Gut am Arbeitgeber finde ich
Gleich vorweg: Aufgrund der internen Prozesse dieses Unternehmens kann man Telus nicht als Monolith betrachten.
Darum gilt diese Bewertung größtenteils für den Standort Leipzig.
Ich empfehle Telus als Arbeitsgeber mit dem Hinweis, eine offene Debattierkultur mitzubringen.
Full Disclosure: Ich gehöre zum Management.
Telus offizieller Slogan für die Firmenleitkultur ist "It's different here" und das fühlt man. Telus gibt Führungskräften lieber Werkzeuge an die Hand, als verhärtete Strukturen oder Hierarchien. Wer das begreift, versteht auch schnell die gemischten Reviews: Viele Eigenheiten hängen besonders stark von einzelnen Entscheidungsträgern ab. Viele Vorteile sind zugleich zweischneidige Schwerter, die individuelle Herausforderungen mit sich bringen. Ein Überblick:
1) Pro: Aufstiegsmöglichkeiten
Standort Leipzig legt besonders viel Wert auf interne Erfahrungen am Arbeitsplatz. Loyalität, Wissbegier und Growth-Mindset werden hier eindeutig belohnt, Jobhopper hingegen depriorisiert. Damit verhält Telus sich dem Arbeitsmarkt gegenüber grundlegend anti-zyklisch. Zum Zeitpunkt dieses Reviews haben wir seit 2025, also in 1.5 Jahren 20 Promotionen.
Quality Assurance und Mgmt Team bestehen beide zu über 90% aus internal Promotions. Trainer, Recruiter und Welcome Desk sind/waren ebenfalls teilweise aus den Rängen der Agents promoted. Das motiviert.
2) Pro: Human First Approach
Tatsächlich ist dies aber der Ansatz von den Führungskräften am Standort.
Die Ziele, die es in der Probezeit zu erreichen gilt, sind mehr als großzügig. Auch diverse Anfragen jedweder Art werden ernst genommen, sofern sie bei dem richtigen Ansprechpartner landen. Es gibt eine respektable Fehlerkultur. Feedback von MA aller Ränge werden ernst genommen (aber: nicht alles ist umsetzbar).
Auch gibt es viele Pausen über den Arbeitstag verteilt. Der klassische deutsche Arbeitnehmer würde vor Neid erblassen, wenn er wüsste, wie wir hier pausieren.
3) Pro: Agilität und Kreativität (Big company, Start-up mindset)
Wer eine sinnvolle Idee zielführend rechtfertigen und vorbereiten kann, darf sie zumeist auch in die Tat umsetzen. Dabei bekommen wir entscheidende Unterstützung von den Senior Leaders.
Teils werden auch Ideen von Agenten umgesetzt und in Alltagsrealität verwandelt. Es bedarf aber auch hier den Push des Managers, damit die Idee gesehen wird.
4) Pro: Faire MGMT Regeln
Man hat die Story schon oft gehört. Ein MA bekommt einen Performance Improvement Plan oder eine Abmahnung und "es ist vorbei".
Telus / Standort Leipzig ist hier erfrischend anders. Ein PIP wird angeordnet? Erfolgen nötigen Verbesserungen, wird der PIP beendet und alles ist vergeben und vergessen.
Abmahnungen haben ein ziemlich faires "Vergeltungssystem", bei dem sie nach X Monaten auslaufen und dann nicht länger gegenüber internen Promotionen oder Verhandlungen entgegengestellt werden.
Human Resources und Senior Management legen einen fairen Grundbaustein, an den wir uns alle halten. An der Umsetzung seitens Mgmt hapert es manchmal. Im großen und ganzen bietet Leipzig eine faire Arbeitsatmosphäre, wenn man sie respektiert.
Man Bedenke: Wie es in den Wald hineinschallt,...
5) Pro: Wellbeing Concept
Hat seit Ende 2025 ein große Erneuerung erfahren. Das Team besteht jetzt aus firmeninternen Angestellten, statt Freelancern. Der Wellbeing Raum ist grundsaniert worden und hat nun eine Fülle an Beschäftigungsmöglichkeiten.
