Der Untergang?
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich (und viele Kollegen mit denen ich regelmäßig spreche) können der Geschäftsleitung überhaupt nicht mehr vertrauen.
Angefangen hat es für mich beim Beginn von Corona in Deutschland:
Anstatt den immer hochgehaltenen Ansprüchen an das Miteinander und die soziale Verantwortung entsprechend zu handeln und erst einmal an die eigenen Ressourcen zu gehen, wurde direkt an Tag 1 ein Teil der Belegschaft abrasiert. (Wer wissen will wo sonst noch Geld gewesen wäre: Schaut mal in den Bundesanzeiger).
Das von einem Vorredner erwähnte Mäntelchen muss schließlich finanziert werden.
Zwar hat man hinterher versucht zu retten was zu retten war. Eine Entschuldigung und Eingeständnisse von Fehlern gab es bis dato meines Wissens nie.
Als weitere nette Anekdote zum Thema Menschlichkeit sollte auch die erste Reaktion nach dem Überfall auf die Ukraine erwähnt werden: O-Ton Geschäftsleitung: "Die Märkte sind zum Glück nicht negativ betroffen."
Der nächste große Tiefpunkt war dann die Einschüchterung vor der Abstimmung zur Betriebsratsgründung: Hier hieß es dass im Falle einer Betriebsratsgründung
das Home-Office Geschichte sein wird.
Bin nur ich es der im Umkehrschluss eine komplette Aufrechterhaltung des (zugegebenermaßen sehr großzügigen) Home-Office bei nicht zustandekommen des BRs erwartet hätte?
Nach meinem Empfinden (und erneut: hier spreche ich für viele meiner Kollegen) war dies eine dreiste und nicht entschuldbare Täuschung.
Die sehr großzügige Home-Office-Regelung wurde in den letzten Jahren als Aushängeschild Nummer 1 genutzt um Mitarbeiter anzuwerben - daran ist auch nichts auszusetzen.
Zudem wurde immer wieder betont wie toll doch auch remote zusammen gearbeitet werde und die Produktivität sogar höher wäre.
Trotz allem wird nun ohne jegliches vorheriges Einbeziehen der Belegschaft (nicht überraschend denn diese Kommunikationsweise ist ja mittlerweile ein Running-Gag unter uns) das Home-Office stark reduziert.
Begründung dafür ist die bessere Kommunikationsmöglichkeit und das Team-Gefühl.
Ich bin persönlich kein Freund von 100% Remote-Arbeit: Kommunikation und persönlicher Kontakt zu Kollegen ist sicherlich wichtig und unersetzbar.
Aber 40% der Wochenarbeitszeit im Büro zu verbringen ist für IT sicherlich der komplett falsche Weg - vor allem seit dem Umbau der meisten Büros in Open-Space
Bereiche. Lautstärke und fehlende Konzentration sind also vorprogrammiert.
Dass an Office-Tagen die Produktivität in der Entwicklung in den Keller geht ist kein Geheimnis. Dies scheint also gewollt oder mindestens toleriert zu werden.
Nun lässt das Ganze aus Sicht vieler meiner Kollegen nur einen Schluss zu:
Die Timocom will bewusst Ballast abwerfen (der Manager von Welt sagen gerne "Quiet Firing" dazu).
Wird jetzt schon mal vorgesorgt weil die von vielen Mitarbeitern in den Himmel gehypte (hier könnte ich noch einen zweiten Roman zu verfassen) KI uns bald alle ersetzen wird?
Fazit: Für mich steht fest: Der Kurs geht Richtung Eisberg. Man sollte vorsorgen wenn das finanzielle Polster nicht sehr ausgeprägt ist - bevor man erneut kalt überrascht wird.
Der (naive?) Traum vom Spitzen-Arbeitgeber der mit dir zusammen etwas erreichen will ist wohl ausgeträumt.


