Gut am Arbeitgeber finde ich
Mein Team, den Einstellungsprozess.
Ansonsten kann ich wenig positives berichten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt, das meiste Führungspersonal und das Nicht-einhalten von Versprechungen um mir ein paar von vielen Punkten zu nennen.
Beförderungen scheinen häufig aufgrund von Personalmangel oder wirtschaftlicher Leistung zu erfolgen, während Soft Skills kaum eine Rolle spielen. Ein neuer Bewertungsbogen soll dies künftig ändern, dessen Aussagekraft jedoch fraglich ist.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im Unternehmen ist meiner Meinung nach eher schlecht.
Ich selbst habe im Personalbereich gearbeitet und bei uns im Team (Teamleitung + Angestellte) war die Stimmung immer gut.
Bei anderen Abteilungen kann man dies allerdings nicht behaupten. Gerade im Vertrieb scheinen viele unzufrieden. Falsche Versprechungen, interne Korruptionsvorwürfe und unfaire Vorteilsverschaffung, zu späte oder fehlende Auszahlung von Provisionen sowie unausgebildete und qualitativ schlechte Führungskräfte scheinen die Mitarbeitenden regelmäßig mitzubekommen. Zumindest ging dies in Mitarbeitergesprächen hervor. Personalmangel in vielen Abteilungen (besonders HR und Payroll) + Führungskräftemangel macht es schwierig die richtigen Ansprechpartner für Probleme zu erreichen. Nach außen hin wird ein gutes Image bewahrt aber hinter den Kulissen habe ich von mehreren Mitarbeitenden wahrgenommen bzw. gehört, dass sie über einen Wechsel oder eine Kündigung nachdenken.
Image
Kritik wird nicht gern gesehen. Mein Eindruck war, dass interne Kritik teilweise weniger Aufmerksamkeit erhielt als öffentlich sichtbare Kritik auf kununu. So lange Kritik nicht öffentlich dem Firmenimage schaden könnte nimmt niemand sie ernst, so wirkt es.
Wir hatten in meiner Abteilung (Personalsektor) mehrere Meetings in denen ein Director über Kritikpunkte von Ex-Mitarbeitenden auf Kununu geschockt war, obwohl ich Wochen zuvor bereits das Gespräch zu ihm suchte, um über genau diese Themen zu sprechen.
(Hier wieder der Einwand mit gegenüber, dass Zuhören nicht meine Aufgabe sondern die der Manager sei.)
Das Image nach Außen hin scheint gut zu sein. Viele Kunden kennen die Firma und haben ein positives Bild.
Im Personalbereich bzw. Stellenausschreibungen wird mit Mitarbeiter-Events und leistungsbezogenen Benefits geworben, diese beschränken sich aber stark auf den Vertrieb.
Die Mitarbeiter-Events (2 innerhalb eines Jahres) in meinem Team, die wir aufgrund von Challanges gewannen wurden beispielsweise nie umgesetzt.
Work-Life-Balance
In meinem Team wurde viel Rücksicht aufeinander genommen. Für private Termine und Urlaubswünsche wurde immer eine Lösung gefunden.
In anderen Teams war die Arbeitsbelastung sehr hoch und man arbeitete unbezahlt oft über 40 Stunden die Woche. Gerechtfertigt wurde dies oft damit, dass wer nicht bereit ist die „Extrameile“ zu gehen einfach nicht für den Job geeignet ist. Ich habe mitbekommen, dass HR dagegen vorgehen wollte, allerdings ein Manager in einem internen Gespräch stark dagegen argumentierte. Die Mitarbeitenden würden ja wissen, worauf sie sich eingelassen haben und (gerade im Vertrieb) wäre es einfach notwendig. Die Mitarbeitenden arbeiten immerhin auf Provisionsbasis.
Karriere/Weiterbildung
Wer Karriere machen will hat bei Verisure in vielen Fällen schnell die Chance dazu. Grund dafür ist allerdings nicht die Mitarbeiterförderung sondern der Personalmangel. Ausgebildet wird man dementsprechend meiner Erinnerung nach nicht und die meisten unteren Führungspositionen sind finanziell nicht rentabel. Manche Beförderungen (bspw. Buddy) beinhalten keine Gehaltserhöhung aber Personalverantwortung.
Meine Erfahrung:
Mir wurde nach der Probezeit eine Beförderung inklusive Gehaltserhöhung zugesagt. Auf Nachfrage wurde als Voraussetzung lediglich eine Betriebszugehörigkeit von 6 Monaten genannt. Nach Ablauf dieser Zeit wurde mir zunächst mitgeteilt, die Vereinbarung liege bereits zur Unterschrift bereit. Anschließend wurde die Umsetzung jedoch immer wieder hinausgezögert, trotz regelmäßiger Nachfrage.