6. Pro: Pausenfläche
Sehr freundlich und liebevoll gestaltet. Und die neue Kaffeemaschine macht sie noch angehmer.
2025 war das noch anders, aber jetzt ist es ein wahrer Platz zur Erholung geworden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
1) Die Kommunikation bleibt eine Herausforderung.
Oft nicht ganz eindeutig oder kommt etwas zu spät. Dies liegt teils auch an der extremen Agilität des Projektes. Sie sorgt selbst in gehobenen Etagen für manche Verunsicherung. Aber... Es hat sich bereits viel getan. Heute (Juli 2026) ist die Arbeit wesentlich transparenter (und auch entspannter) wie im März 2025.
2) Die Wertschätzung der Mitarbeiter hat sich seit Standortgründung 2025 bedeutend verbessert, bleibt aber weiterhin ein Punkt mit Wachstumspotenzial.
Besonders wunder Punkt: Mitarbeiter, die oft Nachtschichten bekommen, greifen den "vollen Bonus" ab - 25% Netto Zuschlag, ruhigere Schichten durch "entspannte" Schichtleitung und bessere Work-Life-Balance.
Direkter Vergleich mit Früh- und Spätschicht: Die Mitarbeiter müssen früh raus, stehen unter Beobachtung von diversen Führungskräften auf der Arbeitsfläche und sie bekommen den Standardsatz. Frühschichten spühren meist als erstes die Neuerungen im System vom Kunden und kämpfen sich hier durch Informationsjungle zusammen mit der Schichtleitung.
Auch das MGMT ist hier betroffen: Wer tagsüber da ist, leistet bedeutend mehr. Es gibt viele extra Aufgaben. Professionelle High-Level Berichte müssen geschrieben werden (besonders wenn nicht von Nachtschicht erfolgt), es werden Teamfit Interviews mit neuen Kandidaten geführt, neu Angestellte erhalten Präsentation, große Meetings entscheiden über die Abläufe im Unternehmen. Da bleiben die eigenen Team Mitglieder manchmal leider auf der Strecke.
3) Punkt 2 führt folglich zu Punkt 3. Nachtschichten sind heiß begehrt.
Einige MA belieben sich mit Frühschichten. Doch die Spätschichten mag die Belegschaft grundsätzlich nicht. Diese sind allerdings ein wichtiger Grundpfeiler. Wir haben hier große Arbeitsaufkommen im Alltag.
4) Professionalität beim Hiring. Wer sich bereits beworben hat, weiß was ich meine. Die Intentionen sind gut, man will Stellen schnell besetzen und Bewerber nicht lange zappeln lassen.
Den Vertrag mit der nachdrücklichen Aufforderung zur Unterschrift wenige Stunden nach dem Bewerbungsgespräch zu senden, wirkt drückerisch und unseriös. Als ich 2025 angestellt wurde, dachte ich streckenweise ich habe es mit einem Scam zu tun.
5) Die Uneinsichtigkeiten und Erwartungshaltungen mancher Mitarbeiter. Dieser Arbeitsplatz ist nicht so schlecht wie gerne behauptet wird. Einige (glücklicherweise wenige) MA gehen in eine defensive Widerstandshaltung gegenüber vollkommen normalen Anfragen, die auf dem Arbeitsmarkt standard-usus sind. Wie beispielsweise einfach mal in der Arbeitszeit zu arbeiten (BIG SHOCK!). Wenn es dann irgendwann eine disziplinäre Handlung gibt, ist auf einmal die Empörung groß. Come on! Solitaire den ganzen Tag offen. Zum Kumpel rübergerutscht, um über Häkeltechniken, Katzenvideos und Fußballergebnisse zu quatschen. Zum 3. Mal 2 Stunden zu spät.
Was wird hier als Reaktion erwartet?! (◔_◔)
Oder Spielkarten auf die Arbeitsfläche mitnehmen um einen Stuhlkreis in der Nachtschicht zum Spielen zu formen. Also wirklich... Das ist so dreist, dass man schon wieder darüber lachen muss.
