- MAN Energy Solutions SE (ehemals MAN Diesel & Turbo SE)03.März 2019 (Geändert am 09.März 2019)
- Mitarbeiter
Arbeitsatmosphäre
Das Arbeitsklima in meiner Abteilung ist durchweg positiv zu bewerten, obgleich es natürlich hier und da mal stressige Situationen gibt. Fairness und Vertrauen werden konsequent gelebt und gefördert.
Die Hierarchieebenen könnten aber flacher sein. Zwischen unserer Entwicklungsabteilung und dem Vorstand liegen 4 weitere Ebenen, von denen man mit einem entsprechenden organisatorischen Umbruch bestimmt eine oder vielleicht sogar zwei einsparen könnte. Dadurch würden manche - insbesondere bereichsübergreifende - Entscheidungswege wesentlich kürzer werden.
Vorgesetztenverhalten
Ich bin mit meinem Chef weitestgehend zufrieden, und soweit ich das beurteilen kann gilt das auch für den Rest unseres Teams. Klar gibt es hier und da mal Punkte wo man aneckt, aber meist lässt sich das dann zur Zufriedenheit aller lösen. Diskussionen ergeben sich fast nur auf sachlicher Ebene, Persönliches spielt nur ganz selten eine Rolle.
Natürlich kann man das nicht auf alle Abteilungen übertragen - es gibt durchaus einige Persönlichkeiten in dieser Firma, auf die die von den beiden Kritikern vorgebrachten Dinge zutreffen mögen. Das ist in meinen Augen aber nur eine kleine Minderheit.
Interessante Aufgaben
Das Aufgabengebiet in meinem Bereich ist recht weit gefasst. Von Spezifikation über Entwicklung, Test, Dokumentation, Projektierung und Aussteuerung von externen Dienstleistern ist eigentlich alles dabei. Die Arbeitsteilung erfolgt dabei primär nach fachlichen Gesichtspunkten.
Allerdings gibt es bei MAN durchaus auch andere Bereiche (abseits der Fertigung), in der immer nur die gleichen Aufgaben anfallen (z.B. auf Sachbearbeiter-Ebene). Grundsätzlich bietet das Unternehmen aber auch die Möglichkeit, z.B. durch interne Stellenwechsel eine gewisse Umorientierung vornehmen zu können – entsprechende Qualifikationen vorausgesetzt.
Kommunikation
Offen, ehrlich, transparent – hier sehe ich bei mir persönlich einen klaren und krassen Widerspruch zu der Wahrnehmung der beiden Kritiker hier. Allerdings kann ich das eben auch nur auf meine Abteilung bzw. meinen Bereich beziehen. Die vorgebrachte Kritik will ich daher auch gar nicht als unwahr abtun – ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass es (wie wohl in vielen Firmen) eben stark auf den eigenen Vorgesetzen ankommt.
Allerdings werden manche Informationen wirklich nur auf Management-Ebene kommuniziert und allenfalls über Flurfunk an die Mitarbeiter durchgegeben. Hier kommt es letztendlich auf die Transparenz der Gesamtkette an.
Gleichberechtigung
Hier kann ich die Kritik nicht so unreflektiert stehen lassen. Es mag durchaus Abteilungen geben, in denen Gleichberechtigung nicht gelebt wird. Insgesamt und auch konkret in meinem Bereich tut die Firma aber viel dafür, dass Mitarbeiter sich nicht benachteiligt fühlen – sei es wegen ihrem Geschlecht oder aus anderen Gründen. „Lieblinge“ mag es auf allen Ebenen hier und da geben – es ist jedoch in meiner Wahrnehmung nicht der Normalfall.
Umgang mit älteren Kollegen
Der älteste Kollege ist bei uns um die 50, und auch erst seit 6 Monaten dabei. Kurz vor der Rente wird man bei uns wohl aber niemanden einstellen, da die Einarbeitungszeit bis zu einem Jahr dauern kann.
Karriere / Weiterbildung
Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zuhauf, z.B. über das interne Trainingsportal. Es liegt i.d.R. am direkten Vorgesetzten, ob er dies erlaubt oder nicht. Im Falle einer Ablehnung ohne wichtigem Grund wäre aber m.E. auch der BR ein guter Ansprechpartner, falls der Vorgesetzte uneinsichtig sein sollte.
Intern Karriere zu machen ist leider nicht ganz so einfach, aber das liegt vor allem wohl auch daran, dass sich offene Führungspositionen nicht allzu oft ergeben. Des weiteren ist es auch für viele Mitarbeiter problematisch, wenn ein Kollege aus den eigenen Reihen (der vielleicht auch noch jünger ist) auf die nächste Ebene vorrückt. Dass man sich als Firma daher lieber externer Bewerber bedient, ist aus meiner Sicht also verständlich. Aber auch dies kann sich von Abteilung zu Abteilung unterscheiden.
Dass man nur über interne Seilschaften weiterkommt, mag in manchen Bereichen so sein. Aber nicht die ganze Firma ist so. Es stimmt aber, dass ab der Abteilungsleiter-Ebene viel „Politik“ mit im Spiel ist. Aber das wird wohl in allen größeren Firmen so sein (was es aber natürlich nicht besser macht).