Erst nach 9 Monaten erfolgte die Beförderung. Im Nachhinein wurden dafür verschiedene Gründe genannt, die zuvor nie als Voraussetzungen kommuniziert worden waren.
Konkrete Verbessungsvorschläge sowie Förderung und regelmäßige Feedbackgespräche wurden auf meinen Wunsch hin abgelehnt. Ich solle ja nicht den Eindruck haben ich müsse mich andauernd beweisen…
Gehalt/Benefits
Das Gehalt in meiner Position befindet sich in der Nähe des Mindestlohns + gedeckelte leistungsbezogene Provision. Ein Anstieg aufgrund der Erhöhung des Mindestlohns Anfang 2026 erfolgte nicht. In meiner Position gab es einen Firmenwagen inkl. Tankkarte, welche den Job für mich erst finanziell Rentabel machten.
Allerdings habe ich in meinen letzten Monaten bei unterschiedlicher Leistung die gleiche Provision ausgezahlt bekommen.
Im ersten Vorstellungsgespräch via Teams wurde mir seitens meiner Teamleitung eine Gehaltserhöhung nach der Probezeit versprochen. Andere Kriterien als eine Firmenzugehörigkeit von 6 Monaten wurden dabei auch nach Nachfrage nicht genannt. Im zweiten, persönlichen Gespräch wurde dies seitens des Directors und der Teamleitung noch einmal bestätigt. Als ich dann nach 6 Monaten danach fragte, wurde ich hingehalten mit Ausreden. Schlussendlich erfolgte die Gehaltserhöhung nach vielen Gesprächen und Mühe meinerseits erst nach 9 Monaten. Mehr dazu unter „Karriere und Weiterbildung“
In anderen Positionen werden Provisionen oftmals verspätet, falsch oder gar nicht ausgezahlt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt jedes Jahr eine interne Reise zu gewinnen für die Besten jedes Teams. An sich ein sehr spannendes Benefit. Allerdings werden die Reiseziele fragwürdig gewählt. Nächstes Jahr soll die Reise nach Marokko gehen, ein Land in dem Queere- und Frauenrechte mit „Füßen getreten“ werden. Aus meinem Team betrifft dies 3/5 bzw. 4/5 Mitarbeitende.
Für ein Unternehmen, welches sich öffentlich für Sicherheit einsetzt und intern viel queeres und weibliches Personal beschäftigt ein kritisierbares Reiseziel.
Viel Papier- und Plastikmüll. Lieferungen verspäten sich stark, sodass Materialien nicht rechtzeitig kommen.
Verspätete Ware kommt oftmals in einer Lieferung an (manchmal bis zu 50 Pakete am Tag). Jedes Teil einzeln verpackt und in riesigen Boxen.
Lager und Büros sind demnach voller Papiermüll.
Kollegenzusammenhalt
Die Kolleg:innen sind mit Abstand das Beste am Unternehmen. Ich habe mit vielen nachwievor Kontakt.
Sollte es allerdings mal zu Problemen untereinander kommen, kann und darf man in vielen Fällen keine Hilfe erwarten.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen werden im gesamten Unternehmen sehr geschätzt. Diesbezüglich habe ich persönlich keinerlei ungerechtes Verhalten erlebt.
Altersbedingte Einschränkungen für Bewerbungen gibt es auch nicht. Dabei achtet insbesondere mein Team darauf, dass alle Bewerber:innen die gleichen Chancen haben.
Vorgesetztenverhalten
Mit meiner Teamleitung war ich stets sehr zufrieden. Sie ist eine der besten Führungskräfte, mit denen ich bisher gearbeitet habe und ich würde jederzeit wieder mit ihr und meinem Team zusammenarbeiten.
Auf höheren Führungsebenen dagegen kann ich wenig bis nichts Positives finden. Die Führungskräfte sind meiner Meinung nach mit Abstand der größte Schwachpunkt der Firma.
Lesen Sie sich gerne andere Kununu-Bewertungen durch, meiner Erfahrung nach ist das meiste geschilderte von (Ex-) Mitarbeitenden über Führungskräfte nicht weit von der Realität entfernt.
Hier meine Erfahrungen:
Die meisten höheren Führungskräfte (Manager und Directoren) haben nur begrenzten Bezug zum Tagesgeschäft und handeln dadurch meiner Meinung nach in den meisten Fällen realitätsfern. Unrealistische Vorgaben, nicht eingehaltene Versprechen und aus meiner Sicht unangemessener Umgang mit Mitarbeitenden.
