Gut am Arbeitgeber finde ich
Besonders positiv empfand ich die flexible Gestaltung der Arbeitszeit durch Gleitzeit sowie die Möglichkeit des mobilen Arbeitens. Die Arbeitsplätze waren modern ausgestattet und boten gute Voraussetzungen für konzentriertes Arbeiten. Zudem konnte ich die Arbeitsatmosphäre in meinem direkten Arbeitsumfeld überwiegend als angenehm wahrnehmen. Auch das Umweltbewusstsein des Unternehmens sowie die angebotenen Benefits, wie beispielsweise Corporate Benefits oder das JobRad-Leasing, sind positiv hervorzuheben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Verbesserungsbedarf sehe ich vor allem bei der internen Kommunikation, der Erreichbarkeit der Führungskräfte sowie bei den Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten. Hinzu kommen aus meiner Sicht teilweise erhebliche Gehaltsunterschiede innerhalb vergleichbarer Positionen sowie ein zum Teil schwieriger kollegialer Umgang, der nicht immer von gegenseitiger Wertschätzung geprägt war. Insgesamt hatte ich häufig den Eindruck, dass Potenziale von Mitarbeitenden nicht ausreichend erkannt oder gefördert wurden.
Verbesserungsvorschläge
Die interne Kommunikation sollte insbesondere zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden transparenter und zeitnah erfolgen. Außerdem wäre es wünschenswert, Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten nicht nur in Aussicht zu stellen, sondern diese aktiv zu fördern und verbindlich umzusetzen. Darüber hinaus sollte der Zusammenhalt innerhalb der Teams stärker gefördert und eine offene Feedbackkultur etabliert werden, um persönliche Konflikte und die Bildung von Vorurteilen zwischen Kolleginnen und Kollegen sowie Abteilungen zu reduzieren.
Fazit
Insgesamt kann die REMONDIS Industrie Service GmbH & Co. KG – abhängig von der jeweiligen Abteilung und den direkten Vorgesetzten – durchaus ein guter Arbeitgeber sein. Wer seinen eigenen Marktwert kennt und Gehalt sowie Entwicklungsmöglichkeiten selbstbewusst verhandelt, kann dort sicherlich zufrieden arbeiten.
Auf Grundlage meiner persönlichen Erfahrungen kann ich das Unternehmen jedoch nur eingeschränkt beziehungsweise eher nicht weiterempfehlen.
Arbeitsatmosphäre
Jede der nachfolgend geschilderten Erfahrungen bezieht sich ausschließlich auf meinen eigenen Arbeitsbereich. Andere Abteilungen kann ich aufgrund fehlender Berührungspunkte beziehungsweise mangelnder Einblicke nicht bewerten.
Die Arbeitsatmosphäre habe ich insgesamt als angenehm und vergleichsweise locker empfunden. Je nach Arbeitsaufkommen konnte sich das jedoch von einem entspannten Miteinander hin zu einer sehr konzentrierten Arbeitsweise verändern, was ich grundsätzlich als nachvollziehbar empfand. Die Hauptverwaltung wirkt durch ihre dunkle Inneneinrichtung – insbesondere den schmalen Flur, die einzelne Tageslichtdecke und den dunklen Boden – auf den ersten Blick etwas bedrückend. Dieser Eindruck relativiert sich jedoch mit der Zeit. Insbesondere die renovierte Küche hat den Räumlichkeiten deutlich mehr Charme verliehen und für eine angenehmere Atmosphäre gesorgt. Da einige Abteilungen räumlich sehr nah beieinander liegen, bekommt man zwangsläufig auch vieles aus dem Arbeitsalltag der anderen Teams mit
Image
Wenn ich erzählte, dass ich bei REMONDIS arbeite, begann das Gespräch häufig mit Aussagen wie: „Ach, das sind doch die Müllmänner, die unseren Hausmüll abholen.“ Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie breit das Unternehmen tatsächlich aufgestellt ist und wie viele unterschiedliche Geschäftsbereiche dazugehören.