Hier fehlen teilweise Perspektiven, was man den Jüngeren unter der Belegschaft aber auch nicht zwingend vorhalten sollte. Das sind Lernerfahrungen, die einfach mit der Zeit kommen. Im Grunde habe ich die eigentlich alle ganz lieb gewonnen. Pappenheimer sind ein paar von denen trotzdem! ৻( •̀ ᗜ •́ ৻)
Verbesserungsvorschläge
Die meisten hier angesprochenen Herausforderungen sind bereits auf der Agenda.
1) Ich würde mir mehr Investments bezüglich Technik, Ausrüstung und auch Personal wünschen. Es sind bereits eine Menge Ressourcen geflossen und das respektiere ich. Ich verstehe auch, nach welchen Kriterien sie ausgeschüttet werden. Trotzdem habe ich streckenweise das Gefühl, das da noch mehr geht.
2) Wir brauchen noch immer mehr Struktur. Aber wir arbeiten daran.
Arbeitsatmosphäre
Hängt von vielen Faktoren ab. Wird von Person zu Person sicherlich anders wahrgenommen. Die Arbeitsatmosphäre wandelt sich ständig. The only constant is change.
A) Läuft alles, wirkt der Arbeitsplatz wie ein entspannter Campus am Sonntag.
B) Läuft nichts, wirkt der Arbeitsplatz teils oppressiv.
Meist haben wir Modus A.
Faktoren:
1) Beziehungen (MA, Mgmt):
Zwischen "Bett teilen", "dickste Freunde", "professionell distanziert" und "Kriegsbeil kommt raus" habe ich schon alles gesehen. Meine eigene Beziehung zu den meisten MA ist gut und professionell, darum liebe ich meine Arbeit.
2) Aufgaben:
Wieviel ist gerade zu tun?
Gibt es extra Tasks und wie viele?
Crunch time oder Brunch time?
Bei geringem Workload geben wir extra Pausen oder Zeit für ein Spiele. Bei hohem Workload ist es aber purer Stress.
Als Agent:
Welcher Manager mit welcher Grundhaltung leitet meine Schicht?
Wie sieht meine Performance aus?
Welche Kollegen arbeiten mir gerade zu?
Wer ist mein Manager? Anerkennung und Wahrnehmungen hängen davon ab.
Als Management:
Wer hatte die vorherige Schicht?
Wurde alles sauber übergeben?
Gibt es anstehende Änderungen?
Sind alle Berichte fertig?!
Habe ich wirklich alle Infos?!
Image
Das Image des Unternehmens nach außen hin hat durch vergangene Herausforderungen und teilweise fehlende Professionalität nachhaltig gelitten. Viel guter Wille wurde aber auch durch ehemalige, passive Manager verbrannt.
Aufgrund zwischenzeitlich schwindendem MA Bedarfs des Clienten gab es 2025 einige Entlassungen.
Ich muss hier aber auch betonen, dass so einige MA ihr Übriges tun, um vieles unangenehmer für sich selbst und Kollegen zu gestalten. Wer macht denn bitte bis zu 45% krank in der Probezeit, kommt jede Schicht +15 Minuten zu spät und erwartet dann, mit Kusshand übernommen zu werden?! Oder behandelt den Arbeitsplatz als Massen-Datingbörse mit "No means Yes" mindset, hält die Firmenräume ggf. für ein politisches Podium oder kommt völlig weggetreten unter dem Einfluss auf Arbeit?!
Irgendwo hörts dann mal auf...
Krankmeldungen werden auch teilweise falsch bis gar nicht gemeldet, so dass wir als Management hinterher telefonieren und rätselraten müssen. Dass die Krankmeldung dann verspätet bearbeitet und ggf. erst mit der nächsten Lohnabrechnung rausgeht, muss doch den Betroffenen irgendwo klar sein.
Ein Teil des "Image" Schadens ist hier also auch irgendwo Projection.