Gehalt / Sozialleistungen
Gehaltsmäßig hängt man natürlich stark von dem ERA-Gefüge der IG Metall ab – im Positiven wie im Negativen. Problematisch war in der Vergangenheit die ERA-Einstufung aufgrund unzureichender bzw. teils fehlender Stellenbeschreibungen. Hier wurde allerdings nachgebessert, und gerade in den „leergefegten“ Bereichen des Arbeitsmarktes schaut die Firma mittlerweile auch, wie viel denn andere Firmen hier bereit sind zu zahlen. Einer der Vorredner erwähnte implizit, dass ein Ingenieur bei MAN gerade mal mit ERA8 einsteigt. Das kann man so pauschal nicht sagen, und deckt sich auch nicht mit meinen Erfahrungen – vermutlich wird das eher die ungefähre Untergrenze sein. Luft nach oben gibt es natürlich immer.
Alles in allem steht man bei MAN sicherlich nach wie vor gut da - gerade im Vergleich mit kleineren Unternehmen.
Betriebsrente, kostenfreies Fitnesscenter und neuerdings z.B. auch vergünstigte Job-Tickets für den ÖPNV können sich auch abseits der Entlohnung sehen lassen.
Arbeitsbedingungen
Ich selbst habe das Glück zusammen mit ca. 20 Kollegen in einem relativ ruhigen Büro zu sitzen. Aufgrund unserer Entwicklungstätigkeit haben wir relativ große Arbeitsplätze mit viel Platz für Versuchsaufbauten etc. Der Abstand zum Nebenmann ist teils trotzdem relativ klein (1,5-2m), was aber in diesen Fällen der speziellen L-Anordnung der Schreibtische zuzuschreiben ist. Die Beschwerden über laute Großraumbüros, in denen sehr eng bestuhlt ist, kann ich dennoch nachvollziehen, denn in manchen Abteilungen ist das wirklich der Fall. Hier muss man hinzufügen, dass der Standort Augsburg hinsichtlich Bürofläche in sehr vielen Bereichen ein Platzproblem hat. Konzepte, um dieses Problem zu entschärfen sind teils bereits in der Umsetzung, obgleich die Firma hier durchaus noch mehr Anstrengungen unternehmen könnte.
Umwelt- / Sozialbewusstsein
Natürlich ist ein Großmotor kein Windrad, aber das weiß jeder der bei MAN anfängt zu arbeiten. Ich selbst empfinde mich durchaus als umweltbewusst, und nehme hier auch die strategischen Anstrengungen der Firma wahr, sich hier besser aufzustellen. In 50 Jahren fährt nämlich vielleicht kein Schiff mehr mit rein fossilem Brennstoff – und darauf muss sich MAN natürlich einstellen. Soziales Engagement (Essens-Spende an Tafeln, automatische (freiwillige) Spende von Cent-Beträgen der Lohnabrechnung, Beteiligung an „Mercy Ships“, …) gibt es durchaus, aber natürlich könnte es immer etwas mehr sein. Aber letztendlich müssen das ja alles auch die Mitarbeiter bezahlen.
Auch die Kantine ist sehr gut und arbeitet nachhaltig.
Work-Life-Balance
Bei uns ist die aktuelle Arbeitsbelastung aufgrund der Projektsituation recht hoch. 5-10h Überstunden pro Woche sind bei uns daher an der Tagesordnung - allerdings immer auf freiwilliger Basis, und sie werden ja auch vergütet. Und durch transparente Ressourcenplanung und frühzeitige Eskalation möglicher Engpässe stehen die Kollegen auch nicht bzgl. Lieferterminen in der Schusslinie.
Insgesamt stimmt die Work-Life-Balance, und das muss auch so sein damit die Mitarbeiter nicht krank werden oder das Unternehmen verlassen. Aber in anderen Abteilungen kann es natürlich anders aussehen. Der BR hat für solche Probleme durchaus ein offenes Ohr, kann aber natürlich nicht von heute auf morgen Abhilfe schaffen.
Nur "35h-Dienst nach Vorschrift" ist prinzipiell möglich, aber dann braucht man sich auch nicht wundern, wenn man bei der Suche nach einem Teamleiter-Nachfolger übergangen wird. Die Home-Office-Regelung (max. 1Tag/Woche) könnte flexiber und umfangreicher sein. Bzgl. Elternzeit-Regelung ist das Unternehmen aber sehr flexibel.
Image
Dass MAN durch die Bank intern oder extern ein schlechtes Image haben soll, ist mir neu. Auch hier kommt es wohl stark auf den Bereich an in dem man arbeitet. Natürlich läuft nicht alles rund, und manche Unternehmensentwicklung scheint hier und da auch mal in eine zweifelhafte Richtung zu gehen. Aber wo gibt es das nicht...?
Verbesserungsvorschläge
- flexiblere Home-Office-Möglichkeiten anbieten
- den Mitarbeitern mehr Karriereperspektiven bieten
- Organisationsstrukturen entschlacken
Pro
Verantwortung, Herausforderung, Bezahlung
Contra
viele Hierarchieebenen, teils veraltete Strukturen (auch der Historie als Industrieunternehmen geschuldet)
Folgende Benefits wurden mir geboten
- FirmaMAN Energy Solutions SE (ehemals MAN Diesel & Turbo SE)
- StadtAugsburg
- JobstatusAktueller Job
- Position/HierarchieAngestellte/r - Arbeiter/in
- UnternehmensbereichForschung / Entwicklung