Das Image wird daher häufig ausschließlich auf die klassische Müllentsorgung reduziert. Gleichzeitig habe ich in Gesprächen mit verschiedenen Niederlassungen den Eindruck gewonnen, dass die Kundenzufriedenheit vielerorts noch Verbesserungspotenzial besitzt. Gründe dafür waren beispielsweise fehlende Abholkapazitäten, verspätete Containerlieferungen, nicht vollständig abgeholte Abfälle oder kurzfristig verschobene Termine.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance habe ich insgesamt als gut empfunden. Sowohl die Gleitzeit als auch die Einführung des mobilen Arbeitens während der Corona-Pandemie haben zu einer spürbaren Flexibilität beigetragen. Gerade das Arbeiten von zu Hause ermöglichte es, den Arbeitstag in einer ruhigeren Umgebung zu beginnen und konzentriert zu arbeiten.
Durch die Gleitzeit konnten Überstunden unkompliziert aufgebaut oder wieder abgebaut werden. Auch private Termine, beispielsweise Arztbesuche vor Arbeitsbeginn, oder auch während, waren in der Regel problemlos möglich, sofern diese frühzeitig mit der Führungskraft abgestimmt wurden. Insgesamt war jeder Mitarbeitende in hohem Maße selbst dafür verantwortlich, seine persönliche Work-Life-Balance zu gestalten und dabei die vorgegebenen Stunden zu erfüllen.
Karriere/Weiterbildung
Wer sich beruflich weiterentwickeln möchte, muss diesen Wunsch aktiv ansprechen. Von sich aus kommt nach meiner Erfahrung niemand auf Mitarbeitende zu, um Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Selbst wenn der Wunsch offen kommuniziert wird, ist die Wahrscheinlichkeit eher gering, dass zeitnah konkrete Maßnahmen folgen oder das Thema erneut aufgegriffen wird.
Dies betrifft sowohl zusätzliche Aufgaben im eigenen Fachbereich als auch größere Entwicklungsschritte, beispielsweise ein berufsbegleitendes Studium. Häufig werden Perspektiven in Aussicht gestellt, deren Umsetzung sich jedoch über einen sehr langen Zeitraum hinzieht oder letztlich ganz ausbleibt. Dadurch kann das Interesse an einer Weiterentwicklung mit der Zeit verloren gehen. Ein strukturiertes Weiterbildungsangebot des Arbeitgebers habe ich während meiner Beschäftigung nicht wahrgenommen.
Gehalt/Benefits
Beim Thema Gehalt hängt vieles davon ab, in welcher Position man tätig ist und wie erfolgreich man sein Gehalt verhandeln kann. Während Auszubildende nach ihrer Übernahme in den hauseigenen Tarifvertrag mit vergleichsweise schlechteren Konditionen eingruppiert werden, verhandeln außertariflich beschäftigte Mitarbeitende ihr Gehalt in der Regel einmal jährlich. Dabei bestehen zum Teil erhebliche Unterschiede innerhalb derselben Abteilung – unabhängig von Berufserfahrung oder tatsächlicher Leistung.
Zu den angebotenen Benefits zählen unter anderem Corporate Benefits, JobRad-Leasing sowie ein freiwilliges Weihnachtsgeld, das von vielen als eine Art 13. Gehalt angesehen wird. Einen rechtlichen Anspruch darauf gibt es jedoch nicht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Als Unternehmen legt REMONDIS großen Wert auf ein umweltbewusstes Erscheinungsbild. Entsprechend wird auf eine konsequente Mülltrennung geachtet und Mitarbeitende werden dazu motiviert, alternative Mobilitätsangebote wie beispielsweise das angebotene Fahrradleasing zu nutzen. Insgesamt ist das Umweltbewusstsein im Arbeitsalltag deutlich erkennbar.
Kollegenzusammenhalt
So gut die fachliche Kommunikation häufig funktionierte, so schwierig gestaltete sich aus meiner Sicht teilweise der zwischenmenschliche Zusammenhalt. Die Atmosphäre erinnerte stellenweise eher an ein gegenseitiges „Hauen und Stechen“ als an ein kollegiales Miteinander. Hinter dem Rücken anderer wurden regelmäßig Fehler gesucht oder persönliche sowie teilweise verletzende Meinungen über Privatleben oder Arbeitsweisen geäußert.
