Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich finde das soziale Engagement wie z.B. die Jugend- und Seniorenstiftung des Altgesellschafters super!
Das Lebenswerks des Seniors: Eine echte Unternehmerpersönlichkeit, die noch sehr, sehr großes Ansehen bei den Mitarbeiterinnen & Mitarbeitern genießt - und das völlig zurecht. Ich kenne viele Kolleginnen und Kollegen, die nach dem Altgesellschafter rufen, um den offensichtlichen Unsinn und der gefährlichen Entwicklung Einhalt gebietet.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Unternehmen unternimmt große Anstrengungen, auch um sich als Arbeitgebermarke positiv & jung zu positionieren. Das was sich z.B. bei LinkedIn als Postings abspielt - liest sich das denn vorher niemand durch?
Ich bleibe aber dabei: Es ist alles nur Fassade! Im Unternehmen sieht es völlig anders aus als bei LinkedIn, Xing usw.
Die eigene Meinung & Erfahrung muss in das Mindset der Geschäftsführung passen - sonst wird es schwierig. Auch das Ansprechen von ganz konkreten Problemen, die auch große negative Umsatzauswirkungen haben können, werden nur sehr ungern gehört: Die stören den Betriebsablauf.
In meinem Verantwortungsbereich hat das über die Jahre sicher mehrere Mio€ Umsatz gekostet. Es war völlig egal - es interessierte niemanden.
Ja - und wie man mich behandelt hat:
Das werde ich nie vergessen.
So behandelt man keine Mitarbeiter - niemals!
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen sollte sich ehrlich mit seinen Kunden (auch dem, der nachwächst) mit echten Branchenspezialisten beschäftigen. Das Verfolgen von völlig unrealistischen Zielen wird das Unternehmen mittelfristig in große Gefahr bringen. Es gibt dafür unzählige negative & gescheiterte Branchenbeispiele. Ein negatives Beispiel ist der aktuelle TV Spot - das ist perspektivisch Galaxien auch an einer zukünftigen Zielgruppe vorbei. Das Unternehmen ist sich nicht bewusst, dass die Marke ein echter Diamant im Bekleidungseinzelhandel ist - der ein enormes Umsatzpotential hat. Das ist so schade!
Veränderung: Ja - aber mit profunder Branchenerfahrung
Arbeitsatmosphäre
Allerschwierigste Arbeitsatmosphäre:
Wenn der Gesellschafter zum Angriff auf einen Mitarbeiter bläst: Dann nehmen die beiden Herren der Geschäftsführung den Faden auf und erfinden die absurdesten Geschichten, um auch langjährige Mitarbeiter zu entsorgen. "Entsorgen" ist dann auch tatsächlich so in einem meiner Gespräche so gefallen. Vom direkten Vorgesetzten (Bereichsleiter) habe ich keinen Schutz oder Unterstützung bekommen - so war ich den absurdesten Behauptungen völlig schutzlos ausgeliefert. Es hat mich krank gemacht!
Image
Die Marke genießt bei der Zielgruppe +60 einen hervorragenden Ruf. Die Stammkunden kann man oft als echte Fans bezeichnen. Ich kenne in Deutschland kein Unternehmen, dass so tolle Kunden hat.
Das Unternehmen versucht seit mehreren Jahren mit unterschiedlichen Ansätzen -erfolglos- das Image "da hat mein Vater schon gekauft" & "das sind doch die mit den 2:1 Hemden" zu verändern.
Man schämt sich im Haus aber für diese Zielgruppe und Kunden. Besonders junge und unerfahrene Kolleginnen & Kollegen versuchen immer wieder den eigenen Bekleidungsstil zur Ausrichtung durchzusetzen - oft mit Erfolg für die Kollegen / aber zum Misserfolg für das Unternehmen. Es hat unzählige Versuche gegeben - aber sich nicht ein einziges mal mit echten Branchenspezialisten.
Warum man dieses Altersproblem bei der Kernmarke sieht - ich kann es nicht begreifen.
Man hat mit der Marke M&E eine deutlich jüngere Zielgruppe - mit der Kernmarke eine trendfolgende Zielgruppe mit enormen Wachstumspotentialen, mit Avena was für den Herbst des Lebens. Also gut marktabdeckend
Es ist eigentlich nicht besonders schwierig einen richtigen Modegrad für die Kernmarke zu finden. Diese Kernmarke ist ein Diamant im deutschen Handel
Work-Life-Balance
Das Unternehmen achtet sehr auf die Einhaltung der Arbeitsstunden - was aber der Arbeit des Betriebsrates geschuldet ist. Überstunden fallen sehr, sehr häufig an - werden aber in Freizeit ausgeglichen. Wenn die Anzahl der Überstunden eine bestimmte Höhe überschreitet, dann wurde bei mir eine große Anzahl von Überstunden mit der Begründung, dass man eine übertarifliche Zulage erhält "gekappt".