Work-Life-Balance
Muss ehrlicherweise als durchwachsen betitelt werden, zumindest was den Bulk der Arbeitskräfte betrifft. Als Manager habe ich persönlich keine Sorgen, aber ich will im Sinne aller antworten.
Top:
+ Es gibt diverse Optionen die Schichtplanung zu gestalten
+ Schichtwünsche werden vom Planungsteam meist respektiert, selbst bei mundänen Gründen wie "Ich will Hobby XYZ nachgehen"
+ Der Arbeitstag für eine Vollzeitkraft hat mindestens 1.5 Stunden Pause, manchmal 2
+ Zusätzlich zu der legal vorgeschriebenen Ruhepause hat Telus eine interne Regel, bei der Schichten auf 6 am Stück limitiert werden (Nach dt. Gesetzgeber wäre da bedeutend mehr Crunchtime drin)
Pain Points:
- Urlaub zu beantragen ist durch kleine Overhead Spielräume zeitweise ein Krampf für die MA, die am meisten ranknuffen
- Besagte MA bei ihren Wünschen zu unterstützen ist ebenso "krampfig" fürs Mgmt
- Teilweise müssen für die Schichten der Belegeschaft viele Nachadjustierungen vorgenommen werden, weil manche Schichten einfach undurchdacht geplant werden (frei-arbeit-frei-arbeit-frei-arbeit ...)
- Wenn kurze Wechsel anstehen, können die Schichten ganz schön schlauchen
- Krankmacher verschärfen alle obige Pain Points
Karriere/Weiterbildung
The Sky is the limit.
Wie viele andere Global Players hat Telus diverse 'Departments'. Was Telus anders macht - Wenn es die Chance gibt intern zu besetzen, dann wird das ggü. der Suche externer Experten vorgezogen.
Dabei werden auch unkonventionelle Wechsel unterstützt und Experimente zugelassen, die man so sonst nirgends sehen würde. Wechsel zu Standorten in anderen Längern sind dabei genauso mögliche Optionen, wie vertikale Aufstiege und laterale, horizontale Bewegungen. Das motiviert.
Ist das Engagement nachweislich da und das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und MA von gegenseitig gutem Willen geprägt, werden hier auch bei Qualifizierungen die Augen zugedrückt. Lernwille und Eigeninitiative müssen gegeben sein.
Positionen, die normale Agenten direkt oder über lange Karrierelaufbahnen erfolgreich besetzt haben (über den Standort hinaus):
-Account Manager
-Operations Manager
-Project Lead
-Quality Analyst
-Recruiter
-Trainer
-Training Lead
-Welcome Desk Manager
-Workforce und Scheduling Manager
In einer Welt, wo Hire- and Fire die Tagesrealität vieler Branchen geworden ist, verdient dies besondere Anerkennung.
Gehalt/Benefits
Kommt ganz auf den Betrachtungswinkel an:
- Für die Tätigkeit und die erforderten Qualifizierungen ist die Bezahlung überdurchschnittlich gut.
- Für die erforderte geistige Agilität und Stressresilienz ist das Gehalt ausreichend.
- Für die Verantwortung am Projekt ist es etwas wenig.
Was gesagt sein sollte: Die Erwartungshaltungen vieler MA bzgl. Benefits sind hier durch eine fehlgeleitete Hiring Campaign aus 2025 bedeutend verzerrt.
Beim Recruiting im Jahr 2025 gab es einen Fehler. Es wurden Benefits in Stellenanzeigen versprochen, die nie geplant waren. Die Anzeigen waren auf Basis eines anderen Standorts geschrieben. (⋆❛ ہ ❛⋆)
Der ominöse Geister-Obstkorb ist jeher ein Stück Gründungsgeschichte. Vermutlich das erste Meme, das unsere etablierten Kollegen an neue MA herantragen.
