Navigation überspringen?
  
Tierklinik SchierlingTierklinik SchierlingTierklinik SchierlingTierklinik SchierlingTierklinik SchierlingTierklinik Schierling
 

Firmenübersicht

Arbeitgeber stellen sich vor

Für Ihr Unternehmen hier werben

Bewertungsdurchschnitte

Neue Bewertungen

Ausbildungsbewertungen

1,00
  • 12.09.2016
  • Neu

Missstände in der Ausbildung

Firma Tierklinik Schierling
Stadt Schierling
Jobstatus k.A.
Unternehmensbereich Sonstige

Pro

-

Contra

Ich war Auszubildende in der Tierklinik Schierling. Aufgrund der sehr vielen Missständen in der Tierklink und den Rahmenbedingen der Ausbildung (Arbeitszeiten, Pausenregelung, Aufgabengebiete, Bereitschaften, Nachtschichten etc.) habe ich mein Ausbildungsverhältnis gekündigt.

Folgende Missstände und Verstöße sind mir in meiner aktiven Zeit aufgefallen:

• Die wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden wird regelmäßig mit Wissen der Ausbilder überschritten

• Es ist die Regel, dass die Azubis nach der Berufsschule, egal wie lang der Schultag stundenmäßig dauert, danach Nachtdienste absolvieren. Dieser ist von 18.00 - 8.00 Uhr (Am Wochenende und feiertags bis 9.00 Uhr) angesetzt.

• Der Nachtdienst wird mit 6 Stunden Arbeitszeit verrechnet, die Helferinnen sind allerdings durchgehend vor Ort und das 15 Stunden. Dadurch wird die wöchentlich zulässige Arbeitszeit von 40h je nach Anzahl der Nachtdienste mindestens um 7h überschritten, oft aber mehr.

• Es passiert häufiger, dass ein Azubi zwei Nachtdienste in Folge hat. Das sind, WENN er pünktlich 9.00 Uhr die Klinik nur nach Zustimmung (Und Laune) der Tierärzte verlassen darf, 9 Stunden Pause zwischen Dienstende und neuem Dienstbeginn.

• Wenn eine Auszubildende krankheitsbedingt ausfällt, es ist die Regel, dass eine in Bereitschaft stehende Auszubildende den Dienst erbringen muss. Oftmals trifft es allerdings diejenige, die bereits den Tagdienst von 8.00 - 18.00 Uhr erbracht hat. D.h., 24 Stunden Dienste sind keineswegs selten. Im Gegenteil, je nach Personalmangel kann sich der Dienst noch auf weiteres verlängern. "Trauriger" Rekord lag bei 34 Stunden am Stück, was die Tierärzte wissend in Kauf genommen haben. Sogar von Ihnen so eingeteilt wurde.

• Pausenzeiten gibt es nicht.

• Ein Tagdienst von 8.00 - 18.00 Uhr. d.h. 10 Stunden am Stück, ist normal in der Klinik.

• Die Auszubildenden arbeiten an Feiertagen genau so wie an Werktagen, ohne diese Tage irgendwie, ob durch Ersatztag oder Zahlung, vergütet zu bekommen.

• Wie bereits oben erwähnt, werden die vorgeschriebenen Erholungszeiten zwischen einzelnen Diensten deutlich unterschritten, 12 Stunden keinesfalls eingehalten.

• Die 15 freien Sonntage im Jahr erreicht kein Azubi, denn es ist mindestens so, dass er von einem Nachtdienst kommt, morgens um 9.00, abends 18.00 auf Nachtdienst geht, Tagdienst oder Bereitschaft hat.

• Wenn ein Azubi werktags einen freien Tag braucht, muss dieser als Urlaubstag angegeben werden, sonst bekommt er ihn nicht. Unabhängig davon, dass ihm freie Ausgleichstage zustünden.