Auch gegenüber anderen Abteilungen oder Niederlassungen bestanden zum Teil festgefahrene Vorurteile, die kaum hinterfragt wurden. Zudem hatte ich den Eindruck, dass Unterschiede hinsichtlich des Bildungswegs gemacht wurden. Insbesondere akademisch ausgebildeten Mitarbeitenden wurde häufig unterstellt, bevorzugt behandelt zu werden. Diese Sichtweise wurde von einigen Kolleginnen und Kollegen sehr konsequent vertreten. Dass ein Studium häufig mit besseren Entwicklungsmöglichkeiten verbunden ist, halte ich grundsätzlich jedoch nicht für ungewöhnlich.
Umgang mit älteren Kollegen
Einen schlechteren oder abweichenden Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen habe ich nicht wahrgenommen. Im Gegenteil: Aufgrund ihres umfangreichen Fachwissens wurden sie häufig geschätzt und bei fachlichen Fragestellungen regelmäßig um Rat gefragt.
Allerdings hatte ich den Eindruck, dass sich viele langjährige Mitarbeitende selbst nicht ausreichend wertgeschätzt fühlten. Als Gründe wurden unter anderem eher bescheiden ausfallende Jubiläumsgeschenke sowie das generelle Gefühl genannt, dass ihre langjährige Betriebszugehörigkeit nicht angemessen anerkannt werde.
Vorgesetztenverhalten
Wie bereits erwähnt, empfand ich die Kommunikation mit der Abteilungsleitung insgesamt als eher zurückhaltend und ausbaufähig. An wenigen Tagen war ausreichend Zeit vorhanden, um Anliegen zu besprechen. Meistens war die Abteilungsleitung jedoch nur schwer erreichbar oder aufgrund eines dicht getakteten Terminkalenders kaum für längere Gespräche verfügbar.
Über die Geschäftsführung beziehungsweise die übergeordneten Führungskräfte kann ich nur wenig sagen. Berührungspunkte gab es nahezu ausschließlich auf dem Flur – sofern man sich dort überhaupt begegnete – oder im Rahmen von Firmenveranstaltungen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsplätze waren meiner Meinung nach gut ausgestattet. Jeder Mitarbeitende verfügte über einen eigenen höhenverstellbaren Schreibtisch. Die Büros boten große Fenster mit ausreichend Tageslicht, genügend Platz sowie ausreichend Stauraum durch Schränke und Rollcontainer.
Auf dem Lippewerk kann es aufgrund der secAnim-Anlage gelegentlich zu Geruchsbelästigungen kommen. Diese treten jedoch überwiegend in den Sommermonaten auf. Gelegentlich sind vorbeifahrende Züge oder der Lkw-Verkehr auf dem Werksgelände hörbar. Insgesamt habe ich die Arbeitsumgebung dennoch als angenehm empfunden.
Kommunikation
Die Kommunikation unter den Kolleginnen und Kollegen war grundsätzlich vorhanden. Viele Informationen wurden über den sogenannten „Flurfunk“ weitergegeben oder durch das Wissen langjähriger Mitarbeitender vermittelt. Im fachlichen Austausch funktionierte dies meist gut.
Die Kommunikation seitens der Abteilungsleitung empfand ich hingegen als eher schleppend und unzureichend. Häufig erfuhren Mitarbeitende wichtige Neuerungen bereits über andere Abteilungen, bevor sie offiziell innerhalb des eigenen Teams kommuniziert wurden. Teilweise waren Änderungen oder Informationen bereits mehrere Wochen bekannt, bevor sie durch die eigene Führungskraft weitergegeben wurden.
Gleichberechtigung
Ich selbst habe mich aufgrund meines Geschlechts nie benachteiligt gefühlt und habe auch keine entsprechenden Benachteiligungen gegenüber Mitarbeitenden desselben Geschlechts wahrgenommen.
Auffällig war jedoch, dass Führungspositionen am Standort Lünen – mit wenigen Ausnahmen – überwiegend von Männern besetzt waren. Gleichzeitig waren in vielen Fachabteilungen deutlich mehr Frauen vertreten. Diese Verteilung ist mir im Laufe meiner Beschäftigung mehrfach aufgefallen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben unterscheiden sich je nach Abteilung und Tätigkeitsbereich teilweise erheblich. Ob diese als abwechslungsreich oder interessant empfunden werden, hängt daher maßgeblich von den eigenen Interessen und Erwartungen ab.