Dafür haben wir:
+ Hohe Toleranz für spontane Schichtanpassungen
+ Jede Menge Menschlichkeit
+ Breite Auswahl an kostenlosen Getränken (Wasser still/sprudel, diverse Kaffee-/Baristagetränke (mit Vanille!!), diverse Teesorten)
+ Interne, vielfältige Aufstiegschancen sowie es gerechtfertigt werden kann
+ Irregulare Team Events (wenn ordentlich organisiert - Manager abhängig)
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt mehrere firmeninterne Initiativen auf lokaler und auch internationaler Ebene, sofern sie aktiviert werden. Mitarbeiter haben jederzeit die Möglichkeit selbst neue Aktionen ins Leben zu rufen, wenn sie den Support von ihrer Teamleitung und/oder der Standortleitung erhalten...
Unter dem Banner "Telus Days of Giving" werden erfolgreiche Umsetzungen diverser Initiativen dann im Intranet des Unternehmens international promoted und von der C-Suite anerkannt. Das verdient Respekt.
Kollegenzusammenhalt
Hängt klar vom Department ab:
Senior Management: 5/5
Tritt als geschlossene Einheit auf, versteht sich auch intern gut. Ich verlasse mich auf meine Vorgesetzten immer.
Management: 3/5
Es gibt hier zwei Fraktionen mit zwei Mgmt Philosophien, die sich voneinander leider entfernt haben. Es existiert eine merkliche Kluft.
Gruppe A ist nachlässiger, lässt mehr Tasks liegen, verwirrt die Belegschaft und blockiert manche Mgmt Projekte.
Gruppe B tut ihr bestes um zu kompensieren, ist dadurch zunehmend gestresst.
Dem Großteil der Kollegen vertraue ich vollsten, aber auch hier gibt es Ausnahmen.
Mitarbeiter: 4/5
Stark abhängig von den Aufgaben. Es gibt ein Team, dass oft über Arbeitsmethodiken beraten muss. Bei diesem ist der Zusammenhalt ausgezeichnet.
Wer Freunde unter MA hat, hat es allgemein einfacher. Es gab aber auch schon manch harten Tobak in der Vergangenheit. Verantwortliche wurden 2025 und Anfang 2026 schnell zur Rechenschaft gezogen.
Manchmal brodelt die Gerüchteküche auch ein wenig, aber das ist schnell beigelegt.
Außenstehende Abteilungen: 3/5
Könnte besser sein, man argumentiert teils gegen Windmühlen. Guter Wille ist aber immer beidseitig vorhanden. Und das ist was zählt.
Umgang mit älteren Kollegen
Mitarbeitern werden unabhängig von Alter und Erfahrungslevel gleichermaßen Chancen geboten, sowohl beim Einstieg als auch beim Aufstieg.
Die Spanne der Angestellten liegt zwischen ganz jung und kurz vor Rente, sowohl unter MA als auch Mgmt.
5 Sterne.
Vorgesetztenverhalten
Director level+: 5/5
Schwer zu beurteilen. Alle bisher von mir beobachteten Kommunikationen waren nahezu makellos. Entscheidungen werden mit Bedacht zwischen Bedarf, Kosten und Mehrwert abgewogen.
Senior Management: 4/5
Verhält sich professionell, aufgeschlossen, geduldig, fair und lösungsorientiert - Am Standort Leipzig herrscht eine außergewöhnliche Diskussions- und Fehlerkultur, die ich so bisher bei keinem meiner vorherigen Arbeitgeber beobachten konnte. Allerdings ein zweischneidiges Schwert. Für Aktionen, die sich hier so manch Einer gegenüber Sr Mgmt / Mgmt geleistet hat, wäre ich früher woanders mit Hausverbot der Tür verwiesen worden. Direkt Unterstellte und Agenten nutzen die Gutmütigkeit teilweise gnadenlos aus.
Management: 3/5
Die Möglichkeit, schnell intern ins Management aufzusteigen hat viele Vorteile, aber auch eine entscheidende Herausforderung - Trial by fire für alle Involvierten.
Seit 2025 hatten wir insgesamt 13 Manager. 5 sind nicht länger im Dienst.