Es gibt Bereiche, da weiß man nicht wo vorne und hinten ist. Es gibt aber auch viele Bereiche mit megaentspannter Work-Life Balance.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt seit einiger Zeit umfangreiche Fortbildungsmöglichkeiten (online) - die aber weniger genutzt werden.
Nach meiner Einschätzung, um was für die Arbeitgebermarke zu tun - weil es einfach auch zeitgemäß ist. Aber erst mal eine gute Sache. Für die Führungskräfte gibt es besondere Programme, die aber eher unbeliebt sind.
Karriere: Bei mir Totalausfall - trotz Zusage bei der Einstellung.
Ich wurde von Unternehmen aus der Bekleidungsindustrie abgeworben und sollte erst mal in die Gruppe einsteigen, um in spätestens 2 Jahren zum Bereichsleiter aufzusteigen.
Die Möglichkeit war mehrfach gegeben.
Ich habe in meiner Position alles gegeben, ich habe eine sehr hohe intrinsische Motivation. Ich habe in meinem Verantwortungsbereich TOP Performance und KPI's abgeliefert. Ich habe viele Großprojekte erfolgreich durchgeführt und etliche zusätzliche Aufgaben im Haus übernommen: Immer dann wenn es besonders schwierig wurde, war ich gefragt.
Ich habe tausende von Überstunden gemacht.
Hat alles nix genutzt - keine Karriere im Unternehmen für mich!
Gehalt/Benefits
Ich selbst wurde für meinen Job gut bezahlt - was aber daran gelegen hat, dass ich aus einer leitenden Position der Bekleidungsindustrie abgeworben wurde. Ich sollte ins Unternehmen einsteigen und dann aufsteigen.
Weil die Geschäftsführung mich dann wider erwarten nicht für einen Aufstieg gesehen hat, habe ich mehrere "Nullrunden" im Gehalt gemacht. Üblicherweise werden für die Führungskräfte zum Jahresstart die Gehälter angepasst. Meist im Rahmen der Inflationsrate.
Meine "Nullrunden" wurden dann O- Ton so erklärt: Sie verdienen zu viel.
Kein Scherz! Also auch: Unterirdisch! Auch in der Zeit der galoppierenden Inflation: Nullrunde - aber nur für mich.
Als ganz besondere "Anerkennung" meines Engagements bei mir wurde dann auch noch die Tantieme ersatzlos (trotz Top Performance) gestrichen - während im Haus viele anderen Führungskräfte ihre Jahressonderzahlung oder meine eigenen Führungskräfte ihre Zahlung erhalten haben. Begründung auf Nachfrage bei meinem Vorgesetzten: Der zuständige Geschäftsführer hat entschieden, dass Du keine Tantieme bekommst. Warum? Keine Antwort - nur ausweichende Blicke, aber Du weist ja wie Du gesehen wirst: Wie peinlich - kann man noch tiefer sinken?
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen hat das Thema Energieverbrauch im Auge und hat besonders in der Energiekrise viel zur Senkung der Kosten erreicht. Photovoltaik auf dem Dach. Im Haus sind auf den Verkehrswegen viele Leuchtmittel deaktiviert und die Warmwasseruntertischgeräte auf den Toiletten abgeschaltet......
Im Bereich der Beschaffung der Handelswaren hat man in den letzten Jahren etwas aufgeholt - ggü. anderen großen Bekleidungskonzernen aber deutlichen Nachholbedarf.
Mit zwei Bekleidungsspezialisten auf Geschäfts- und Bereichsleiterebene hatte sich das vor ein paar Jahren in die richtige Richtung entwickelt - beide Spezialisten haben aber auch gesagt was sie dachten - zum Wohl des Unternehmens. Wurden dann aber sehr rasch wieder weggebissen.
Das Unternehmen hat eine Jugend- und Seniorenstiftung, die vorbildlich ist!
Kollegenzusammenhalt
Ist besonders bei den langjährigen und erfahrenen Kolleginnen und Kollegen gut. Sie halten das Unternehmen auch nach unglaublich vielen Wechseln von Führungskräften irgendwie zusammen - was aber immer schwieriger wird. Walbusch - Erfahrene sind sehr häufig Opfer von "Gaslighting".