• Überstunden werden notiert, in gewissen Abständen vorgelegt und als Urlaubstage gut geschrieben, allerdings nut die erbrachten Stunden. Es gibt keinen weiteren Zeitzuschlag. Problem hier: Aufgrund des Personalmangels, gibt es von April bis Herbst Urlaubssperren bzw. nur vereinzelte Tage, die genehmigt werden. Die Azubis haben keine Chance, den Urlaub + angehäufte Überstunden ab zu bauen. Eine Auszahlung dieser Tage gibt es nicht. Wenn der Azubi Pech hat, verfallen die Tage einfach.

• 14 Tage Urlaub am Stück dürfen die Azubis nicht nehmen.

• Es wird verlangt, dass Bereitschaften erbracht werden. D.h., der Azubi muss telefonisch auf Abruf und spätestens 30 Min nach Anruf in der Klinik sein. In der Regel fallen aufgrund des Personalmangels für die Auszubildenden jeweils 10, 10 und 11 Tage Bereitschaft an. Diese sollen vorzugsweise noch auf Tage gelegt werden, an denen der Azubi eigentlich frei hat, damit er "ausgeschlafen" verfügbar ist. Es ist normal, dass 2-4 Stunden nach Dienstende hinterher telefoniert wird oder man wieder in die Klinik muss. Und trotzdem den normalen Dienst laut Dienstplan fortsetzen muss. Die gesetzlich vorgeschriebene elfstündige Ruhezeit wird nicht gewährt.

• Es gibt keine Sicherheitsunterweisung in den Bereichen des Röntgens, CTs und der Szintigraphie. Es wurde nur verlangt, diese zu unterschreiben, damit alle anstehenden Ordnungskontrollen für ausreichend befunden worden.

• Der Arbeitgeber stellt lediglich Handschuhe für die Arbeit mit Pferden und Röntgenschürzen, Handschuhe sowie Schilddrüßenschutz. Aber keine weiteren notwendigen Sicherheitssachen wie beispielsweise Sicherheitsschutzschuhe für die Arbeit mit den Pferden. Diese sind versicherungsmäßig vorgeschrieben, kann sich ein Azubi aber schwer leisten.

• Außerdem ist ein Azubi nachts mit der Klinik und den Tieren alleine. Bei Unfällen etc. werden diese, wenn sie schwerwiegend sind, am nächsten Morgen bemerkt.

• Es ist die Regel, dass Azubis die jüngeren Azubis anlernen und Dienste ohne Anwesenheit der ausgelernten TFA/Tierärzte allein machen. An den Wochenenden und Feiertagen ist der Azubi mit der Klinik allein, größtenteils (ca. 50-75% der Zeit), da der diensthabende Tierarzt außer Haus die Fahrpraxis betreuen muss.

• Die ausgelernte TFA ist in keiner weise für Ausbildung der Azubis qualifiziert oder geschult.

• Tätigkeiten, die die TFAs in der Klinik ausüben und was vollkommen normal ist: Putzen (Wischen etc. der gesamten Klinik in jedem Nachdienst), Auto waschen vom Chef, die Autos der Chefs für private Zwecke wie Umzüge und Urlaub ausräumen/einräumen, Pflege der Außenanlage (Blumenbeete, Hecke schneiden, kehren, Unkraut jäten), Fenster putzen, Schnee räumen, Pferde misten (Aktuell gibt es einen Pfleger, das ist aber nicht sicher für wie lange und war auch lange nicht die Norm.), Koppelpflege.

• Der Ausbildungsplan ist erstellt, aber fehlende Ausbildungsinhalte werden nicht gezeigt.

• Neue Auszubildene müssen nach sehr kurzer Zeit Nachtschichten ohne einen Ausbilder absolvieren. Fachwissen ist nach so einer kurzen Zeit selbstverständlich noch nicht vorhanden. Dafür müssen die anderen Auszubildenden die in der Bereitschaft sind telefonisch erreichbar sein. Bei Problemen oder Operationen muss diese Bereitschaft innerhalb von 30 Minuten in der Klinik sein.


Alle Misstände wurden der Bayerischen Landestierärztekammer im Januar 2014 gemeldet.