Allgemein geben wir unser bestes, fair unterwegs zu sein. Es gibt aber auch MA die seit +5 Monaten blind ohne Coaching/Support laufen. Die tun mir Leid, aber es ist geflagged und nicht der Regelfall.
Arbeitsbedingungen
Ob Luftqualität oder Arbeitsgeräte: Kritiker haben Recht damit, dass hier viel ausbaufähig ist.
Bei derzeitigen Hitzewellen verschafft die Klimaanlage sehr gut Abhilfe. Im Winter ist es schön warm (wenn nicht gerade jemand alle Fenster aufreißt). Die Technik ist nicht ganz fehlerfrei, aber "serviceable". Die Tastaturen sollten aber tatsächlich mal grunderneuert werden. Und wenn das Licht warm-weiß statt klinisch kalt-weiß wäre, wäre das auch bedeutend angenehmer.
Bezüglich der Luft geht am Ende auch viel vom Gebäude selbst aus. Wir haben es mit historischer Industriearchitektur aus rotem, unverputzten Backstein zu tun. Baujahr 19. Jahrhundert.
Seit dem Umbau hat sich vieles bedeutend verbessert.
Kommunikation
Die größte Herausforderung an diesem Standort in Bezug auf dieses Projekt.
Es existiert eine Fülle von Informationen, von denen viele auch bald schon wieder outdated sind. Wir wissen das, müssen das Spiel aber spielen.
Teilt man zu viel zu schnell, kann das verwirren und auch erschöpfen. Reagiert man nicht schnell genug, ist die Belegschaft über wichtige Informationen nicht im Bilde.
Dazu kommt die Geschwindigkeit mit der wir selbst über anstehende Neuerungen informiert werden. Oft ist sie schnell, aber trotzdem nicht rechtzeitig genug. Die goldene Mitte ist nicht einfach zu finden.
Unsere Dokumentationskultur hat seit Gründung sehr viele Fortschritte gemacht, aber wenn MA reporten, dass die Kommunikation einen Stressfaktor darstellt, ist das vollkommen legitimes Feedback.
Durch die asynchrone Kooperation über Schichten verteilt bleibt uns leider auch nicht viel übrig, als viel schriftlich weiterzugeben. Sorry Team, we're trying.
Ovale weitergabe von Informationen gibt es zusätzlich, hängt aber wiederrum von dem direkten Vorgesetzten und den Kollegen auf Schicht ab. Das gleiche gilt für Team Meetings. Manager Aufgabe und wird verschieden von den Managern priorisiert.
Gleichberechtigung
Der Standort Leipzig könnte nicht vielfältiger sein.
Unsere Belegschaft hat Mitarbeiter von diversen gesellschaftlichen, religiösen, politischen und auch ethnischen Gruppen vertreten. Wir haben Mitarbeiter aus nahezu allen Industrien und Bildungsgraden.
Der Grundtenor im Unternehmen ist dabei international and wird vom Management durchgehend gestützt, sowie von den Kollegen respektiert. Geschlechter werden gleich behandelt und ein Grundmaß an Schutz den Kolleginnen gegen Diskriminierung geboten.
Wer beim Bewerbungsprozess ein Grundmaß an Authentizität, Kuriosität, fortgeschrittene English Skills wie auch basische Tech Skills mitbringt, hat hier sehr gute Karten.
Interessante Aufgaben
Zieht man die Branche in Betracht, in der wir arbeiten, muss man hier ganz klar 5 Sterne geben.
Aus Management Sicht sind die Aufgaben extrem abwechslungsreich.
Von Meetings halten über Daten analysieren bis zu Mitarbeiter motivieren ist hier alles vertreten.
Die MA haben hier auch diverse Tätigkeiten, die auch mal schnell wechseln können. Klar, Dienst nach Vorschrift und Durststrecken mit immerzu den gleichen Tasks gibt es auch, aber... Wir sind hier am Arbeitsplatz. Das sollte man nicht vergessen.
Ich habe bereits mehrere Branchen probiert, nichts war so abwechslungsreich wie dieser Arbeitsplatz.