Umgang mit älteren Kollegen
Sehr schwierig. Das Unternehmen versucht sich seit einigen Jahren in allen Bereichen zu verjüngen oder sich ein jüngeres Image zu geben. Berufs- und lebenserfahrene Kolleginnen & Kollegen haben es sehr, sehr schwer. Viele junge Kolleginnen und Kollegen werten die Erfahrung älterer Mitarbeiter ab - dabei halten die den Laden zusammen. In sog. "Zukunftswerkstätten" versuchen junge Kolleginnen und Kollegen "out of the Box" die Zukunft der Unternehmensgruppe zu gestalten. Da kommen abenteuerliche Ansätze heraus, vor deren Realisierung man nur warnen kann. Ältere Kolleginnen und Kollegen sind in diesen Workshops kaum gefragt und werden oft als Bedenkenträger abgestempelt.
Ich war überall raus - sicher wegen meines Alters, aber auch weil ich das Unternehmen vor völlig unrealistischen Träumereien geschützt hätte.
Vorgesetztenverhalten
Da kann man kaum die richtigen Worte finden:
Unfähig - aber "sehr beliebt" bei Gesellschafter und Geschäftsführer.
Geht jedem Konflikt im Haus aus dem Weg - und ist im Haus auch dafür bekannt, sich nicht hinter die eigenen Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter oder den Bereich zu stellen:
"Dessen Brot ich esse - dessen Lied ich singe". Sehr peinliches und unprofessionelles Verhalten. Ich selbst habe mehrmals das Signal gegeben, dass ich wegen dem Gesellschafter / Geschäftsführer dringend seine Hilfe brauche. O-Ton: Das ist eine Sache zwischen Dir und der Geschäftsführung - damit habe ich nichts mit zu tun!
So ein Verhalten als Vorgesetzter (wobei die Bezeichnung Vorgesetzter ja in dem Fall eher irreführend ist) habe ich in meiner jahrzehntelangen beruflichen Laufbahn noch nicht erlebt - und auch noch nie gehört!
Ich würde mich in Grund & Boden schämen, wenn ich mich als Vorgesetzter selbst so verhalten würde!
Arbeitsbedingungen
Die Räume und Ausstattung sind top - da wird viel Wert darauf gelegt. Oft aber leider von den Mitarbeitern nicht geschätzt. Es gibt eine sehr gute Kantine (Dienstleister) - die hervorragend geführt wird.
Zu den Arbeitsbedingungen gehört aber ganz wesentlich das Verhalten der Vorgesetzten und der Unternehmensleitung. Da habe ich in dem Unternehmen Dinge erlebt - die vermutlich im deutschen Bekleidungseinzelhandel einzigartig sind. Was typisch für das Unternehmen ist, dass man sich mit einer zeitgemäßen Unternehmenskultur nach außen schmückt ( ..... ich sage nur LinkedIn oder andere Social Media Abenteuer) - die aber leider mit der Wirklichkeit im Unternehmen nicht ansatzweise was zu tun hat. Da hat man auch immer wieder neue Anläufe genommen. Aber - so meine langjährige Erfahrung: Alles nur Fassade!
Kommunikation
Unterirdisch - sofern man sich auch aus unerklärlichen Gründen zum Abschuss qualifiziert. Ich habe E-Mails von Gesellschafter und Geschäftsführung erhalten, die in der Sache und in der Tonalität bedenklich sind.
Ansonsten erscheint für alle Mitarbeiter und Mitarbeiter eine monatliche Information zur Lage des Unternehmens.
Hier empfiehlt es sich auch zwischen den Zeilen zu lesen. Sofern man selbst in Ungnade beim Gesellschafter oder der Geschäftsführung gefallen ist, gibt es auch bei TOP- Performance / TOP KPI's keine positive Erwähnung in der Gesellschafter Mail. Das frustriert die Teams maximal. Positive Erwähnungen erfahren in der Regel nur devote & angepasste Mitarbeiter. Schade & unprofessionell!
Gleichberechtigung
Das ist hier völlig in Ordnung!
Interessante Aufgaben
Zum Start in dem Solinger Unternehmen völlige Unterforderung. Sollte aber damals auch nur eine Einstiegsposition sein.
Mit den Jahren habe ich viele zusätzliche Aufgaben auf Wunsch der Geschäftsführung mit übernommen.
Mehrfach versucht innerhalb des Unternehmens zu wechseln, die der eigenen Qualifikation & Erfahrung entspricht. Wurde aber nie berücksichtigt, weil ich als unbequemer Mitarbeiter bewertet wurde. Ich habe immer meine Meinung offen, klar und deutlich geäußert - immer zum Wohl des Unternehmens. Das kommt aber in diesem Unternehmen nicht an. Ich weiß auch, dass Diplomatie nicht meine Stärke ist. Ich bin aber langjähriger Branchenspezialist mit profunder Erfahrung im Bekleidungseinzelhandel & Bekleidungsindustrie - ich weiß wovon ich rede.
Hat die Unternehmensgruppe aber kaum genutzt - sehr, sehr schade - weil das Unternehmen wirklich fachliche Hilfe ganz dringend benötigt.