil sie vor vielen Jahren fachlich hervorragende Arbeit geleistet haben – beispielsweise beim Akquirieren oder Aufbau von Werbeträgern. Das ist grundsätzlich auch nachvollziehbar.
Fachliche Exzellenz allein macht jedoch noch keine gute Führungskraft. Wer vor 30 Jahren in seinem Fachgebiet erfolgreich war, bringt nicht automatisch die Kompetenzen mit, die moderne Mitarbeiterführung heute erfordert. Führung bedeutet Kommunikation, Konfliktmanagement, Motivation und die Fähigkeit, Menschen zu entwickeln. Aus meiner Sicht wurde dieser Unterschied im Unternehmen lange Zeit unterschätzt, weshalb die Qualität der Führung je nach Vorgesetztem sehr unterschiedlich ausfällt.
Arbeitsbedingungen
Je nach Standort unterscheiden sich die Arbeitsbedingungen durchaus, insgesamt würde ich sie aber eher positiv bewerten. Die technische Ausstattung ist solide: Zwei Monitore, halbwegs aktuelle Notebooks und während der Corona-Zeit wurde vergleichsweise schnell auf die neuen Anforderungen reagiert.
Es gibt allerdings auch einige Punkte, bei denen das Unternehmen aus meiner Sicht an der falschen Stelle spart. Mitarbeitende im Homeoffice müssen beispielsweise ihr privates Telefon nutzen, und es interessiert praktisch niemanden, ob der heimische Arbeitsplatz ergonomisch eingerichtet ist. Im Büro selbst sind die Arbeitsplätze dagegen grundsätzlich in Ordnung.
Seit der deutlichen Reduzierung des Homeoffice-Anteils haben sich allerdings neue Probleme ergeben. Es gibt keine festen Arbeitsplätze mehr, stattdessen bucht man sich seinen Schreibtisch ähnlich wie in einem Co-Working-Space. Das funktioniert grundsätzlich, führt aber zu mehr Lärm und Unruhe im Arbeitsalltag. Es ist sicherlich nicht die schlechteste Lösung – aber wirklich attraktiv ist sie aus meiner Sicht auch nicht.
Verbesserungsbedarf gibt es außerdem bei den Gemeinschaftsbereichen. Die Küchen sind vielerorts deutlich zu kle
Kommunikation
Die Führungsqualität innerhalb der Teams hing aus meiner Sicht stark vom jeweiligen Teamleiter ab. In meinem Fall habe ich diese jedoch überwiegend als positiv erlebt.
Auch die Zusammenarbeit mit der Kölner Zentrale hat sich über die Jahre zunächst spürbar verbessert. Insbesondere die damalige Personalleitung sowie Co-CEO haben aus meiner Sicht viele positive Veränderungen angestoßen und dem Unternehmen einen neuen, moderneren Drive verliehen.
Nach meinem Informationsstand hat sich diese Entwicklung jedoch nicht fortgesetzt. Stattdessen scheint wieder eine Kommunikationskultur Einzug gehalten zu haben, die auf mich überholt wirkt. Townhall-Meetings bieten aus meiner Sicht kaum noch einen echten Informationsmehrwert und schaffen auch keine spürbare Nähe zwischen Unternehmensführung und Mitarbeitenden. Vieles wirkt wieder sehr hierarchisch und von oben herab kommuniziert. Schade – ich hatte den Eindruck, dass das Unternehmen bereits auf einem deutlich besseren Weg war.
Gleichberechtigung
Aus meiner Sicht besteht hier deutlicher Nachholbedarf. Während meiner Zeit im Unternehmen habe ich mehrfach erlebt, dass befristete Verträge von Mitarbeiterinnen im Zusammenhang mit einer bevorstehenden Schwangerschaft nicht entfristet wurden. Nach meinem Verständnis ist eine Benachteiligung aus diesem Grund rechtlich unzulässig. Das Unternehmen hat dadurch mehrere sehr gute Mitarbeiterinnen verloren.
Besonders irritierend fand ich die Begründung, die intern kommuniziert wurde: Die betroffenen Kolleginnen wären „ja ohnehin einige Monate in Elternzeit“. Rückblickend erwies sich diese Entscheidung auch aus wirtschaftlicher Sicht als wenig vorausschauend. Es dauerte rund drei Jahre, bis für eine der Positionen ein wirklich passender Ersatz gefunden war. Kurzfristiges Denken hat hier langfristig zu einem größeren Schaden geführt.
Je höher die Hierarchieebenen jedoch werden, desto geringer scheint der Frauenanteil zu sein. Irgendwann kippt das Bild vollständig: Führungskräftemeetings erinnern dann eher an einen CDU-Parteitag oder das Treffen der alten Herren im Dorfkrug. Die Spitze ist bewusst formuliert, bringt aber meinen Eindruck auf den Punkt.
Interessante Aufgaben
Das hängt stark vom jeweiligen Einsatzgebiet ab. Grundsätzlich hat jeder Mitarbeitende aber die Möglichkeit, in einem gewissen Rahmen selbst für mehr Abwechslung zu sorgen. Wer beispielsweise im Innendienst tätig ist, muss nicht dauerhaft dieselben Aufgaben erledigen. Je nach Interesse und Möglichkeiten kann man etwa ins Angebotsteam wechseln oder – sofern Stellen verfügbar sind – in den Bestandsbereich.
Verglichen mit vielen klassischen Bürojobs würde ich die Tätigkeit daher durchaus als abwechslungsreich bezeichnen. Natürlich verliert auch dieser Job nach einigen Jahren etwas an Neuheitswert. Das ist aber kein spezifisches Problem dieses Unternehmens, sondern trifft auf die meisten Berufe zu. Man sollte sich bewusst machen, dass es am Ende um Außenwerbung und Werbeträger geht. Wer täglich völlig neue Herausforderungen oder bahnbrechende Projekte erwartet, wird hier nicht glücklich werden – das weiß man allerdings in der Regel auch schon vor der Bewerbung.