Der Anspruch, „close to the people“ sein zu wollen ist allgegenwärtig, wurde bei meinem Director meiner Meinung nach aber nicht erfüllt.
Hier ist also noch sehr viel Luft nach oben.
Arbeitsbedingungen
Veraltete Firmenhandys, welche im Regelfall nicht mal notwendige Apps öffnen können, Laptops die seit 2 Jahren aus Altersgründen nicht mehr im Unternehmen sein sollten und nicht verfügbare bzw. zu wenige Firmenwagen.
Kommunikation
Die Kommunikation ist meiner Meinung nach einer der schwächsten Eigenschaften im Unternehmen.
Dies ist, so scheint es, auf viele Abteilungen übertragbar. Wichtige Informationen werden bspw. nicht rechtzeitig bei den Mitarbeitenden kommuniziert und ihnen anschließend vorgeworfen, diese Informationen nicht berücksichtigt zu haben.
Kommunikationswege sind meist sehr unstrukturiert und kompliziert.
Mein Highlight war, dass viele Mitarbeitende mit ihren Problemen zu mir kamen, da sie nach ihrer Wahrnehmung bei ihren Managern nicht ausreichend Gehör fanden. Ihre Probleme reichten von Unfairheiten über Provisionszahlungen bis hin zu Übergifflichkeiten. Wenn ich dies mit meinem Director besprach, in der Hoffnung meinen Mitarbeitenden helfen zu können wurde ich zurückgewiesen und darauf hingewiesen, dass das zuhören ja nicht meine Aufgabe sei (ich arbeitete im Personalsektor) und ich die Mitarbeitenden an ihre Manager verweisen soll. Ironisch nicht?
(Dies war zudem ein aktiver Punkt, weshalb ich eine Beförderung nicht bekam. Ich höre den Mitarbeitenden zu viel zu. Mehr dazu später)
Gleichberechtigung
Es wird ein großer Aufwand betrieben mehr Frauen (gerade für die Sales Force, also im Vertrieb) zu recruitieren. Dahingehend macht das Recruiting-Team eine sehr gute Arbeit und behandelt jede Bewerber:in gleich.
Allerdings sieht es in den weiteren Schritten des Bewerbungsprozess anders aus. Wie oft habe ich von Führungskräften (in meinem Fall nur im Vertrieb) den Satz gehört
„Frauen brauchst du mir gar nicht zum Vorstellungsgespräch einladen, die taugen nichts.“
Ausnahmen bestätigen dabei die Regel.
Zudem tragen sich intern immer wieder Übergriffigkeiten und Konflikte zu, welche nie aufgearbeitet werden.
Von Übergrifflichkeiten in Büros und auf offiziellen Veranstaltungen, unpassenden Kommentaren von Managern gegenüber des Outfits einer Kollegin (welche sich entschied, dies nicht an HR weiterzuleiten) über laute Konflikte, emotionaler Gewalt, Erpressung (zwischen zwei Angestellten) und respektlosen Verhaltens habe ich schon vieles in dieser Firma erlebt.
Wenn ich solche Schilderungen intern weitergab, wurde mir nach meiner Erinnerung teilweise nahegelegt, dass die betroffenen Personen den Konflikt untereinander klären sollen.
Interessante Aufgaben
In meinem Job sehe ich für einen Berufs- oder Quereinsteiger eine sehr gute Chance viel Verantwortung zu übernehmen. Man lernt in kürzester Zeit sehr viel, was auch daran liegt, dass man sich vieles selbst beibringen muss.
Die Prozesse sind jeden Monat gleich. Man arbeitet mit monatlich wechselnden Zielvorgaben (Targets und Ambitions), welche bestimmen, wie viele neue Mitarbeitende man pro Standort und Monat einstellen muss. Diese können von 0-12 variieren und können auch Mitte des Monats noch von 1 auf bspw. 6 geändert werden.
Wer sich im Personalwesen auskennt weiß, dass es nahezu unmöglich ist, 5 Personen binnen 2 Wochen für unterschiedliche Standore zu rekrutieren, welche dann auch noch ab sofort starten sollen.
Von dieser Zielerfüllung hängt übrigens auch die eigene Provision ab, manchmal hat man also Pech und Manager und Directoren entscheiden sich spontan, Ziele noch zu ändern.
Man führt in vielen Fällen täglich mehrfach (bis zu 10 Mal) das gleiche Informations-Gespräch mit Kandidaten. Diese dauern mittlerweile nur noch 15 Minuten, sodass man potenzielle Mitarbeitende wirklich nur noch über die Stelle informiert, statt sie wirklich kennenzulernen.